13.26 Ursache-Wirkung-Zusammenhang auflösen

 

BETENDER RUF

 

Wir können uns vorstellen – und so geschieht es gewöhnlich –, dass ausgehend von diesem oder jenem Ereignis diese oder jene Veränderung eintritt und sich dann, sozusagen, Ereignisse anhäufen, die Ursache und Wirkung rechtfertigen. Dafür brauchen wir einen Anfang und ein Ende.

Der Betende Ruf weist uns darauf hin, dass wir uns vielleicht in einem ganz anderen Geflecht befinden, als jenem, das das, was jetzt geschieht, durch das rechtfertigt, was gestern geschah, und folglich das Morgen vorwegnimmt … in einer Abfolge von Verbindungen zwischen einem Moment und dem nächsten und dem übernächsten.

Aber welche andere Form können wir uns vorstellen? Denn was wir gerade gehört haben, ist ein Kriterium, eine Sichtweise, die zwar ihre Grundlage hat, aber auch ihre Unbekannten. Denn nicht jedes Geschehen bewirkt eine solche Wirkung; es hängt von der Formgebung und Konfiguration jedes einzelnen Wesens ab.

Wissen wir – vielleicht weil wir diese andere Version sehen – wissen wir, wann das begann, was wir „Universum“ nennen? Offensichtlich wurden Vermutungen angestellt, dass: „Nun, vor ich weiß nicht vor wie vielen Milliarden Lichtjahren es zu einem Kollaps einer maximalen Konzentration kam von… und es kam zum Urknall…“ Nun, etwas Bekanntes, aber immer unter dem Gesetz von Ursache und Wirkung.

Die Frage lautet immer: „Und davor“... – wann war „vorher“ jener Sekunde, in der der Urknall stattfand? – „Was gab es? Was geschah?

 

Die Stille ist der Komplize der Antwort. Es gibt keine Antwort. Alles, was jetzt ist, lässt sich von diesem Punkt aus erklären und hat seine Logik.

Voilà!... Eine geschickte Manipulation der Tatsachen: Ich erzähle die Geschichte ab einem bestimmten Zeitpunkt. Vorher gab es nichts. Das Vorher existierte nicht.

Unter diesem Gesichtspunkt entsteht die Existenz natürlich ab einem bestimmten Moment. Und davor existierte, bestenfalls, bestenfalls – damit wir uns verstehen – existierte(?) das NICHTS.

Doch siehe da, das NICHTS langweilte sich, so allein zu sein. Und voilà(!), ES begann sich zu manifestieren, Gestalt anzunehmen. Und ausgehend von dieser Konkretisierung erzählen wir, dass die Existenz entstand.

Natürlich gibt es zu diesem Ansatz tausende Randbemerkungen, doch jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Jetzt müssen wir – so lädt uns der Betende Ruf ein – sehen.

Später werden wir über den Sehnerv, über die Netzhaut sprechen... Ja, aber sieht man? Und dieses Sehen führt uns zu einer möglichen Interpretation, wonach das Gesetz von Ursache und Wirkung nicht zutrifft.

An seiner – man könnte sagen „an seiner Stelle“, ganz so ist es nicht –, an seiner Stelle steht die Existenz, die bewahrt, besitzt, speichert, beherbergt … den gesamten, den gesamten Verlauf der Schöpfung.

Damit ist gemeint, dass wir in unserer Fähigkeit, in unseren Befähigungen, alles haben, was geschehen ist, was geschieht und was geschehen wird, in dem Sinne, dass auf mysteriöse Weise – auf mysteriöse Weise – weder Ursache noch Wirkung existiert, sondern Ausdruck, Manifestation. Und dieser Ausdruck und diese Manifestation sind ein geheimnisvolles Ganzes, ein Ganzes des Schöpfer Mysteriums, das jedes Wesen in sich beherbergt und welches es nun als Ursache-Wirkung konzeptualisiert, obwohl – wie im Betenden Ruf betont wird – nicht alle Ursachen dieselbe Wirkung hervorbringen. Und es gibt Ursachen ohne Wirkungen. Und es gibt Wirkungen ohne, zumindest, offensichtliche Ursachen.

