Das Wort: die Seele des Fühlens, die schöpferische Seele

 

BETENDER RUF

 

(6 Minuten der Stille)

 

Die menschliche Spezies… befindet sich in einem brodelnden Zustand der Widersprüche, in dem die Worte, die, die die Geschichte erzählen, die, die die Gefühle verdrehen, die, die die Wunder und die verliebten Seufzer preisen…, dieselben Worte, die… zum Dogma werden, zum Gesetz werden, zu potenten Waffen werden, die wie ein mysteriöses Tier in die Bewusstseinszustände eindringen und sie verwirren!

Ja, es wurde ausgedrückt… dass das Wort eine Waffe ist. In Wirklichkeit müsste es… oder besser gesagt: tatsächlich ist es nicht diese Waffe. Das Wort ist die Seele des Fühlens.

Aber als es seine Effekte sieht, handhabt er (der Mensch) sie (die Worte) dergestalt…, dass er mit allem mit dem Ziel konkurriert, es zu beherrschen. Und das Wort ist das Skalpell, das die Richtung jedweder Geschichte variieren kann.

 

Wenn man sich all diese Kommunikationsmittel anschaut, die die wissenschaftliche Technologie entwickelt hat, dann beobachten wir, dass sie auf der Basis der Worte andere Realitäten gebildet hat… Und vielleicht bei einer großen Anzahl ohne darauf zu achten, ob sie authentisch, real waren, ob sie Wahrheiten, Falschheiten waren …

„Super –nicht wahr(?)- was macht das schon! Ich erzähle eine Version… und ich mache das mit der Erwartung, dass man sie glaubt. Und so behalte ich mein Gesicht, dass es mir erlaubt, in den Übrigen eine Idee meiner Person zu erzeugen…, die so vorteilhaft wie möglich für mich ist.”

 

Und das Sprichwort sagte, nicht(?): Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern. Wo ich sagte „ich sagte“, sagte ich „aufgepasst“…

Wir können mit den Worten spielen.

Und sagen, dass das Wort eine Waffe ist, aber auch sagen, dass das Wort die Seele des Fühlens ist. Und wir könnten beifügen, dass das Wort die schöpferische Seele ist, diese Einleitung des Evangeliums des Heiligen Johannes erinnernd, in dem gesagt wird: „Am Anfang war das Wort und das Wort war Gott und nichts wurde ohne seine Unterstützung gemacht” –das bedeutet, ohne seine Teilhabe.

 

Wir haben auch den mythischen Bezugspunkt des Turms zu Babel, wo ein Turm konstruiert wurde, um zum Himmel zu gelangen und die Folge davon war ein Fall und eine Zerstreuung der Menschen und das Durcheinander der Worte und die Schöpfung der Sprachen. Das unter dem mythischen Gesichtspunkt.

Wie es auch immer sei, folgen wir nicht demselben Modell von Katze oder Hund: die nach Sisante gebracht werden, nachdem sie Generationen in Shanghai gelebt haben und die Katzen von Sisante verstehen sie.

- Aber wie ist das möglich, Du kommst aus Shanghai und die hier ist aus Sisante? Und sie verstehen sich einwandfrei!

- Weil es Katzen sind.

- Schon, aber bringst einen ‚Shanghainis’ und packst ihn zusammen mit einem armen Teufel und sie verstehen sich überhaupt nicht? Es sind doch auch Menschen!

 

Klar, wir können sagen, was man für gewöhnlich sagt: dass jeder menschliche Sektor, der in einem Weltraumzustand, an einem Ort und in einer Zeit lebte, auf der Basis von Klängen –von Vögeln(?) oder von Gewittern(?)- eine Sprache entwickelte, die sich vom Rest, von den anderen unterschied.

Warum? Wegen seiner Intelligenz? War er demnach intelligent?

