40. Das Gebet verlangt von uns die Gabe zu kommunizieren

 

BETENDER RUF

 

(5 Minuten der Stille)

 

Im Evangelium vom Heiligen Johannes wird gesagt –sehr häufig zitiert-, dass: „Am Anfang war das Wort und das Wort war Gott und nichts wurde ohne ES gemacht.“

Mit den Worten tauchten… die Kommunikationen auf. Und über sie sagt uns die Bibel auch, dass ein Turm zu Babel gebaut wurde, um das Göttliche zu erreichen, und dass der zerstört wurde…  wegen seiner Eitelkeit, und dort tauchten Tausende von Sprachen auf. Und da war es nicht mehr so einfach, dass sich die einen mit den anderen verstanden: jeder Einzelne drückte seine Sprache aus.

Ohne da reinzugehen, ob es so war oder nicht, es stimmt, dass jede menschliche Gemeinschaft, die an unterschiedlichen Plätzen des Planeten wohnt, eine Sprache erzeugt: das Wort. Und mit dem kommuniziert sie.

Und wenn wir einen großen Sprung machen, kommen wir zu der Ära der Kommunikationen –in der wir uns befinden. Und indem wir einen anderen großen interpretierenden Sprung machen, kommen wir zum Kommunikationsmangel. So als ob sich ein Mutant produziert hätte.

Die Bürokratie der Regierungen führt fortgesetzte Gesetze, Artikel und Präzisierungen an, um zu klarzustellen, um zu sagen...

Wie es zu erwarten war, ist die alltägliche Kommunikation dermaßen zerbrechlich, dass…

Es scheint so, dass jeder einzelne stur auf seiner Version beharrt…, denn anstatt zuzuhören –auch wenn es in Stille ist- denke ich daran, was ich sagen werde.

Und so ist es, wie die Verwirrung –der „Verwirrten”- auftaucht.

 

Und in diesem ganzen Schwindel erregenden Schauen, wo bleibt da das: „Am Anfang war das Wort“?

Es ist so, als ob man sagen würde: „Am Anfang war Gott und jetzt, am Anfang ist… „heute”.”

Und der wesentliche Unterschied, zwischen dem, von einer Schöpferkraft auszugehen und dem von jetzt, von heute auszugehen… ist fast ein unergründlicher Abgrund.

Es behauptet sich jenes Sprichwort, das sagt: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern[1].“

Das Misstrauen wird gegenwärtig und die Konfrontation auch, denn jedes mitteilende Fragment fordert seine Autorität und seine Gewissheit, welches nicht mit den anderen zusammentrifft. Wodurch das Misstrauen, die Unsicherheit logisch sind, denn das, was jedes Wesen versteht, ist etwas anderes zu dem, was der andere versteht.

Das Resultat ist, dass… entweder –entweder- das Gesagte unvollständig, ungenau, schief ist … oder aber das Zuhören nachlässig, gleichgültig ist … oder aber, was wir am Anfang sagten: man denkt mehr an das, was man sagen wird, als an das, was man hört.

All dem muss man die „traditionellen” Vorurteile beifügen –lassen Sie sie uns so nennen- Vorurteile zwischen den Wesen: „Was der sagt hat Wert, was jener sagt, nicht. Was der andere sagt, berücksichtige ich, was jener sagt... nicht.“

Es sind also ‚Multifaktoren’, die auf den Kommunikationsmangel in der Ära der Kommunikation einwirken.

Und so können wir, wenn SIE uns zum Beten rufen –der Betende Sinn-… irgendetwas hören(!) und interpretieren… irgendetwas. Und dass dann das als integrierter Teil des Betenden verbleibt, was er gehört hat, ist noch schwieriger.

Der Betende Ruf weist uns darauf hin, er macht uns wachsam gegenüber der Notwendigkeit, das Zuhören, das Wort, das Gesagte zu präzisieren.

Auf vorgefasste Meinungen zu achten.

