So arm, mit so vielen Ressourcen

 

BETENDER RUF

 

(4 Minuten der Stille)

 

Und mit einer erhabenen Unschuld… –vom Gesichtspunkt des menschlichen Bewusstseins aus- matt, aber nicht traurig… unruhig, aber fröhlich.

Die Brise verstreicht… gemäß ihres Verlangens, aber sie versucht nicht zu verletzen.

Die Steine bleiben ruhig liegen, damit man… entlanggehen kann.

Die Pflanzen bieten sich uns an, damit man sie betrachtet, ohne zu fordern…(!) etwas zahlen zu müssen.

Die Flüsse verstreichen… dort, um unseren Durst zu löschen.

Die Meere biegen sich… zu unserer Freude, für unsere Nahrung.

 

Alles ein Dienen, fast a la carte! Das mit dem „fast“ ist deswegen, weil… es sehr fordernde Gaumen gibt, denen es gefallen würde, dass es später dunkel wird oder dass es früher hell wird –zum Beispiel.

Und diese subtile Unschuld, so wie in einem Verhalten eines anonymen Dienens    –aber Wissende um ihre Tugenden und nicht Forderungen- steht im Kontrast zum Dasein der Menschheit.

Das Dasein eines jeden Wesens, das seine Positionen fordert und fordert… fast im permanenten Missfallen, in kontinuierlicher Arroganz, in… gewaltiger Rechtsprechung!

 

So verläuft eine kämpfende, verkrampfte, verdächtige, zurückhaltende Menschheit.

Alle beschuldigen… oder fühlen sich schuldig.

Alle fordern und werden fordernd.

Die Sensibilität wird zu Dolchen, igelig!

Die Sanftheit wird zum Trugbild…. Und die Straflosigkeit wird Königtum.

Bei so viel, dass die Einen für die Anderen denken, wissen nur sehr wenige, was sie denken –über sich selbst, klar.

 

Und so ist es, dass angesichts der Verkrampfung der Tot als die beste Erleichterung scheint.

Geschöpft um zu leben, mit Ressourcen… mit eindrucksvollen Ressourcen scheint sich die Menschheit geweigert zu haben, diese Rolle des Verstreichens anzunehmen… in dem Entdecken, dem Lernen, in dem sich annähern, einander zu vertrauen, sich zu verschwören...!

Aus dem Leben eine unvergleichliche Erfahrung zu machen.

Es ist möglich, dass das… der Plan ist!

Und vielleicht wird er in Ausnahmen erfüllt, oder eines Tages erfüllt er sich, oder er geschah einmal...!

 

(2 Minuten der Stille)

 

Der Betende Sinn zeigt sich uns heute vorsichtig oder… distanziert?

Wenn er strikt menschlich wäre, wäre das entmutigend.

Aber SIE rufen uns zum Beten, also sollten wir zumindest den Zweifel erlauben, dass vielleicht... vielleicht etwas von einer Neuheit oder der Nützlichkeit, vielleicht…(?)… diese Beschreibung der Menschheit im Ton der niedergeschlagenen Gegenwart bedeuten kann.

Ja! Vielleicht wegen des Kreuzungsweges –nicht, dass der Betende Sinn an seinen Fähigkeiten zweifelt-, aber es ist schon offensichtlich, dass seine Effekte…. –vom Gesichtspunkt des menschlichen Bewusstseins aus- sehr schlecht sind!

Seine unnütze Nützlichkeit erhält sich… durch eine mysteriöse Tendenz.

 

(2 Minuten der Stille)

 

Und in dieser subtilen schöpferischen Unschuld verstreicht diese und macht weiter, so als ob nichts geschehen wäre, so als ob sie Vertrauen hätte. In Wirklichkeit wissen wir es nicht. Aber es scheint manchmal, als wüsste sie nichts von unseren Raubzügen.

 

(2 Minuten der Stille)

 

Die subtile schöpferische Unschuld scheint zu sagen: „Aber jetzt kann ich die Meere nicht wegnehmen, ich kann die Tagesanbrüche nicht zerstören oder… die eindrucksvolle Sonne des Mittags…! Ich kann auch nicht… die Würsten zerstören oder die Bäume abschaffen… –in einer imaginären Sprache, klar. Ich kann nicht!”

 

Die Einheitlichkeit der Spezies, noch mit großen Unterschieden, noch, aber einheitlichen Tendenzen hin zur vulgären Wiederholung, zur unerbittlichen Diskussion, hin zum systematischen Verheimlichen, zur kontinuierlichen Wut… es scheint, als ob all das den Geschmack darstellt, ja, den Geschmack der Spezies. Es scheint, dass all das die Seele, der Funke des Lebens ist!

Es scheint, dass man ohne Mutlosigkeit, ohne Wut, ohne Neid, ohne schlechte Laune… ohne das(!) nicht leben kann. Die Unfähigkeit gegenüber dem Wohlwollen ist          –klar, vom betenden Gesichtspunkt aus- sehr besorgniserregend.

Die Leichtigkeit, mit der man… zerstört(!) und die enorme Schwierigkeit, um zu konstruieren, ist sehr auffällig.

Dem wird beigefügt, dass sich jedes Wesen in seinem Ghetto aufstellt oder in seinen Einflussebenen und in dieser Egozentrik scheint es, dass es nichts kümmert: weder das, was ihm am nächsten steht, noch das, was am weitesten entfernt ist.

Es kümmert sich nur um… sein Interesse.

