Das Interesse

 

BETENDER RUF

 

(7 Minuten der Stille)

 

Wir wissen nicht genau, wann das Interesse (span. ‚interés‘) begann. Nicht das Interesse „sich zu interessieren für”…, sondern das Interesse als Mittel zu verdienen, als Mittel des Beitrags, als Mittel, Vorteile einzusammeln; und nacheinander, als sich diese Notwendigkeit ergab von… Sicherheiten, von programmierten Gewinnen, von fordernden Gewissheiten.

Es scheint so, es scheint so…, dass jedes Wesen mit seinen Interessen reist. Ein schwerwiegendes Argument, wenn man befreit werden möchte.

Jeder einzelne besorgt um seine Erträge, Vorteile und Zinsen (span. ‚intereses’), welche ihre Investitionen der Gefühle, ihre emotionalen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen etc. produzieren; der Zweifel macht immer die Runde, die Vermutung ist vernünftig, das Misstrauen wird zur Angewohnheit.

Und in diesen Abläufen schließt sich immer mehr die Möglichkeit gegenüber einer unvorhergesehenen Neuheit, gegenüber eines unvorhergesehenen Auftauchens, gegenüber einer Ungewissheit, die nicht das Gewöhnliche ist. Es schließt sich auch die Tür gegenüber der Überraschung,  gegenüber der Magie. Nach und nach schließt sich die Tür des Unsichtbaren, die Türen der Unsichtbaren, der unsichtbaren Fäden, die vom Glauben, von den Glaubensvorstellung, den Bewunderungen, von… dem sprechen, was keinen Ertrag hat.

Die kontinuierliche Wiederholung der gleichen, ähnlichen, gleichen Erfahrungen… erschöpft nach und nach den Glauben oder die Möglichkeit einer Renovierung, einer Innovation. Fast alles „wird verglichen mit”, „wird verglichen mit”, „wird verglichen mit“…, aber es wird immer verglichen mit dem Unbequemen, dem schädlichen, dem Beleidigenden…

Der Betende Sinn ermutigt uns, damit wir bemerken, dass jeder Tag neu ist! Dass jeder Tag geschaffen werden musste, und dass er in Folge dessen nicht genauso wie der vorherige Tag ist(!), noch wie der vorherige davor. Und dass das, was vorher geschah und vorher von vorher und nach dem Vorher, heute, morgen oder übermorgen nicht geschehen muss.

Ein defätistischer Atavismus auf der Suche danach, alles zu kontrollieren, zu haben und zu überwachen(!), macht die Überraschung unmöglich.

Und wenn diese (die Überraschungen)  auftauchen –weil jeder Tag unterschiedlich ist und kreiert wurde und jede Schöpfung neu ist-, dann scheint das Wesen nicht in das Abenteuer eintreten zu wollen. Ja, in dieses Abenteuer, das sich ergab, als man nicht wusste. Jetzt, wo man glaubt, dass man weiß, gibt es keinen Platz für irgendein Abenteuer.

 

Wie schwierig es ist, ohne Zweifel zu glauben! Das ist so sehr so, dass jedwede prächtige Blume mit einer erstaunlichen Leichtigkeit welkt, jede neuheitliche Hoffnung ganz schnell sauer… und undurchführbar wird.

Man möchte Abenteuer mit Garantien, mit Sicherheiten.

Garantiert uns die Schöpfung –eines jeden Tages(¡)-, versichert sie uns vielleicht…?

Nein! Sie erneuert uns! Sie innoviert uns!

Aber die hartnäckige und fordernde und dominante und… und fast geerbte Forderung der Sicherheit, des Vorteils, der Gewissheit lässt nicht zu, dass uns die feinen transparenten Fäden der Vorsehung erleuchten und es wird vorgezogen zu verstecken, zu verdecken, still zu sein, zu betrügen, zu lügen, zu überlappen…, um ein Interesse, eine Sicherheit zu erhalten, eine….

 

Jedes Mal, wenn man uns erlaubt in das Unsichtbare, in das betende Plädoyer einzutreten, das uns hinweist, das uns orientiert, das uns aufklärt(!)…, das uns die Fallen der Erinnerungen von Tagen und Tagen aufdeckt, scheint die unendliche Güte der „Tatsache zu Leben“ nicht ausreichend zu sein, um den Suchenden der Gewissheiten-Sicherheiten, Gewinnbringenden der Einflüsse zu überzeugen…

So wird das Wesen zur Kapsel(!), komprimiert, injizierbar… Etwas, was absichert, das komprimiert, was man besitzen kann.

 

Es scheint so, dass jeder ein scharfes Stilett bei sich trägt, um… –wie das Fechten: Touchez(!)-, den anderen in jenem zu berühren, was „was er scheinen könnte” oder „was er sein könnte”… „auch wenn er heute nicht ist, morgen ist er es vielleicht…”

Zu leben wird zu einer schwierigen Übung…

Anbeten, verehren, bewundern, sublimieren… Was für Worte(!) nicht wahr? Die sind so altertümlich(!), wo man doch heute die Möglichkeit hat zu forschen, zu entdecken und zu sehen, dass sich alles unaufhörlich wiederholt, und man muss sich versichern, dass die Herrschaft wachsam ist, die Interessen gewahrt. „Nicht dass mir heute das geschehen wird, was mir gestern passierte!”

Gestern wurde es bereits gemacht. Gestern wurde es schon kreiert. Heute wurde eine andere Welt, ein anderes Universum kreiert. Und was gestern misslungen ist, ist heute nicht bereit es zu sein.

