23.26 Die Barmherzigkeit und die Güte werden zu einem Bündnis

 

BETENDER RUF

 

Die Barmherzigkeit des Schöpfer Mysteriums steht uns in unserer Verzweiflung bei. Die Barmherzigkeit des Lebens umwirbt uns angesichts der Angst. Die Barmherzigkeit, die von jedem Wesen ausströmt, fördert uns hin zu einer positiven Beziehung mit der Umgebung, zu einem kreativen Zusammenleben.

Die Güte der Schöpfung fördert uns hin zum Genuss. Die Güte des Lebens bringt uns der Freude näher. Die persönliche Güte ermöglicht bedingungslose Hilfe.

Und so geschieht es, dass Barmherzigkeit und Güte ein Bündnis schließen, als Einheit, mit dem Sinn für Achtsamkeit – Achtsamkeit angesichts des Unsinns und Achtsamkeit angesichts des genussvollen Impulses.

 

 

„Ach! Was soll ich tun – sagt sich das Wesen – angesichts so viel Lärm?

Lass den Lärm sich hören und er wird taub.

„Ach! Was tun angesichts so viel Ungerechtigkeit?“

Sei gerecht in deiner Bereitschaft und Dienstbarkeit, und das Ungerechte verschwindet.

 

„Ach! Was tun angesichts so viel Schmerz-Leid; Leiden-Leidender?“

Ist das etwa Deine Nahrung? Ist das etwa Deine Vernunft? Entspricht das Deinem Wesen?

Könnte es sein, dass Du ihm vielmehr den Wert beimisst, den man ihm nachsagt…? Doch wenn Du auf Dein Wesen zurückgreifst, wird jedes Geschehen eine solide, kompetente, offensichtliche und befreiende Antwort finden.

 

(3:30 Min. Stille)

 

Man sucht nach Sicherheiten, und diese machen uns ängstlich. Man sucht nach Gewinnen als Gerechtigkeit, und diese machen uns schwach, unfähig.

Wenn die Suche gewinnbringend ist, hört sie auf, Neuheit zu sein; sie wird wettbewerbsorientiert, es wird mächtig, es wird zur Konkurrenz.

Und wenn sie zur Opulenz führt, quillt sie über. Und wenn sie das Ziel nicht erreicht, zerbricht sie.

Und so fordert uns der Betende Ruf zu einer Haltung der Gleichgültigkeit auf, was bedeutet, in unserem Inneren anders zu sein, anders zu sein angesichts des Wettstreits der Werte; sich als Schöpfer Mysterium als ein Ausdruck eines Mysteriums zu wissen, mit dem Bewusstsein, Bewohner des Universums zu sein, ohne die Arroganz der Rechte, mit der Einfachheit der Pflichten.

 

(2 Minuten Stille)

 

Und die Lieben leben in Streitigkeiten zusammen.

Ja, sie entstehen und werden analysiert wie … Gezeitenströme, zerstörerische Wellen, unerträglicher Dunst … Und all das liegt daran, dass man nicht den Ozean betrachtet, nicht das Meer, sondern „die Erscheinungen“: jene Manifestationen, die uns mit ihrem Wellengang, ihrem Beben, ihrem Eindruck des Unergründlichen in Staunen versetzen.

Aber so sind wir nun einmal: ein Meer; ein im Verhältnis winziges Meer.

Wenn wir uns in diese Dimensionen begeben, ohne zu vergleichen, aber gleichzusetzen, machen wir aus dem Meer ein vitales, genussvolles, großzügiges, mit Leben beladenes Ereignis, voller Möglichkeiten, mit den Blumen seiner Algen, den Edelsteinen seiner Korallen, der unergründlichen Verbindung zu den großen Tiefen… dort, wo es nichts zu geben scheint; an den Grenzen des Unergründlichen.

Und so wird das Lieben (span.: ‚el amar‘) zu einer ständigen Erholung (span.: ‚recreo‘).

Und so wird das Lieben (span.: ‚el amar‘)  zu einem ständigen Vergnügen (span.: ‚recreo‘) und nicht zu einer ständigen Forderung.

Erholung (span.: ‚recreo‘), ich glaube mir, ja, ich glaube… es wird zu einem lebenswichtigen, unbestreitbaren Glauben.

 

(3 Minuten Stille)

 

Gib deine Macht, Kraft und deinen Einfluss auf und lass dich auf die Forderung ein, die dich anfleht, die dich ruft, die dich braucht.

Sei kein Anspruch. Lass dich beanspruchen.

 

(3 Minuten Stille)

 

Weder verteidige dich noch greife an. Bleibe in deiner Identität, in der Gewissheit dessen, was du fühlst, in der Treue zu dem, was du bist, in der Entschlossenheit deines Handelns.

 

Es ist leicht, in Eitelkeit zu verfallen, ebenso wie sich auf Autorität zu berufen. Doch beide, Eitelkeit und Autorität, sind Betrüger des Lebens. Sie sind aus dem Verlangen entstanden, festzuhalten, zu behalten, zu besitzen…; doch wenn die Haltung darin besteht, in einer zeitlosen Beständigkeit zu wandeln, wird es an nichts mangeln.

 

(2 Minuten Stille)

 

Sich selbst als beständig, wandelbar, verfügbar und bereit zu erkennen, ist die beste Garantie für das Umfeld. Folglich werden die Reaktionen dieses Umfelds die besten Vorschläge für unsere Kontinuität sein.

 

(2:30 Minuten Stille)

 

Zu horchen ist die beste Garantie für wissen.

Es ist das Echo, das uns zur Stille führt.

Es ist die Stille, die uns zur Entdeckung führt.

 

Tun … aus der Vernunft eine Ressource machen, aus dem Fühlen ein Fundament, aus dem Seele ein ewiges Projekt.

 

(3 Minuten Stille)

 

Durch Sorgen (span.: ‚preocupaciones‘)  füllt sich die Leere, und das Wesen stürzt sich hin zu den Überläufen. Und in ihnen blühen die wahren Ressourcen nicht auf; sie wurden erstickt. Es treten die etablierten Ressourcen in Erscheinung, jene, die Macht, Autorität und Gerechtigkeit benötigen.

Wenn wir uns hingegen dann damit beschäftigen (span.: ‚nos ocupamos‘), wenn es die Notwendigkeit erfordert, wird es immer genügend Leere geben, um uns auszudrücken, uns anzubieten oder uns als ursprüngliches Heilmittel hinzugeben … ohne Zwang, ohne Obligation, ohne Gesetz.

 

(2 Minuten Stille)

 

Alles, was dir widerfährt, ist ein Produkt der Einheit. Und folglich, wenn du reagierst, Partei ergreifst und Zeugnis ablegst, zu wissen, dass das, was getan wird, Auswirkungen auf diese Gesamtheit, auf diese Einheit haben wird.

 

Und so werden wir Zeugen des Universums, des Universellen, und wir werden die persönliche Protagonisten Rolle beiseitelassen, jene, die sich heute nach oben, morgen nach unten neigt; übermorgen zieht sie an, anderntags wird sie verachtet.

 

Sein wie der Wind, der unsichtbar umherschweift, aber da ist.

Der nicht zusammenstößt, der umgibt und weiterzieht… Aber den wir alle zum Atmen brauchen.

 

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