 

Man spricht über ein „Sprachzentrum” in unserer zerebralen Gestaltung. Aber wird es nicht eher ein universelles Zentrum sein? Außerdem lehrte man –ohne Erfolg- „das Esperanto“- als Hoffnung (span. ‚esperanza’) nicht? Als würde man erwarten, dass wir alle eine Sprache, die gleichen Worte hätten, um miteinander zu kommunizieren, um aufzuhören, uns zu betrügen, um aufzuhören den Eindruck von dem zu erwecken, was wir nicht sind, um aufzuhören etwas mitzuteilen, was nicht glaubwürdig ist… weil es so nicht geschah.

 

Andererseits hat der Empfänger für gewöhnlich eine Ebene des vor-eingenommenen Zuhörens, des vorgeurteilten Zuhörens und in Folge dessen… die Worte, die zu ihm kommen… hmmm!

 

Die aufgestellten Verfügungen, Normen, Gesetze, Gewohnheiten, die Moral und Prinzipien der Gemeinschaften begründen und ermöglichen, dass die Versionen, sie sich zeigen, ausweichend, zweifelhaft oder… aufgezwungen sind. Aber in jedem Fall wenig transparent.

Ja. Der betende Sinn ruft uns, damit das Wort nicht als Waffe eingesetzt wird, sondern als schöpfende Seele, als dieser Bezugspunkt der Genesis, in dem Gott Jahve sagte: „‘Mach das und jenes…‘ Und es wurde.Und ER sah, dass es gut war.“

Ahhhh! Lasst uns aus dem Wort ein Beispiel des Guten, der Freude, der Solidarität machen, von… –so wie man jetzt sagt- der „Empathie”. Und deswegen werden wir nicht an Garantien oder persönliche Wichtigkeit verlieren. Vielmehr das Gegenteil: wir werden uns in transparenter Form abzeichnen, damit die Worte, die wir von uns geben, zum Zuhören führen, erstens, dazu uns-zuzuhören. Und dann, um dem Ursprung dieses Wortes, in diesem ausgesprochen werden, folgen. Und damit man die Güte, die Hingabe, den Enthusiasmus… entdeckt!

Im Betenden Sinn, die Worte, die die Menschheit benutzt hat, grundlegend durch die Religionen –ganz unterschiedliche Formen, Spezies, Arten und Weisen…

Sie (die Menschheit) hat grundlegend Worte benutzt, die… bis wohin geht das, wenn man sagt: „Gott ist unendlich gut. Gott ist unendlich gerecht? Was… was versteht derjenige, der das sagt und der, der das hört?

Was unendlich unverständlich, undurchführbar ist.

Ist es vielleicht so… unter dem Gesichtspunkt des Schöpfer Mysteriums, dass Gott es benötigt, unendlich gut zu sein? Benötigt die Schöpfung etwa unsere Meinung…!...?

Ich glaube, dass es unter diesem Blickwinkel leicht ist zu bemerken, dass das menschliche Vorgehen es durch den Klang des Wortes geschafft hat, überheblich zu werden und alles emporzuheben, was unter seinen Worten existieren kann –dass ihr Bezug (der der Worte) in ihm (dem Menschen) liegt!

Alles in allem ein unvergleichlicher arroganter Akt.

 

Aber in dem Maße, wie wir das Ver-Trauen (span. ‚con-fianza‘) bewahren –das bedeutet, dass wir eine Bürgschaft (span. ‚fianza‘) hinterlegen, um einer möglichen Störung oder Zerstörung, von was auch immer, vorzubeugen-, wenn wir in das Wort vertrauen stellen wir eine Verbindung der Kommunion auf, die uns dazu bringt, dass wir uns untereinander vertrauen. Und uns untereinander in dem Sinne vertrauen, uns zu geben, und dass sie uns schulden. Und in diesem Dasein, in dieser Schuld, sich mit allem verschuldet zu fühlen… und infolgedessen… dem einen Sinn der Entschädigung durch das Dienen geben, durch das, was man beitragen kann.

