36.22 Unsere Abstammung ist es, in der Unermesslichkeit zu fliegen

 

BETENDER RUF

 

(4:30 Minuten Stille)

 

Als Menschheit geht unser Dasein soweit, dass wir … in Schluchten da sind, die zusammenpressen, die einengen, die verhindern … die belohnen, die bestrafen.

Schluchten, von denen „man annimmt”, dass … wenn das Wesen erst einmal durch sie hindurch gegangen ist, es sich befreit, motiviert, gefördert und begeistert vorfindet … weil es die Probe überstanden hat.

Aber die Probe, die Prüfungen sind … zur Angewohnheit, zur Gewohnheit, zu Gesetzen, zu Normen geworden: „Normalitäten.“

Und in dieser Schlucht zu leben bedeutet Misstrauen, Untreue, Unehrlichkeit … „Anschein“.

 

Man hat diese Schlucht so sehr(!) herausgearbeitet, dass sich die Sehnsüchte, aus ihr herauszukommen, einer anderen Realität zu öffnen, nicht zu existieren scheinen. Es scheinen Fabeln oder phantastische Geschichten zu sein.

In dieser Schlucht lebt man eher schlecht als recht und man kommt voran … na gut(!) mit den Normen der Engpässe, der Rigiditäten, der Auferlegungen … und der institutionellen Lügen.

 

Der Betende Ruf weist uns darauf hin, dass die Position, die wir, jedes Wesen der Menschheit, in der globalen Menschheit einnehmen … sich in einem Moment des Erstickens, der Enge, der Bedrängnis befindet, aus dem die Wesen versuchen herauszuragen, ohne voranzukommen. Herauszuragen, die einen über die anderen, ohne Rücksichtnahme.

 

Ein permanenter Stau in dem Fließen hin zum Tal des Gedeihens, hin zum offenen Feld der Wälder, der Urwälder und Wüsten.

Man kann den Vergleich leicht erfassen, wenn wir das Zusammenleben in einer großen Stadt betrachten, wo zusammengedrückt wird, wo eingeengt wird und man … verzweifelt.

 

Die Spezies hat in diesen Bedrängnissen, die Schätze, der Geheimnisse, die Mysterien gesucht … die dort eingeschlossen und gehütet und eingefangen zu sein schienen.

 

Und sie identifizierten das Verstreichen mit Schwierigkeiten, mit Verhinderungen, mit Risiken, mit Verletzungen, mit Schmerzen … so wie als eindeutiger Beweise, dass man vorankam, dass man es schaffen würde … die unergründlichen Mysterien zu entdecken, von ihnen zu lernen und sie zu kennen.

 

Die hohen Wände der Berge, welche den Trichter bilden –den engen Teil der Schlucht- bewirkten, dass einige nach oben schauten … und sie versuchten sogar hinaufzuklettern. Unnütz.

 

Sie durchbohrten die Schlucht noch mehr, um Ressourcen und Mittel herauszuholen … in so einer Stauung. Und die Menschheit wurde chronisch, wiederholend …!

 Sie stellte sich Seufzer vor(!) … durch die Wände hindurch, aber sie projizierte sich nicht hin zum Ausgang.

 

Sie vertraute sich ihren Überwindungen, ihren Fähigkeiten an, während sie nass oder trocken wurde …  und sie vertiefte sich noch mehr in ihre eigene Natur, abgesondert von der Umgebung, die sie für etwas hielt, das sie ausbeuten konnte oder die sie für einen Feind hielt, dem man misstrauen.

Ja! Je nachdem in welcher Tiefe man sich befand, sah man manchmal irgendeinen Stern … oder wer weiß was!

 

Dort … –dort, hier- in dieser Beschreibung, befindet sich die Spezies.

So spiegelt uns der Betende Ruf unsere Position wider.

 

Er weist uns darauf hin –vom Schöpfer Mysterium aus- in Bezug auf unsere Ressourcen, in Bezug auf unser Erbe, in Bezug auf unsere Herkunft … was es bedeutet, in der Unermesslichkeit zu fliegen; was nicht bedeutet, tief in der Schlucht zu stecken; was bedeutet, in die Unermesslichkeit hinauszugehen; was bedeutet, den offenen Himmel zu betrachten; was bedeutet, ohne permanente Seufzer zu atmen; was bedeutet … das Unendliche zu betrachten; nicht in dem Mittelbaren gefangen bleiben, in dem Unmittelbaren, in dem jetzt gleich, in dem jetzt …

 

Es bedeutet … zu fliegen …, zu fliegen als „Flug”, bei dem das Wasser der Wind ist; bei dem das Wasser das ist zu lieben, in dem es die Stütze ist.

