9.22 Es gibt noch etwas mehr als man selbst, als alle

 

BETENDER RUF

 

Das Misstrauen wird ertragreich in den Konkurrenzkämpfen. Konkurrenzkämpfe von Menschheiten, die danach suchen zu führen… und um damit dann zu befehlen, zu kontrollieren und zu dominieren, und um eindeutige Teilungen, Missverhältnisse zu erzeugen.

Es wird eine Kette an Misstrauen aufgestellt… und es werden die Irrtümer übermittelt, als Formen zu lernen. Und der, der Gewalt empfängt und in seinem Fleisch dieses Drama erlebt, neigt dazu, dasselbe zu wiederholen, was man ihm angetan hat.

 

Man könnte das „Rache” nennen, aber… so ist das nicht, weil die Handlungen ohne Unterschiede geschehen.

Es scheint, dass der Lebensstil darauf besteht, das Leben selbst herauszufordern, so als würde es darum gehen zu entdecken, wo… „wo sich seine Grenzen befinden”.

 Und so spekulieren sie, die Zivilisationen, mit unterschiedlichen Evolutionen-Revolutionen, die eins uns andere Mal auf diesem permanenten Misstrauen beharren, um so ihre Herrschaft zu bewahren.

 

 

Während das Beharren in einen Irrtum die Klarheit zu einer Veränderung bringen kann, damit sich dieser (der Irrtum) nicht erzeugt, so stellt die Kontinuität im Irrtum als Format des Lebens ein konfliktreiches Zusammenleben dar.

 

(2 Minuten der Stille)

 

In diesem Lebensstil klammert sich jedes Wesen an sein Vertrauen… und ganz offensichtlich wächst das Misstrauen gegenüber der Umgebung.

Und so ist es, wie sich eine feindliche, demütigende Umwelt erzeugt…, die wegen des Verhaltens zu verheimlichen… zu lügen…, um dieses Selbstvertrauen und das Vertrauen gegenüber der Umgebung zu bewahren, eine Beleidigung gegenüber dem Leben erzeugt.

Das Wesen bleibt gefangen in einem Gestrüpp, in dem es nur die Kloaken als Ausweg sieht.

Es setzt –als Möglichkeit- auf sein Verschwinden.

Es klammert sich an das Erreichte, an das, was es aufgrund seiner Kultur erreicht hat, daran, auf „den Besten“… zu setzen.

Und es bemerkt nicht, dass es der zuversichtliche (span. ‚confiado‘) Zusammenfluss  ist, der das Leben als ein vereintes Zusammenleben erlaubt hat, als ein vereintes Zusammenleben, das miteinander teilt, das erläutert, das sucht.

Aber so ist es nicht. Es (das Wesen) schützt sich damit, einheitliche mentale Strukturen erreicht zu haben. Und es ersehnt das Praktische, das Schnelle, das Unmittelbare, das… Possessive.

Es vergisst, dass es in einem Unendlichen schwebt! Und dabei kann es eins ums andere Mal die Sterne anschauen…, die es für „Kuriositäten hält, die man erforschen muss”.

So hält diese Kultur hartnäckig an dem fest, was sie steuert, was sie einbehält, was sie konserviert, was sie aufbewahrt. Womit sie –oder weswegen sie- das Unsichtbare, das nicht Voraussagbare verschmäht. Und wenn das auftaucht, dann bemerkt sie… mit diesem Verhalten nicht, dass es „mehr von dem Gleichen ist”: dass es die Wiederholung der Wiederholung des Fehlers ist. Heute misstraut sie diesen, Morgen jenen…

 

Ein Weg der Spezies, der sich schwerlich durch das Mysterium, durch das Schöpfer Mysterium überraschen lässt. Sie klammert sich an das, was sie kennt, von dem sie „sagt”, dass sie es kennt, und sie moduliert und strukturiert ihr Denken und ihr Fühlen… nach Mustern, die gescheitert sind, eins ums andere Mal!

Gewiss, sie hält „das schlecht Bekannte” für gut. Sie setzt nicht auf „das Gute, was sie kennenlernen könnte“.

So ist es, dass uns der Betende Ruf –aufgrund unserer Gegenwart in diesem Universum- die… Notwendigkeit verkündet, die Notwendigkeit, das Vertrauen in das Unsichtbare… in das nicht Voraussagbare wiederherzustellen.

Anzunehmen…, dass es „NOCH ETWAS MEHR gibt, als man selbst, als alle.

Und dieses „ETWAS MEHR als alle”, ist keine spekulative Figur unseres Verstandes; es ist nicht das Zufluchtsidol unserer Verzweiflungen. Es ist der „Komplott“, der permanent da ist und der erzeugt, der erhält, der unterhält und welcher das Leben orientiert.

 

Und dieses „es gibt noch JEMANDEN mehr als mich”, „es gibt noch jemanden mehr als uns”… gibt uns den Glauben. Und damit das Vertrauen, uns führen zu lassen. Uns durch die Hinweise, die SIE uns im Laufe unseres Verstreichens geben, führen zu lassen.

 

Wenn wir schieben, dann deswegen, weil SIE uns schieben; wenn wir sprechen, dann deswegen, weil SIE uns sprechen; wenn wir schlafen, dann deswegen, weil SIE uns schlafen; wenn wir wach werden, dann deswegen, weil SIE uns aufwecken.

