7. Sich durch die Schöpfung verbürgt und gepriesen fühlen

 

BETENDER RUF

 

Das Wesen wird zähflüssig… wenn sein Protagonismus schwer wird.

Wenn sein Protagonismus zum Eigenen wird… und es sich der Umgebung gegenüber nicht öffnet.

Wenn sein Personalismus absolut wird und… es beklagt, wovon es umgeben ist.

Es wird schwer und zähflüssig, wenn es die Leichtigkeit verachtet, weil es sie für oberflächlich hält; es zieht die Dichte und die Zähigkeit der Verletzungen, die Furcht, den Ärgers, die Unzufriedenheit, die Obligationen vor…

 

Ja, etwas, was existiert, aber was nicht die Essenz des Wesens als Präsenz des Universums ist. Es ist etwas, was das Wesen… in einem Moment seiner Geschichte gefördert hat, aber es ist ihm nicht eigen. Von daher weist der Betende Sinn auf die Notwendigkeit hin, unseren Protagonismus, unseren Personalismus zu lindern. Auf dass sie leichter werden, indem sie aufhören unsere eigenen zu sein. Auf dass sich das mentale „Eigentum“ gegenüber dem Bewusstsein des Universums öffnet und sobald es das Licht des Mondes betrachtet, wird es sich des Unnützen seiner Possession, seines Besitzes gewahr werden…

Nutzlosigkeit in Bezug darauf, dass es ihm nicht erlaubt ist zu träumen, Phantasien zu haben, sich an der Zufriedenheit zu erfreuen. „Sich an der Zufriedenheit zu erfreuen.” Das Urteil verschlingt es und es denkt, dass es sich, wenn es urteilt und verurteilt, von den Gespenstern seiner Selbstverherrlichung befreit. Oder dass es alles unterjochen wird, was geschieht. Irrtum. Irrtum, der das Wesen zum Schrecken Horror und zur Angst des Terrors bringt, da es nicht verstanden, akzeptiert, angenommen wird...

 

Ja –wie wir in anderen Momenten des Betenden Rufs sagen- „ich bin nicht von mir”, wenn ich einfach nur annehme, dass ich in einem Universum wohne…

Und sehr gut klären, wenn man das sagt, dass es nicht dasselbe ist, wie auf der Erde zu wohnen, denn sofort, wenn man als Lebewesen von der Erde als Gaya oder von diesem oder jenem spricht... hat jeder seine Parzelle, jeder einzelne fordert seinen Wald, seinen Urwald, seine Wüste...; jeder Einzelne fühlt sich als „Pflegender“ des Universums… und nimmt Vorherrschaften ein...

Umgekehrt, wenn wir uns als Bewohner des Universums präsentieren, dann lösen wir uns auf und wir können bemerken… –ohne  in den meisten Fällen zu verstehen- wir können bemerken –wenn wir uns bewusst werden, dass wir im Universum wohnen-… wir können bemerken, dass der Protagonist, dass die Protagonisten nicht wir sind –voila(!)-, dass wir uns in einer unbegreiflichen Immensität befinden. Und all das, ohne zu begreifen, ohne zu verstehen...

Und genau deswegen, weil wir nicht akzeptieren, dass wir nicht verstehen, dass wir nicht begreifen, dass wir nicht wissen nicht annehmen und die Unwissenheit als Bewohner des Universums annehmen… das ist es, was uns nicht behagt.

Der heutige Homo Sapiens fühlt sich als Kundiger, als Kenner und fordert zu kennen, zu verstehen, zu wissen. Er fordert das. Er fordert es von sich und von den anderen. Er lässt nicht einen Tropfen für die Improvisation, die Kreativität, das Chaos. Nein! Alles muss er verstanden haben, begriffen, angebunden, abgesichert, dominiert, kontrolliert haben...