Dem Wort… Wert geben –und vielleicht ist da der wichtige Punkt- dem Wort eines jeden Wert geben. In dem Maße wie wir die Worte des anderen werten, wird sich so der Respekt einstellen. Und in dem Maße, wie es Respekt gibt, gibt es Zusammenleben. Wenn man aber bereits von der chronisch aufgestellten Basis ausgeht…, dann werden die unendlichen Kommunikationsmittel zu nichts dienen.

 

Wenn am Anfang das Wort war, dann mahnt uns der Betende Sinn –da wir geschwätzig sind-… es mahnt uns zum Ersten, nämlich der Ehrlichkeit. Und damit werden sehr wahrscheinlich die Worte auftauchen. Und das ist ein anderes Kapitel, das auch Auswirkung auf das Wort hat:

„Ich werde das sagen, aber man soll nicht merken, dass ich das andere nicht gesagt habe.“

Ah!

„Wie soll ich das erzählen, indem ich das kürze, ohne dass weder der eine noch der andere merkt.“

Oh!

Die steinigen Wege, die man gehen kann, sind endlos.

 

Es ist so ähnlich wie der Grad des Hindernisses, wenn man jemanden fragt, wissend, dass er das, was man ihn fragt, weiß und er sagt nicht, dass er es weiß.

- Wo lebst Du?

- Ich weiß es nicht.

- Wie, Du weißt es nicht?

- Nein, ich weiß es nicht.

Anstatt zu sagen: Ich will Dir nicht sagen, wo ich wohne.

 

Manchmal sind es so offenkundige Dinge wie die, die… beleidigend, respektlos sind…

Aber… wir sollten nicht vergessen, dass wir uns in der Epoche der Straffreiheit befinden. Demnach kann jeder einzelne sagen und ausdrücken, was er will(!), nicht das, was er ausdrücken soll.

Aber das Schlimme ist, dass jeder Einzelne nicht bemerkt, dass wenn er fordert und fragt ihm dasselbe geschehen wird.

Aber hier erscheint selbstverständlich immer das Gesetz der Mogelei. Das bedeutet: „Ich fordere von den übrigen Klarheit und Ehrlichkeit, aber ich werde sie nicht geben.“

Das immer Berühmte von: „Man sieht den Splitter im Auge des anderen, aber man sieht nicht den Balken im eigenen.“

Dann kommen die berühmten Beispiele… und die Erinnerungen von jenem und jenem anderen... und das Durcheinander wird gegenwärtig. Und wenn es darum geht, etwas zu lösen, na gut! Gut. Aber nein! Man löst gar nichts. Man schafft Spannungen und… mehr Vorurteile!  

Der Betende Ruf von heute fordert uns auf, dass, jedes Mal, wenn wir ausdrücken –oder bevor wir ausdrücken(!)- überdenken, was wir kommentieren, zeigen, sagen werden; dass wir überprüfen, was gesagt wurde und was verstanden wurde. Und es ist egal, ob es große oder kleine Dinge sind…! Jedwedes Wort ist großartig: Abhängig davon, wo man es anordnet, wer es sagt und in welchem Moment, kann es transzendental sein. Also hat es keinen Wert zu sagen: „Nein, also in dem Moment, die Worte…, aber in jenen Momenten verlieren diese anderen Worte… an Qualität.“ Nein! Das ist ein Vorurteil gegenüber dem Wort selbst.

Von daher fordert uns der Betende Ruf zur Gabe(!)  auf –weil es eine Gabe ist-, dass wir kommunizieren, außerdem können wir das mit allen möglichen Formen und Arten und Weisen machen.

 

Wie spröde und rau sich die Kommunikationen zeigen, wenn die Worte sentenziös sind! Wenn der Ausspruch zweifelhaft ist, wenn das Übermittelte verlogen ist.

