21.26 Heutzutage sind die Seelen zusammengedrückt

 

BETENDER RUF

 

Die Dramen bedrücken die Seele.

Die Streitigkeiten bedrücken die Seele.

Die Tragödien bedrücken die Seele.

Sie bedrücken die Seele … die Zukunft, die außer Kontrolle gerät und nicht mehr zu reparieren ist.

Die Erwartungen an morgen, an die Vergangenheit …; die Erwartungen an das Jetzt; die Erwartungen zu gewinnen, zu erreichen, zu besitzen, zu sichern, zu garantieren – all das drückt auf die Seele.

Die Seelen sind daher bedrückt, ohne dass dies dem Pendeln des Wesens entspricht. Vielmehr ist es etwas, das der Seele fremd ist, die von Natur aus frei fliegt; die Seele, die in einem ewigen Morgengrauen erstrahlt; die Seele, die ohne Vorurteile, ohne Belohnungen und ohne Verurteilungen liebt.

Doch heute sind die Seelen angespannt, bedrückt von einem „Ich-weiß-nicht-was“, das von ihnen verlangt – was sie von sich selbst verlangen, ohne es zu wissen –, dass sie vernünftig, erklärbar, berechenbar sein müssen…

Die Seele versteht es nicht, ihre Liebe zu berechnen! Die Seele versteht es nicht, sich in eine Stufe der Addition, der Subtraktion oder der Multiplikation zu verwandeln. Sie versteht es nicht, die Seele versteht es nicht, sich zu unterwerfen. Sie ist keine Sklavin irgendeiner Wahrnehmung. Sie ist nicht nur frei, sie ist befreit und … ein fortwährendes Projekt der Schöpfung.

 

Und wenn du dich also… mit beklommener Seele fühlst!, dann erinnere dich daran, dass das nicht ihre Aufgabe ist. Sie ist nicht diejenige, die denkt. Sie ist diejenige, die fühlt. Und ihr Fühlen ist immer Emotion, Transzendenz, Vorstellungskraft, Fantasie, Illusion, Entschlossenheit!

Sie ist weder Not noch Geiz. Sie ist weder Verzweiflung noch Enttäuschung. Das ist eine Ansteckung jener Seelen, die sich angesichts der Erhabenheit des Fühlens der Macht zuwenden, dem, zu beherrschen, zu befehlen, zu ordnen, zu gewinnen, sich aufzudrängen.

 

Das ist eine bewaffnete Seele (span.: ‚alma armada‘) , die ihren Platz einfordert … jetzt, wo der Trend zu bewaffneten Seelen geht. Im Wissen, im Besitzen, im Handeln … rüsten sie sich. Ein mürrischer und grober Ausdruck des Erhabenen, eine Seele zur Waffe zu machen … die nur nach Knechtschaft strebt.

Zweifellos eine Schande der Seele.

Und so wird jeder Lebende zum Sklaven der Aussaat zu gewinnen, zu erreichen… mit der Waffe seiner Seele (span.: ‚con el arma de su alma‘) ohne inne zu halten, um den Beistand des Vorgesehenen zu erwägen, über den die Seele verfügt, um geben zu können, um sich hingeben zu können, ohne zu sparen, ohne zu berechnen, ohne… Warten.

Verdichtete Seelen werden zu Steinen und verwandeln sich in die Berufung, sich zu stürzen, zu pflastern und zu steinigen. Harter und rauer Boden. Große, blutende Wunden.

Es ist dringend notwendig, sich zu verteidigen, ohne sich zu bewaffnen. Und es scheint unmöglich, und es scheint sinnlos, und es scheint Selbstmord; doch… es ist – noch war es nie und wird es nie sein – von solcher Tragweite, denn die beseelte Seele (span.: ‚alma almada‘), wenn sie zu „Liebe“ wird, findet keinen Feind, der sie bezwingen könnte.

Scheinbar kann man sie zum Schweigen bringen, ausgrenzen, unterdrücken, aber nicht auslöschen…

Denn das Leben ist von Seelen und Seelen und Seelen bewohnt! Denn aus Seelen und Seelen und Seelen … entsteht die Fantasie, die Illusion, die heitere Gegenwart des Immateriellen.

 

Die Seele ist überrascht, wenn sie sieht, dass andere ihren Stil ändern und sich zu Waffen machen, mit allen Gründen, mit aller Logik, mit allen Erklärungen.

Die Versuchung ist groß, sich Macht zu verschaffen, stark zu werden und zu kämpfen, um zu gewinnen und dann … mehr Macht, mehr Gewalt, mehr Herrschaft zu erlangen.