Und wenn die Regenfälle kommen … und die Schlucht überflutet wird, dann ist es der Moment zu schwimmen und zu schwimmen, um rauszukommen, um den Ausweg zu entdecken; um das Bewusstsein zu haben, aus diesem ‚Morast‘ und dieser komprimierten Existenz herauszukommen. Es ist der Moment zu fliegen … fliegend im Schoß zu lieben.

Und so ist es möglich …, dass sich das Bewusstsein des Rausgehens aus der komprimierten Kompression realisieren kann. Weil es heute blockiert ist; es hat sogar ein „Stopp“: Verboten über dieses Schild hinauszufahren; verboten … verboten … verboten. Wie viele „Verboten“ gibt es?

Mit so vielen, wie es gibt ist es nicht möglich, sich bewusst zu werden, dass man sich in einer zusammengepressten … und legalisierten Schlucht befindet. Was gibt es nach diesem Stopp?

 

Und das Wesen der Menschheit besteht auf seine Kraft. Und wenn die Unfähigkeit kommt, wenn es keine Erinnerungen mehr hat, wenn es ihm an Erinnerungsvermögen an seine Verbindung mit dem Überlieferten mit dem Faden der Sterne, mit den Tropfen des Taus, mit dem ewigen Tagesanbruch mangelt …

Und in diesem kolossalen Stau … fliegen die Informationen nicht. Die Informationen widersprechen sich. Man betrügt sich, man lenkt, man manipuliert. Man kann nicht weiter über diese Grenze hinausgehen.

Und so bleibt das Wesen verurteilt zu seinen Gesetzen, seinen Normen, seiner Wissenschaft, seiner Philosophie, seiner Glaubensvorstellung, seiner Religion …; zu seiner kleinen Zugehörigkeit in dem Ghetto des Kreuzungsweges nicht zu wissen, wie der Eingang war und ob … ein Ausgang existiert …?

 

Der Betende Ruf fordert uns –als Wasser- als Tau, der sich unter jedwedem Umstand ausschüttet auf, dass wir in dem LIEBEN schwimmen … welches der beflügelte Wind ist, der uns in dieses Paradies des Universums brachte … und dessen wir uns bemächtig. Anstatt uns durch ihn bedienen zu lassen, haben wir uns dieses liebevollen Windes bemächtigt, der uns brachte. Wir haben ihn gefangen genommen … und wie können gerade einmal gehen oder uns schleppen. Manchmal schwimmen wir, aber sehr bald ertrinken wir. Und das Fliegen ist eine … immer spärlichere Vorstellung, die sich durch das Vergessen aufbraucht.

 

Ja, das Panorama ist … zwischen angstvoll und sehnsüchtig, ohne sich anzupassen, mit Verzweiflung der einen über die andern, so als gäbe es keinen Raum …

Ach … ! Aber der Betende Ruf beharrt auf unsere Schwimmgewässer. In unserem Erwachen des „Tagesanbruchs” (span. „ama-necer”[1]), in unseren befreienden Bewusstseinszuständen, die sich ganz schüchtern ausdrücken, die aber da sind. Sie sind da, wenn wir weinen, wenn wir träumen, wenn wir für Momente … als Versuch zu fliegen … singen

Ja: Der Gesang wird zur Inspiration, zum Seufzer … und zum Antrieb.

 

Und genauso wie wir in jedem Wort, wenn es aus dem Herzen gefühlt hervorbricht –wie eine Quelle- eintauchen und schwimmen, um aus so viel Beklemmung(!), aus so viel Unterdrückung(!) herauszukommen(!), aus so vielen Haltungen(!), aus so viel Betrug(!) ..., die man uns aufzwingt, die wir uns aufzwingen, die wir rechtfertigen(!)… ohne zu bemerken, dass wir uns unserer Essenz berauben. Weil, wenn wir sie besitzen, wenn wir sie austauschen, dann stellen wir Pakte der Possession, der Herrschaft auf!

