Angesichts des Schöpfer Mysteriums sind wir Neugeborene

 

BETENDER RUF

 

Und wenn man sich in dem Betenden Ruf einfindet, dann haben wir keine Erwartungen, aber schon Interesse.

Wir finden uns ohne Gewinne ein, aber mit Hoffnungen.

Wir finden uns mit Bescheidenheit ein, ohne Erfolge.

Wir finden uns ein, bereit … wohlwollend zuzuhören.

 

Ein wohlwollendes Zuhören, das weder Obligation, noch Gehorsam, noch Befehl, noch Ordnung unterstellt.

Ein wohlwollendes Zuhören, dass… Erleichterung mit sich bringt.

 

Mit dieser Bereitschaft sehen sich die Lasten und Mühsalen –jene, die ‚vorurteilen‘, die verurteilen, die Sorgen bereiten und die sich in einer internen Diskussion oder in einem entschiedenen Radikalismus befinden-… all das… sieht sich zumindest genötigt, sich zu verschieben!

Es verschiebt sich, um in das Unbegrenzte einzutreten. Um von hier in das Empfindsame, in das Sensible, weit über unsere Körperlichkeit hinaus einzutreten.

Sich im Betenden Sinn einzufinden, bringt ein unbegrenztes Bewusstsein angesichts des „Unermesslichen” –nicht Messbaren- der Schöpfung mit sich, welches auch immer die Meinung über sie sein mag; was auf jeden Fall eine Meinung wäre… nicht nur weit weg, sondern sehr weit weg von dem, was die Schöpfung ist.

[1]So salopp treten einige dem… Startschuss des Big Bang bei; andere suchen Zuflucht in der Handlung der Göttlichkeit… mit vielen menschlichen Charakteristika, so vielen(!), dass es überrascht.

Mal sehen, ob wir irgend eines Tages Paco oder Antonio sehen werden, wie sie eine Schöpfung machen: am ersten Tag schöpft er ein Gewehr, am zweiten eine Kanone, am dritten ein Gewächshaus, am vierten eine gigantische Mauereidechse, am fünften eine Pfütze, am sechsten… ufff(!) ein Monument und am siebten… ausruhen, klar!!

Jedwede Ähnlichkeit mit der Schöpfung ist reiner Zufall.

Aber das menschliche Verhalten befindet sich sehr wohl in diesen Schlachten und fühlt für sich das Privileg des Lebens in diesem immensen Universum.

Und mit Vernunft und mit Abneigungen werden die Denkweisen und die Geschichten debattiert…! Und welche Schande, nicht? Während die Reichen mehr werden und die Armen „vorwärtskommen“ –zum Beispiel. Das mit dem „vorwärtskommen” will sagen, dass die Zahl der Armen ansteigt.

Man könnte sagen, dass die Zahl der Reichen begrenzt ist. Die Zahl der Armen und Armseligen ist unbegrenzt.

Der Betende Sinn „platziert” uns –wir drücken es so aus- unter die Armen. Ja, jene, die bemerken, dass sie sich in einer Immensität befinden, die weder Vernunft noch Logik erträgt. Und dass die eigenen Elemente als Spezies bis jetzt nur dafür dienen, um die menschliche Aktivität zu erobern, um zu beherrschen, um zu kontrollieren und um zu ‚egozentrisieren‘ und um ‚selbstzuverherrlichen‘.

Für einen Moment scheint es so –nicht wahr(?)-, dass weder die Sterne  existieren, noch die Galaxien, noch die Novas, noch die Super Novas, noch die Enanas marrones, noch die Enanas  blancas, noch die schwarzen Löcher, noch… Nein! Die ‚arrogantische’ Abschnürung, die das Wesen der Menschheit hat ist so groß, –arrogantische(?) muss existieren-, dass der Bauchnabel sich mit dem Mund verbindet.

Das ist fast ein Koan, eh? Fast.

 

Von der Armut aus wissen wir, dass uns der Betende Sinn angesichts seiner Güte, angesichts seiner Vorsehung, angesichts seines Erbarmens, angesichts seines Mitleids ruft. Denn wenn wir uns vor diese als armen –sehr armen(!)- Ausdruck dessen versetzen, was die Schöpfung sein kann, in die jedes Wesen versunken ist, ist das Zurückgreifen auf diese Worte… das, was dem am nächsten ist, dem Tagesanbruch zu danken, dem Gesang des Vogels zu danken, zu danken, weil man fühlt, dass man „möglich“ ist, dem zu danken, weiter schwimmen zu können, ohne in der Misere dessen, was uns passiert, was uns geschieht, was man uns gesagt hat, zu versinken.Es ist das Nächste, was wir von unserer Armut aus haben, wenn wir danach suchen, das Erbarmen, die Güte, die Vorsehung… die Sanftheit des Schnees, die Ruhe des  Bachs, die lebendige Nostalgie der Wolken… zu fühlen.

