39.22 Gefangene - Der Mensch ist eine Position des Transits

 

BETENDER RUF

Vom menschlichen Gesichtspunkt aus, durch die Geschichte –eine subjektive Version des Ereignisses-, befinden wir uns in einem Moment … verworrenen Ausdrucks der Fragmente der Macht, die lenken, manipulieren und über allen Spezies handeln und noch signifikanter –wegen unserer menschlichen Optik- über unserer eigenen.

 

Man könnte sagen, dass wir uns –als bewusste Menschheit, als Homus ‚sapientis’- in einem Zustand der Gefangenschaft (span.: ‚cautiverio‘) befinden.

Die Spezies selbst hat sich „gefangen genommen”, aber … sie hat das in zweifacher Form getan. Einerseits fesselt (span. ‚cautiva’) sie ausreichend, um sich zu bewundern … einander zu schmeicheln … um sich zu zeigen …

Und andererseits -gleichzeitig- wird sie zur Gefangenen (span. ‚cautiva’) ihrer Gesetze, Normen, Gewohnheiten … Gesetze und mehr Gesetze.

 

Der Betende Ruf platziert uns in das Bewusstsein dieses Schauplatzes … mit dem Sinn, damit wir zu einem anderen Bewusstsein erwachen, dass sich weder gefangen nehmen lässt noch gefangen nimmt …, sondern das anstrebt, bewusst seine Beschaffenheit, seine Anwesenheit und seinen Sinn als Ausdruck des Lebens an diesem Ort des Universums zu betrachten.

 

Gequält durch den Individualismus, das Eigentum, den Autoritarismus und … diese anscheinende Freiheit, die kontinuierliche Gewalt erzeugt, die Gesetze der Unterdrückung, der Kontrolle rechtfertigt … das, all das ist da und in dem Maße, wie wir an diesem Ereignis festhalten, ereignet sich dieses Ereignis, es geschieht und es … „überzeugt uns”.

 

Mit dem Betenden Ruf wird angeregt, dass wir bei dieser ganzen Verwirrung, die nötigt, einen subjektiven Sinn anwenden … und wir uns bewusst zu einem bescheidenen Verhalten öffnen, zu einer Position des Glaubens, zu einem Annehmen          –bewusst- des Bezugspunktes in dem Schöpfer Mysterium, in der ‚Grundlegenden Vorsehung‘. Jene, die … das Auftauchen der Zufälligkeit bewirkt, des Glück Habens, der Gelegenheit … Jene, die weder den Schrecken noch die Angst, noch die Bedrohung dessen erlaubt, angesichts dessen, was kommen wird.

Verhalten … Verhalten des Muts, der Hoffnung und der Bereitschaft.

Es zu verstehen sich anzupassen und sich zu konfigurieren, ohne Aversion zu erzeugen.

 

 

Es ist leicht in die einfache und unmittelbare Versuchung zu verfallen, dass wir uns angesichts „dieser” Schwierigkeit, angesichts „jenes“ Mangels konfrontieren müssen, dass wir eine Position des Erfolgs –der „Errungenschaft“- beibehalten müssen, dass wir eine  Anstrengung machen müssen, um zu erreichen …

In diese Versuchung zu verfallen bedeutet, sich in ein Produkt zu verwandeln, in ein … „benutzen und wegwerfen”.

 

Und so, wenn wir dann mit den Preisen, mit den Schwierigkeiten, mit den Gesetzen–und einem langen et cetera- manipuliert werden … wenn wir denken, dass dieser oder jener Mangel da ist „weil es nichts gibt“ –das wäre in einfachen Worten ausgedrückt-, würden wir eifrig danach suchen zu erreichen und zu schaffen. Aber wir wissen –aber manchmal vergisst man das ganz leicht- … wir wissen, dass es keinen Mangel gibt. Es gibt Spekulation. Es gibt Ausbeutung.

 

Es ist eine ähnliche Situation zu der von diesem Augenblick[1], in dem die Meute die Worte beißt, die Stille zerreißt, den „Herrn“ mächtiger macht.

Und es ist leicht … und sogar perfekt gerechtfertigt, den Mund zu halten, der Unbequemlichkeit Aufmerksamkeit zu schenken. Aber wenn wir umgekehrt die Unbequemlichkeit sichtbar machen … „sichtbar“ in Bezug darauf, dass sie kein Hindernis ist. Sie wird sichtbar und zum Hindernis, wenn wir sie als einzige Realität betrachten und es scheint, dass sie mir den Raum meiner Stille beschlagnahmt.