Und wie sanft, wie sanft ist das Wort und was für ein Balsam ist es, wenn man es fühlt, weil es einen bewegt, wenn man es gefühlt fühlt, wenn man es ehrlich fühlt, wenn man es motivierend fühlt, wenn man es induzierend fühlt, wenn man es intentioniert fühlt! Und es ist nicht nur sanft, sondern es ist kräftig. Es ist… eine Hoffnung. Es ist ein Versprechen.

Es bedeutet zu glauben! Es bedeutet –das Wort-  glauben.

Erinnern sie sich an jene religiöse Floskel, die sagte: „Wort Gottes” und man antwortete: „Wir preisen Dich Herr?“

Wie ist die Menschheit dahingekommen, sich so, so, so sehr… nicht zu respektieren(!)..., dass wir Anwälte benötigen, die das beglaubigen, was wir sagten und was wir sind?

Der Notar gibt keinen Glauben! Der Glaube ist ein außerordentliches Ereignis…(!), das aus der Schöpfung ausfließt und das sich in den Worten verpflichtet, wenn diese dringend notwendig gefühlt werden.

 

Es geschieht auch, dass es in diesem Sprechen, in diesem Wort recht häufig so ist, dass der, der sagen oder sprechen wird, schon für den gedacht hat, der hören wird…

„Also… mein Freund! Das ist super, das ist unglaublich, das ist transfigurierend, das ist quantenmäßig!”… –wir sollten dem ein bisschen Humor beifügen.

- Also sieh mal, ich werde Dir etwas sagen, aber ich weiß schon, was Du denken wirst, ich weiß schon, ich weiß schon, was Du mir antworten wirst.

- Demnach sag nichts, Schwachkopf! Wenn Du alles weißt, warum wirst Du es dann sagen?

Es ist oft so, dass, weil die Personen mehr als genug Ressourcen haben, bereits denken und fühlen und wissen, was die anderen… Obwohl sie weder wissen noch fühlen, was sie selbst denken und fühlen, wissen sie wohl das von den anderen. Aber von all „den anderen“!

- Ich weiß schon, was er/sie mir sagen wird, wen ich ihm/ihr so etwas sage.

- Ach, ja? Aber hast Du es ihm/ihr gesagt?

- Nein.

- Woher weißt Du das dann?

- Mensch, weil ich ihn/sie kenne.

- Und was kennst Du…? Was kennst Du!?

 

Es ist okay nachzuforschen, klar! Es ist in Ordnung, Unter-…stellungen (span. ‚suposiciones’) zu machen –was an die Suppositorien erinnert: Unter-…stellungen (span. ‚supo…siciones‘). „Und ich unterstelle (span. ‚supongo’) und ich unterstelle...”

Warte mal, warte mal, warte mal! Lege noch nichts auf den Tisch. Zeig dich, wie du bist, und in Wirklichkeit bist du ehrlich und hältst keine gezinkte Karte zurück, man wird dir zuhören.

Egal wie schlecht das Wesen die Worte macht, die haben eine Seele, ja. Und er wird sie weder zerstören noch wird die Politik, die Philosophie, die Religion sie zum Verschwinden bringen… nein! Wir können sie malträtieren –so wie es geschieht-, wir können sie verfälschen, schlecht interpretieren, ja, aber sie sind da.

Und wenn man entscheidet, sie mit der Präzision zu benutzen, zu der jeder einzelne fähig ist, hört man ihnen zu. Aber es geschieht, dass sie für gewöhnlich kontaminiert werden, vorschnell oder zu spät oder vor der Zeit sind.

 

Deswegen bewegt und treibt uns der Betende Sinn auch dazu an, an das Wort zu glauben. Erinnern Sie sich? „Ein Wort von Dir genügt, um zu heilen.” Und es stimmt…! Aber es muss dieses Wort mit der Strenge, mit der Harmonie, dem Gleichgewicht, der Schönheit, der Transparenz, der Ehrlichkeit und der Gabe der Hingabe sein, welches sich ausdrücken muss.