 

Ach…! Angesichts dieses Rufs einzutreten… ist Erbarmen, das wir in unseren Verurteilungen anwenden müssen, in unseren Momenten der Beschuldigung, in unseren Augenblicken der Unfähigkeit oder der Ungeschicklichkeit, die wir egoistischer Weise fühlen können. Ja, „egoistischer Weise”, denn allein die Tatsache, diese Autoaggressionen wahrzunehmen, muss uns hin zu den Befähigungen erwecken, die… die unseren Kummer nicht ‚egolatrisieren, vergöttern‘. Ach! Wenn wir sie für einen Augenblick mit anderen auf andere beziehen würden, wären wir fast Engel oder Erzengel.

Dass man das als Trost interpretiert? Na gut. Ist das eine Bosheit, sich zu trösten? Ist der Trost etwa kein Projekt der Veränderung, eine heilende Intention? Trösten wir denn etwa nicht das Kind, wenn es seinen Ball verliert? Müssen wir ihm das rational verbieten?

Der Betende Ruf… ‚nimmt uns mit’ –ja, das ist seine Intention- hin zu anderen Lüften ohne Agonien, ohne Bedrohungen, aber er sondert uns nicht von unserem Dasein ab. Nein, er sondert uns nicht von unserem Dasein ab. Der Betende Ruf destilliert Düfte, damit wir… unser Bewusstsein zu leben erweitern und wir dieses Zusammenleben mit allem Geschöpften entdecken.

 

Auf dass der Tagesanbruch von der betenden Optik aus ein Wiegenlied, ein Wiegenlied… von Erwachten sei…!

Und wir können ohne Scham ausrufen:

 

„Und das kleine Baby,

Babychen, hey...

Wach auf zum Morgenstern,

der Dich bewundert

Ach! Der Dich bewundert.“

 

Dieser Morgenstern, ja, der uns zu bewundern scheint, indem er uns ankündigt, dass wir in einem Mysterium versunken sind. Aber… das Mysterium, das nicht einengt! Das uns in den Geheimnissen stammeln lässt. Aber es ist ein so freundliches Mysterium, dass es nicht… nicht verhindert!

 

Ist sich das Baby etwa bewusst –wenn die Mutter oder der Vater es empfangen, es umarmen, ihm zuflüstern oder im etwas vorsingen-… ist es sich all der Offenheit, die sie ihm anbieten, die sie ihm geben(!) bewusst? Und die es benötigt! Ist es sich dessen bewusst? Wird es unruhig danach zu fragen, wie lange es dauern wird, wie es sein wird…? Oder  freut es sich vielmehr, lacht es mit seiner Grimasse, das Baby, und passt es sich an… indem es die Drehungen in unseren ungeschickten Armen sucht?

Nein, angesichts der Schöpfung wachsen wir nicht. Wir werden nicht erwachsen, volljährig… angesichts des Schöpfer Mysteriums sind wir Neugeborene, „Tagesangebrochene“, „Lebendige aus Liebe“… oder „wegen einer Liebe” –um dem einen Namen zu geben, etwas, was keinen Namen hat.

 

Ach! Schon kommen die Versprechen –ja(!) schon kommen sie. Ja, jene, die jedes Mal sprießen, wenn ein neuer Zyklus initiiert wird und die aus der Intention und aus… Lust entstehen! Aber die für gewöhnlich nur mit dem Opfer, der Mühe, der Arbeit rechnen              –tatsächlich der persönlichen Wichtigkeit-, um es zu schaffen, aufzuhören zu trinken, um mehr Geld zu verdienen, um auszuwandern, um jene Macht oder jene Sache zu erreichen…, was an sich weder gut noch schlecht ist, aber… da das entfernt von der Schöpfung als eigene persönliche Wichtigkeit auftaucht, scheitern sie Jahr um Jahr… in kleinerem oder größerem Maße. Und es kulminiert mit dem trübsinnigen Satz der eigenen Wichtigkeit: „Also ich kann nicht… (span. ‚no puedo‘)! Also ich kann nicht…”

Immer mit der Macht (span. ‚poder‘) auf den Schultern! Immer mit der persönlichen Leistungsfähigkeit: ich kann oder ich kann nicht!

