21.24 Zweifel, Schulden und Pflicht

 

BETENDER RUF

 

Zweifel, Schulden und Pflichten werden als Notwendigkeit der Antwort angesichts unserer alltäglichen Unterhaltungen, angesichts unserer Glaubenssätze, angesichts unserer Treue kombiniert.

 

Die Zweifel scheinen sich in konkurrierender Form zu zeigen. Ja, die Version, die man hat, konkurriert mit einer anderen, die auf einen zukommen, die rufen kann…

Und es beginnt das Entlauben des Gänseblümchens: ja, nein, ja, nein...

Dieses furchtbare Spiel des russischen Roulettes: Eine Patrone in einer Trommel, die sich dreht.

 

Das Sprichwort sagte: „Der Zweifel beleidig.” Er beleidigt grundlegend den, der ihn hat und als Zugabe die entsprechende Umgebung. Und es entstehen Schulden. Ja, weil man sich nicht entscheidet, weil man sieht, oder einem gesagt wurde, oder man gehört hat, oder man geschrieben hat, oder man gelesen hat … und das, was man glaubte, nimmt eine andere Version an.

 

Und der Zweifel erblüht, so als wäre es eine Forschung auf der Suche danach, die Wahrheit zu klären und die zu finden. ¡Uff!

Und so, wenn dieser Mechanismus erst einmal in Gang gesetzt wurde, dann wird der gelöste Zweifel von heute der Zweifel von Morgen sein und danach von Übermorgen.

Und so entsteht ein alltägliches, zweifelndes, verschuldetet Wesen mit der Gewissheit, die Wahrheit nicht erfasst und erwischt zu haben. Und es (das Wesen) hört auf, die ihm entsprechende Pflicht zu realisieren, oder sie wird in unfähiger oder schlecht gelaunter Weise realisiert, wodurch Zweifel, Schulden und Pflicht zusammenkommen.

All das in der Glaubensvorstellung, welche die Referenz ist, welche das Vorbild ist, die Führung.

 

Andere Axiome[1] besagen, dass man permanent an allem zweifeln muss, um uns so der Wahrheit näher zu kommen.

Und gewiss, mit dieser Position gibt es weder Verpflichtung noch Zeugnis noch Gemeinschaft, denn alles ist zweifelhaft.

Aber wir sind von Natur aus soziale Wesen, aus Notwendigkeit soziale Wesen.

 

Aber es wird schwierig sein sich zu erinnern – und das wird bereits an die Oberfläche gekommen sein -, dass in Momenten –„Momenten”- einer verliebten Position, sich der Zweifel auflöst, er nicht da ist.

 

Es gibt keine Schulden, weil man sich voll und ganz im gläubigen Tun befindet.

 

Und die Pflicht wird erledigt, denn das Wesen ist eingetreten in die Frequenz, in die Dynamik dieses (span.: ama-necer), aus Liebe geboren zu werden.

 

Es sind Momente, die mehr oder weniger andauern können, aber die sich immer unter der Lauer des Willens, der Vernunft, der Logik, der Experimentation, der Wahl befinden.

Und so ist es leicht, dass man an dieses oder jenes glaubt, aber mit einem Spielraum des Zweifels, der Schulden, der Pflicht.

 

Die verliebte Glaubensvorstellung in der Liebe evolutioniert hin zu unterschiedlichen Düften. Und wenn man sie kultiviert, sie pflegt und ihr Aufmerksamkeit schenkt, dann lässt sie nicht nach. Sie wird treu und wächst an Innovation, darin, zu entdecken.

 

Zu glauben wird zu einem kontinuierlichen Wachstum, zu einer Ausdehnung der Beiträge und des Entdeckens, ohne Wahrheiten zu besitzen, mit der Gewissheit der Gefühle.

 

Der Betende Ruf befragt uns bezüglich der Glaubensebenen in der Diversität unserer Notwendigkeiten und vertieft sich darin, die Schulden, den Zweifel, die Pflicht zu lösen.

