38. Fließen ohne Hindernisse, wissend, dass einem beigstanden wird

 

BETENDER RUF

 

 (5:30 Minuten der Stille)

 

Jedes Wesen in seiner ungewöhnlichen Präsenz, weil diese unumgänglich und unbedingt notwendig ist… muss annehmen, entdecken, welche seine Positionen sind… auf der Basis dessen, die notwendigen Dienste zu entdecken, auf die es trifft, die es entdeckt; mit der Warnung, mit dem Hinweis der Vorsicht vor der Egozentrik, der Vergötterung und der persönlichen Wichtigkeit.

Der Betende Ruf animiert uns, damit… wir uns in dem entdecken, was wir sind, in den Gaben entdecken, mit denen man uns animiert hat, und damit wir bereit sind, diese gemäß dessen auszuüben, was wir aus dem jeweiligen Ruf heraus entdecken.

Rufe zum Dienen, in denen sich jedes Wesen im Einklang, dankbar, zufriedengestellt und zuvorkommend vorfindet.

 

Manchmal –häufig- entdeckt man, um diese… „Reife” zu erreichen, Hindernisse. In der Mehrheit der Fälle gehen sie auf die gewöhnlichen Kräfte zurück: Eine, dies wir entdecken, wenn unser Ort und unser Platz besetzt ist, wenn jemand in ihn eingefallen ist. Ein anderes, wenn wir aus unseren talentierten Positionen herausgehen und nach anderen trachten… die nicht die eigenen sind, sondern solche, die durch die Mächte, die Gewohnheiten, die Gesetze, die Normen propagiert werden…; die sogenannten „Traditionen“ (span.,tradiciones‘) die zu Hintergehungen (span. ‚traiciónes’) werden, wenn sie keine Notwendigkeit erfüllen.

Wir sollten diese beiden Situationen berücksichtigen, die sich für gewöhnlich zeigen werden.

Und mit ihnen taucht… taucht das Wesen in seiner Realisierung auf. Es wird diese beiden Hindernisse nach und nach überwinden, und es wird sich in seiner Dimension, durch seinen Mut, aufgrund seiner Beharrlichkeit… raum machen.

Nach und nach wird sich das Wesen platzieren, wenn es diese Koordinaten der Schwierigkeiten respektiert und seine Ego-Selbstverherrlichung der persönlichen Wichtigkeit überwindet… indem es anonym wird unter den Wesen, und indem es in der Schöpfung, im Schöpfer Mysterium räsoniert.

Und anonym unter den Wesen zu sein bringt mit sich, sich anzupassen, sich zu falten, sich in Einklang zu bringen, den Sinn der Macht aufzulösen, den Befehl und die Anordnung… indem man vor dem Radikalismus und unbeweglichen Einstellungen flieht.

 

Im Laufe dieser Laufbahn finden sich Schmeicheleien, Prämien, Triumphe… uff(!), ein Wasserfall an Wertschätzungen und an Verachtungen, mit denen man sich in Beziehung setzen muss. Aber in dieser Anonymität sollte man nicht jenes schätzen, das versucht zu verhindern: das versucht unser Tun, unser Dasein, unsere Vision des persönlichen Erlebens zu verhindern, das, was sich unter dem Gesichtspunkt des Gebets -des Betenden Rufs-  im Bezugspunkt mit dem Schöpfer Mysterium befindet.

Wir können uns nicht persönlichen Vorlieben unterwerfen, die die Folge einer Propaganda und einer Dressur der gesellschaftlichen, kulturellen, religiösen Dressur sind!

Die einen wollen, dass wir Anwälte sind, andere wollen, dass wir Piloten sind, andere wollen, dass wir Künstler sind… Alle Welt versucht darüber, was wir sein sollen und tun sollen seine Meinung abzugeben. Und es ist einfach, in die Schmeichelei oder in das permanente Abzupfen des Gänseblümchens zu verfallen.

 

Diese „Gewohnheit“ des üblichen, nämlich herauszuragen, zu individualisieren, tatsächlich ein Hauptdarsteller angesichts der Umgebung zu sein… Denn der, der Hauptdarsteller angesichts seiner eigenen Identität ist, der übt in seiner Umgebung keinen Protagonismus aus. Er ist vielmehr eine Referenz.

In diesem Verlauf steht es außer Zweifel, dass die Propaganda auftaucht, die zum Bequemen, zum Einfachen führt… indem man Verantwortlichkeiten meidet, indem man Verpflichtungen vermeidet…

 

Zu leben ist eine Integration, ist Kommunion, ist Zusammenleben! Und das verhindert nicht unsere persönliche Position. Und wie in einem Orchester nimmt jeder einen Klang ein. Und wenn jeder es versteht, sich in ihm zu befinden, dann wird sich eine Harmonie erzeugen… die nützlich für alle ist.