Sind wir denn etwa nicht mit der Schöpfung verschuldet, da wir uns an diesem Ort des Universums präsentiert haben…? Wenn wir uns unweigerlich mit anderen vergleichen, die ausdrückten, die sich an anderen Orten ausdrückten… wo die Erde unfruchtbar war, wo die Plünderer zahlreich waren, wo die kriegerischen Kämpfe zahlreich waren, wo man mit Hunger geboren wurde und man vor Hunger starb.

Und das geschieht. Das ist keine Metapher.

Sind wir verschuldet…?

 

Wenn wir uns im Sinne des Betenden Sinns gegenüber der Schöpfung verschuldet fühlen, wegen der Gaben, wegen der Formen… wie unser Leben verstrichen ist, dann nicht dafür, um uns minderwertig oder unfähig zu fühlen. Nein, nein. Diese Sprache der Stille der Schöpfung zeigt uns verschuldet, damit wir… diese durch unsere Worte einerseits tilgen(!) und andererseits bekannt geben, dass wir unsere Verschuldung bemerkt haben, und dass es ein Anreiz sein wird, auch wenn wir niemals aus ihr (der Verschuldung) herauskommen, damit wir uns klar zeigen, uns mit Tugend ausdrücken …

 

(2 Minuten der Stille)

 

Es scheint so, dass der Betende Sinn etwas von uns fordert. Nein. Es gibt keine Forderung. Es gibt… einen Beweis dessen, was wir sind, es gibt einen Beweis dessen, was wir machen, damit wir variieren, korrigieren, verändern können…

 

(3:30 Minuten der Stille)

 

Die stille Pause gibt uns Anlass dafür… die Worte, die uns repräsentieren, die uns zeigen, was wir sind, zu überarbeiten, nachklingen zu lassen, zu neuem Leben zu erwecken.

 

(5 Minuten Stille)

 

Die Schönheit, die die feste Erde zeigt; die unergründliche Überraschung der Tiefen des Meeres; die unermessliche Kraft des Gewitters der Blitze und Donner(!); die Vision zu sehen… und das Wachstum einer Staude, eines Baums, einer Pflanze wahrzunehmen, ohne dass wir uns bewusst werden, dass diese gewachsen ist. Und auch wenn wir wissen, dass sie unterschiedliche Rhythmen und Frequenzen hat und wir diese nicht  wahrnehmen können, imprägniert sie sich mit einer überzeugenden Sprache; einer Sprache, die nicht unsere Worte einsetzt, aber welche uns Umrisse skizzieren, um sie auszudrücken, wenn wir den Flussverlauf sehen, wenn wir… den Duft einer Blume kontemplieren, wenn wir in Bezug auf einen Stern oder einen Sonnenuntergang poetisieren…

Wir können sagen, dass… uns diese ganze Umgebung, die uns umwirbt, stimuliert, damit wir präzise Worte ansetzen…(!), mit der ganzen Schönheit, die wir in der Lage sind auszudrücken. Und manchmal gibt es keine Worte, aber es gibt Gesten, es gibt Blicke, Verhaltensweisen…

 

Die Schöpfung schmückt uns mit diesen Zufällen, dem Glück, der Unvorhergesehenheiten, Überraschungen, Geschenke…. Und wir sehen uns verschuldet, weil wir sie mit Worten beschreiben müssen, um Erfahrungen teilen und übermitteln zu können.

 

Aaaaa-AaaAaaaa…

Aaaaa-AaaAaaaa…

Aaaaa-AaaAaaaa…

 

(Wir wiederholen es 16 Mal)

 

(3 Minuten der Stille)

 

Auf dass die Gabe des Wortes, ausgedrückt in „Aaaa”… das Merkmal sei, unsere Herkunft zeigen zu können… und uns mit ihnen transparent zu machen, mit den Worten, um in dem Anderen die Präsenz des Ewigen schätzen zu können. Und dass der andere seinerseits diese in uns schätzt.

 

 

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