 

Und wenn man sich fragt: Warum hat die Seele (span.: ‚alma‘) ihren Buchstaben gewechselt und sich zur Waffe (span.: ‚arma‘) gemacht? – jetzt, da wir wissen, dass sich die Codes des Lebens durch einen einzigen Buchstaben ändern.

Wer hat den Text geändert…? Warum wurde diese Änderung als gültig angesehen? Und so wurde die Erde beschriftet. Und so wurden Grenzen gezogen. Und so wurde Gerechtigkeit geübt. Und so füllte man sie mit Hindernissen und Forderungen. Und so wurden Papiere und noch mehr Papiere erstellt, um die imposante Präsenz dieser Textänderung zu garantieren.

 

Könnte es sein, dass die Seele eines unerwarteten Tages, als sie ihre Größe betrachtete, ohne weiteres Publikum zu sich selbst sagte: „Das gehört mir“, „Ich gehöre mir selbst“, „Ich kann bewirken, dass mir der, das, das andere gehört?“

Und da geschah vielleicht die Änderung des Buchstabens. Und die, die einst Empfängerin dessen war, was aus der Vorsehung kommt, wurde zu einer mitreißenden Vorherrschaft von „Selbstheiten“: mein Körper, meine Stimmung, meine Fähigkeit, mein…

Und so breitete sich nach und nach das „Ich“ mit dem Besitz aus. Auf sie hin entstanden die Gewinne. Und die Seelen-Waffen (span.: ‚almas-armas‘) fühlten sich durch ihre mächtige Position belohnt. Doch gleichzeitig – doch gleichzeitig – … pochte in dem verdrängten Raum der authentische Text.

Kaum zu fassen ist das Abgleiten in den Besitz, auf der Suche nach Rechtfertigung, mit dem Argument seiner … Konversion?

Auch wenn es heute so sein mag, fordert die Form, die Höhle der Seele, ihre Identität zurück.

Die Waffen erschöpfen sich. Man bittet um Atempausen, um weitermachen zu können.

Und die Seele erschöpft sich nie. Sie hat immer noch einen Atemzug zu geben.

Wenn sie hingegen zur Waffe wird, erschöpft sie sich nicht nur, sondern wird zunichte gemacht. Sie wird zum Friedhofsfeld, das man „heilig“ nennt, um all diese ausgefeilte Bewaffnung zu entschuldigen, die das Wesen schließlich in einen Prozess des Verfalls geführt hat.

 

Seele… die Seele fordert ihre Authentizität ein, ohne besitzergreifend zu sein, ohne sich selbst zu gehören oder zu gehören.

Sie kennt keine Ethnien, Rassen, Räume und Orte!

Sie lebt in der geheimnisvollen Welt des Bildes, des Verses, des Spiels, des unendlichen Humors. Humor, der das Flüstern der Liebenden ist, die ihre Konfetti in Worten, Liedern und Flüstern zum Ausdruck bringen … die sich als freudigen Hauch interpretieren lassen.

 

Und man muss sehr, sehr, sehr vorsichtig sein, wenn es darum geht, den richtigen Buchstaben wieder einzusetzen, denn es gibt eine Tendenz das zu bekämpfen, was die Seele für die Waffe ersetzt.

Das wird nicht einfach sein. Die allgegenwärtige Präsenz von Macht, Herrschaft und Kontrolle leistet Widerstand. Sie war es, die das geprägt hat, was wir heute als „Lebensstile“ und „Formen des Zusammenlebens“ bezeichnen.

Ein Projekt der Seele mit Vorreitern des Erfolgs gegen die „Armeen“ wird nicht gelingen.

Das wäre lediglich eine weitere Strategie der Waffen, nicht der Seelen.

Und so muss die Seele auf der Suche nach ihrer Identität ihre bedrückende Präsenz überdenken, die Züge ihrer Macht mildern und eine Bekehrung ohne Kampf vollziehen; allein mit dem Bild – ohne Farbe, ohne Rüstung –, sich als Träger der Ewigkeit zu sehen, der durch ein Schöpfer Universum verstreicht, das nicht beherrscht oder kontrolliert werden muss, sondern vielmehr gelebt, gefühlt und geliebt werden will.

Es gibt keine Waffen, um die Seele vor den Waffen zu retten.

