47. Die Menschheit flieht vor dem Geschöpften, sie flieht vor dem Mysterium

 

BETENDER RUF

 

(5 Minuten der Stille)

 

Das Leben präsentiert sich uns als eine ausgezeichnete im Universum aufgehängte Verflechtung, das durchfährt…

Und aufgrund seiner unterschiedlichen Kenntnisse geschehen Ereignisse –im Fall der menschlichen Spezies-, die einer fehlenden Korrespondenz zwischen dem Menschen und dem Schöpferischen –und dem Göttlichen- zugeschrieben wird.

Und so wurden die Trockenheiten, die Überschwemmungen, die Störungen jedweder Art –besonderer oder genereller Art-, die Kriege, die Pandemie den göttlichen Strafen zugeschrieben, da man das Gesetz nicht erfüllt hat: Das Gesetz der Religionen, der Philosophien oder die spirituellen Fragestellungen verschiedener Natur.

Indem man verstreicht –als Menschheit-, entdeckt man unterschiedliche Aspekte, die den Schmerz, das Drama, das Leid rechtfertigen… aufgrund unterschiedlicher Ursachen.

Und fortschreitend öffnet sich ein Bewusstsein von Wissen (span. ‚conoci-miento’)[1]… in dem einzig „die Belesenheit“ als erklärende Ressource der unterschiedlichen Ereignisse zählt.

Und so verwandelt sich das menschliche Wesen schrittweise in Zentrum, in die Ursache und die Wirkung, in Ursprung und in Entwicklung. Es benötigt keine Prämien oder mysteriösen und göttlichen Strafen.

Ein universelles Ereignis –das Leben- verwandelt sich so in ein eingekapseltes Ereignis, das sich selbst ernährt, sich selbst zerstört, sich selbst rechtfertigt…

 

So, wenn es (das Wesen) in einem „Vorher” –in irgendeiner Form- universalisiert war, indem es dem Regen, den Blitzen, den Trockenheiten, der Fülle, dem Mangel Gottheiten zuschrieb…, ist das Leben der Menschheit heutzutage zurückgezogen und es (das Wesen) gibt gegenüber allem, was sich ereignet, Erklärungen ab.

Aber… ohne irgendein unbekanntes, mysteriöses, unvorhergesehenes, unerwartetes Ereignis mit einzubeziehen…

 

Das sind allgemeine Merkmale, die man alltäglich gegenwärtig haben sollte.

Der Betende Ruf gibt einen Kommentar in Bezug auf „den Kreuzgang”, in Bezug auf „die Schließung” des universellen Bewusstseins…, in Bezug auf das Rätsel des Warum des Lebens, des permanenten Mysteriums des nicht Wissens… Und um so –aufgrund dieser Offensichtlichkeiten- das Zentripetale, das Exklusive und die einzige Referenz bei Seite zu lassen, welche für alles Erklärungen hat und die vom Menschen aus gegeben wird.

In einer anderen Zeit zum Beispiel, dachte man, dass alles sich um die Erde drehte. Jetzt denkt man, dass sich alles um das menschliche Wesen dreht.

Es kann ein sehr grob vereinfachender Gedanke sein, ja, aber das Wesen sondert sich immer mehr ab und zieht sich zurück und konzentriert sich…, es beschuldigt sich, es prämiert sich…, es prämiert und beschuldigt… Und das gibt ihm den ausreichenden Protagonismus, um sich für den Anfang und das Ende des Lebens zu halten.

Die Reife des Ego, des Ich erreicht einen absolutistischen Sinn… und verliert den Kontakt mit den Lebendsystemen seiner eigenen Spezies und seinen unumgänglichen Ressourcen.

 

Der Mensch erklärt sich somit für das mächtige Wesen über das Leben und den Tot…, über den Krieg, den Frieden…, den Konflikt, die Ruhe…

Die Personalisierung wird schlagkräftig.

 

Vom Mysterium, vom Schöpfer Mysterium aus könnte man sagen:

„ICH werde zulassen, dass Du in die Tiefen der Abgründe kommst. Und wenn Du nicht weißt, wie Du den Fall und den Aufprall aufhalten sollst, wirst Du wissen und entdecken, WER Dich aufsammelt.”

 

Jedes Wesen ist eine Repräsentation, ein Äquivalent der Menschheit.

Und jeder einzelne hat seine Entsprechung in der Schöpfung.