 

Der Betende Sinn würde sagen: „Wie arm mit so vielen Ressourcen!“

Aber jeder Einzelne mit seiner „Erfahrung” –ejem, Erfahrung(?)-… also ja, es scheint so, dass jeder Einzelne mit seiner Erfahrung einer Woche, von 20 Tagen, von 15 Tagen alles schon so klar hat, dass es so offensichtlich für ihn ist(!)…; er hat schon die Rechtsprechung vorbereitet, die Guillotine so geschliffen, vom Wort ganz zu schweigen(!)... und die Lüge so subtil ausgearbeitet…

Selbstverständlich, da wir uns im Karneval befinden, kann der Anschein noch… undurchsichtig sein.

Undurchsichtig?

Ja, undurchsichtig… Sie kann niemals dazu kommen, transparent zu sein, also bitte!

 

Und so häuft das Wesen an und häuft an und häuft an… sei es nun Leiden, sei es nun Wut, sei es nun Schmerzen, sei es nun Beleidigungen, sei es…

Es hat noch nicht bemerkt, dass die Welt nicht nach seinem Ebenbild gemacht wurde, sondern dass die Welt nach dem Ebenbild eines Schöpfer Mysteriums gemacht wurde. Aber die Schöpfung des menschlichen Vorgehens war auch so außergewöhnlich, dass sich das Wesen „für Momente” –na gut, das sagt man so-… für Momente hat es sich als Schöpfer, Besitzer und Herr… der Regeln, der Normen, der Gewohnheiten, der Zuneigungen, der Lieblosigkeit, der Anziehungen, der Abneigungen empfunden…

Ah! Aber die Menschheit hat einige Mechanismen gefunden –in dem menschlichen Bewusstsein, klar(!)-… wie soll man sie katalogisieren…? Na gut, es sind jene, die sagen: „Hier ist nichts passiert, das ist nicht wichtig, na gut, wir werden sehen. Ich weiß es nicht, ich werde es Dir schon erzählen, ich werde es Dir nicht erzählen; ich werde Dir schon noch erzählen, was ich Dir erzählen will, aber ich darf es nicht erzählen; ich werde es schon verheimlichen, schon… Entschuldigung, Verzeihung, ich wollte dich nicht verletzen, aber ich habe dich verletzt, aber das war nicht meine  Absicht

Und so verlaufen, unzusammenhängend stammelnd Entschuldigungen. Und alles ist gut! Ach ja! Jeder Einzelne verlieb mit seinem Misstrauen, mit seinen Meinungen, Gesichtspunkten… und alles ist gut!

Jedwede Übertretung…(?) –na gut, wenn man den Bezugspunkt kennt- ist natürlich. Natürlich, natürlich, natürlich.

Es ist und es resultiert wirklich beeindruckend zu betrachten, wie sich jeder Einzelne auf seine Angelegenheiten konzentriert, so als wären seine Angelegenheiten… das ganze Universum! Und selbstverständlich versucht er seine Sichtweisen aufzudrängen… einfach so.

Aaachh…! Für einen Moment kann man an die peinliche Genauigkeit, an die Pflege, an die exquisite Entwicklung einer Schöpfung denken wie die, die wir betrachten können. Wird sich das Wesen in irgendeinem Moment der exquisiten Pflege, welche die Schöpfung stellt, um… leben zu können... bewusst!? Und der schrecklichsten Vernachlässigung(!)… die das menschliche Wesen erzeugt?

Man könnte sich in dem Eifer zusammenzufassen sagen, dass…

Wegen dem „der Eile“, weil sie es sehr eilig haben zu verheimlichen, zu lösen, nicht zu trotzen, um nicht… bah, so viele Gründe…(!) Wie mühsam!

Aber es gäbe, ja, diese Möglichkeit zu bemerken, für einen Augenblick nicht mehr, klar! Das dauert nicht lange. Na kommen sie, das braucht kaum Zeit. Und jetzt noch mehr, wo wir von Mandelblüten umgeben sind und der Boden mit seinen Blütenblättern überzogen ist.

Für einen Moment, für einen unbedeutenden Moment(!) betrachten –wirklich betrachten- eine Blume –irgendeine(!)- und durch ihren Ausdruck durchtränkt zu werden, wenn man sie  betrachtet, in dem, was sie ausdrückt. Sie betrachtend mit… –es ist schwierig das Wort zu sagen- mit „Heiterkeit”. Ohne sich um irgendetwas anderes zu kümmern. Es ist ein Augenblick. Nicht mehr, eh?

Es ist möglich…, dass diese Erfahrung… so viel Verkrampfung…, so viel Egoismus, so viel Vorurteil, so viel von so viel dämpft!

Was für eine Überraschung wäre es, nicht wahr(?), dass wenn wir vielleicht wüssten, dass die Blumen dafür geschöpft wurden. Und dass sie später ihre Ziele verstecken, indem sie zur Furcht und irgendeiner Sache werden.

 

Der Betende Ruf ist ähnlich einer Kerzenflamme: sie erleuchtet… sie erschöpft sich nicht.

Aber das Wesen zieht die Glühbirne vor, die glänzenden Beleuchtungen…: seine Schöpfungen.

Also müsste man sich fragen: „Was macht diese zarte Flamme da? Was macht diese einfache Blume… hier?”

 

(3:30 Minuten der Stille)

 

Ein ganzer Tag, um sich zu nähren… eine Ewigkeit.

 

***