46. Ruf zum Dienen aus Tugend, dem Anstieg zur Solidarität

 

BETENDER RUF

 

 (6 Minuten der Stille)

 

Und die Menschheit hat ihre Evolution auf der Basis ihrer Talente konstruiert, die im Vergleich mit der Umgebung deutlich anders waren. Anders. Und dieser Unterschied drückte sich durch die Kontrolle, die Falle, die Lügen, die Gewalt, die Macht aus…

Im Laufe der lebenswichtigen Übungen der Spezies, wandte sie sich der Vorherrschaft über die gesamte Umgebung und über sich selbst zu.

Und auf diesem Pfad geht sie und befindet sie sich. Und in diesem Daseinssinn und dieser Richtung zu gehen, verschlechtert sie sich nach und nach, denn die Ausübung der mächtigen Gewalt ist eine permanente Genesis der Verlierer und des Grolls; verärgerte Verlierer, die zur Vergeltung bereit sind … Und so entstehen Zyklen von wechselnder Macht, aber die als „Standarte“ die legitime Nutzung zu verbieten, zu bestrafen, zu verfolgen, zu kontrollieren, zu dominieren haben.

Und so machte sich jeder Stand –angefangen bei den Komplexesten bis hin zum Individuum, das in einer Gemeinschaft zusammenlebt- zum Echo dieses Stils.

 

Es gibt einen Ruf der Spezies, der uns einen Bezugsindex zeigt, gemäß dem sich die Reproduktionsfähigkeit klar und entschieden immer niedriger gezeigt hat. Bis zu dem Punkt, dass… man in einer nahen Zukunft –zum Beispiel 2050- nicht zu der… andererseits so gefürchteten Anzahl von 10 Milliarden Erdbewohnern kommt.

Sie (die Anzahl) nimmt weiterhin zu, aber nach und nach wird der Anstieg langsamer –bis zu einem bestimmten Punkt, nach und nach- und damit wird die Kurve flacher und damit abnehmend.

Und wenn sich eine Spezies so verhält, ohne den Willen zu haben, sich so zu verhalten, dann deswegen, weil es einen inneren Ruf des Überlebens gibt –wir werden es so nennen.

Das ist so ähnlich wie das bekannte Beispiel bestimmter Spezies, die sich in Gefangenschaft nicht reproduzieren.

Wird es so sein, dass man zu so einem Punkt der Gewalt, des Besitzes, der Lüge, der Manipulation, des Betrugs, der Hintergehung gekommen ist…, dass sich das kollektive Bewusstsein in Gefangenschaft fühlt?

Und deswegen verzichtet es auf seinen Aufenthalt, verzichtet es auf seine Gegenwart, weil es keine anderen Auswege sieht, wahrnimmt als die, die festgelegt sind.

 

Der Betende Ruf ruft uns(!) auch zu unserem unterbewussten, unbewussten, kollektiven Aufenthalt, indem er… –ausgehend von unseren Ressourcen, unserem Können, unseren Geschicklichkeiten- das Bewusstsein unseres Ursprungs, die Herkunft in diesem Universum fordert… und die Befähigung, damit wir unsere Referenz auf das Schöpfer Mysterium beziehen: jenes, das uns erhält, das uns unterhält, das uns fortdauern lässt.

Und damit auf der Basis dieses Bezugspunkts die Vorschläge der Menschheit andere, als der systematische Vorschlag der Macht, der Gewalt, der Herausforderung, der grauenhaften Radikalismen(!) sein können..., die obendrein –obendrein zu ihren  Scheußlichkeiten- eine göttliche Abstammung fordert.

Ist es denn etwa nicht offensichtlich, dass uns die Herkunft vom Schöpfer Mysterium die permanente Vibration der Pflege, der Hilfe, der Überraschung, der Vorsehung gibt? Von einer unermesslichen Güte! Und vielleicht nimmt man das deswegen nicht  wahr.

Und wenn man „Kind” der allerhöchsten Güte ist –um es so auszudrücken-, wenn man von der Herkunft eines verliebten geboren Werdens ist, wenn man befähigt ist für… nicht nur, um mit der Umgebung zu interagieren, sondern um ein Zusammenleben, eine Beziehung, eine Interaktion, eine tugendhafte, solidarische(!) Teilhabe zu erreichen.

Und wenn das geschieht –weil das manchmal nach einer großen Katastrophe geschieht- kann man sehen, wie dort dieses Bewusstsein der Güte da ist, pocht. Aber wenn dann der Alarm vorbei ist, zieht sich dieses solidarische, gütige Bewusstsein zurück… und man kehrt zu seinen Gewinnen, seinen Erfolgen, seinen Besitztümern, seinen Possessionen zurück.

 

In Folge dessen muss man keine neue menschliche Qualität erfinden. Die Ressourcen dessen, was wir eines Tages als „Instinkt der Heiligkeit” benannten, sind gegenwärtig.

Vielleicht, vielleicht war in den Plänen der Schöpfung der Verlauf in diesen kontinuierlichen und permanenten Dramen dafür da, damit wir uns bewusst werden, dass das nicht unsere Beschaffenheit ist und damit wir unsere Quellen der Ressourcen, der Pflege, der Hilfen, des Teilens entdecken können, dessen, das Intime und die Solidarität … als Einheitselemente zu hüten.