Ah, interessant! Unsere ganze Unwissenheit in Bezug auf fast alles beruht darauf, dass wir, nun ja, nicht wissen, warum, aber es geschieht. Und „wir wissen nicht, warum“ bedeutet, dass wir die Ursache nicht kennen.

Wäre alles Ursache und Wirkung, dann wüsste man bei unserem heutigen Wissensstand alles – alles ist alles. Und doch ist fast alles – um nicht zu sagen alles – unbekannt. Vielleicht ist das ein kleiner Beweis dafür, dass das Gesetz von Ursache und Wirkung vielleicht ein Instrument ist, um zu herrschen; um zu herrschen, zu befehlen, zu ordnen, zu beschwören, zu erklären, zu argumentieren... Ja, aber es gibt uns keine Antwort.

Es ist eine Art, die Herrschaft des Menschen sapiens zu begründen. Er hat seine, sagen wir, „göttliche“ Natur nicht wirklich verinnerlicht, sondern versucht, sich ihrer zu bemächtigen, damit jeder sie in seiner Herrschaft über andere ausüben kann. So einfach ist das.

Wenn wir nicht von einem Ursprung ausgehen, dann… Wenn wir von Ewigkeiten und Unendlichkeiten sprechen, gibt es keinen Ursprung. Sie möchten das Jahr heute beginnen und es Jahr Eins nennen? Nun gut, einverstanden. So wie es so viele Kalender gibt: den sunnitischen, den schiitischen, den christlichen, den muslimischen, den hinduistischen… Jeder beginnt dort, wo es ihm passend erscheint; aus einem Grund natürlich, der für ihn zutrifft.

Ah! Dann sind wir also Wesen mit multikausalen Ursachen! Oder das Leben ist multikausal. In einem Fall ist dies die Ursache, aber diese Ursache gilt für einen anderen Moment nicht. Der Muslim feiert heute, weil es Freitag ist, aber der Christ, der Jude und der Hindu feiern nicht. Morgen wird jedoch der Jude feiern, und übermorgen der Christ.

Was ist der Grund dafür, dass der eine feiert und der andere nicht? Nun, jeder wählt seinen Grund: „Ich wähle den Islam als Grund, also ist Freitag mein Feiertag.“ Ursache-Wirkung.

Das ist ein bisschen dramatisch. Ja, denn dann stellt sich heraus, dass es eigentlich keine Ursachen gibt, sondern dass ich die Ursache wähle. Es treten Umstände ein, und ich wähle diesen Umstand, um zu rechtfertigen, was dieser Umstand bei mir bewirkt. Und so erkläre ich mir bestimmte Situationen.

Was für eine schöne Herangehensweise!

Aber das reicht mir. Einem anderen wird es sicher nicht reichen.

Natürlich werden nach diesem Kriterium Normen, Gesetze, Bräuche festgelegt... Und es wird offiziell und rechtlich festgelegt, dass diese Ursache jene Wirkung hervorruft oder jene Haltung jene Reaktion hervorruft.

Und so bleiben wir in dieser Welt der vielfältigen Ursachen gefangen, je nach – manchmal – unserem eigenen Interesse oder dem Interesse anderer, die uns lenken.

Und es gibt so einfache – aber wirklich einfache(!) – Dinge, um diese Situation zu erklären…

In unseren hispanischen Gemeinschaften kannten wir zum Beispiel den Weihnachtsmann nicht. Nein. Wir kannten das Christuskind. Bis man uns erzählte, dass es den Weihnachtsmann gibt, und dann fuhren wir mit den Schlitten in den tiefen Schnee des Nordens. Und schon war der Weihnachtsmann da. Also teilen wir uns nun den Weihnachtsmann, das Christuskind, die Heiligen Drei Könige … je nachdem, wie festlich die Stimmung gerade ist. Ach. Aber früher gab es das nicht, es gab diesen Anlass nicht. Nein. Sie haben den Anlass eingeführt.

