5. Das ausdauernde Vertrauen mit dem Glauben, in den Glauben bringt Glück

 

BETENDER RUF

 

(3:30 Minuten der Stille)

 

Und das Vertrauen wurde lau, verängstigt, unsicher(!), unentschlossen… und es erlag dem Ertrag.

Und das Vertrauen wurde immer weniger notwendig, obwohl es unumgänglich ist, aber es wurde zum Verstand. Und wenn man nicht den Ertrag des Vertrauens erlangten… –„jene, die nicht den Ertrag des Vertrauens erlangten”-, dann erzeugte sich eine Untreue.

Vielleicht begann diese ganze Verschlechterung, als die „Erträge”, die „Gewinner” auftauchten, als der spekulative  Mensch auftauchte, der produzierende Mensch, das anhäufende Wesen… die Sklaverei.

Trotzdem –eigenartig- es existieren die „Gefangenen des Vertrauens“. Ja. Gefangene, die im Laufe der Jahre der Gefangenschaft bewiesen haben, dass sie sich anpassen können, die gehorchen, die gerade ihr Leid überdenken und den Gefängniswärtern helfen, damit sie die neuen Gefangenen hüten, die Gefahr laufen, sich selbst anzugreifen oder die sich schlecht anpassen. „Gefangene des Vertrauens”, wo doch die grundlegende Arbeit eines Gefangenen die ist, zu fliehen.

Aber das Vertrauen ist unerlässlich, weil es das ist, was die Kommunion, ein gewisses gemeinschaftliches Fühlen, eine Allianz erlaubt.

Aber die Parteilichkeit und der religiöse Fanatismus haben dieses Vertrauen zerteilt, und jeder einzelne vertraut in „die Seinen“, bis er aufhört zu vertrauen. Der Verrat ist der Schlüssel, weil man nicht das erreicht hat, was man auf der Basis des Vertrauens erwartet.

Das Vertrauen (span. ‚confianza’) ist in seinem Ursprung gratis(!), aber wenn man es als eine Kaution (span. ‚fianza’) interpretiert, das bedeutet, eine Bezahlung, die man „voraussetzt”… werden sich zum Beispiel Schäden in der Miete erzeugen, und dann geben wir ihm (dem Vertrauen) bereits den Charakter des Ertrages: der Einkunft.

Und der Betende Sinn fordert uns auf, einerseits als Mahnung und andererseits als Hinweis. Als Mahnung in dem Sinne, welches unser Niveau des Vertrauens ist, im Allgemeinen und im Persönlichen: ist es zerbrechlich, ist es stark, ist es schwach, ist es mit Unterbrechungen, hängt es von den Resultaten ab…? Wie würde es Ihnen gefallen, dass die anderen in Sie vertrauen?

Und andererseits, welches ist das Niveau des Vertrauens des Betenden angesichts des Schöpfer Mysteriums?

In welchem Maße hat man Vertrauen in die Verschwörung, die die Vorsehung mit jedem Wesen aufstellt?

In welchem Maße wissen wir, dass „das da ist“… und dass wir das sehen, hören, fühlen können…? Und das geschieht, wenn wir bereit sind, unseren Verstand von der Egozentrik und dem Götzendienst und unsere Gefühle von der Possession frei zu machen.

 

(4 Minuten der Stille)

 

Egal wie die Antwort ist, die jeder einzelne auf diese beiden Fragen gibt –wenn wir zu ihnen zurückkehren-, die erste: Welches, welches Vertrauen…? In wen vertraue ich? Bis zu welchem Punkt vertraue ich? Vertraue ich voll und ganz? In dem Fall –durch dick und dünn- vertraue ich nur teilweise, das hängt davon ab: wenn sie von den guten sind, ja, aber wenn sie von denen sind, die ich für schlecht halte, nicht…?

Wann verliert man das Vertrauen?

Zum Beispiel, wenn jemandem durch Dich ein gewidmetes Geschenk angeboten wird, und noch nicht einmal eine einzige Grazie, ein einziger „Dank“ auftaucht, darf man da das Vertrauen verlieren? Ist es ein ausreichendes Detail, um das Vertrauen zu verlieren? Oder ist es eine Sache, die nicht wichtig ist? Es werden schlimmere Dinge kommen!

 

Ja. Das Vertrauen ist etwas, das man zeigen, ausüben und realisieren muss, angefangen bei den kleinsten Dingen, bis hin zu denen, die wir größer nennen.

Aber es ist schwierig, klar, weil der persönliche Hedonismus und der Wert, den man dem Vertrauen gibt, was man in einem Detail zeigt, und wenn das nicht wertgeschätzt wird, also… bah!

Es bleibt nichts weiter übrig –als „Heilmittel”-, als sich des vulgären Misstrauens bewusst zu werden, das man für gewöhnlich ausübt.

Und wir sagten „Heilmittel” wegen der gewöhnlichen Bezeichnung. Ja, weil das Vertrauen ist, das nur an den Ertrag denkt… Ach…! Wie allein fühlt sich die Blume, wenn der Fußgänger sie nicht wahrnimmt! Wie traurig segelt die Wolke, wenn der Fußgänger nicht zum Himmel schaut! Was für ein Gurren ohne Klang hat der Wind, wenn der Mediator nicht dessen Hauch gewahr wird!

