47. Ausdauer, Vertrauen und Hoffnung

 

BETENDER RUF

 

(7:30 Minuten der Stille)

 

Die Menschheit… verstreicht zwischen Toleranzen-Intoleranzen… Rigiditäten und Weichlichkeiten. Und permanent mit Straffreiheit.

Die Toleranten heißen jedwede Antwort gut. Die Intoleranten hören nur sich selbst zu. Die Rigiden zwingen ihre Kriterien auf und die Weichheiten haben keine. All das mit Straffreiheit, das bedeutet, ohne dass irgendeine der Handlungen der Rigiditäten, Weichlichkeiten strafbar wären…

Diese Straffreiheit kommt von den Extremismen und den nachgiebigen Prozessen, die jedwede Antwort gutheißen.

Das Flexible ist abwesend. Und in Folge dessen wird die Anpassung an die Ereignisse und an die Umgebung im Allgemeinen ungeschickt, oder mit Rigidität oder mit Weichlichkeiten oder mit Toleranzen oder mit Intoleranzen.

 

Langsam verschwindet diese flexible Beschaffenheit, die sich anpasst, die schwingt… und es werden die extremen Haltungen angenommen, wodurch der Kommunikationsmangel und die Konfrontation unausweichlich sind.

Der Betende Sinn wirft dieses Magma, diese Vibration, in der sich unsere Spezies bewegt, auf. Er ruft uns zu dieser Flexibilität, die die Ausnahmen betrachtet, die die Straffreiheit nicht annimmt, die Verantwortlichkeiten fordert.

„Flexibilität”, „Anpassung”, „Verantwortung…”

Und all das zeigt sich, wenn das Wesen ein Beispiel durch die „Schlichtheit” gibt.

Ja, das ist dieser Touch, der diese flexible Ausnahme erlaubt.

 

Und in dieser Schlichtheit „des Unumgänglichen und Notwendigen”… dürfen die Forderung, die Produktivität, die Auferlegung nicht vibrieren.

Zweifellos bedarf es einer Anstrengung, aber angepasst an die Natur eines jeden Wesens und indem man die Ausnahmen betrachtet.

So entwickelt sich das Bewusstsein mit Ressourcen, um die Intuition zu sehen…, um die Sprache der Vorsehung zu fühlen, um sich im Schöpfer Universum zu entdecken, um sich permanente Kreativität zu fühlen, um dem zuzuhören, der spricht,  um dem Vorurteil aus dem Weg zu gehen, um die Vorstellungskraft zu begünstigen, um die Sinne aufzuhellen, die Gefühle und um aus dem alltäglichen Zusammenleben eine Emotion zu machen. Eine Emotion, die uns dazu bringt, die unterschiedlichen Sprachen zu sehen, die sich uns jeden Tag präsentieren.

 

Die Anstrengung muss weder anstrengend, noch anspruchsvoll, noch aufgezwungen, noch vergleichend sein!

Jedes Wesen muss sich an seine Ressourcen, seine Mittel, seine Befähigungen anpassen. Und deswegen muss es nicht seine Evolution, das, was es neu (an Fähigkeiten) erworben hat, seine Erweiterung des Bewusstseins, aufheben(!); es muss nicht der Akzeptanz und der wohlwollenden Anpassung die Unbeweglichkeit beifügen, sondern vielmehr bemerken, dass diese Anpassung, diese Modulation an die Umgebung bewirkt, dass man jedes Wesen in dem erkennt, was es ist… und man es hin zu neuen Perspektiven fördert.

 

Der Betende Ruf lässt unsim Dienen „nachklingen”, darin, zu erfüllen, darin, sich je nach Notwendigkeiten zu benehmen zu wissen, was in keinem Fall Anhängigkeiten darstellen darf, weil das die Beziehung aufhebt und die Kommunikation einkapselt.

 

Der Betende Sinn mit seinem Ruf kündigt die Notwendigkeit an, „bereit”, „verfügbar” zu sein… um zu korrigieren, um zu berichtigen, um neu zu formen, um wiederherzustellen… sich selbst sowie die Umgebung oder das Milieu, in dem wir uns befinden.

 

Die Extremismen und die Toleranzen, hochgehoben durch die Straffreiheit, bringen das Wesen zum Misstrauen. Jederzeit springt es wie ein Kurzschluss und wir haben kein Licht mehr.

- Aber vertrautest Du nicht? Und Du, vertrautest Du nicht?

- Ja, aber….

 

Das Vertrauen reserviert keine „Aber”. Es vertraut.

Und dieses „Vertrauen” produziert im anderen, in den anderen vertrauenswürdige Antworten. Auch wenn wir unbequeme Transite durchmachen müssen, die nicht vertrauenswürdig sind(!) oder nur sehr wenig vertrauenswürdig sind. Trotzdem ist das Vertrauen unbedingt notwendig, weil wir Wesen der Kommunion sind, Wesen der Kommunikation, Wesen der Solidarität. Weil wir dank dessen erreichen können, es uns gelingen kann, wir es schaffen können…

 

Es stimmt. Es stimmt, dass man in dieser Straffreiheit diejenigen betrügt, die vertrauen. Das stimmt. Und…?