Früher – um beim gleichen Beispiel zu bleiben – am Fronleichnam (am Tag der Toten), nun, da waren sie tot. Das war’s. Jeder erinnerte sich an seine, seine, seine, seine… Denn sogar die Toten gehören uns. Was für ein Grauen! Was für ein Grauen! Sehen Sie nur, was Ursache und Wirkung bewirken.

– Es ist eben mein Toter.

- Ja, ja, ja. Die ganze Parzelle für Sie.

Aber dann kam der Trend:

- Wenn der Tag der Toten ein Feiertag ist, Mann!

- Ah! Aber gab es das hier überhaupt?

- Nein.

- Aber gibt es das jetzt?

- Ja.

Und die Freitage! Ach, der berühmte Freitag. Das Chaos am Freitag, der Freitagstag, der freie Freitag, der Schlussverkaufsfreitag, der Freitag... Gab es das alles? Oder haben wir es... nicht so sehr geschaffen, nein, aber als Anlass vorgeschlagen, damit es eine Wirkung auf uns hat?

„Ah ja, warte bis Freitag, dann wird es billiger.“ „Ah nein, warte bis zum nächsten Tag der Toten, dann machen wir so eine tolle Party. Wir verkleiden uns und so.“ „Nein, warte jetzt bis Dezember, bis der Weihnachtsmann mit den Schlitten und den … kommt; oder besser, was bevorzugst Du? Das Christuskind? Oder magst Du lieber die Kamele?

Was… was… wer ist der Grund?

Das heißt, anhand dieser Abläufe stellen wir auch fest, dass wir – die wir uns doch so sehr lieben – Ursachen schaffen und uns damit selbst Auswirkungen zufügen. Klar, wenn ich heute zum Beispiel schlecht geschlafen habe, dann muss die Folge doch sein, dass ich schlechte Laune habe, dass ich müde bin, dass ich einfach nicht kann... Aber lag es wirklich daran, dass ich schlecht geschlafen habe?

– Sind Sie sich sicher?

– Na ja, sicher, sicher, sicher…

– Nein, Sie sind sich nicht sicher.

– Nein, ich glaube, ich habe nicht gut geschlafen, weil ich mir Sorgen mache.

– Ah! Dann sind Sie schlecht gelaunt, müde und nervös, weil Sie eine Sorge haben.

– Genau!

– Und was für eine Sorge?

– Nein, die Sorge ist nicht meine. Es ist nur so, dass ich mir Sorgen gemacht habe, als man mir gesagt hat, dass die Russen in Cádiz sind und Galicien erobern wollen.

Mensch! Stellen Sie sich das mal vor, nicht wahr? Es stellt sich heraus, dass dieser Mann jetzt nervös, schlecht gelaunt und müde ist, weil man ihm gesagt hat, dass die Russen in Cádiz sind und das ganze Land bis nach Galicien erobern wollen – natürlich unter dem Deckmantel des Karnevals. Das ist der wahre Grund für seine schlechte Laune, seine Erschöpfung, seine Müdigkeit.

Und wenn wir noch weiter zurückgehen, waren natürlich die Tartessiī und die Phönizier der Grund, die ihre Geschäfte nicht richtig geführt und ihren Familienzweig, ihrer Familienkonstellation geschadet haben, und dank dessen hat er heute, Freitag – in der Nacht von Donnerstag auf Freitag – nicht gut geschlafen. Ole!

Wenn es darum geht, die Welt zu gestalten, zu lenken und zu kontrollieren, ist der Mensch zweifellos geschickt.

Und außerdem kann sich die Version ändern, klar! Denn alles war schön für dich, alles, alles war schön für dich! Alles war schön für dich, bis in Epstein Unterlagen Soundso und Soundso auftauchten. Zum Beispiel, nicht wahr?

– Hinz und Kunz mit Epstein?

