BETENDER RUF

 

 (3 Minuten der Stille)                

 

Die Aktivität unserer Träume, Phantasien und Emotionen hat den Sinn, die Richtung, den Weg (span. ‚sentido‘) unseres Tuns markiert. Sicherlich sind das die Verbindungen, die das Schöpfer Mysterium mit unseren… Kreaturen, mit uns aufstellt.

Die Hilfe der Vernunft, der Logik, der Demonstrationen, der Entdeckungen… müssten uns erstaunen. Weil es nichts direkt durch den Menschen Erreichtes ist. Es ist etwas, was „sich seitens der Schöpfung entdecken lässt”.

Der Betende Sinn erinnert uns daran…, dass unsere Position im Leben nicht der Protagonismus ist. Es ist die Vermittlungsfähigkeit. Ein Überträger zwischen dem Himmel und der Erde sein, um die Kommunion zwischen der Menschheit zu schaffen. Die Vorstellungskraft und das Fühlen sind die, die uns die Intuition und die Klarsicht für die richtige Entscheidung verschaffen werden.

 

Das Wesen als „Vermittler” bringt einen spirituellen Nomadismus, eine Akzeptanz unserer Kondition in der Bescheidenheit und in der Ausdauer mit sich. Es zu verstehen, sich mit Respekt anzusehen, da die Existenz und das Leben eines jeden Wesens unumgänglich und notwendig ist.

 

Und in diesem Sinne existieren keine wichtigeren Funktionen als andere, auch wir in unserem Bewusstseinszustand, die die einen (Funktionen) oder anderen (Funktionen) als „besser” bewerten, wegen des Interesses, wegen der Produktivität, wegen des Gewinns und wegen des Vorteils. Für das Seelenleben sind das nicht die angemessenen Alliierten.

 

Sich dienlich zu fühlen und es in dem zu leben, was… wir erahnen, was unsere Fähigkeiten sind, das ist der Weg der Entscheidung, das ist der Weg, der uns erlaubt zu wissen, dass wir uns auf dem richtigen Kurs befinden.

 

Vom Schöpfer Mysterium aus… füllt sich unsere Seele, weil man uns LIEBT und man uns die kreative Kunst einflößt: diese Bereitschaft… die eleganteste und schönste Art und Weise Da zu sein, zu handeln zu entdecken.

 

Und in diesem Sein und Handeln… müssen wir wachsam sein, um keine Unterdrückung, keinerlei Verpflichtung, Strafe, Belohnung zu erzeugen. Und wir müssen schon wissen, dass unsere Position den freien Ausdruck der anderen erleichtert. Sie hilft, die Wichtigkeit des Details zu erzeugen, sie fördert uns hin zum solidarischen… und hin zur Fähigkeit, die anderen zu bewundern, indem wir so auf den Hedonismus und die persönliche Wichtigkeit verzichten.

 

Heutzutage zusammenzuleben und miteinander zu teilen, ist keine leichte Aufgabe. Und das ist es deswegen nicht, weil das Wesen sein spirituelles Erbe in Bezug auf das Schöpfer Mysterium vergessen hat. Und es ist es deswegen nicht, weil sich jedes Wesen als Bezugspunkt errichtet und die Umgebung verachtet. Und es ist grundlegend vorrangig, dass der Mensch seine assoziative Fähigkeit, seine kollaborierenden Ressourcen, seine zuvorkommende Aufmerksamkeit gegenüber den Notwendigkeiten wiederherstellt.

Eine „Kommunion der Dienste”, die alle befriedigt… und die eine Gemeinschaft der Güte erzeugt! Dort gibt es keinen Irrtum.

Aber aufmerksam und wachsam zu sein, um unsere vermittelnde, pilgernde, anonyme und unwissende Position zu kennen…

Ja, unwissend, weil… SIE uns versorgen, SIE ermöglichen uns, SIE befähigen uns, auch wenn wir persönlich die Idee haben, dass wir es sind.

 

Wenn wir unseren Mikrokosmos annehmen, wenn wir uns als Ebenbild des Schöpfer Mysteriums annehmen, dann werden wir unsere Worte hüten, werden wir das gelassene Zuhören aufrechterhalten, dann werden wir mit Großzügigkeit handeln, ohne vergleichende Beleidigungen.

 

Das Leben gibt sich und hält nicht inne. Und angesichts dieser Referenz müssen wir unser Bewusstsein anordnen… und uns an diesen Rhythmus dessen anpassen, was gegeben wird und was nicht innehält, was bedeutet zu leben… Aber ein Leben ohne Vorwürfe, ohne Proteste, ohne Klagen, mit freudiger und geteilter Verantwortung.

Jeder Einzelne hat seine Kultur (span. ‚cultivo’)[1]… Und wenn sich alle zusammentun, ergibt sich der unglaublichste Garten.