 

Wenn wir in diesem Zusammenhang weitermachen, würde ich damit enden mich einzuschließen und mich zu beschützen, nicht, dass … dass die Herde kommt und uns zerstört.

 

Und es ist unter dieser Vision, wie man das gesamte Szenarium betrachten kann, das in unserer Umgebung brüllt und wo uns nur … nur die Ruhe und die Gelassenheit in der Vorsehung von der Konfrontation, der Verheimlichung, die Beschlagnahmung von einem selbst, der Angst, der Verzweiflung abhalten kann!

 

 

Im Laufe des Verstreichens des Menschen hat uns das wissende (span.: ‚sapiencial’) Bewusstsein unserer Spezies immer mehr vermenschlicht.

Und wir haben nach und nach den transzendenten Animismus verloren. Und wir haben an unseren Entdeckungen festgehalten, an unseren Regeln, an unseren „Mächten“. Durch sie gefangen genommen (span.: ‚cautivado‘) … und verführt (span.: ‚cautivo’)!

Der Betende Ruf ruft uns … damit wir uns daran erinnern, dass unsere Anwesenheit in dem Wunder des Lebens ein Verstreichen des Beispiel Ablegens, der Transzendenz ist. Es ist ein Verstreichen, um die Vorsehung wissend. Es ist ein Verstreichen, das danach sucht … die Immanenz unseres Ursprungs aufrecht zu erhalten!

Und so ist der Mensch ein Schritt. Ein Schritt um weit über das menschliche hinaus zu gehen!

Wenn wir mit unserer Konfiguration von Gründen, Logik und dem Verstehen verbleiben, dann werden wir in Rückständen verankert sein …

Brennende Fossile.

Wenn wir aber bemerken –so wie es der Betende Ruf anregt-, dass das Mensch Sein eine Position des Transits, des Verstreichens ist, dass sein Sinn der ist, auf der Basis eines transzendenten Bewusstseins fortzudauern …

… so können wir uns bewusst werden, dass unsere menschliche Kondition eine Kondition des Transits ist.

Dass wir betend –unter einem anderen Wahrnehmungsbewusstsein- Vorübergehende, Nomaden sind, die … sich –verstreichend- auf einem Weg der Wanderschaft hin zum Ewigen, mit dem Ewigen(!) befinden.

Es ist kein Ort „dort”, wo ich ankommen muss, sondern ich gehe mit IHM, um in IHM zu kulminieren.

Vorüberziehende, Nomaden …

Wanderer.

 

Infolgedessen könnten wir sagen, dass diese ganze Turbulenz, in der wir uns befinden, ein Produkt dieser vermenschlichten, stratifizierten, überzeugten … und in einem Zustand der Gefangenschaft lebenden Menschheit ist.

 

Und wenn man sich dieser Position bewusst wird, mehr als ein Scheitern oder ein Schmerz –der sich erzeugt, klar(!)- ist es ein Motiv der Freude.

Ja, es bedeutet mir bewusst zu werden, dass in dem Maße, wie ich mir bewusst werde, dass ich mich in Gefangenschaft befinde –weil man mich gefangen genommen hat- befinde ich mich in den Konditionen, einen Prozess zu initiieren, um mich zu befreien.

Weil ich nicht ins Leben gekommen bin, um gefangen zu sein!

Weil das Leben keine … Haft, kein Drama und ein permanenter Terror ist.

Es ist vielmehr ein Staunen, eine Befreiung und ein … unermessliches Empfinden von Größe!

Ich kann nicht erlauben, eingeschüchtert zu sein, mich zu verringern und mich als Sklaven zu akzeptieren. Aber in dem Maße wie ich entdecke, was ich bin, kann ich sehr wohl meine Befreiung initiieren … wohl wissend, dass ich nicht dafür geboren wurde. Niemand wurde dafür geboren!

 

(4:30 Minuten der Stille)

Und schon hört man die Vögel und die Meute wird zum weit entfernten Echo. Wir können ausrufen:

 

 

aAAAAAAAAAAAaaaaa

 

 

***

 


[1] Lärm durch bellende Hunde.