– Ja, ja, ja, ja. Sie erhielten Briefe und standen in regem Austausch.

– Das kann nicht sein!

– Das kann nicht sein, aber da sind die Unterlagen. Es gibt drei Millionen Unterlagen.

Und dann, ganz plötzlich, ändert sich alles, was man über Hinz und Kunz dachte, nun ja, nun ja, nun ja, nun ja, ein bisschen.

– Wart ihr also auf der Insel? Oder nicht?

– Nein, ich war nicht auf der Insel, es war Hinz.

Und Hinz sagt: „Nein, der, der dort war, war Kunz.“

Letztendlich werden wir nicht erfahren, ob er auf die Insel gefahren ist oder nicht, ob er etwas mit diesem Herrn zu tun hatte, oder ob dieser Herr offenbar auch Geld für Bildung und Kultur sowie für edle Zwecke verteilt hat – vielleicht, um später andere, weniger edle Zwecke zu verfolgen. Aber niemand sollte sich so sicher sein, dass er in diesen Unterlagen nicht auftaucht. Natürlich wird derjenige auftauchen, dessen Auftauchen von Interesse ist.

Nun, auf jeden Fall ist es ein Beispiel dafür, wie wir völlig verwirrt zurückbleiben, weil ein Anliegen auftaucht, das vielleicht gar nicht hätte auftauchen müssen, und das eine Zeit lang auch nicht aufgetaucht ist.

Und dieser Zweck kann durchaus erfunden, gesteuert, manipuliert, inszeniert sein … je nachdem; je nachdem, was den Mächtigen des Augenblicks interessiert.

Man beachte, dass die Gräueltaten, die Isabella die Katholische begangen hat – die kurz davorsteht, selig und heiliggesprochen zu werden – nichts gebracht haben. Denn sie hat einige begangen! So gibt es, wenn man einen historischen Rückblick macht, einige Fälle, bei denen man sagt: „Mensch! … Dass sie ob all dem noch heilig sein soll, ich weiß nicht … Sie hätte wohl einen momentanen Pakt mit dem Teufel geschlossen, und dann besiegte sie ihn in Las Navas de Tolosa – eine Schlacht, na ja –, und blieb Jesus Christus treu.“ Und von da an begann sie, Wunder zu vollbringen, natürlich immer im Bereich des Christentums.

Das ist merkwürdig, nicht wahr? – da wir gerade bei den Heiligen sind. Es ist merkwürdig. Es ist schwer vorstellbar, nicht wahr(?), dass ein Heiliger bei jemandem ein Wunder vollbringt, der ihn sozusagen gar nicht kennt. Was für ein dummer Heiliger! Heißt das, er vollbringt Wunder nur für die Seinen? Sind wir schon so weit?

– Nein. Ich habe zur Heiligen Brigid gebetet, und dank dessen wurde ich schwanger, was niemand wollte, woran niemand glaubte.

– Zur Heiligen Brigid. Aber vollbringt Brigid nicht auch Wunder in Mulah Alah Meneh(?) – ja, ein algerischer Kollege. Oder bei Zidi Ahmed Ben Krikly Kadug(?) – ein jordanischer Kollege. Vollbringt die Heilige Brigid bei ihnen keine Wunder?

– Nein, Mann! Wie soll das denn gehen? Der ist doch gar kein Gläubiger!

– Ja, aber der Heilige hat doch Bewegungsfreiheit, oder? Damit er Wunder vollbringen kann, wo immer er will. Oder nicht?

– Nein.

Sehen Sie mal, sogar das ist codiert, was? Nein, nein. Der christliche Heilige vollbringt Wunder bei den Christen. Der muslimische Heilige vollbringt Wunder bei den Muslimen. Der jüdische Heilige vollbringt Wunder unter den Juden. Er darf sein Gebiet nicht verlassen.

Heiliger Gott! Was für ein Wirrwarr! Wow!