Man darf nicht den originellen Beitrag missachten… –da jedes Wesen, gemäß der Vision des Schöpfer Mysteriums, für eine ganz präzise Position geschöpft wurde. Das Leben wird zu Leben und evolutioniert in dem Maße, wie es innoviert, wie es sich erneuert…

Die anscheinenden Wiederholungen… sind es in dem Maße nicht, wie die Beharrlichkeit zugegen ist, aber sie sind es sehr wohl in dem Maße, wenn man versucht, Situationen zu wiederholen, die nicht den subtilen Beitrag eines einzelnen haben: Die Originalität. Dieses Detail darf nicht fehlen. Und das darf nicht in Zweifel gezogen werden.

 

Durch die Zivilisationen, die sich durch die Menschheiten hindurch, die verstreichen, entwickelt haben, ist es für gewöhnlich so, dass man „anscheinend” nicht den Sinn (span.: ‚sentido‘)[1], den Platz da zu sein findet. Anscheinend. Und dass man uns dazu anspornt, dass alles voll und geschäftig sein muss und damit wir denken, dass das Leben so ist.

Und in der Form ist es leicht, in die Inkompetenz, in die Unmöglichkeit oder in die kontinuierliche  und fortfahrende saure Kritik über die ganze Umgebung zu verfallen.

 

Vorsicht!

Die Disposition und das Verhalten pflegen… angesichts des Konglomerats der Interessen, die jeden einzelnen umgeben.

In die Falle dessen zu verfallen, was die anderen von uns erwarten, so als ob die anderen die Referenz wären.

Dabei beschwert sich der, der zur Referenz wird, nicht. Er handelt. Er verweilt.

 

Der Betende Sinn und Ruf schützt uns in unserer Entwicklung. Er gibt uns die… von der Vorsehung bestimmten… notwendigen Zusätze.

Aber um sie wahrnehmen zu können, müssen wir uns „frei machen“ von unseren  persönlichen Eigentümern: gemeint sind unsere Charakteristika, –die  uns als solche definiert haben.

Weil wir sonst undurchlässig sind! Und dann kann man sagen, was man will, und es kann der Heilige Geist selbst kommen, um uns zu sagen, was wir zu tun haben, und wir machen trotzdem mit „dem unsrigen“ weiter.

Oh mein Gott!

Und die Tendenz, sich unerlässlich „zu fühlen” … –und das ist sehr lohnend-, auch wenn man unerlässlich ist. Wenn man sich als Hauptdarsteller fühlt, bremst man einerseits die Fähigkeiten und Möglichkeiten der anderen und gleichzeitig macht man die anderen bequem, indem man alle Löcher des Siebs übernimmt.

 

Ja. Die „Benötigten” sind sehr wohltuend, aber so geben wir Fisch und bringen nicht bei zu fischen.

 

Die Belohnung, die durch das volle und persönliche Bewusstsein dessen entsteht, weil man weiß…, was man macht, wo man ist und dass man auf dem angemessenen Weg geht.

 

Man sollte eine spezielle Vorsicht mit der Analyse der Irrtümer, der Misserfolge, der Schuld haben… weil wir zwischen Irrtümern, Misserfolgen und Schuld wortwörtlich erliegen können.

Weil es immer „jemanden” geben wird, der den ersten Stein wirft und dann werden wir gesteinigt werden.

 

Die Koordinaten, die die Formen und Handlungen markieren… begrenzen und beschränken unsere Kreativität und lassen uns als „Misserfolge“, „Irrtümer“ und „Nichtsnutz“ erscheinen.

Es sind destruktive Mechanismen, die selbstzerstörerisch werden. Diese Systeme des Vergleichs, so wie das Sprichwort sagt: „Die Vergleiche sind gehässig.“ Gewiss. Weil jedes Wesen in diesem ungewöhnlichen Dasein, in seiner Präsenz, unumgänglich und notwendig und unvergleichbar ist.

„Er/sie ähnelt sehr…”. „Er/sie ist genauso…”Nein.

Das ist genauso wenn man ein Puzzle zusammensetzt:

- Dieser Teil ähnelt sehr dem, welches hier hinpassen müsste, aber es passt nicht.

- Also das ist nicht das Teil.

- Aber es sieht doch so ähnlich aus.

- Ja, sicher, schon…

 

(4 Minuten der Stille)

 

Lasst uns aus unserem Betenden Ruf einen Einklang machen, der es uns erlaubt, in die Frequenzen dessen einzutreten, dass wir in Richtung eines Sinns (span. ‚sentido[2]) geschöpft wurden, dass wir als Referenz das Schöpfer Mysterium haben… und dass sich darin der Verlauf eines neuen, renovierten Lebens befindet, das auf die Innovation setzt, das auf die Kreativität, auf die Kunst, auf die Schönheit, auf das permanente Dienen… auf die Berufung setzt.

Fließen… ohne Hindernisse… wissend, dass einem beigestanden wird.

 

 

aAAAAAAAAAALLLLLLLLLLLLL

 

 

Auf dass uns das Licht des Tagesanbruchs die Konstanz gebe, dass wir gerade durch die Instanz der Liebe des EWIGEN geboren worden sind.

Und so nehmen wir das Tun des Zusammenlebens mit dem Enthusiasmus, dem Humor und der Grazie eines jeden Einzelnen auf…

Ohne Angst!

 

 

 

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[1] Sentido: Weg, Sinn, Richtung

[2] Sentido: Weg, Richtung, Sinn