38.22 Lass Dich lieben ... und Du wirst sehen, dass alles bereit ist

 

BETENDER RUF

 

Wer hat uns diesen Ort des Universums reserviert?

Wer hat uns zwischen die Sonne, den Mond und die Dunkelheit platziert?

Wer hat uns mit Ressourcen, Geschicklichkeiten versehen …?

Und wer hat uns die Seele gegeben, um uns zu fragen … um in die Tiefe zu gehen … um IHN zu suchen?

 

Und alles Lebende verwandelt sich in geschöpfte Kreaturen.

Es gibt nichts, was durch sein eigenes „Feuriges” auftaucht. Das Feuer der Schöpfung … kommt von Mysteriösen Aufenthalten her.

Uns Erfolge zuzuschreiben ist Eitelkeit. Es bedeutet nicht… die feurige Hand von IHM entdecken zu wollen, DESSEN, DER macht … DESSEN, DER uns trägt … DESSEN, DER uns inspiriert … DER uns hütet.

Wenn wir uns entdecken, wenn wir uns erkennen … dann ist unser Dasein, unser Weitermachen eine anziehende Notwendigkeit!

SIE platzieren uns, sie setzen uns aus und sie beleben uns … und das, was uns fördert, ist die Anziehung, die Anziehung DESSEN, DER uns bringt. Das lässt uns morgens wach werden. Es lässt uns auch jede Nacht schlafen.

Und permanent angezogen durch das Ereignis eines jeden Tages … realisieren wir das, was uns offensichtlich erscheint. Und das ist es in dem Maße, wie wir die Hand der Schöpfung, das ehrerbietige Mysterium hindurchschimmern sehen.

 

Das einfache Lächeln –Ausdruck der unendlichen Komplexität- ist ein Beispiel der schöpferischen Entwicklung des Aufenthaltes des Mysteriums, welches sich schlicht, einfach und dienend zeigt.

So wird das Zusammenleben zum Duft. Es gibt keine Forderungen … sondern Dienste. Und alles wird realisiert. Weil jeder einzelne weiß, welches sein Pfad ist … und nicht in die Schritte der anderen einfällt.

Das Meer versteht es, sein Becken zu wahren. Es versteht es zu warten, damit wir zaghaft seine Ufer betreten.

Der Tagesanbruch blendet uns nicht, er hellt uns auf, er klärt uns … bis wir glänzen, genauso wie sich die Abenddämmerung zum Nebel der Farben macht …

Und so vergrößern sich unsere Pupillen, verringert sich unser Tun … und wir geben uns in den Schlaf, der, der uns wiederherstellt.

Wer stellt uns im Schlaf wieder her?

Sind das etwa wir, ohne Bewusstsein, ohne Mittel …?

Wer stellt uns durch den Schlaf, durch … das Nichts wieder her?

Wer repariert uns … und macht uns noch einmal neu, um wiedergeboren zu werden und um mit dem Glanz des Entdeckens aufzuwachen, mit der Anziehung zu suchen, mit der Güte zu erfreuen?

 

Sich nicht als Herr von etwas zu fühlen … lässt uns an allem teilhaben.

Sich nicht –durch die Gesetze der Menschen- dessen zu bemächtigen …, „was uns gehört“. Vielmehr alles hüten, auf das wir treffen; für alles danken, was uns gegeben wird, mit unserem Verhalten erwidern: Das Verhalten des Wanderers, der auf dem Weg der Begegnung geht, „der Großen Begegnung“.

Es wird keinen Irrtum geben, der von uns verlangt. Es wird keinen ungerechtfertigten Fehltritt geben. Es wird ein entschiedenes Bewusstsein geben, das es versteht zu horchen … jedweden Klang, jedwedes Wort. Das nicht in ein Streitgespräch geht … Das es bewusst versteht, der Route des Windes zu folgen: der, der … die Gaben der Schöpfung pfeift.

 

Es ist leicht, ja, sich unnütz zu fühlen. Es ist leicht, sich anzuschuldigen und es ist noch leichter, sich zu bestrafen. Es ist leicht, auf die Verzweiflung zurückzugreifen oder aber Mitleid zu erwecken. Es ist leicht, der Zerstörer zu sein … der Zerstörer der Umgebung. Es ist leicht der zu sein, der straft und der sich selbst bestraft.

All das ist eine Herausforderung …, die für ein geschöpftes Wesen unangebracht ist. All das ist ein Ungeschick, das den Protagonismus sucht.

Man wird immer Gründe und Erklärungen finden, um unser Unglück zu beweinen. Wenn wir aber darin verbleiben, dann bedeutet das, die Anziehung des Ewigen abzuweisen, es bedeutet die permanente Schöpfung zurückzuweisen, es bedeutet „zu ersetzen“…

Die Klage ist nicht zulässig, wenn man die Farben sieht, wenn man die Lieder hört, die Süße schmeckt und man die Düfte wahrnimmt.

Die Klage ist nicht gerecht, wenn die Liebkosung beruhigt.

Sind das etwa keine … gegebenen Gaben!? Haben wir etwas von dem erzeugt, was wir sind …?

Deswegen, wenn wir in … das Recht, in das Gesetz, in die Prämie, in die Bestrafung … verfallen, ist das dem Glauben nicht eigen. Nein. Es gibt … angesichts des Blauen des Tagesanbruchs keine Rechtfertigung. Es entspricht nicht dem Gesang des Stieglitzes …(!) und dem scheuen Flug der Schwalbe.

 

Ablassen von dem Unglück …, das den Tagesanbruch (span.: „ama-necer”[1]) verhindert, das zur Finsternis führt. Wir sind Wesen aus leuchtenden Seelen … geschöpft im Glanz! Ausgestattet mit Glanz, gemeißelt in der Geschicklichkeit, entworfen für die Suche.

Es gibt kein besseres Modell.

Und wenn wir uns als Gabe fühlen, wenn wir uns als eine ewige Verschwendung wahrnehmen …, dann taucht die innere Ehrlichkeit auf, der Rhythmus passt sich an, die Vorstellungskraft quillt hervor.

 

Alles wird getan, ohne zu wollen.

Lass Dich lieben…(!)…  und Du wirst alles bereit sehen.

 

 

***

 


[1] Liebe, die uns gebiert.