Nein… es kann nicht der Einfall auftauchen –jetzt, wo wir uns in einem betenden Moment befinden- unsere Versprechen zu bezwingen –ohne Unterwerfung, einfach als Beispiel(!)- unsere Versprechen, uns zu ändern, der Evolution, des Verhaltens(!)… sind wir nicht in der Lagen ihnen, der Milde, der Güte, der Vorsehung, dem Mitleid … die sich offensichtlich in diesem Universum ergeben, damit sich das Leben ergibt, das zu zeigen!?

Wird es denn etwa nicht so sein, wenn wir es so machen, dass man dann das Opfer, den Schmerz, die Zurückweisung, das „Aber”, das „ich kann nicht” nicht benötigt?

Und indem man diese persönliche Wichtigkeit verschiebt, treten das Erbarmen, die Güte, das Mitleid ein…, die –wir betonen das- Worte sind, die uns beabsichtigen dem Schöpfer Mysterium anzunähern, aber die zweifellos zu kurz kommen. Aber sie werden groß und offensichtlich(!), wenn wir uns ihnen gegenüber öffnen.

Und ohne Kapazitäten, unsere Ressourcen, unsere Mittel zu verlieren, schneiden wir die Aussichten, die Versprechen mit der überzeugten Entscheidung an, dass, wenn sie benötigt werden, wenn wir uns bewusst sind, dass wir sie benötigen, wenn wir sie zeigen und wenn wir unser Kriterium von können (span. ‚poder‘) verlieren, um „zu erreichen oder nicht“, wenn wir es verstehen, uns in diese Dimension zu versetzen, dann wird sich „zweifellos“ das Versprechen erfüllen, es wird sich entwickeln.

 

Und da man so oft an dem eigenen Vertrauen und dem Vertrauen der anderen zweifelt, und man sich im Zweifel befindet, sollten wir dem, was uns Ruft –der Betende Sinn- unsere Notwendigkeiten zeigen, so als würde sie das Mysterium nicht kennen. Weil wir arm sind!

Wir sind arm, diese Armut, die nicht benötigt, die sich nicht festbindet, die nicht fordert…; die eine enorme Dankbarkeit fühlt, wenn sie Wasser trinkt, wenn sie einen Bissen probiert oder wenn sie in Ruhe ausruht.

 

Wir sollten die Armut, die Bescheidenheit… in ihrer Schönheit ausüben, die es uns erlaubt, dass sich die einen den anderen nähern. Wir sollten das Musterbuch von dem, was wir benötigen –ehrlich(!)- öffnen.

 

Lassen Sie uns –wenigstens für einen Moment(!)- fühlen, dass sich das Erreichen         –ohne Gewinn, aber das Erreichen- dieses Versprechens, dieser Notwendigkeit nicht in unseren Händen befindet!

Wir sind Darsteller, aber das Textbuch, das Werk… ist ein Mysterium, das sich in jedem Moment vergießt.

Und für einen Augenblick hören wir auf zu sein, wer wir sind(!) und zeigen einfach unsere Bestrebungen, die –selbstverständlich- nicht auf Kosten von Leiden, Schmerzen oder Verletzungen anderer gehen, sondern dass sie… die Bestrebungen sind, die uns sooft beschämen, wenn wir an sie denken oder die, bei denen wir so oft gescheitert sind, wenn wir versucht haben, sie zu erreichen.

 

(2 Minuten)

 

Wir werden unsere Beispiele des Benötigten rhythmisch mit dem Mantra gestalten, das die Worte und die Ideen lüftet und welche sie in Händen „von“ lassen. „Von”…

 

 

YAAAAAAAAAAAA…

YAAAAAAAAAAAA…

YAAAAAAAAAAAA…

 

Auf das sich die Rückkehr des Weltlichen, des Alltäglichen, dessen, was man zwischen den Händen trägt, mit dieser Festbeleuchtung der Vorsehung, des Erbarmens, der Güte, des Mitleids befindet…

Bereit, uns hin zu anderen Perspektiven aufgewühlt zu fühlen, aber erfreut(!), gefällig…!

 

 

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[1] Hier heisst es im Original: “Para andar por casa”: qualitativer Ausdruck, der bei den Dingen eingesetzt wird, die nicht sehr streng sind oder die nicht sehr sorgfältig gemacht wurden.