Und wir alle haben Momente gelebt, in denen diese Worte, oder jenes Wort, oder jenes, was man mir gesagt hat, mich bewegte, mich nicht nur… zum Denken gebracht hat, sondern es ist dort verblieben. Und wir vergessen es nicht.

Die letzten Nachrichten über unser Genom sagen uns, dass wir 8055 Millionen von Buchstaben haben.

Achttausend? Viele Buchstaben, nicht? In Wirklichkeit sind es vier oder fünf Buchstaben –das hängt davon ab- und mit ihnen wird ein menschliches Wesen konstruiert. Aber es sind Buchstaben, es sind Schriften, die sprechen, denn wenn man sie liest, interpretieren wir. Und wir könnten sagen –und auf dieser sehr modernen Ebene könnten wir sagen:

„Ist es mit dieser Anzahl an Buchstaben nicht genug, um die Dinge klar zu sagen? Denn wenn es (das Wesen) immer noch nur vier oder fünf Buchstaben hätte… Aber Achttausend…?” –übrigens: „Millionen”.

Das bedeutet, dass unsere Ressourcen… Wauuuu!!! Sind. Um uns nicht zu wiederholen. Und es ist sehenswert, wie die Dinge wiederholt werden! Unsere Ressourcen sind unerschöpflich. Wir benötigen viele Leben, oder aber wir üben uns als Ewige aus, um alle Kombinationen aufzubrauchen, die sich in dieser Information bilden können.

 

Aber alles ist sehr knapp. Wenn ich sage „sehr knapp” will ich damit sagen, dass alles sehr gut in diesen Buchstaben eingerichtet wurde, um ein menschliches Wesen zu konstruieren. Und infolgedessen auch, um uns zu lesen, und um uns auszudrücken, müssen wir alles, über das wir verfügen, kontemplieren, damit das, was ausgedrückt wird korrekt gelesen wird, korrekt gehört wird, klar dargelegt wird.

Ohne zu unterstellen, dass der andere weiß, dass der andere kennt, dass „ich glaube, dass”, dass „mir scheint, dass…” Nein, nein, nein, nein, nein. Das Adenin geht mit dem Thymin und das Zytosin geht mit dem Guanin. Sie können sich als Buchstaben des genetischen Alphabets nicht anders kombinieren.

Und das Uracil –das fünfte-, um zu transkribieren. Und wenn es irgendeinen Irrtum gibt, dann ist die Manifestation sehr bezeichnend.

Und genauso ist es, was sich in der Welt mit der Spezies ereignet. Irrtümer und Irrtümer und Irrtümer häufen sich an und Dramen und Dramen und Dramen ereignen sich. Und alles deswegen, weil er/sie mir sagte, dass er/sie mir gesagt hat, dass ich gesagt habe, dass ich verstanden habe, dass ich akzeptierte, dass ich log…!

 

Und Gott sagte: „Es werde Licht. Und Gott sagte...”

Das bedeutet, dass das Wort bei IHM funktioniert hat.

Er glaubte an das, was er sagte und das wurde geschöpft.

Und wenn wir ein Modell sind, dass aus dem Schöpfer Mysterium ausgeströmt ist, dann wissen wir nur auf der Basis dessen „womit wir dotiert wurden”. Und wenn wir dem Vergleich unseres genetischen Codes folgen, dann zeigen sich uns unendliche Formen, uns auszudrücken und uns zu kommunizieren und uns zu erklären… ohne Irrtum.

 

Die Worte fordern uns auf, damit unsere Glaubensvorstellungen in uns selbst… und in dem, was uns umgibt, lebensfähig sein können. Damit wir eine wirklich wohlwollende Anpassung herstellen können.

Und an das eigene Wort zu glauben und an das des anderen, lässt uns in Projekten, in Ideen, im solidarischen Zusammenleben „verschwören”.

 

 

ERBARMEN...

 

 

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[1]“Donde dije digo, digo Diego.