Wir sind das Ereignis eines Schöpfer Mysteriums, DAS uns platziert und uns in diesen Zeiten… für die Läuterung unserer Positionen durchfährt, WELCHES den Glanz, nicht die Undurchsichtigkeit sucht. DAS –als Intention- die Tugenden sucht, nicht die Ungereimtheiten. Und wenn all diese Ungereimtheiten auftauchen, dann geschehen sie dafür, damit aus ihnen irgendeine Tugend ausströmt, damit irgendein Wesen wieder auflebt.

Weil in diesem Plan des Mysteriums das Leben keine Zufälligkeit ist. Es ist eine unendliche Einmaligkeit, dessen Wegstrecke… vorhergesehen ist, um einen Glanz zu erreichen, der es dem Wesen, den Wesen erlaubt, ihren Ursprung zu betrachten. Und das kann man nicht in einer undurchsichtigen, dunklen, versteckten Art und Weise tun.

 

Das Wesen als Menschheit versucht, seine Errungenschaften zu läutern und seine Eigentümer zu perfektionieren. Es ist eine plumpe Widerspiegelung des Schliffs, der Sorgfalt, des Respekts und der Verhätschelung mit der uns die Schöpfung schleift.

Und so ist es wie gesagt wurde, dass„viele oder alle gerufen sind und wenige auserwählt”.

Und „erwählt” bedeutet kein Privileg, es beinhaltet keine Macht. Es ist die Einmaligkeit, die jedes Wesen in sich trägt.

Alle, die da sind, wurden für eine Mission erwählt. Und die Schöpfung wird diese „Missionare” eins ums andere Mal dafür einsetzen, damit das Wesen durch die kontinuierlichen Fehler und Verzweiflungen nach und nach den Glanz von „noch JEMAND ANDEREM“ entdeckt.

 

Die Vorstellung vom Leben ist als eine „Truppe” aufgestellt worden, als eine Truppe, die kämpft, die triumphiert, die zu Ende geht und verschwindet. Das ist fast so, als ob man sagen würde, dass das Leben eine Störung wäre!

Und dabei ist es so, dass das, was wir „Leben” nennen eine unergründliche, unbegrenzte, unendliche Einmaligkeit ist.

Und wegen dieser und mit diesen Möglichkeiten evolutioniert das Wesen. Und anstatt die Transzendenz zu sehen, was das mit sich bringt, bemächtigt es sich dieser Fähigkeiten und spekuliert über seine Selbstverherrlichung.

 

Der Betende Ruf weist uns in Bezug auf das Vertrauen in das Unsichtbare, auf die Notwendigkeit zu entdecken hin, dass wir erwählt wurden… Und wenn wir uns als solche verhalten, dann dauert unsere Ewigkeit fort. Wenn wir uns aber dieser „Auswahl“ bemächtigen, belasten wir die Umgebung, wir entwickeln uns zu Misstrauischen… und wir involutionieren hin zur Verzweiflung.

 

(4 Minuten der Stille)

 

Sich in „dem Guten, was man kennenlernen kann” zu verwickeln, in „der Güte, die man kennenlernen kann” bedeutet, sich zum gegenseitigen Vertrauen zu öffnen. Es bedeutet, sich anzunehmen und… und alles(!) anzunehmen; als Erwählter/Erwählte für die Präzision des Glanzes, der eine Kontemplation von Ewigkeiten begünstigt.

Ja, die Worte können für allzu großartig gehalten werden, wie entfernt –ja, aufgrund der Lebensform, die man hat-, wie entfernt von… dem „jeden Tag”.

Das ist ein häufiger Fehler. „Das ist ein häufiger Fehler.“

 

In dem Maße wie sich das gegenseitige Vertrauen aufstellt können wir beginnen, das Vertrauen, welches das Schöpfer Mysteriums in uns –als Erwählte- hinterlegt, wahrzunehmen. Und wir beginnen als Diener zu handeln, als Hütende, als Reparierende.

 

Was ist es, was Dein Wesen wirklich, kontinuierlich transformiert und verwandelt? Deine Fähigkeiten, Deine Ressourcen, Deine Studien, Dein Wissen? Glaubt man das wirklich?

Ja. Man glaubt daran, man verfällt darein und man zerbricht darin.

Vielmehr, wenn wir wissen, dass hinter diesem Heilmittel… –und das Heilmittel ist da, und man kann es berühren und es ist erfassbar- dass es hinter diesem Heilmittel noch ETWAS MEHR gibt, das bewirkt, dass einige gesund werden und andere nicht.

 

Wenn wir es verstehen, die Transzendenz unserer Kapazitäten zu beobachten und zu erkennen, werden wir uns bewusst, dass man sie uns gibt. Und mit diesen Gaben müssen wir handeln… mit dem vollen Vertrauen, dass wir durch uns –als erwähltes Heilmittel- heilen werden.

Lassen Sie uns aus diesem permanent selbstverherrlichenden Konflikt heraustreten.

Lassen Sie uns unsere Gefühle klären… und lassen Sie uns in treue Widerspiegelungen der Liebe verwandeln, die, dieman für uns hat.

 

Wir sollten es nicht auf später verschieben.

Heute ist immer „heute”, und es ist die ewige Gelegenheit.

In ihr –in dieser ewigen Gelegenheit- verstreicht jede Sekunde.

„Später” ist viel zu spät.

„Nachher” ist es unmöglich.

JETZT… IST ES!

 

 

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