Also, Ursache und Wirkung können wir, wie wir sehen, bis ins Absurde treiben. Und das überzeugt (span.: ‚convence‘) uns nicht. Es besiegt (span.: ‚nos vence‘), weil es sich aufdrängt, aber es überzeugt uns nicht.

 

Gleichzeitig, auf einmal, ist es offensichtlich, dass wir unter dem Einfluss von Druck, Temperatur, Regen, Sturm, Freundschaften, Familie stehen… Alles ist auf einmal da. Gleichzeitig. Man wacht nicht auf und denkt zuerst: „Mal sehen, was die erste Ursache ist: der Kaffee. Die zweite… Die dritte…“ So ist das nicht, sondern alles ist gleichzeitig da. Was, wenn man darüber nachdenkt, überwältigend ist, oder?

Was macht die Person also? Sie wählt aus. Sie sagt: „Na ja, das hält doch niemand aus. Alles auf einmal? Nein.“ Sie wählt aus. Also bin ich heute unter dem Einfluss von … morgen oder später werde ich unter dem Einfluss sein von

Schauen Sie sich zum Beispiel einmal an, was Ursache und Wirkung ist. Dinge, bei denen man sagt: „Siehst Du? Das passt einfach nicht zusammen.“

Wie ist es möglich, dass im Cartuja-Stadion in Sevilla Atlético Madrid – lassen Sie uns kurz über Fußball sprechen – gegen Betis mit 5:0 gewonnen hat?

Aber wem kommt so etwas überhaupt in den Sinn? Ich glaube, so etwas ist noch nie passiert. Das muss das erste Mal sein, dass so etwas passiert.

– Haben Sie 5 gesagt?

– Ja, ja. Und in der ersten Halbzeit stand es schon 3:0. Und sie rannten. Und spielten sich den Ball zu. Ein Wunder! Es ist ein Wunder. San Cholo I., „der Begnadete“.

Also genau das, was man sagt: „Das kann nicht sein. Du willst mich veräppeln. Das ist unmöglich. Bei einer anderen Mannschaft vielleicht, aber bei dieser? Nein.“

Nun, es war doch so. Eine Ursache und eine Wirkung. Die Ursache war die Mannschaft, die, na ja, ihr kennt ja den Spitznamen „el Pupas“. Und es ist „Pupas“: höchstens 1:0, knauserig, 2:0, 2:1… Und da räumt sie mit ihrem heiligen Cholo ab. Aber 5? Und auswärts? Und sie wollten sogar noch mehr!

Sehen Sie? Diese Ereignisse trotzen dem Gesetz von Ursache und Wirkung. Es gibt keine Ursache und Wirkung. Es gibt sienicht, weil solche Dinge passieren, so alberne! Und man sagt: „Nein, aber das ist doch Unsinn.“ „Na ja, Unsinn… Hey, hey, hey, Vorsicht! Oder auch nicht. Oder auch nicht!

 

Wir unterliegen vollkommen einem kausalen Zusammenhang, und dieser ist sehr schwer zu beseitigen. Aber dennoch tauchen manchmal Überraschungen auf, wie die Anekdote, die wir gerade erzählt haben, bei der man sagt:

– Nein. Aber das… das ist kein Ursache-Wirkung-Zusammenhang mehr.

– Nein.

– Was ist das dann?

– Ich weiß nicht, vielleicht ist es ein Wunder, ein… ich weiß nicht. Der Regen in Andalusien, das Rumpeln des Zuges… Ich weiß nicht, vielleicht hat sich alles so gefügt, dass so etwas passieren konnte.

 

Wahrscheinlich, vielleicht, geschieht alles unendlich, im Unendlichen, im Ewigen. Es gibt kein Vorher und kein Nachher. Das war eine Manipulation, die wir geschaffen haben, um uns in unseren verschiedenen Mächten einzurichten. „Ach, ja?“

Klar. Offensichtlich ist es enorm schwierig, sich von dieser Präfektur – nennen wir es so – zu befreien. Aber der Betende Ruf schenkt uns dieses „vielleicht, wahrscheinlich ist es nicht so“, damit wir uns auf andere Perspektiven einlassen. Und damit wir wissen, dass wir als Ewige – als Ewige –, wenn wir uns als ewig betrachten, nicht Ursache und Wirkung unterliegen, sondern… dem Mysterium.

