43. Jedes Wesen ist eine Gabe, welche die Schöpfung dem Leben anbietet

 

BETENDER RUF

 

(5 Minuten der Stille)

 

Und der Betende Sinn wird zu Universum, wenn er sich weit über den Praktizierenden hinaus ausdrückt, wenn sich der Betende… in seiner speziellen Position betrachtet, aber bezogen auf alle übrigen Positionen, die er sich vorstellen kann, die er kennen kann.

Es geht –im Betenden Sinn- nicht speziell darum zu vergleichen, sondern... vielmehr, dass wir uns platzieren, indem wir uns mit allem Lebendigen in Bezug setzen… damit man so das individuelle Bewusstsein in Kommunion(!)... mit der Umgebung fühlt, damit man keine Positionen des Privilegs fordert, damit man die Ansprüche… der Macht, des Einflusses und der Beherrschung beiseitelegt.

 

Heutzutage geht die Spezies Menschheit entlang des Mysteriums des Lebens mit einer unendlichen Pluralität der Verhaltensweisen, Gesten, Förderungen, Provokationen, Gleichgültigkeiten und… mit einem Vergessen, so, also ob wir –unter dem Betenden Sinn-… wenn wir all dieses ganze komplexe Leben vereinen müssten, sagen würden, dass wir in Üblichkeiten, in Gewohnheiten, in Verpflichtungen, in Zwängen, in Gefangennahmen, in Verfolgungen gefangen sind…; in diesem Halo der Justiz, die uns mit der konstanten Bedrohung verfolgt; in dieser Lüge der Antwort, das Gekürzte… nach dem individuellen Kriterium zu erzählen; gefangen durch eine egoistische, parteiliche, sektenhafte Evolution.

 

Und es geht nicht darum, all das als „schlecht“ zu qualifizieren, denn in dieser Bezeichnung würde uns das verpflichten, „das Gute“ zu suchen. Und im Verhältnis wäre das Gute sehr spärlich.

Indem man die Dichotomie überwindet, indem man die Dualität überwindet, muss sich das Wesen auf der Basis positionieren, seine Ressourcen… seine Fähigkeiten… seine ehrlichen Allianzen zu erkennen.

 

Und zu kontemplieren… diese Umgebung zu betrachten, zu der wir keine Fremden sind, sondern auch wir bilden in Bezug zu anderen Umgebung.

Das wird für gewöhnlich vergessen.

Und mit seinem Vergessen rühmt das Wesen den Protagonismus, den Individualismus, die Forderung, die Provokation.

Indem wir wissen, dass wir Umgebung sind, haben wir die Notwendigkeit, unsere Potenzen, unsere Möglichkeiten, unser Ressourcen auszudrücken…, damit wir in diesem Maße Vorbild/Referenz für andere sein können. Und damit wir eine vereinfachende, helfende, hütende, großzügige Umgebung sein können…

 

 Und in dieser Beschlagnahmung, in der uns die Umgebung und die Evolution angeordnet haben… schauen wir auf die Leidenden: auf die, die in Schmerzen gefangen sind, auf die im Leid Gefangenen, auf die Leidenden, die eingewiesen wurden, auf die Leidenden, die behandelt werden; auf die Leidenden, die gegangen sind…; auf die Leidenden, die verfolgt werden, auf die, die kritisiert werden, auf die… Bestraften.

Und es tauchen diese vielzähligen Bilder auf… in den sich das Leben als Schmerz identifiziert.

Und wir sind nicht frei davon…

 

Und da wir nicht frei davon sind, müssen wir –als Umgebung- ein permanenter Anlass  sein, keine Induzierenden, keine Provozierenden und Erzeugenden von Schmerz zu sein…

Auch wenn man niemals… in die Erpressung derer verfallen darf, die fordern, bitten und verlangen… und wenn sie nicht empfangen, dann sind sie bekümmert, dann beklagen sie sich, dann knirschen sie mit den Zähnen… und so verhindert man, dass das Wesen seine Identität projiziert.

 

Und diese Klage des Schmerzes, die klingt… die mit Stille, mit Nachrichten, mit Geschichten klingt…. muss eine Priorität in unserem betenden Hören haben, in unserem Betenden Ruf.

Und in diesem Sinne, wird der Betende zur Gabe, wird er zur Ressource und zum Mittel, zur Umgebung… um als –Gabe- gut zu tun, um sich zu positionieren und sich ohne Schmerz, ohne Leid zu zeigen. Aber dafür muss sich jedes Wesen läutern, ehrlich werden in dem, wie es vorgeht, zu wissen, dass jede Unehrlichkeit und jede Verheimlichung eine Verdunklung des Lichtes mit sich bringt, eine anbrechende Blindheit.

 

Wenn sich das Wesen so anstrengt, dann wird es transparent, dann wird es Ruhe, dann wird es Gelassenheit, dann wird es Erleichterung…

Und wenn es nicht so ist, dann wird es dunkel, grau, braun… Es verliert die Transparenz. Und es verbirgt sich, indem es das Mysterium ausnutzt.

 

Wenn wir Bewusstsein von Universum sind, lässt uns das zu Gefängnis werden, zu Krankenhäusern, Armeen, Schlachten, Verfolgungen, Verhören, Bestrafungen, Richtern… Und indem wir uns in all dem fühlen, fördern wir unsere Ressourcen, kündigen wir unsere Abstammung vom Schöpfer Mysterium an; erzeugen wir das angemessene Verhalten… für die Erleichterung, den Trost, die Ruhe, die Auflösung des Schmerzes.

