44.23 Der Betende Ruf verurteilt uns nicht, er orientiert uns

 

BETENDER RUF

 

(3 Min. der Stille)

 

Jedes Wesen ist ein himmlisches  Projekt des Schöpfer Mysteriums. Und als Projekt ist es die Projektion dieses Mysteriums. Und als solche versieht es die Schöpfung mit Koordinaten, mit Orientierungen, mit Mitteln, mit Ressourcen, mit Möglichkeiten … damit das Wesen so Zeugnis von seinem Ursprung ablegt, und in diesem Maße wird sein Leben ein Einklang mit seiner Präsenz … und der Notwendigkeit, die sich mysteriöserweise erzeugte, damit das Wesen -dieses, jenes und der andere- da sein würde.

 

Wir könnten sagen, dass mit so vielen Möglichkeiten –obwohl die zufälligen Koordinaten als Prioritäten da sind-... könnten wir sagen, dass –ich betone das- dass sich das Wesen angesichts all dem verhält, sich zeigt wie ein „Privilegierter, dass es sich in seinem „freien Willen” fühlt und in seinen Koordinaten von „wollen” –ich will das, ich will jenes, ich will das nicht, ich will das andere nicht-… Als Folge davon, sind die Koordinaten seines himmlischen Projektes -was es ist- zittrig, sie werden ganz leicht vergessen, sie werden gehalten für … Na gut!”; sie erreichen nicht die Präsenz von Priorität, sondern sie werden betrachtet als „eine weitere Wahlmöglichkeit“.

 

Und so ist es, dass wir eine unzufriedene, verwirrte, kampfgewohnte Spezies … mit unerschöpflichen Wünschen betrachten.

Tatsächlich respektiert das Wesen der Menschheit die Spezies Leben nicht.

Und diese Position bewirkt, dass zu leben ein kontinuierlicher Epos ist und jede Zufälligkeit und jedes Unvorhergesehene, jedes Unverhoffte und jeder Augenblick überprüft, zensiert, gerügt, bewertet wird...

Und das Verhalten von Zurückweisung ist latent immer da. Und damit der Rückschritt und die Ruhehaltung.

 

Und einige wenige treten auf Kosten einer Mehrheit in eine Struktur des Vormarsches und der … Projekte  und Ideen ein …: „Wünsche der Macht.” Und die große Mehrheit platziert sich in der mentalen Sesshaftigkeit, in der man sich selbst belohnt und sich selbst straft.

Dabei ist es so, dass sein Ursprung … unbenennbar ist und seine Ausübung ist bedauerlich.

Und dies…, dieser Betende Ruf, ist weder eine Beurteilung noch irgendeine … Nein. Er ist eine einfache Inspektion … ohne Tiefen.

 

Der Betende Ruf richtet uns nicht. Er orientiert uns. Er gibt uns diese Koordinaten. Er weist uns auf unsere Dispositionen hin, unsere Verhaltensweisen, damit wir so unsere Entscheidungen umleiten können.

Ohne Wünsche. Mit Lieben, mit denen, die bedingungslos sind.

 

Und es geschieht, dass jedes Wesen den Ruf seiner Berufung erkennt...; es erkennt die Koordinaten seiner Fantasien, Illusionen…, die Idealismen, die als Referenz gefördert werden, die zweifellos mit diesen Koordinaten verbunden sind: mit diesen himmlischen Koordinaten, die uns orientieren.

 

Die Spezies Leben ist eine idealistische Spezies, in der sich die unglaublichsten Biodiversitäten befinden ... und in denen das Wesen der Menschheit eine … amplifizierte Rolle einnimmt.

Und mit diesem „fehlenden Respekts” handelt diese Spezies Leben, indem sie verwirrt und stört...

Und die Idealismen, die Berufungen verbleiben „in einer leichten Schwebe“, aufgehängt (span.: ‚suspendido‘)[1]ohne abzuheben(!), … wenn nach ihnen gefragt wird, damit sie handeln, damit sie mit Jubel(!) … die Bewegung der Vorsehung aufnehmen …

Also … es wird genau das Gegenteil gemacht.

 

Es (das Wesen) relativiert die Vorschläge und es unterwirft sie einem „wir werden sehen“, „vielleicht“, „es ist mögliche“…

Diese laxe lasche Verpflichtung von … von Teilnahmslosigkeit(!) –das ist das Wort.