Ach! Was für eine große Traurigkeit es in den Worten gibt, wenn man ihnen nicht zuhört! Ach! Was für eine Trostlosigkeit, wenn der Dank abwesend ist!

Was für ein unerreichbares Beispiel des Vertrauens der Schöpfung gegenüber ihren Kreaturen, und wie wenig spiegelt man von diesem Vertrauen gegenüber dem, aus der Nähe, beim Nächsten wider!

 

SIE umwerben uns im Vertrauen mit Gesundheit, mit Nahrungsmitteln, mit Unterschlupf, mit Zuneigungen. Und das Wesen erwidert jedes Mal mit dem Misstrauen, dass es sich fragt: „Und was… was wird der oder die als Gegenleistung für das wollen,   was gegeben wird?”

Der, der vertraut, erwartet nichts hierfür.

Wenn das Vertrauen darauf basiert, etwas zu bekommen… ist es ein Prozess des Geschäfts, des Austausches.

Weil bereits außerdem schon darauf hingewiesen wird: „Vorsicht mit dem blinden Glauben! Der blinde Glaube macht Dich blind und lässt Dich nicht sehen.

Ah, der Glaube…? Ach! Das Vertrauen…!

„Der Glaube.” Oh! Ein grandioser Gast. Ein Gast, der das  Vertrauen anstößt, und der manchmal mit ihm verwechselt wurde. Und nein. Nein, nein. Sie sind Alliierte. Aber wenn es Glaube gibt, dann ist das Vertrauen in Fülle. Wenn es keinen Glauben gibt, dann wird das Vertrauen zweifelhaft. „Von zweifelhaftem Vertrauen.”

Und so taucht der gewöhnliche Satz auf: „Ich habe kein Vertrauen in…“ „Ich vertraue nicht auf…“

Aber vor allem: „Ich habe kein Vertrauen”. Und klar, es ist eine fast unendliche Kette von Misstrauen.

Und der, der kein Vertrauen hat und nicht vertraut, bemerkt nicht, dass auch die anderen kein Vertrauen in ihn haben, ihm nicht vertrauen.

 

(6:30 Minuten der Stille)

 

Und es ist nicht schwer, Beispiele zu finden… Wir werden keine Zahlen nennen, aber man findet Beispiele von ausdauerndem Vertrauen –unter dem Beistand des Glaubens-, die die Zeit überdauern, die ihr trotzen… und die –nicht immer(!)-, aber die   Glück bringen. Sogar wenn sie kein Glück bringen, da sich das Vertrauen mit dem Glauben verbündet –oder der Glaube mit dem Vertrauen-, war es das Wert, zu vertrauen.

Hey, das sind Beispiele!

Wir glauben, dass es mehr als Ausnahmen sind.

Mit den Beispielen könnten wir sagen, dass das ausdauernde Vertrauen, mit dem Glauben in den Glauben, Glück bringt. Das kann ein Mahnsatz sein… Auch wenn man ihn später vergisst! Aber wenn man ihn mit gewisser Regelmäßigkeit liest, könnten wir entdecken, worauf wir vertrauen und worein die anderen bei uns misstrauen. Und um dann einen Grund zu geben, dass die anderen in uns Vertrauen. Von dem gegenseitigen Misstrauen zum gegenseitigen Vertrauen überzugehen.

 

(4 Minuten der Stille)

 

Die permanente Ausübung Vertrauen zu geben… und gleichzeitig zu vertrauen und beispielhaft vertrauenswürdig zu sein… ermöglicht uns und fördert uns im Glauben an das Schöpfer Mysterium. Es lässt uns zum Echo des Betenden Rufs werden, der uns hinweist:

Wenn das gegenseitige Misstrauen regiert, dann ist die Gesamtheit fiktiv, die Kommunion unsicher, die Zukunft unsicher.

 

(5 Minuten der Stille)

 

Und in dem Prozess miss-trauisch (span. ‚des-confiar’) zu sein, lässt das Wesen immer mehr in seinen Ressourcen nach, es sondert sich immer mehr in seinen Forderungen ab und endet damit, sich selbst gegenüber misstrauisch zu sein. Und wir sagten „es endet”, weil von dort an der kleinste Fortschritt schwierig ist, das Scheitern ist einfacher –und selbstverständlich führt man das auf die anderen zurück.

Wenn das Vertrauen zur Gewohnheit wird, dann erweitern sich die Optionen, die Möglichkeiten. Das Bewusstsein wird großzügig. Die Freundschaft wird „wahrhaft“. Und die Einsamkeit als… als Ursache, verschwindet.

 

Die Spezies ist eine soziale Spezies. Und auf dieser Basis hat sie eine Beschaffenheit, eine Prävalenz, eine Evolution und eine Konstanz. Aber es besteht kein Zweifel(!) –sagt uns der Betende Sinn-, dass die offensichtlichen Signale, die klaren Warnungen der Verschlechterung der Spezies und ihrer Nähe zum Abgrund und ihrem Verschwinden… direkt proportional zum Vertrauen unter den Elementen steht, die Teil dieser Spezies sind.

Und dass das ganz eng mit dem Glauben verbunden ist…, die jeder einzelne in seine Talente hat.

 

Ja!

 

***