Aber das Wesen scheint sich an seinen Erfahrungen festzuhalten und das Muster als „gleich“ zu katalogisieren; das Unterschiedliche als „fast dasselbe“. Und sogar das Wunder selbst wird in Zweifel gezogen, nicht dass es sich um eine Posse der magischen Effekte, der Falle handelt!

 

Ist es möglich, das Lieben unter diesen Umständen zu fühlen? Ist es möglich, sich zumindest an das Ufer anzunähern, damit die Füße nass werden können? Ist es möglich zu schwimmen, ohne Grund unter sich zu haben? Oder verwirft man das gleich so eingangs? Weil die Berechnung, weil der Kommentar, weil die Meinung, weil…

Es werden Klischees aufgestellt, Standbilder, Wiederholungsbilder.

Die Vermutung –Vermutung, ja- der Unschuld ist inakzeptabel. Immer scheint der Schatten der Schuld jedes Wesen zu begleiten.

Die nachgewiesene Unschuld dauert nur kurz an. Ganz schnell sucht man bei ihr irgendeine Falle. Und wenn sie keine hat, dann denkt man sie sich aus! Das Offensichtliche, das Klare und Transparente, das Ehrliche erscheint als eine so offensichtliche Obszönität.

Der Irrtum, der Konflikt, der Betrug, die halbe Wahrheit scheinen besser und natürlicher…, um sich einiger befriedigender Interessen zu versichern.

Und obwohl alle Tagesanbrüche unterschiedlich sind, weil eine andere Welt erschaffen wurde, ruft sich das Wesen in Erinnerung –indem es sein Gedächtnis sehr schlecht nutzt- und setzt –um es besser zu verstehen- einen Hut von kleiner Größe auf einen großen Kopf, und es will partout, dass der Hut passt bis es das schafft, indem es den Hut ein bisschen kaputt macht und den Kopf ein bisschen verletzt. ¡Ja! Es soll dieselbe Form von gestern sein!

Es scheint so, dass wenn sich die Sorgen, die Vorurteile, die Zweifel, die Vermutungen, das Misstrauen auflösen würde... es scheint so, dass das Wesen dann unnütz(!) wird. Der Krieg scheint notwendig und das, sich für potent zu halten und sich so einzuschätzen!

Von daher die Sprichwörter: „Wie alles!” „Wie alle!” „Wie immer! „Was soll ich Dir sagen!“ Genauso wie immer. Genauso wie alle. Genauso wie alle.”

Und das Universum und die Schöpfung beharren und beharren stur darauf, das Offensichtliche des Unterschiedlichen, das Kreative, das Neuartige offensichtlich zu machen.

Aber es gibt da so wie ein inneres Hindernis, das in jedem Einzelnen fordert, dass die Welt nach seiner Laune gemacht sei. Man schafft nicht den transzendenten Sprung…(!), dass wir uns anders fühlen.

Und so, wenn das Ausnehmende auftaucht, ahhhhh(!)…, dann wird es nur kurz anhalten. Bald werden die „Aber” auftauchen, die Straßenräuber der Illusionen, die dich an das kurzlebige erinnern werden(!), die dir das Verdächtige sagen werden. Diese unheilverkündenden Vögel, die niemals irgendjemandem vertraut haben. Auch nicht sich selbst.

Das Fest verwandelt sich bald in Hinrichtungsstätte.

Ergreifend…!

So zieht und so kultiviert das Leben den Menschen als Spezies. So spekuliert er mit seinen Gaben, mit seinen Gütern. Und obwohl es unaufhörlich Gebete regnet(!), versucht der Mensch seine Spur zu setzen, um seinen Besitz abzugrenzen, um seine Interessen klarzustellen.

- Aber es regnet…!

- Ja! Ja! Schon, dafür gibt es die Regenschirme!

 

Das Sprichwort sagte: „Zweifel beleidigt.“ Wenn man sich in der Offensichtlichkeit und in der Unschuld befindet, dann ist der Zweifel der fast tödliche Degen.

Aber sofort kommt der Anspruch hervor:

- Also kann man denn keinen Zweifel haben?

- Ja. Ja, man kann. Lass zu, dass der Zweifel eintritt und Du wirst an allem zweifeln. Fang an die Wand zu argwöhnen und bald wird sie fallen.

 

Es scheint so, als ob… etwas an Erbarmen fehlen… fehlen würde.

Es scheint so, als ob es notwendig wäre anzuflehen und anzuflehen, dass man sich als neu zu erkennen gibt, als anders… und dass man dich erkennt.

Was für eine ausgedehnte Angst(!), die, die nicht erlaubt zu stammeln, was ich fühle.

 

Und wenn… man der neuen Schöpfung unter dem Betenden Sinn eine neue Gelegenheit gibt? Die zweifellos durch alle Schöpfungen verbürgt wird!

Aber es ist die Schöpfung des Glaubens, der Vorsehung.

Es ist Schöpfung der unendlichen Liebe, die keine… Flecken hat.

Man kann sie nicht mit zusammengepressten Lippen, mit gekräuselter Stirn… oder mit halboffenen Augen behandeln.

Könnte es ein renoviertes Erbarmen, ein inspirierter Glaube, eine unbefleckte Glaubensvorstellung sein …?

 

Hören wir zu und fahren wir fort.

 

 

AAEEEIIIIMMMMMMM

 

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