 

Für Momente scheint es unmöglich, es scheint unmöglich… das Gesicht eines Rhythmus von wahnsinniger und verzweifelter Fortdauer zu verändern.

Aber der Betende, der es versteht sich einzufinden, weiß, dass wenn SIE ihn zum Beten rufen, es dafür ist, um ihn zu orientieren, um anzuregen, um ihn zu beraten... und um ihn zum Teilhaber der schöpferischen Nahrung zu machen. Und dass das Wesen auf diese Weise in diesem Bewusstsein der Neuheit, der Kreativität, des Spiels, der Teilhabe, der Ehrlichkeit erwidert.

 

Man interpretierte –sicherlich durch unsere Ressourcen, Geschicklichkeiten, Intelligenzen und –sagen wir mal- „andere Künste”… also man interpretierte, dass… in derselben Weise, wie wir unsere Herrschaft über Ameisen, Elefanten oder… oder den Verlauf eines Flusses oder irgendeine Situation ausüben können, dass das die Repräsentation, das Äquivalent der Schöpfung ist.

Man interpretierte, dass sie (die Schöpfung) so handelt, so die Welt erschaffen wurde, sich so das Göttliche fördert: indem ES die Schlechten bestraft und die Guten belohnt. „Irgendwelche” erzeugten diese Idee, diese Idee von dem strafenden, argwöhnischen, rachsüchtigen, grausamen Gott. In diesem Fall war die Ausübung der Macht mit ihrer nachfolgende Gewalt, die Ausübung der Verachtung, der Geringschätzung, der Kontrolle, der Manipulation, vollkommen gerechtfertigt. Es bedeutete, dem Vorbild Gottes zu folgen.

Ja(!), eines Gottes der Donner, der Blitze, der Feuer, der Überschwemmungen, der Katastrophen, der Erdbeben…!

Das waren die interpretierten Zeichen, welche die Person aufnahm. Und sie war sich bewusst, dass sie in der Lage war… –und sie war es- eine große Bombe(!) mit einer großen Zerstörung zu konstruieren! Große Kriege im Namen des Glaubens, im Namen  Gottes zu erzeugen… die noch heute erhalten werden, entweder mit Todeswaffen oder mit Verhaltensweisen des Zusammenlebens.

 

Und so, damit, wurde die Spezies unfähig, die Schönheit, die Güter und die Gaben im Ganzen zu betrachten, die die Umgebung ihr anbot, und sie wurde unfähig, das intelligente Verhalten sich mit ihr in Einklang zu bringen und sich mit der eigenen Spezies in Einklang zu bringen. Man zog den Bruch vor… die Individualisierung, den Konkurrenzkampf.

 

(2 Minuten der Stille)

 

Ausgehend von der Allerhöchsten Güte des Schöpfer Mysteriums scheint flehentlich gebeten zu werden. Das Bewusstsein der Menschheit scheint hin zu den tugendhaften Ressourcen angefleht zu werden, die –für das menschliche Verständnis- das Auftauchen dieser Spezies möglich machten; ob man es nun von dem solidarischen Gesichtspunkt der Evolution aus sieht, oder ob man es vom Kreationismus des Tag für Tag sieht, einen Eden für das Vergnügen, den Genuss, für das Wohlwollen zu fördern.

 

Fleht uns das Ewige vom Betenden Gesichtspunkt aus an, damit wir unsere wahrhaften Essenzen aufnehmen? Ist so viel liebevolle Güte möglich? So viel? In einer Spezies mit einer so vorschnellen Verzweiflung?

Ja.

Und in diesem JA befindet sich…, sich im Glauben und in dieser Instanz der Liebe zu sammeln, den und die jeder einzelne erzeugt, produziert und fühlt.

 

(2:30 Minuten der Stille)

Es wurde so, so sehr auf die persönliche Kapazität, die Gruppenkapazität zu erlangen, zu gewinnen, zu erreichen vertraut(!)…, dass sich das in das Daseinsmodell, in das Modell zu tun verwandelt hat… ohne zu bemerken, dass es in diesem Verlauf Folgen, Spuren, Armut, Misere hinterlässt …

 

Und die Wichtigkeit dieses Sinns des Betenden Rufs ist nicht… –natürlich ist es auch angebracht, die Geschichte aufzugreifen und sie wie etwas unserer Präsenz und Handlung „Fremdes“ zu betrachten. Aber nein. Es ist ein Hinweis auf unsere Teilhabe. Dieses Flehen hört man hier und jetzt in uns. Und wahrscheinlich werden es viele lesen, aber das wird anders sein.

 

Und dieses…, wenn man es so als „Privileg” nehmen möchte, darf nicht dazu dienen, um sich erneut in die Herrschaft und an die Macht zu setzen, sondern genau das Gegenteil! Zu Diensten der Tugend, zum Anwachsen der Solidarität, mit Strenge! Mit der Strenge, die es mit sich bringt, sich nicht zu prostituieren, nicht nachzugeben, nicht in die leichte Rechtfertigung zu verfallen.

Aber  mit dieser Strenge nicht den verurteilen, der sich nicht auf unserem Weg befindet. Ihn nicht beschuldigen, ihn nicht verfolgen, ihn nicht bestrafen.

Zulassen, dass er uns sieht, dass er unsere Milde(!) betrachtet, unsere Gottergebenheit(!), unsere Hingabe!

 

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