 

(4 Min. der Stille)

 

Die Domestizierung der Glaubensvorstellungen, die sich in der Propaganda der Freiheiten ausdehnt, platziert diese Glaubensvorstellungen – welche es auch immer sein mag – in diesen Abgrund der „vernünftigen Zweifel”... in Bezug auf die die Konditionierungen, die Konditionen auftauchen: logische Gründe, die uns dazu bringen und uns dazu bringen und uns dazu bringen zu domestizieren, die Innovation zuenteignen, die Neuheit, den verliebten Moment, den verliebten Vorschlag. Wenn man erst einmal domestiziert ist, verwandelt man sich in Eigentum und verliert die Grazie.

 

Zu domestizieren verwandelt sich in einen Triumpf, weil sich jedweder Prozess biegt und nach dem Geschmack eines jeden einzelnen unterwirft.

Das Wesen macht - in diesem Sinne - aus der Liebe (span.: ‚amor‘) eine possessive Liebe (span.: ‚querencia‘)[2], der er beibringt zu springen, sich zu beruhigen, zu laufen und innezuhalten...

Indem zu lieben, die Liebe domestiziert wird, verliert die Liebe ihr Mysterium, verliert sie ihre kreational en Wurzeln und sie verwandelt sich in ein Instrument, in eine opportunistische Vetternwirtschaft…, die mich jetzt interessiert, jetzt ja, jetzt nein.

 

(3:30 Min. der Stille)

 

Indem das Gezähmte etabliert wird, taucht die Gewohnheit als eine Forderung, wie eine Herrschaft, wie eine Kontrolle, wie eine Obligation auf.

 

Liebe verwandelt sich in eine Gewohnheit und versklavt alles, was sie berührt.

 

In der Unendlichkeit haben die Gewohnheit der Herrschaft und der Forderung, die monotone Beständigkeit, welche die Sicherheit zwischen den Wolken sucht, keinen Platz.

 

Und mit diesen Gewohnheiten, sind die Zäune nahe (span.: ‚cerca‘) und es entstehen die Zäune  (span.: ‚cercas‘): Der Kreis (span.: ‚El cerco‘), der dogmatisch wird, der Kreis, den man verteidigen muss, der Kreis, der sich anbietet, um anzugreifen und um seine Herrschaft auszudehnen.

Und so kann das Wesen seine Glaubensvorstellung umzäunt (span.: ‚cercado‘) sehen und es muss vor seine Zuneigungen Tore setzen.

 

Wir sind keine Wesen aus Zäunen, aus Dornenzäunen. Wir sind fließende Wesen, die zwischen den Winden und den Sternen herumstreifen. Überzeugt von ihrem Glauben, gewachsen in der Glaubwürdigkeit ihrer Handlungen.

So konfiguriert sich die Entwicklung des Glaubens, der uns erlaubt, diesen Siedepunkt zu haben, diesen Wärmepunkt, wo dann, wenn sich der Zweifel andeutet, unverzüglich die Zärtlichkeit wächst. Und mit ihr zerstreut sich die Furcht, diese Furcht, welche den Zweifel anbietet, und die uns dazu bringt, uns zu verteidigen und anzugreifen.

 

Wir sollten in den Forderungen der Liebe wachsam sein.

Forderungen, die Versprechen von innerem Wert sind, von denen, die weder Arbeit noch Getöse mit sich bringen, sondern vielmehr sind es … Leidenschaften der Illusion. Fantasien der Befreiung!

Und dort passt das Domestizierte nicht. Die Leibeigenschaft verschwindet.

Es gibt keinen Zweifel, Schulden … und die Pflichten sind keine Steuern, die man erfüllen muss, sondern Genüsse, die man realisieren muss.

 

 

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[1] Wissenschaft•Philosophie

  1. als absolut richtig erkannter Grundsatz; gültige Wahrheit, die keines Beweises bedarf
  2. nicht abgeleitete Aussage eines Wissenschaftsbereichs, aus dem andere Aussagen abgeleitet werden

 

[2] ‚Querencia‘, darin ist das Wort ‚querer‘, ‚wollen‘ enthalten.