Und man beharrt auf dem Betenden Ruf: mit einem kleinen Anzeichen sich bewusst zu werden, dass ich ein Bewohner des Universums bin. All diese Ketten, die verwirren und die durch ihre Forderung versklaven, wegen ihres Dogmatismus, wegen ihres Radikalismus. All diese Ketten fangen an schwach zu werden, fangen an Sinn zu verlieren. Wir sollten uns erleichtern; wir sollten anfangen gemäß dem, was wir benötigen, zu tun, zu fühlen und zu denken. Wir sollten anfangen, den Genuss der anderen zu genießen. Wir sollten aufhören die Behandlung zu fordern von der wir denken, dass wir sie bevorzugt erhalten müssten.

 

Diese persönliche Wichtigkeit, die fordert, die verlangt(!), lassen das Wesen zu einem kontinuierlichen und bedrohlichen und aus der Fassung geratenen Wesen werden                       –„kontinuierlich, bedrohlich und aus der Fassung geraten”-, das sich mit nichts glücklich ist, das kontinuierlich eine Welt nach seinem Maßstab fordert, das alles aus seiner Egozentrik heraus als Vorgehen gegen es interpretiert. Das den Humor nicht aushält, das nicht die Unterschiede annimmt, das die Gleichen, die Ähnlichen sucht, um sich sicher zu fühlen. Und so, klar, jedwede Variable ist ein aus der Fassung gebracht werden, ein Unsinn. Seine Welt ist reduziert auf seine Urbanisation der Kollegen, Freunde und Sympathisanten.

Noch nicht einmal die sogenannte Welt existiert für es! Weil sie pervers, schlecht ist!

Es macht aus seinem Alltag ein Murmeln aus Gerüchten, der Kommentare, der Anspielungen… Das hat nichts mit dem Leichten zu tun! Das hat nichts mit dem Befreienden zu tun! Das hat nichts mit dem Bereiten zu tun!

 

Der Betende Sinn will uns unsere Flügel wachsen lassen, möchte uns unsere Nägel feilen, beabsichtigt uns die fliegende Beschaffenheit zu geben…; beabsichtigt uns subtil, bewundernswert, respektabel zu machen...!

Der Betende Ruf beabsichtigt, unsere Unschuld anwachsen zu lassen, unsere Fähigkeiten des Staunens! Uns überraschen zu lassen, jene zu bewundern, die genießen(!), jene zu bewundern, die glücklich lächeln...!

Sich an allem Fremden zu erfreuen, was Genuss, Gleichgewicht, Kunst, Bereitschaft, Zärtlichkeit(!) mit sich bringt... Auf den Neid verzichten, sich mit dem zu vergleichen, was jener hat oder was ich habe. Und sich an die innere Güte, jedem Wesen innewohnend(!)              –„innewohnend”- anzupassen.

Und klar, sich in diesem Maße immun(!) machen… gegenüber der Kritik, gegenüber dem Ratschlag, gegenüber der Warnung, „gegenüber”, „g, g, g...“

 

Weil es schon, schon geschieht, dass wenn sich das Wesen in der heutigen Welt in einem Augenblick oder einem Moment des Genusses, der Ruhe, der Friedlichkeit befindet, dann scheint das eine Beleidigung zu sein(!), und es kann alle Arten von Beleidigungen und Mahnungen bekommen, klar.

Frage: „Was bevorzugen Sie: ein Tag der Liebe der Ewigkeit oder ein permanent ersticktes Leben?”

Und von daher, dass das „g, g…”, dieses, „mal sehen, ob…”, „Vorsicht mit…”, diesem, diesem Wesen –Mann oder Frau- gegenüber, das wohlwollend war, das sorgfältig war, mit so vielen „g‘s”… Warnungen wird es tatsächlich zurückhaltend, versteckt. Es fühlt sich als Sünder, da es sich nicht auf der Höhe der Kritik, des Sauren, der Wut befindet...  Es fühlt sich unwissend, schlecht! Jene, die über alles meckern, ohne über irgendetwas gemeckert  zu haben. Aber das „g, g, g...”, wenn es nicht alarmiert und wachsam ist, wird seinen Hauch aufbrauchen; sie werden es verwandeln und zu einem des Stammes von den „g, g, g’s… Warnungen”, vom Stamm der Vorbeugungen, vom Stamm der Sicherheiten(!), vom Stamm der Zukunft(!), vom Stamm des: „Ich hab‘s dir doch gesagt!“

 

- Wenn ich es Dir doch bereits gesagt habe, als Du 20 warst, dass Dein Haar, wenn Du 70wirst, weiß sein wird.

