41.25 Hoffnung, Glaube, Glaubensvorstellung, Wohltätigkeit
BETENDER RUF
Und das Licht des Schauens setzt seine schwindelerregende Reise zu einer anderen Perspektive fort, um neue Blicke zu erhellen.
Aber das Licht ... des Sehens, des Visionären, des Vibrierens ... ist ein anderes Licht.
Und wenn SIE uns auch „anderes Wasser zu trinken geben, um unseren Durst zu stillen”, geben SIE uns ein anderes Licht, um unsere Vision in der Position, in der Disposition, in der Haltung, in der Entwicklung, im Zeugnis zu sehen.
Der Betende Ruf ist dieses Licht, das uns neu erschafft, uns fortpflanzt, uns fördert, uns dazu bringt, zu visionieren … und unsere Vorstellungen, Fantasien und Illusionen zu projizieren.
Es ist das Licht der Hoffnung.
Eine Hoffnung, die uns als Beobachter weltweit schwer zu akzeptieren scheint, wenn persönliche, gruppenbezogene und produktivistische Interessen stark, mächtig und dominierend werden.
Aber was für ein Motiv... – sagt uns der Betende Ruf – was für ein Motiv zur Hoffnung sind wir? Welches Zeugnis der Hoffnung geben wir, jeder einzelne von uns?
Sind wir Hoffnung, die das Zusammenleben fördert? Sind wir freundliche Hoffnung? Sind wir begeisterte Hoffnung? Sind wir fördernde Hoffnung? Sind wir Hoffnung, die sucht? Sind wir Hoffnung, die Zeugnis ablegt? Sind wir solidarische Hoffnung? Sind wir Hoffnung, dass man sich, wann immer es nötig ist, auf uns verlassen kann? Sind wir Hoffnung für jeden, der uns braucht?
Sind wir ein Grund zur Hoffnung…?
Oder ist es eher eine knausrige Hoffnung für diejenigen, die... mir zustimmen, die meine Idee teilen, die meine Kriterien teilen, die mir ähnlich sind... Das ist keine Hoffnung.
Ja. Also verlieren wir gewöhnlich die Hoffnung in die Welt: Politiker, Ökonomen, Direktoren, Präsidenten, Könige... Und sie geben Anlass dazu. Aber selten fragt sich der Mensch, ob er selbst ein Grund zur täglichen Hoffnung ist.
Dieses Wissen darum, warten zu können, dieses bereit sein und zur Verfügung zu stehen für das, was man von mir braucht... ohne mich natürlich in eine Knechtschaft zu verwandeln.
Dieses Licht der Hoffnung, das scheinbar nicht leuchtet, uns aber in Wirklichkeit bei jedem Erwachen ermutigt, hat ein Substrat der Tiefe und Umhüllung, das schwer zu fassen ist: den Glauben.
Schwer zu definieren..., aber wenn man hofft, spürbar zu fühlen.
Er geht weit über die Zeit, das Warten, das Vorher und Nachher hinaus.
Er ist widersprüchlich und irrational.
Er ist ein Destillat der Liebe... unbegreiflich.
Aber wie es in den Texten und Wundern heißt: „Dein Glaube hat Dich gerettet.“
Es ist unmöglich, Glauben (span.: ‚fe‘) und Hoffnung (span.: ‚esperanza‘) voneinander zu trennen. Aber es sind Instanzen mit unterschiedlichen Texturen.
In der Hoffnung (span.: ‚esperanza‘) ist das Warten (span.: ‚espera‘) Beständigkeit. Im Glauben ist das Ungelegene die Substanz.
(3 Minuten Stille)
Und wenn der Glaube eindringlich und lebendig wird – und offensichtlich untrennbar mit der Hoffnung verbunden ist –, entsteht die Glaubensvorstellung (span.: ‚creencia‘).
Ja. Es entsteht diese Haltung … zu glauben: an Ideen zu glauben, an Projekte, an Handlungen, an Suche... Dieser Glaube wird zu Begeisterung und Hingabe.
Hingabe...? Können wir uns dem Glauben hingeben?
Das Leben ist ein fortwährendes Glauben... der normalerweise nicht zum Ausdruck kommt, aber durch den Ruf des Gebets wird er uns bewusst, wenn Glaube und Hoffnung... offensichtlich werden.
Und dann wird der Glaube zur Verwirklichung, zum Vorbild, zum Zeugnis!
Und es wird zu einem Zeugnis mit vielen Facetten, aber eine davon entspricht dem Sinn des Gebets: die Nächstenliebe.
Ja. Diese Haltung bedeutet nicht, das zu geben, was übrigbleibt, nein. Es bedeutet, mit Zuneigung, mit Zärtlichkeit, mit Hingabe, mit Sanftmut, mit Freundlichkeit, mit Sorgfalt zu geben.
Eine Nächstenliebe, die ein Zeugnis ist... der Zärtlichkeit.
Sanft...
(2:30 Min. Stille)
Und anonym, um nicht die geheimnisvolle Hülle der Liebe zu berühren. Und wir sagen „um sie nicht zu berühren“, denn eine Berührung der Liebe ist eine schwer heilende Wunde.
Und sie wird so oft benutzt und in ihrem Namen wird so oft versprochen...
Wie gut wäre es, ihre Reflexe aufzunehmen – wie uns heute der Gebetsruf auffordert – aus Hoffnung, Glauben, Überzeugung... Nächstenliebe... wie vier Buchstaben eines Codes, die – wenn sie sich verbinden, wenn sie ausgeübt werden – ein neues Wesen bilden.
Hoffnung... Glaube... Überzeugung... Nächstenliebe.
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