Ja, vielleicht kann es skurril, übertrieben erscheinen… oder sogar paranoid, sich vorzunehmen, eine Einheit des Lebens zu sein, eine Intention und ein Vektor, der sich betend mit seiner Intention hin zur Erleichterung, zum Trost und zur Auflösung des Schmerzes richtet. Dieser Schmerz, der uns  einhüllt, der, in dem wir uns befinden. Der, der sich durch Glücksfälle zu verteilen scheint, durch Zufälligkeiten, durch Verhaltensweisen, Namen, Länder…

 

Wenn wir uns in jedem Betenden Ruf darin einsammeln, intentionierte und geopferte Wesen des Lebens zu sein, in dieser Transparenz der permanenten Ehrlichkeit, dann wird zweifellos dieses Ausströmen eine Erleichterung, einen Trost, einen Schutz erzeugen… und wird aktiv in dieser Auflösung des Schmerzes –als Ausdruck aller Ereignisse, die wir genannt haben- mithelfen…

 

Sich vorzunehmen, eine Gabe zu sein… führt dazu, dass sich unsere persönliche Wichtigkeit auflöst, unsere individuelle Forderung. Aber… unsere Identität… –nein- die verschwindet nicht.

Oftmals präsentiert sich diese Gabe als eine Verneinung(!)… von einem selbst. Nein. Jede Gabe hat ihre unterschiedlichen Farben, ihre unterschiedlichen Düfte, aber sie alle sind Trost spendend.

 

In diesem Panorama des Schmerzes sagte man uns, dass man sich selbst verneinen müsste. Wie bitte? Wie sollten wir uns verneinen? Wir sollten wir uns angesichts eines Vorschlags des Schöpfer Mysteriums verneinen –was das ist, was wir sind-…? Wie könnten wir unsere Außergewöhnlichkeit verneinen?

Aber ja, in dem Maße, wie wir das bemerken, müssen wir diese (Außergewöhnlichkeit) läutern. Damit sie, wenn sie zur Gabe wird, keine Unbehaglichkeit erzeugt. Damit sie eine Quelle des frischen Wassers ist. Damit sie keine kontinuierliche und permanente Klage sei…

Diese Klagen, die alle anschuldigen… Diese Klagen, die alle verurteilen…

Das ist nicht… das ist nicht das Verhalten, das uns das Leben gibt.

Das Leben gibt uns Dankbarkeit, es gibt uns Erschütterung, es gibt uns Überraschung, es gibt uns Vorstellungskraft… und Fähigkeiten, um nicht noch mehr den Schmerz zu steigern.

Von daher, wenn man angesichts des Schmerzes in die Gabe betet, um zu lindern, um zu beruhigen, um zu schützen, um zu erleichtern, um das Kranke aufzulösen… muss man zweifellos ein Verhalten haben und sich darin befinden… zu glauben!

Und wissen, dass sich das, was wir „alles” nennen, in uns befindet. Wir sind „das Ganze“ und gleichzeitig sind wir „der Teil”.

 

Das gläubige Bewusstsein zweifelt nicht…, es schätzt sich nicht gering…, es weist weder zurück, noch klagt es an…

 

(3 Minuten der Stille)

 

Jedes Wesen ist eine Gabe, welche die Schöpfung dem Leben anbietet. Von daher…, indem man sich hin zur Auflösung des Schmerzes anbietet, ist das kein Trugbild, keine Phantasie… sondern eine Phantasie der unmöglichen Hoffnungen.

In dem alltäglichen Leben eines jeden Tages, wenn wir uns als Gabe fühlen, wenn wir… an die Ressourcen und Gaben glauben, die wir empfangen haben, dann werden wir uns in permanenter Bereitschaft, mit dem Genuss dessen, was uns dargeboten wurde, mit dem Genuss des Erreichten, befinden.

 

(5 Minuten der Stille)

 

Es ist Zeit, sich durch das Bewusstsein des Universums befreit zu fühlen… dadurch, mich weit über das Bekannte hinaus zu fühlen, mit dem bereiten Bewusstsein für das, „was man kennenlernen kann”, mit einem anwachsenden Seufzer danach, jedwede Handlung zu ‚kreativieren‘… und eine konstante Gabe zu sein, die die Befreiung darstellt, welche der Bewusstseinszustand ist, der uns den Glauben gibt, einer durch ein Mysterium gestützten und gehaltenen Schöpfung anzugehören, von dem wir ein Teil bilden… und gleichzeitig sind wir alles von ihm.

Es ist eine Form, das Mysterium auszudrücken, damit es operativ wird(!)... und nicht als Theorie, als Hypothese verbleibt.

 

Wenn ich aus dem Ewigen herausfließe, dann bin ich ewig, weil aus ihm keinerlei andere Position ausfließen kann. Aber ich werde es in meiner Proportion sein, in meiner Disposition, in meiner Situation.

 

Ein Zeuge dieser Situation zu sein, versetzt uns –als Ausdruck unserer Herkunft- in ein konstantes Gebet.

 

So erzeugt sich das Mysterium, die Präsenz der konstanten und permanenten Schöpfung.

 

 

 

So werden wir in jedem Augenblick zu Gläubigern dessen… eine Gabe zu sein…, Licht zu sein, das die Finsternis erhellt…, eine Ressource zu sein, die die Blockierungen auflöst, die dienen(!)… dienen… dienen.

 

 

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