- Oh! Ja! Das stimmt, das ist wahr! Das hast Du mir schon gesagt...! Was für eine Klarsicht!

 

Und so sind die Warnungen derer, die sagen, dass sie dich lieben. Klar, sie lieben dich (span. ‚te quieren’)[1]… sie wollen dich besitzen; sie wollen (span. ‚te quieren’) dich haben, sie wollen dich auf den rechten Weg der Ordnung, des Vorschriftsmäßigen, des Geordneten bringen...!

 

Ach! Aber der Betende Sinn nicht… er kann nicht… dulden –und von daher muss sich das Wesen als „Betender” empfinden und von daher muss es wachsam werden und alarmiert sein-; der Betende kann nicht die eigene Offensichtlichkeit dessen zulassen, was er lebt, was er fühlt und sich gegenüber dem negieren, weil das „g, g, g, g”... hinweist, aufmerksam macht, bedroht…!

Ja, es bedroht!

Es bedroht damit, dich abzusondern, es bedroht damit, dich zu belauern, es bedroht mit allen möglichen Vorurteilen, die dir geschehen können.

 

Ja. Aber von daher zelebrieren sie mit dem Klang der Bomben, während 20 Kilometer entfernt bombardiert wird, eine Geburt oder eine eheliche Verbindung oder sie versprechen sich ewige Liebe oder sie konstruieren einen Stuhl oder einen Tisch… während die Bomben tönen! Während die Kugel fällt, kommt! Während es keine Unterkunft gibt, während es weder Wasser noch Licht gibt(!), aber es gibt Kerze und Geschichten...

Ja, es scheint unglaublich, dass das geschieht. Aber es geschieht! Gewiss, es ist eine dramatische Art und Weise, das Wesen von den kleinsten Sicherheiten und Ressourcen zu enteignen.

Und angesichts dessen erliegt das Wesen nicht, es fällt nicht. Es sucht in sich selbst herum. Es baut einen Salon der Ruine. Es bildet einen Festungsturm… in einem Abmarsch.

Aber sicherlich muss man nicht zu diesen Situationen kommen, auch wenn man  nicht frei von ihnen ist.

In Folge dessen muss man es verstehen, das zu werten, über das man verfügt. Weil du heute essen wirst, aber derjenige, der im Libanon ist, im Auffanglager der Emigranten, wird nicht wissen, noch wird er darüber nachdenken(!), ober er essen wird oder nicht. Und heute wirst du dich waschen, weil du Wasser hast, aber jener auf dem Feld von Bangladesch weiß, noch stellt er sich vor…, ob er sich die Füße oder Hände wird waschen können.

Weißt Du, Wesen, dass Du Dich heute anziehen und unter Deinen Kleidungsstücken aussuchen wirst. Dort, dort(!) in den Abrichtungslagern Chinas wird es keine… keine Gelegenheit geben, auszusuchen. Sie werden Dir den Arbeitsanzug der Umstrukturierung anziehen, damit Du ein guter Kommunist bist und den Islam wie eine mentale und spirituelle Zerstörung verabscheust.

Ja! Und in Deinem alltäglichen Tun, in dem Du arbeitest, in dem Du „teilst mit…“ ach(!), schätze es! Schätze es! Weil andere in Indien, die sogenannten „Miserablen”, „die Unantastbaren(!)” lächeln, während sie unaufhörlich die Kleidung waschen, indem sie sie auf die Steine des Ganges klopfen. Sie können sich nicht aussuchen zu forschen, zu lesen, spazieren zu gehen, in den Park zu gehen… –in den Park(!)- laufen zu gehen, Leibesübungen zu machen, zu joggen...

Nein, jene –diese Millionen(!)- werden nicht… werden nicht diese Gelegenheit haben. Trotzdem werden sie Dich mit aufgerissenen Augen ansehen, sie werden lächeln. Sie lächeln!!

