SIE, die Mysterien, wussten immer, dass wir da sein würden

 

BETENDER RUF

 

(4 Minuten der Stille)

 

Und die Gezeiten des Daseins der menschlichen Spezies… neigen durch die andauernde persistente Angst, durch das Bewusstsein der Sicherheit, das abgesichert werden muss –und diese ihrerseits auch abgesichert werden müssen- zum Drama und zur Tragödie.

 

Und das Drama… scheint der Spezies den Protagonismus zu leben zu geben.

Und die Tragödie erteilt ihr den Protagonismus zu sterben.

Und dort… schwanken… Tragödien, Dramen, Sicherheiten und Ängste.

So hantieren ihre Identitäten.

Wodurch die kreative Identität, die Option des Gleichgewichts, die solidarische Haltung, das Verhalten des Respekts, die Position der Erleichterung… vergnügt(!), die Freude der anderen und… der Glaube –ach(!)- eigenartig werden.

 

Und so, wenn… mit diesen Mitteln –die beabsichtigen, die Visionäre der Realität zu sein: Tragödien, Dramen, Ängste, Sicherheit-, die Bewusstseinszustände in die Verzweiflung verfallen –ah(!)-, wenn das geschieht… dann erinnern sie sich daran zu beten(!), man sucht das Wunder(!), man schreit… und man fordert sogar von der Vorsehung!

 

Und es taucht die „Verzweiflung des Gläubigen” auf, das verzerrte Panorama.

Ein verzerrtes Panorama, in dem sich das Wesen für unfähig hält, wo es doch vorher so fähig war! Mit all dem Hauptdarsteller, der er (der Mensch) in seinem Drama war: fordernd den anderen gegenüber, tolerant mit sich selbst. Mit all der Förderung der Ängste und Garantierendem der Sicherheiten…

All das, ohne etwas anderem eine Möglichkeit zu geben… was man nicht selbst ist, etwas anderem, was nicht „andere” wären, etwas anderem, das mysteriös wäre, was sich nicht unter der menschlichen Vormundschaft befindet.

 

Angesichts des Auftauchens der Verzweiflung, der „sehnsüchtigen“ Suche aus diesem Morast herauszukommen, der die Melancholie, die Traurigkeit, die Einsamkeit mit sich bringt… und weil man die Verachtung lebt, die angespannt und hart ist, weil sie nur mit dem eigenen Protagonismus oder dem Zwang auf andere oder dem, was andere dir aufzwingen, rechnet.

 

Der Pollen weiß vom Wind. Der Wind durchquert… und rennt(!)…, indem er die Leere belüftet und die Erde begleicht.

Sie scheint unbekümmert…

Sie ist es.

Man merkt nicht die Betrübnis vor der Trockenheit oder… die Hilfe des Gewitters. Sie scheint von jedwedem Drama oder jedweder Tragödie befreit zu sein, welches sogar         –anscheinend- provozieren kann.

 

Es scheint nicht, dass der Tagesanbruch sich beschweren würde und dass die Sterne Protagonismus und persönliche Wichtigkeit vom Firmament fordern, wenn die Sonne auftaucht.

Sie scheinen keinen Konkurrenzkampf zu haben.

Sie scheinen fade. Sie scheinen… wenig lebendig.

Klar. Wenn man an das Drama, die Tragödie, an die Angst, an die Sicherheit, an die Flucht, an die Verzweiflung gewöhnt ist… ja, „scheint es so”.

 

Und sicherlich, wenn wir in dem Betenden Sinn für einen Augenblick das Aroma des Tagesanbruchs wahrnehmen…

Wenn wir bemerken würden, dass die Regentropfen fallen, ohne dass es sie zu stören scheint… wen sie benetzen...

Für Momente scheint es… dass die Kälte und die Wärme schonungslos mit den Kreaturen spielen.

 

Wenn man für einen Augenblick… die transhumanten Farben des Herbstes betrachten würde. Wenn man sich für einen Moment die magischen Erinnerungen vergegenwärtigen würde –ja magisch- die geschehen sind…! Und magisch deswegen, weil sie keine Erklärung hatten.

Wenn man zumindest denken würde –denken(?)-… wenn man denken würde, dass wir nicht aus unserer eigenen Entscheidung hier sind, sondern dass SIE uns hergebracht haben, um treue Widerspiegelungen der Schöpfung zu sein …

Und diese Schöpfung, die man in den Nächten betrachtet, scheint nicht verzweifelt zu sein. Nein, nein, nein… man merkt nicht, dass sie traurig oder verbittert wäre.