Das stört zunächst einmal den Verstand, die Logik, Ursache und Wirkung. Es nimmt uns den ganzen Laden auseinander. Ja, genau so. Es reißt uns die Struktur der Gesetze, Normen und Bräuchen ab. Mehr noch, es lässt uns erkennen, dass wir ohne das nicht leben können.

Wir können nicht solidarisch sein, wenn wir keine Steuern (span.: ‚impuestos[1]‘) zahlen – zum Beispiel. Schon das Wort selbst sagt es: „Aufgezwungen“ (span.: ‚impuestos‘). Sie sind aufgezwungen (span.: ‚impuestos‘). Das heißt, muss ich eine Steuer  (span.: ‚impuestos‘) ertragen, um solidarisch zu sein? Kann ich es ohne diese Steuern (span.: ‚impuestos‘) nicht sein? Zum Beispiel.

 

Wenn wir uns zeitweise von… – zeitweise, im Moment – von dieser Kausalität befreien, werden wir uns besser dem Zufall des Mysteriums unterwerfen, in dem Wissen, dass in unserer Beschaffenheit das Ganze liegt. Das Ganze!

Und dann werden wir lebendig, und dann haben wir Spaß und genießen… Ja, aber wir sind das Ganze. Und auch wenn wir individuell erscheinen, sind wir es nicht. Wir sind verbunden. Wir sind aufeinander feinabgestimmt.

Und allein dadurch – um in die Ewigkeiten einzutreten, um in die Ewigkeiten einzutreten(!) – allein dadurch, dass wir diese Konstante von Ursache und Wirkung auflösen, allein dadurch, dass wir sie auflösen – für einen Moment, nicht wahr? – es besteht kein Risiko – werden wir entdecken, dass es vielleicht eine andere ist, eine andere, aus einer anderen Ursache, aus einer anderen...

Schauen Sie mal so ein Detail an, ganz in letzter Minute, oder? Gerade jetzt, fast schon jetzt. Man hat ein reichhaltiges neuronales Netzwerk entdeckt, das den Bereich der Gefühle mit den körperlichen oder motorischen Bereichen verbindet. Ja. So kann es beispielsweise sein, dass eine Person letztendlich an Parkinson erkrankt, aber zuvor jahrelang unter Schlaflosigkeit, Depressionen, Traurigkeit und Angstzuständen leidet, bis dieser Bereich, also dieses Gefühl, schließlich chronisch wird und sich radikalisiert und schließlich den motorischen Teil beeinflusst und verändert. Und dann das Zittern, der Schwindel, beginnen … all das, was zu dieser schweren Krankheit gehört, die zusammen mit Alzheimer rasant zunimmt.

– Aber dieses reichhaltige neuronale Netzwerk, existiert erst seit letzter Woche oder war es schon da?

– Es war bereits da.

– Aber warum haben wir es nicht gesehen?

– Da kannst Du mal sehen. Da kannst Du mal sehen!

– Kann also das Empfinden einen Einfluss haben?

– Nun, es scheint so zu sein.

Folglich könnten wir sogar sagen: Wenn ich diese Ursache und Wirkung nicht zulasse, werde ich keine Störung spüren, die im Laufe der Zeit zu einem körperlichen Verfall führen könnte. Ende des Zitats.

Lasst uns eine Anstrengung (span.: ‚es-fuerzo‘) unternehmen, uns zu entmystifizieren: uns als schöpferisches Mysterium zu begreifen, ohne besonderen Protagonismus und mit Hingabe an das Ganze.

Üben wir uns darin, Ursache und Wirkung aufzulösen.

Und wagen wir es, uns vom Joch des Auferlegten zu befreien!

 

 

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[1] ‚Impuesto‘ wird auch übersetzt mit: aufzwingen

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