Und es ist keine Frage zu vergleichen! Es ist eine Frage zu schätzen, sich zu bewerten, das zu bewerten, was die Vorsehung uns geschenkt und gegeben hat. Dass sich niemand das Recht verdient hat, in einer bequemen europäischen Familie geboren zu werden.

 

Und so ist es, dass das Wesen die Enteigneten versklavt, die Miserablen kontrolliert, die Armen missbraucht, sich an ihrer Arbeit bereichert. Und so ist es: unter ihnen, die stellen Niedergelassenen ihre Reiche, ihre Normen und Gewohnheiten auf und jeder, der sich von dieser… Unterdrückung befreien will, wird verfolgt, kritisiert. Und so ist es, wie das menschliche Wesen von heute seine prächtigen Positionen aufstellt. So ist es, wie es auf der ersten Seite der Zeitung erscheint(!), dass die Königin Isabell von England die ganze Familie zu einer Versammlung aufruft, um zu sehen, was mit diesen Abgedrifteten geschieht, die innerhalb der Familie eigenartige Dinge machen. Erste Seite.

Oder müssen wir uns beugen, müssen wir uns auch Sorgen machen, weil der Prinz… der Erbe, die Erbin, die Furcht der Königin Isabell von England erweckt hat? Zum Beispiel.

 

Die Sache ist, wenn sich das Wesen einmal selbst anschaut, dann beginnt die Versklavung bei ihm selbst, indem es sich das Recht anmaßt, der Umgebung seine Kriterien aufzuzwingen und so einen Kampf und eine Forderung und einen kontinuierlichen Krieg aufstellt.

Ach! Es gibt nicht einen Tag, an dem nicht eine Klage verstreicht... eine Wehklage… ein Leid...

Ja! Wenn es nur eine wäre...

 

Wenn ein Anzeichen des Universums über dem Wesen kreist, dann fühlt es sich in dieser Vibration. Es schätzt seine Kondition. Es wird jubelnd in seiner Existenz. Es schätzt seine Umgebung mit Emotion! Es wird zum Echo... des Schmerzes anderer, aber es weiß in seinem Innern, dass wir befähigte, ‚Befähigende’ und qualifizierte Wesen sind, den Schmerz zu eliminieren.

Und zu wissen, dass wir durch das Gebet gehütet werden, in dem man von uns... unsere Position von Universum fordert, mit dem Bürgschaft der Ewigkeit! Mit der Bürgschaft der Vorsehung(!), mit der Bürgschaft des Ewigen Geliebten(!), mit der Bürgschaft –mit dem Bürgen- disponibel zu sein! Alles.

 

Uns verbürgt und gepriesen zu fühlen (!) –verbürgt und gepriesen- durch die Schöpfung –und so ist es, denn wenn es nicht so wäre, würden wir nicht existieren. Das Pochen zu fühlen und den bewegenden und aufwühlenden Augenblick… eines verliebten Lächelns, eines wohlwollenden Blicks. Ist es denn etwa nicht verlockend, um weit darüber hinaus zu gehen, um die Last der Unvereinbarkeit zu erleichtern, um die Qualitäten zu schätzen, in denen man sich befindet…?

  

 (5 Minuten der Stille)

 

Und indem man diesen Einklang sucht… rufen wir aus...

 

I VIII... IIIII... I VIII… IIIII… I VIII… IIIII…

I VIII... IIIII... I VIII… IIIII… I VIII… IIIII…

I VIII... IIIII... I VIII… IIIII… I VIII… IIIII…

 

 

Und ich sah in der Ferne… so nah, dass ich mich als Universum fühlte.

Und ich sah in der Ferne… –und ich sah in der Ferne- so weit innen... dass ich mit weit weg fühlte.

Und ich sah in der Ferne… so weit dort(!)... dass ich nicht hier war.

Und ich sah... und ich sah... und ich sah...

 

 

***

 


[1] Das Verb heißt „querer“, „wollen, lieben“. „Quiero“ wird auch übersetzt mit: „Ich will“.