Und so ist es, wie wir individuelle Positionen und Gruppen-Positionen … in Bezug darauf zu leben, da zu sein, zu denken, zu fühlen entdecken können…

 

Der Verstand mit seiner Logik der Ursache und des Effektes ist mehr oder weniger gewöhnlich und bekannt, obwohl er nicht bewusst in derselben Art und Weise in jedem Wesen funktioniert. Das wird von vielen Faktoren abhängen. Auch wenn es globale Antworten gibt, hören andere, individuelle Antworten nicht auf zu existieren.

Mehr oder weniger bekanntes Terrain… in den Bausteinen des Wissens, welches den menschlichen Zentralismus aufstellt.

Der ist es, der das Tun antreiben wird, der die Kalkulation machen wird, der organisieren wird und das Pragmatische, das Alltägliche, das Tägliche organisieren wird: das Haus, die Straße, den Löffel, die Gabel…

Aber dort ist es noch nicht ausgeschöpft. Jedes Mal, wenn ein Kern der Vernunft aktiviert wird –„einer”-, erzeugen sich eine Unermesslichkeit der Empfindungen, des Fühlens, der Gefühle, der Vorstellungskräfte, der Fantasien, der Illusionen…

Diese Welt des Fühlens ist eine Welt ohne Verankerungen, ohne Sicherheiten, ohne Kalküle, ohne Herrschaften. Und es ist noch mehr: wenn man versucht sie zu beherrschen, zu kalkulieren, zu erziehen, zu korrigieren… dann wird das Wesen gestört, es wird bekümmert, verzweifelt.

Und da dieses ganze sich Ereignen… unvorhersehbar ist, wird das Mysterium in unseren Sinnen, unserem Fühlen, unseren Gefühlen, Illusionen, etc. gegenwärtig.

 

Der Betende Ruf stiftet uns an wahrzunehmen, uns der Sinne (span.: ‚sentidos‘) und der Emotionen, die sich erzeugen, bewusst zu werden. Einige von ihnen werden die Verzierung eines guten Grundes sein, ja, aber die meisten werden unbekannt sein. Unbekannt in ihrem Ursprung.

Und sie werden da sein –„und sie werden da sein”- die permanenten Einflüsse der Vorsehung.

Sie werden da sein in diesen unendlichen Bereichen, die Verbindungen mit der Vorsehung.

Sie, die Möglichkeiten, werden da sein, um uns davon zu lösen, das Zentrum zu sein… um dazu überzugehen, ein Element zu sein –eines mehr-, das sich bewegt –das SIE bewegen-, das kommt –weil SIE es kommen lassen.

Sich als Zeugnis der Schöpfung zu erkennen. „Sich erkennen als ein Zeugnis der Schöpfung.“ Das es nicht nötig hat, Zentrum zu sein. Es existiert kein… es existiert kein Zentrum des Universums.

Dasselbe Wissen (span.: ‚conoci-miento’)[2] des Wesens bringt uns dazu, die Tiefe der Materie zu untersuchen… und bringt uns dazu in einer immensen Ungewissheit zu poetisieren.

 

Wenn wir in unserer Position als Äquivalent der Schöpfung bereit sind, als ein Äquivalent der Schöpfung…, dann steht die Gültigkeit jedweder Aktion in Übereinstimmung mit dem Schöpfer Mysterium.

 

Wie nicht anders in dieser Entwicklung des menschlichen Lebens zu erwarten war, wenn man diese Situation überdenkt, entscheidet sich das Wesen für die Dualität. Und es hat einen Teil, eine Aktion, in der… es begründet, erklärt, kalkuliert, macht… und einen anderen Bereich, in dem es fühlt, es gerührt ist, es weint, lacht, sich vorstellt, Fantasien hat…

Es trennt (span.: ‚separa‘). Und sehen Sie mal das Wort: (span.: ‚se-para‘). Mit diesem doppelten Sinn: einerseits etwas trennen (span.: ‚separar‘), was untrennbar ist und andererseits stehen bleiben (span.: ‚pararse‘). Es bleibt stehen (span.: ‚se para‘) in seiner Evolution.

Und das bewirkt ganz offensichtlich, dass es Ereignisse wiederholt und wiederholt…, bereits bekannte Ereignisse, mit bereits festgelegten Antworten verzögert. Es bleibt stehen(span.: ‚se para‘).

Und wenn man als Wesen des Universums lebt… dann bleibt man nicht stehen (span.: ‚no se para‘)! SIE bewegen uns, so oder so!