 

Und wenn wir die beseelte Beständigkeit des Immateriellen erahnen, die unsere vergangene Präsenz erhellt, wird uns der Alltag den Beweis liefern, dass dies nicht der Ort der Waffen ist, dass der Buchstabe geändert werden muss, dass das Wesen erkennen muss, dass seine Form die Vorsehung ist.

Und mit dieser Einstellung, sich als beseelt zu fühlen, jedes Mal, wenn die Waffen auftauchen – und sie werden auftauchen –, sie vorüberziehen zu lassen…

Sie gehören uns nicht…

Sie sind keine Seelen, sie sind Waffen…

Und meine offenbarte Präsenz fordert, dass ich mich als solche betätige: als beseeltes Wesen.

 

Die Seele stellt keine konkreten Strategien und Pläne auf, um von der Waffe zur Seele zu wechseln. Nein. Es geht darum, dass sich das Wesen in seiner Universalität identifiziert, in seiner Verbundenheit mit allem Geschaffenen, in seiner seelenvollen Haltung, die bedeutet, nicht sich selbst zu gehören, nicht zu gehören und sich nicht zu bemächtigen.

 

„Ich gehöre nicht mir selbst“ – das hat man schon öfter gehört. „Ich gehöre weder mir selbst noch anderen.“ Und die anderen gehören, auf derselben Ebene, weder sich selbst noch mir, noch besitzen sie irgendetwas.

Der beseelte Hauch der Liebe – „der beseelte Hauch der Liebe“ – wird diese Verbundenheit, dieses Zusammenleben ermöglichen, wird jene Gesamtheit von Aufgaben ermöglichen, die es zu erfüllen gilt, je nach den Bedürfnissen, die unser Dasein erfordern, ohne Zugehörigkeit, ohne Herrschaft und ohne Kontrolle.

Und deshalb werden wir uns nicht – und das wäre eine Drohung „der Armada“ – im Chaos verlieren oder… Nein! Es wird natürlich notwendig sein, die falschen Prophezeiungen der „Armadas“ zu erkennen, die ihren Besitz nicht verlieren wollen.

Und, mit der Seele, nicht der Versuchung erliegen, das Bewaffnete zu kritisieren, es zu verurteilen. Es sind Seelen … die einen Buchstaben verändert haben.

 

Und so – um diese Konfrontation zu vermeiden – soll jedes Wesen im Gebet seine beseelte Beständigkeit annehmen, dass in ihrem Tun ihre beseelte Solidarität, ihre beseelte Bereitschaft, ihre beseelte Faszination für das Atmen, Kauen, Sprechen, projizieren spürbar und wahrnehmbar wird…

Seelen: Faszination für das Leben.

 

Dieses Fühlen, dieser Sinn, der sich außerhalb der Sinne befindet, wie Ouvertüren, die das Wesen zu einer einzigen Ouvertüre machen – wie eine große Symphonie – und zu einer einzigen Höhlung, in jener existenziellen Leere, die sich nie füllt, die sich stets aus der Leere nährt und ihre Handlungen kreativ gestaltet. Die ihr Zusammenleben nicht zu einer Gewohnheit stagnierender und rückständiger Wiederholung macht.

Nein. Die Seele ist Erneuerung. Die Seele ist verwandelte Gestalt. Die Seele ist solidarisches Zusammenleben. Die Seele ist das Entdecken in einer ständigen Ekstase(!); einer Ekstase des Staunens darüber, was wir entdecken, dass wir sind: „Seelen“.

Unsterbliche Pilger der Ewigkeit – ja, mit all diesen Worten: unsterbliche Pilger der Ewigkeit –, es gibt keine Angst! Und es darf keine geben, wenn man es ausspricht. Es gibt keine Angst, sich zu bekennen, sich als Seelenmensch zu bekennen, der das Atmen, das Lächeln und das gemeinsame Schaffen in unerschöpflichen Errungenschaften liebt!

 

Unermüdlich beseelt. Kreativ Beseelte, wie es der Natur des Lebens entspricht. Es geht nicht darum, eine andere Position zu erreichen. Das wäre ein konstruiertes Konzept. Nein! Es geht einfach darum, das zu sein(!), was so sehr transformiert wurde(!), was so sehr manipuliert wurde(!), was wir fast vergessen haben.

 

Es geht darum, uns an unsere ewige Gegenwart zu erinnern.

Ja. Es geht darum, Zeugen eines ewigen Aktes der Liebe zu werden… wo keine Waffen Platz finden, wo die Seele aufhört, bedrückt, eingeengt, beengt, gequetscht zu sein… um stattdessen frei, weit, expansiv, grenzenlos zu werden…

 

 

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