Und die Schöpfung ist nicht entstanden, indem sie dominierte. Die Schöpfung ist nicht entstanden, indem sie besaß. Die Schöpfung hat sich nicht entwickelt, indem sie  widerrechtlich an sich riss. Vielmehr … drückte sie sich in einem … unendlich langen(!) … und ewigen Flug der Festbeleuchtungen, der Dunkelheiten aus  …

Und SIE ist da und macht weiter! Das ist nicht etwas, was war …

 

Und „das zu wissen“ muss uns von der Schlucht aus inspirieren … zum Seufzer unserer Essenz, zu  der Sammlung unserer Unschuld; zum inspirieren, zum Bewusstsein unseres Bezugspunkts, zum Erwachen unserer befreiten Natur.

Und um so den Sprung des Liedes zu machen, den Flug des Schwimmens über sich selbst. Uns zu schwimmen und aus dieser Beengung herauszukommen… in die sich der Verstand, die Gefühle, die Verrichtungen verwandelt haben …

 

Aus dieser Last der permanenten Vorurteile herausgehen. In den Dampf eintreten, der sich zum Licht öffnet … in dem die Sinne das Ewige transzendieren, Zukunftsperspektiven entwickeln, hören, schmecken, die Wolken liebkosen …

Und deswegen hören wir nicht auf zu gehen, hören wir nicht auf, neugierig herumzuschnüffeln, uns in Beziehung zu setzen, um uns in permanentem Kontakt mit allem entdecken, was uns umgibt …

 

Es ist … es ist Zeit –sagt uns der Betende Ruf- danach zu trachten, uns zu befreien.

Die angesammelte Enge drückt uns, macht uns verzweifelt …

Dort … dort, dort(!) … dort wartet der offene Trichter nach vorne.

Die Kampagnen, die uns zurückhalten, die Bedrohungen, die uns überlasten … müssen sich in Bezug zu unseren Essenzen stellen, zu unseren wahrhaften Lieben(!) und dann verlieren sie, verschwinden sie und wir öffnen uns wie die Seerose: wir verteilen uns im Aroma, wir bieten uns in der Schönheit an …

Und unsere Worte werden zum Gesang,  „zur Verzauberung”…

 

Ja, es stimmt: von der Schlucht aus erscheint das alles wie ein Märchen. Es scheint eine Geschichte zu sein … ähnlich anderer Geschichten!

Aber es ist keine Geschichte …! Es ist eine gegenwärtige Zukunft …! Es ist eine Vergangenheit, die nicht realisiert wurde …

Und jetzt ruft uns die Schöpfung, damit wir folgen, damit wir weitermachen …! Weil wir vielleicht noch nicht angefangen haben ...(!) in der Dimension, die uns entspricht. Dass wir uns anfänglich in dem Wunder, das wir sahen, eingekapselt haben und wir uns dessen bemächtigt haben, was wahrgenommen wurde.

Und so haben wir uns in Beengtheit entwickelt …

Wir selbst konstruierten die Schlucht.

Das war keine Falle des Schicksals. No era una prueba sobre nuestras capacidades. Era la expresión del egoísmo, de la suplantación… y del poder.

 

Wir sollten uns unserer Wasser bewusst werden. Wir sollten zu unseren „alientos“[2] erwachen(!), schwimmend und fliegend(!) …

Und wir sollten auf unsere Panzer der Sicherheiten verzichten … die uns daran hindern uns vorzustellen, Phantasien zu haben, unsere Sinne zu erweitern…(!), damit wir uns mit der Ewigkeit vereint fühlen, um unsere Vibration des Ewigen wahrzunehmen: jene, die uns jeden Tag erzeugt und die uns in den ersten Lichtern liebt.

 

„Sofort” ist sehr spät. „Später” ist viel zu spät! „Jetzt” auch nicht.

Wir sind da…! Und wenn man sich all dessen bewusst wird, handeln wird.

Und wir machen… und wir machen uns zum Echo(!)... eines ‚Ewigen Aktes der Liebe‘.

„Und wir werden zum Echo eines ‚Ewigen Akt der Liebe‘.“

Und das ist das Bewusstsein, das uns projiziert(!), das uns ohne Grenzen schwimmen und fliegen lässt.

 

Das Nichts ist der beste Reisebegleiter. Von daher taucht immer das Notwendige auf.

 

***

 

 


[1] „Ama-necer“, „amar“ = lieben, „nacer“ = geboren werden

[2] „Alientos“, das, was belebt, was behaucht.