 

Der Gruyère Käse hat vielzählige Löcher. Wenn wir ihn schwimmen lassen würden, würde er untergehen.

Das menschliche Wesen hat eine Unendlichkeit an Poren, aber sie verstehen es hermetisch, kompakt, abgesichert zu sein. Wenn wir es schwimmen lassen, schwimmt es. Aber … es möchte die Beherrschung des Wassers, es möchte sich der Flora und Fauna bemächtigen, es füllt sich mit Löchern und es geht unter.

 

Sein Design ist zu fliegen, durch seine Ideale und Berufungen; und gleichzeitig ist es Träger durch die Präzision seiner Konstitution, die ein Tun... auf der Basis dieses Wissens, dass man ihm erlaubt zu entdecken, möglich macht.

 

(3 Min. der Stille)

 

Der Betende Ruf gipfelt mit Liebenswürdigkeiten. Er wird Barmherzigkeit. Er wird Erleichterung und Trost.

Und so hört das Wesen der Menschheit auf, sich in seinem Eifer der Macht zu zersetzen und es hört auf, sich selbst in seinem speziellen Protagonismus anzugreifen.

 

Das Erbarmen –inmitten dieser barmherzigen Güte- ruht in den betenden Worten wie der Balsam, der unsere Füße pflegt, der unsere Schritte streichelt, der mit Verschwiegenheit und mi Süße ... unsere Abwege korrigiert.

Dieses Erbarmen lenkt uns hin zum Leuchtenden, zum Klärenden, zum Erhellenden, zum in Einklang bringenden, zum miteinander teilen, zum Solidarischen.

Und so tritt das Wesen in Feinabstimmung ein, sich willkommen zu heißen und die willkommen zu heißen, auf die es trifft, die dafür entworfen wurden -die, auf es trifft.

 

Und es ist dort, in diesem Erbarmen,wann das Wesen mit seinen festlichsten Kleidern erwidern muss, indem es annimmt, miteinander teilt, kollaboriert …, indem es die dankbare Magie des Dienens entdeckt.

Und so, wie uns die Schöpfung in unermesslichen Proportionen dient, sollte das Wesen zumindest in Miniproportionen dienen. Damit es in dieses „Unumgängliche und Notwendige” eintritt, aber mit Enthusiasmus! Nicht mit Vorsicht, mit Vorbehalt, mit Misstrauen, mit Angst.

 

(10 Min. der Stille)

 

Alles scheint darauf hinzuweisen, dass die Transite kommen, in denen man den Weg verändern muss, ein anderes Vehikel nehmen muss … Sich in diesem Transit befinden. Nicht den Kontakt verlieren.

Wir befinden uns permanent im Transit und kommen an und kommen permanent an.

 

Außer uns anzuschubsen, verführt uns die Schöpfung mit ihrer gesamten Umwerbung an Möglichkeiten.

 

Der Betende kann nicht verschlossen, abgesondert im Spaß seiner Vorlieben oder seiner Tendenz verleiben. Das erschöpft sich bald ... und reduziert sich auf eine Säure, die zerfrisst, auf eine Schöpfung von Bewusstseinszuständen, die in der Klage ihre Leidenschaft, ihr Wissen ihr kritisches Bewusstsein finden.

 

Das Wesen neigt aufgrund seiner Ego-Selbstverherrlichung dazu, die Zeichen der Schöpfung als eine Obligation zu interpretieren, als einen Zwang. Und dabei ist es so, dass das Zeichen der Liebe sind … widergespiegelt in diesem Erbarmen, in dieser Güte und in dieser Barmherzigkeit. Was nicht schwierig ist zu entdecken, denn man gibt uns kontinuierlich Möglichkeiten -kleine, mittlere, große- … um uns zu verwandeln, um uns zu transformieren, um uns zu überprüfen, um uns zu erklären.

 

(2 Min. der Stille)

 

Es ist der Moment, das alltägliche, ängstliche, zitternde, misstrauische Vorgehen zu transzendieren.

Es ist der Moment, sich zur … Disposition in diesem kreativen und solventen Verhalten hin zu wagen.

Auf dass sich jedes Wesen solvent in seiner Berufung und seinem Idealismus macht …, damit es sich in den Koordinaten der Schöpfung einsammelt …, damit es Zeugnis der Spezies Leben ist.

 

 

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[1] Suspendiert