50. Die Spezies drückt sich jetzt in schwierigen und tiefen Transformationen aus

 

BETENDER RUF

 

(3:30 Minuten der Stille)

 

Die Spezies drückt sich jetzt in schwierigen und tiefen Transformationen aus. Schwierigen und Tiefen. Das ist kein plötzlicher Prozess, aber es ist schon… ein „beschleunigtes“ Ereignis.

„Tief und schwierig” weist uns der Betende Ruf hin.

 

Im Unterschied zu anderen Momenten oder geschichtlichen Zeiten, in denen man die Ursache und den Effekt sah, sehen wir jetzt die Effekte, aber die Ursache ist… verborgen. Oder die Ursachen sind… so zahlreich, dass es unmöglich ist, sie alle anzusprechen.

„Tiefe und schwierige” Veränderungen.

Ohne die Ursache definieren zu können.

Man kann über die verschiedenen Vorfälle reden und reden, ja, aber… immer fehlen welche.

 

Die Globalisierung der Spezies hat uns eingetaucht in ein Schaukeln der Ereignisse, in dem wir nicht in der Lage sind, alle Ursachen aufzusammeln, die auf unser Dasein, auf unser Wesen, auf unser Tun einwirken.

Und es war die Spezies selbst, welche die Initiative dieser „schwierigen und tiefen” Situation aufgenommen hat.

Wenn wir uns fragen, was mit dieser tiefen und schwierigen Situation verfolgt wird, finden wir keine exakte Antwort, aber es scheint eine Konsequenz des „Daseins“ zu sein, der Art und Weise da zu sein.

 

Um diese tiefen und schwierigen Situationen anzusprechen ist es notwendig, die Position, das Verhalten und die Entwicklung unseres Tuns zu überdenken… und das bringt eine Anstrengung mit sich.

Auch wenn diese Mühe nicht dem Kampf oder dem Gefecht gegen die unzähligen Fraktionen gewidmet ist, die uns als Produkt unserer eigenen Aktivität der Spezies betreffen. Nein. Die Anstrengung, die persönliche Position zu überdenken zielt darauf ab, sich mit dem in Einklang zu bringen, was geschieht. „Sich mit dem, was passiert, in Einklang zu bringen”, um so eine bestimmte Ebene der Unterscheidung… und eine überzeugende Haltung zu erlangen.

In diesem Sinne beleuchtet uns das Betende was geschieht –„mit” und „in Bezug auf”, was universell geschieht und fordert dieses Überdenken und diese Mühe, um sich in Einklang zu bringen undum die überzeugende Position zu unterscheiden.

Es sind eine Reihe von Schritten, in denen der Betende Ruf –der sie uns aufdeckt- zum Echo wird… er macht sich zum Echo dieser Schritte.

Und abgesehen davon, uns die Situation anzukündigen, weist er darauf hin, dass dieses „Überdenken“ eine Position ist, die… mit dem Betenden rechnen muss.

Man muss eine andere Position überlegen. Es ist so, also ob sich eine Pflanze in einem unangemessenen Boden befinden würde und deswegen nicht wachsen würde, oder sie würde welken. Wir müssen sie an einem anderen –angemessenen- Ort pflanzen, wo die Nährstoffe, die Sonne und die Temperatur am geeignetsten sind.

Und wenn das Wesen seine Position überlegt, verschiebt es sein Bewusstsein.

Und als Bewusster, der es ist, bedarf es zugedeckt zu werden, bedarf es der Führung, der Referenz des Schöpfer Mysteriums.

 

Die Mühe (span.: ‚esfuerzo’[1]) ergibt sich gleichermaßen dadurch…, weil man sich in der Präsenz der Kraft (span.: ‚fuerza‘) befindet. Und ich befinde mich in IHR, wenn ich bewusst –im Bewusstsein- weiß, dass ich meine Position… meinen Blickwinkel… meine Ideen modifizieren muss.

 

Angesichts schwieriger und tiefer Ereignisse der Spezies bedarf es eines Überdenkens und einer Anstrengung…(!), die uns zu einem Einklang bringt, die es uns erlaubt zu unterscheiden und ein Kriterium zu bilden.

Ein Kriterium als Bezugssystem in Bezug auf die Schöpfung, in Bezug darauf, im Universum zu leben!

Ein Kriterium, das in der Lage ist, jedwede Situation zu absorbieren und sie zu überdenken.

 

Der Betende Sinn weist uns darauf hin, dass dieser gesamte Prozess ohne Verteidigung noch Angriff vonstattengehen sollte. Weil wir nicht wirklich wissen, wovor wir uns verteidigen müssen und wen wir angreifen müssen.

Wahrscheinlich möchte uns der Betende Ruf sagen, dass bereits dieser Prozess,       welcher der ist, der uns an diesen Punkt gebracht hat –nämlich zu verteidigen und anzugreifen- nicht… nicht der Angemessenste ist, er ist unserer Beschaffenheit nicht eigen, auch wenn wir das gemacht haben –und es gemacht wird- klar.

Also muss ich meine Mühe, meinen Einklang, meine Unterscheidung und mein Kriterium überdenken, ohne mich zu verteidigen noch anzugreifen; mit dem vollen Bewusstsein, dass das Gebet mich begleiten wird, das Beten wird mich beleuchten, das Erbarmen wird die sichere Zuflucht sein… –ohne Sicherheit zu suchen.

 

Und dieses Überdenken umfasst alle Bereiche: die mentalen, die gefühlvollen, die strukturellen…

 

Und mit dieser Anstrengung sollten wir in der Lage sein, sich „jeden Tag” auf einer neuen Stufe zu entdecken. Ohne wehzutun, ohne zu schaden.