Die Betrüger werden irgendeinen Vorteil rausholen. Aber wenn wir die kriegerische Haltung oder die der Zurückweisung akzeptieren, dann werden wir den solidarischen Sinn nicht begünstigen. Wir sollten vielmehr bekanntgeben, vom Vertrauen aus demjenigen bekannt geben, der uns betrügt, dass wir uns dessen bewusst sind, dass wir das bemerken! Genauso wie wir bemerken, wenn wir irgendeine Verrichtung in der Gemeinschaft machen, wer teilnimmt und wer nicht teilnimmt.

Aber die Ausdauer, das Vertrauen und die Hoffnung können uns geben –oder sie können uns den Eindruck der Unwissenheit (der Naivität) geben, so als ob wir es nicht bemerken würden. Das kann den Eindruck machen, dass man leicht ausgenutzt werden kann.

Schwerwiegender Fehler. Weil der Exzess an Ausnutzung, der Exzess an Betrug, wenn der Vertrauensvolle das Vertrauen beibehält, also dieser Exzess kann auf die Strenge treffen.

Dachte man etwa, dass das Vertrauen, die Ausdauer und die Hoffnung schwache, unsensible und blöde Karamelpuddings sind(!), die sich nicht bewusst waren, weil sie nicht angeprangert haben…? Schwerer Irrtum.

Die Ausdauer, das Vertrauen und die Hoffnung haben ihr Fundament in der Strenge, die das Wesen als Vermittler akzeptiert, da es durch die Natur des Schöpfer Mysteriums inspiriert wird. Es ist eine freundliche Strenge(!), liebenswürdig, aber streng. Das könnte als ein Widerspruch erscheinen, aber das ist es nicht… Weil das vielzählige Positionen beherbergt. Weil sie orientiert, so wie der Leuchtturm den Seefahrer. Sie täuschen ihn nicht. Er ist rigoros in seinem Licht. So wie der Tagesanbruch, so wie die Abenddämmerung und die Fortdauer der Sterne rigoros sind.

Aber sie greifen uns nicht an, sie bringen uns nicht durcheinander. Sie orientieren uns, sie helfen uns, sie klären.

 

Gibt es denn etwa seitens der Schöpfung, seitens der Zufälligkeiten, seitens des Glücks keine Ausdauer, Vertrauen und Hoffnung in jedem Einzelnen von uns!

Werden uns etwa keine Privilegien dargeboten, die nicht unseren Beiträgen entsprechen, unseren Kapazitäten? Denn das Würdige wäre zu sagen: „Ich bin nicht würdig.“ Aber die Strenge beinhaltet, das zu akzeptieren und es damit zu bewundern. Und notwendiger Weise bescheiden zu werden.

 

Auf das niemand gegenüber dem anderen überwiegt, weil das wie ein Schuh in seinem Nacken wäre. Auf dass vielmehr derjenige, der am besten für eine Geschicklichkeit dotiert ist, den anderen seine Gaben und Kapazitäten schenkt.

Auf dass die Biodiversität unserer Beschaffenheit unsere Kapazitäten teilt. Nicht um gleich zu sein, nein! Jedes Wesen hat sein persönliches Universum… dessen es sich permanent bewusst sein muss. Aber jedwede Arroganz wissen zu wollen, gelehrt sein zu wollen, wegen der Position, wegen des Charakters, den man hat(!)…. ist eine schwerwiegende Beleidigung gegenüber dem Vertrauen, der Fortdauer und der Hoffnung.

Schwerwiegende Beleidigung.

Weil es diejenigen gibt, die ihre Gelehrtheit ausnutzend, den Unwissenden betrachten und ihm zuhören, der ausdrückt, was er fühlt und sie ihn verachten(!) und mit ihrer gelehrten Position keinen Beitrag leisten. Sie hören ihm zu, um sich überlegen zu fühlen.

Gewiss bringt so zu handeln die Furcht und die Schwäche mit sich.

 

Die Hinweise des Betenden Rufs schließen eine unendliche Großzügigkeit ein. Sie orientieren hin zu den grenzenlosen Horizonten. Sie sammeln jedes Wesen in seiner Identität ein und gleichzeitig versetzen sie es in Einklang mit den übrigen Wesen.

In dieser Form kommen die persönliche Wichtigkeit, die Egozentrik und die gewöhnliche Selbstverherrlichung nicht in Betracht…, weil es das Schöpfer Mysterium ist, das alles beherbergt, das alles ausdehnt, das sich nicht begrenzt.

Nicht eine Kreatur kann diese Größe erreichen. Aber sie kann sich schon mit IHM in Einklang bringen, weil wir aus IHM (dem Schöpfer Mysterium) hervorgehen… und mit IHM sind wir da, weil ES DA IST.

Ohne SEINE Gegenwart gibt es kein Leben.

 

 

 

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