 

Dessen ungeachtet, …–um es so zu sagen- „erlaubt“ uns das herzliche Schöpfer Mysterium –um später SEINE Notwendigkeit zu spüren-… es erlaubt uns das Innehalten (span.: ‚el parar’), das Trennen (span.: ‚el separar’), was die Absonderung mit sich bringt und infolgedessen das Unsolidarische, den Verlust der Empathie, das Fehlen der Kommunikation, das Fehlen zu interpretieren

 

Und um diese Dualität zu retten –die aber ausgeübt wird-, stellt es die Abteilungen auf, stellt es die Postfächer auf, kodiert es die Abteilungen… und erneut hält es an. Denn auch wenn es sich zufrieden für dieses oder jenes Erreichte fühlt …, das wird nur kurz andauern. Weil es ihm an Hauch fehlt. Ihm fehlt der Schöpfer Seufzer. Ihm fehlt das Bewusstsein eines Ereignisses als Universum.

 

Wir befinden uns in diesem Transit… der Dualität, der Spezialität, des Kalküls, des Zentralismus, der Absolutismus… Und es ist der Betende Ruf, der uns ruft, damit wir entdecken, dass… man uns erlaubt hat, dorthin zu kommen, aber das ist ein Motiv, um uns in unserer Kleinheit zu entdecken, um uns wachsam für unseren Egoismus, unsere Egozentrik, unsere Selbstverherrlichung zu machen.

 

Von unserem zentrierten und kondensierten Bewusstsein aus könnte man sagen:  Warum haben SIE uns bis hier kommen lassen? Warum wurde das nicht vermieden, wenn wir eine Essenz des Schöpfer Mysteriums sind?

Das ist der beste Irrtum, dessen wir uns bewusst werden können. Ja. Weil in dieser Frage die Debatte des Wesens mit der Schöpfung mit inbegriffen ist. In dieser Frage ist der Ausschluss des Mysteriums enthalten. In der Frage ist die Forderung einer Erklärung enthalten.

 

Wenn man es so sieht, dann gehen wir aus dem Zentralismus heraus und wir können uns in der Intimität sagen:

Muss ich von der Schöpfung Rechenschaft fordern? Muss ich anmahnen, ob SIE das gut oder schlecht gemacht hat? Ob SIE gerecht oder ungerecht war? Habe ich wirklich die Solvenz, um diese Fragen zu stellen? Oder habe ich erzeugt… und SIE haben mich gelassen? Ich habe eine Erklärung auf der Basis von ein paar Gründen erzeugt…, um mich autonom zu erklären, um meine Autonomie, meine Unabhängigkeit zu erklären.

 

So ist es, wie die Menschheit vor dem Geschöpften flieht, sie flieht vor… dem Mysterium. Weil sie versucht, ES zu entern, ES zu nehmen, ES zu dominieren. Und angesichts der Ohnmacht und der Unfähigkeit flieht sie (die Menschheit), um in ihrem Hedonismus Zuflucht zu suchen.

Und anstatt eine Spezies der Lobeserhebung, des Dankes, des Staunens und der Bewunderung zu sein, verwandelt sie sich in eine feige(!) Spezies! Feige, konformistisch, verwirrt… versammelt in Bezug auf ihre vulgäre und vernünftige Meinung.

 

Dieses Lebensbewusstsein als Universum lüften. Diese Offensichtlichkeit lüften, dass SIE uns finden –wir finden nicht. Diese Offensichtlichkeit lüften, dass SIE uns tragen –wir gehen nicht. Diese Offensichtlichkeit lüften, dass wir durch das Mysterium, durch Zuneigung, zur Emotion, durch Empfindung da sind.

Wir sind ein kreatives Bild des Schöpfer Mysteriums. Und sich in diesem Bewusstsein in dem Tun eines jeden Tages zu sammeln, unter jedwedem Umstand, lässt uns in einer anderen Art und Weise bewusst werden, was man uns aufdrängt und was wir uns persönlich aufzwingen.

 

Der Mensch ist ein grandioses, einzigartiges, ausnehmendes, subtiles… und elegantes Werk.

Alles, was man außerhalb dieser Koordinaten ausübt, wird sterblich, zerfallend, rau, stillstehend.

SIE rufen uns zu diesen Dimensionen. Zutreffender Weise die, die uns von dem Druck (span.: ‚presiones‘), von den Gefängnissen (span.: ‚prisiones‘), von den Besitztümern (span.: ‚posesiones‘) erleichtern.

 

Ja.

 

 

 

***

 

 

 


[1] Ich kannte (conoci), ich lüge (miento)

[2] ‚Conoci‘ (ich wusste), ‚miento‘ (ich lüge)