In Kleinigkeiten fühlen zu können(!), wie die schwierige und tiefe Situation, die man lebt, leichter (span.: ‚aliviada‘) wird. Er-leich-tert.

 

Und entdecken, dass es wegen des Betenden Bewusstseins war, das uns unsere Möglichkeit offenbart, das uns unsere Fähigkeit erläutert…

 

Jeden Tag…

Ohne Verteidigung noch Angriff…

Ohne Routine…

Diese Routine, die uns zu irreparabler Dienerschaft macht.

 

Zu wissen und zu akzeptieren, dass ich überdenken muss, dass ich mich anstrengen muss, dass ich abstimmen muss, dass ich unterscheiden muss, dass ich ein Kriterium haben muss… all das bedeutet nicht, dass wir uns die sterile Frage stellen: „Und wie werde ich das machen? Material und Methoden.”

Es gibt weder Material noch Methoden. Es gibt keine Instruktionen. Wir befinden uns auf einer anderen Ebene des Bewusstseins… und wir haben die Schlüsselworte.

Wir sollten zulassen, dass diese Worte sich einnisten und wir sollten uns jeden Morgen vornehmen zu überdenken (span.: ‚replantearse‘[2]) –mich anders aufstellen (span.: ‚plantarme‘)-, eine Anstrengung machen, damit das geschieht, wissend, dass… „Die Präsenz“ da ist!

 

Es ist nicht der Moment zu argumentieren, der Norm zu folgen… Nein! Es ist der Moment sich vorzustellen, zu erahnen, erneut zu schauen, erneut zuzuhören, erneut zuzuhören…!

 

Es hat keinen Wert –weist uns der Betende Ruf hin- alles zu tun „was ich kann“. Es geht nicht darum, was ich kann (span. ‚puedo‘[3]). Es geht nicht um Macht (span. ‚puedo‘[4]). Es geht darum, sich zu verhalten zu wissen. Es geht nicht darum, sich zu verteidigen noch anzugreifen. Es geht darum, sich tragen zu lassen und es zu verstehen zuzuhören.

 Weiterhin Schuldige zu suchen ist steril… Es würde so viele geben, dass wir einen permanenten Krieg entfesseln müssten.

 

Dieses „ich mache, was ich kann” durch „die Anstrengung (span.: ‚esfuerzo‘) sich leiten zu lassen, zu erahnen, zu überlegen, zuzuhören…“ umzugestalten.

 

Wenn wir mit der wahrhaften Dimension zu leben übereinstimmen… dann werden wir infolgedessen unsere Beziehungen mit der Umgebung und mit uns selbst an eine andere Dimension anpassen…

 

 

Jede lebende Spezies hat die Gewissheit, welche ihre Position, ihre Mission und ihre Entwicklung ist. Die menschliche Spezies, innerhalb der Auffassung von „Leben”           –ohne, dass man es definieren könnte-, ist die einzige, die die Möglichkeit hat, ihre Übereinstimmung mit der Umgebung zu modifizieren, pleomorph zu sein… und die Formen anzunehmen, die man für die Situation benötigt, die eine… die eine Anpassung mit sich bringt.

 

 

Was wir zu sagen pflegen: „Also das ist eben so… mit der Betenden Anregung hat es keinen Wert mehr das zu sagen.

„Also das ist eben so”. Oder nicht.

Mit den tiefgreifenden Schwierigkeiten, auf die wir treffen werden hat es keinen Wert zu sagen: „Das ist so.“ Weil wir mit dem „das ist so” die Situation verschlimmern.

Wir müssen aus der Ebene heraustreten.

Das ist das Endlose. Das ist die Ewigkeit. Ich befinde mich in ihr versunken. Und wenn ich einen konkreten Punkt ansteuere, dann verliere ich nicht mein Kriterium(!), meinen Sinn, universell zu sein. Und in dieser Universalität dominiere ich nicht, kontrolliere ich nicht, gewinne ich weder noch verliere ich.

Ich befinde mich aufgehängt in der Schöpfung.

Und nichts ist „so”.

Das Mysterium hüllt mich ein. Und den Eifer, den die Spezies an den Tag gelegt hat abzuheben, „ihr Leben zu gestalten”… hat uns nach und nach in die definierten (span.: ‚de-finidas‘ Positionen, mit Ende (span.: ‚con fines‘) versetzt.

 Mit Ende. Zweifellos haben sie (die Wesen) Angst, ins Unendliche hinauszugehen, wo ich meine Gewalt, meine Sicherheit, meine Auflagen nicht ausüben kann… sondern wo ich bemerke, dass sie mich tragen, mir vorschlagen, mich aufmerksam machen…

 

(3 Minuten der Stille)

 

Auf dass jede Stufe (span.: ‚peldaño‘) eines jeden Tages –ohne zu schaden (span.: ‚sin daño‘)- dem Bewusstsein… dieses Überdenken –mit der schöpferischen Anstrengung- beisteuert, ein kreativer Einklang zu sein, der uns dazu bringt zu unterscheiden, wohin SIE uns bringen.

Und auf dass unsere Kriterien flexibel, anpassungsfähig sind. Nicht routiniert.

 

Das Erbarmen schützt uns. Die Dringlichkeit zu heilen beansprucht uns.

 

Amen!

***

 

 

 

 

 


[1] “Esfuerzo“: Wird übersetzt als „Anstrengung“ oder „es fuerza“, „er/sie ist Kraft“.

[2] „Replantearse“, „Überdenken“, „plantar :

[3] Poder: Als Verb bedeutet es „Macht“ und als Verb bedeutet es „können“.

[4] Poder: Als Verb bedeutet es „Macht“ und als Verb bedeutet es „können“.