Ach! Wenn das Wesen, die Wesen(!), entscheiden… -wird das möglich sein(?)-, entscheiden aufzuhören, ihre verzweifelten Sorgen dem Wind, dem Regen, den Erdbeben, den Taifunen, den Aussaaten, den Farben, dem Trällern der Vögel zuzuschreiben…

Ahhh! Ja. Wenn das Wesen aufhört der Bezugspunkt zu sein, von dem aus es beurteilt, sich qualifiziert, sich beurteilt, sich vorverurteilt, sich verurteilt, sich angreift…

 

Ja… Ja. Wenn wir aufhören, Qualitäten, die wir leben, zuzuschreiben, die wir uns zuschreiben, wenn wir diesen „weisungsgebundenen Bezugspunkt” unterlassen und uns gegenüber dieser Göttlichen Indifferenz öffnen…

Und mit „mysteriöser” Indifferenz ist gemeint: dass SIE sich nicht wie wir verhält!

Wenn man annimmt… –und das ist die betende Intention von heute-, wann man annimmt, dass wir niemals entschieden haben zu kommen… Die Mysterien wussten immer –immer(!)-…, dass wir das sein würden.

 

Wenn sich dieser anhaltende Protagonismus auflöst, das Leben kontrollieren zu wollen und aus dem Tot die einzige Offensichtlichkeit zu machen(!)… und man wahrnimmt, dass man sich innerhalb dem schwindelerregenden Lauf des Universums befindet, sich zu kontemplieren…

Und das zu sehen und das zu fühlen, ohne Eile(¡)…., indem man uns den Frühling, den Herbst, den Winter, den Sommer, den Spätsommer gibt… gratis!

Ach…! Und wenn die Sinne (span. ‚sentires‘) kommen, um in die Gefühle (span. ‚sentidos‘) einzufließen(!)... und aufhören, Zuschauer zu sein, um Handlungen des Lebens zu werden und infolgedessen, Gefühle der Emotionen…!

Ach! Und wenn die Gnade zu lieben erwacht, unerwartet auftaucht und wir nicht versuchen, sie zu besitzen, sondern sie vielmehr zu hüten, so als würden wir über Feuer gehen …

Wenn man diese „Berührung” der unvorhersehbaren Gegenwart… wie eine Gnade mehr der Schöpfung annimmt und wir in sie unser Vertrauen legen, dann werden wir uns diesem Fühlen hingeben, das uns vermummt, dass uns wiegt, das uns aufsammelt… und uns sehen lässt, dass wir nicht von uns sind…!

„Wir sind nicht von uns.“ „Ich bin nicht von mir.“

Ich bin von der überraschenden Verhexung.

Ich bin der freudige Ansturm eines verliebten Mysteriums…(!), das mich mit der Farbe, mit  dem Aroma, mit… Idealen, mit Projekten, mit Fantasien, mit unergründlichen Fragen verzaubert, die ich schon nicht mehr versuche zu beantworten…

Ich nehme die Ereignisse… mit dem subjektiven Verhalten dessen an… der nicht weiß, der sich überraschen lässt...!

Und dass nimmt nicht, nach meiner eigenartigen Essenz, nach meiner mysteriösen Herkunft zu suchen(!), aber es mit der Sicherheit machen, dass das, was entdeckt wird, deswegen sein wird, weil es sich mir präsentiert hat, weil es sich mir geöffnet hat, weil SIE es zugelassen haben.

Und deswegen werde ich nicht aufhören, die Geschicklichkeit meiner Idee, meiner Intuitionen, meines Körpers zu schätzen…! Aber wissend, dass ich verziert, gehütet und belebt werde… hin zu einem Leben ohne Tot(!), hin zu einem Leben… ohne die Tragödie und das Drama(!), hin zu einem Dasein… ohne Angst.

Sich begleitet wissend. Zulassend… zulassen, dass die Szene mir sagt(!), dass mich der Direktor orientiert –dieser Mysteriöse. Dass es nicht mein Werk ist! Ich bin ein interpretierender Vermittler… dem sie kreative Eindrücke zuflüstern.

Und deswegen denkt er sich aus(!) (der Mensch), und deswegen entdeckt er(!) und deswegen ist er erstaunt(!) und deswegen genießt er!

 

(2 Minuten)

 

Könnten wir uns von unserer beschäftigten Sorge frei machen, wie man umgangssprachlich sagt: „Unsere Sorgen in den Wind schreiben?“[1] Auf dass die Glockentürme (span. ‚campanarios‘) fallen(!), und dass der Wind sie mit sich trägt und sie schwingen, damit sie klingen werden. Damit sie nicht in Kirchen, Kapellen und Tempeln gefangen sind.

Und in diesem Sinne ruft uns das Mantra:

 

EeeeEEEiIIIIIIIII

EeeeEEEEEiiIIIIIII

 

(6 Minuten der Stille)

 

***

 


[1] Im Original heißt es: “Lanzando nuestras campanas al vuelo”. Wörtlich übersetzt würde es heißen: Unsere Glocken in den Wind werden.