Angesichts dieses Bildes hat jedes verantwortliche und genussvolle Tun einen grandiosen Sinn: „Der unendliche Garten.“ Zu wissen, dass ich ein unerlässlicher Teil in dieser Schöpfung bin. Zu wissen, dass das unendliche Vertrauen über mir ausgeschüttet wird.

Ich bin Hilfe/Beistand, Heilmittel und gleichzeitig Ressource. „Hilfe/Beistand, Heilmittel und gleichzeitig Ressource.“

Und so wird es uns an nichts fehlen.

 

(2 Minuten der Stille)

 

 In der Zeit, in der wir leben müssen, sind der Verlust des Enthusiasmus, die Traurigkeit, die Depression, die Angst, die Angstzustände, die Verzweiflung sehr häufig… All das sondert uns von der Referenz mit der Schöpfung ab. Wir müssen in einer permanenten Erinnerung in Bezug auf unsere Abstammung verbleiben, wissend, dass unsere Hilfe der Name des Schöpfer Mysteriums ist. Und dass ES da ist…!

 

DAS sich gegenwärtig und innerlich macht, wenn wir ES anrufen…!

DAS gleichzeitig zur Erleichterung, zum Trost und zur Strenge wird…

DAS auf die Barmherzigkeit setzt und nicht auf die Strafe.

 

DAS Erbarmen ist, Liebkosung des EWIGEN, immer nah.

SEIN Trost ist süß.

SEIN Hauch ist… klar.

SEINE Zärtlichkeit ist… ein kontinuierlicher Seufzer der Liebe.

 

Zu wissen, dass SIE von dem Unendlichen des EWIGEN aus lieben. ER befähigt uns, damit wir unsere Ressourcen mit liebevoller Treue, mit Engagement, mit Leidenschaft, mit Zärtlichkeit ausdrücken können.

Diese Realisierung ist dringend notwendig.

Weil sich der Mensch in einen erstrangigen Feind des Menschen verwandelt hat. Der Machthunger… hat eine noch nie dagewesene Gewalt entfesselt, die uns im Widerstand, im Hinnehmen da sein lässt.

Es ist ein Kurs hin zur Verzweiflung.

Der Betende Ruf warnt uns, damit wir lebendige Gebete sind…, damit wir uns permanent an den Beistand, den wir haben, erinnern, und dass wir nicht in die Versuchung der Macht, der Proteste verfallen…, und dasswir das Dienen,  den Austausch, das Solidarische wählen.

 

Aufmerksam und wachsam, um nicht die Handlungen der anderen zu ersetzen, um nicht in die Räume des Dienens anderer einzutreten. Aber sich gleichzeitig in dieser Aufmerksamkeit befinden, um zu dienen, wenn es notwendig ist. Die Ausnahme muss immer gegenwärtig sein.

 

(2 Minuten der Stille)

 

Es ist ein Antrieb –es ist ein Antrieb-, uns in allem anzubieten, uns in allem zu befinden. Unter „allem“ ist zu verstehen…, dass man alles umfassen möchte… Aber das ist nicht unsere Funktion. Unsere Bereitschaft muss unsere Parzelle entdecken. Und in dem Maße, wie die einen die Erfahrung mit den anderen teilen, in der Weise befinden wir uns in Kommunion mit allen. Wenn jedoch jeder einzelne seine Erfahrung, sein Wissen, sein Entdecken für sich behält… stellt sich das Streitgespräch ein, es stellt sich der Kampf des Wissens ein.

 

Es ist notwendig, die „Anstrengung” als Ausdruck unserer Fähigkeit, als Ressource der Kraft zu fühlen, zu leben. Auch unsere Bereitschaft zu einer Dosis des Opfers… mit Güte…., ohne Protest des Applauses.

Und so, da Teile der Menschheit mit diesem Verhalten leben, sich zu opfern, ist es nicht… ist es nicht… –ist es nicht- die angemessene Position. Sie kennen nichts von dem Genuss des Wohlwollens, des Entdeckens der Leidenschaft…

Das Opfer dieses Plus des Dienens…, das weit über das Knappe hinausgeht, um sich in „außerordentlich“ zu verwandeln.

 

Und dieses „kleine außerordentliche Detail” ist ein Saatgut von Millionen von Blumen, von unendlichen… erfreulichen Überraschungen! So ist es, wie uns nun das Schöpfer Mysterium fordert, wegen der Situation, in der wir verstreichen.

 

Diese Positionen aufrecht zu erhalten, die uns zu diesem zerfressenden Zusammenleben gebracht hat… ist nicht die Natur des Lebens. Es ist die Kultivierung des Todes. Tot, der sich, auch wenn er nicht existiert, als Angebot vorschlägt, als Zeichen der Herrschaft und von… Anfang und Ende.

In diese Dimension zu fallen, die uns in diese Zeit der Zerstörung, des Toxischen gebracht hat bedeutet, dass wir aufhören unsere Kommunion mit dem Ewigen anzuerkennen, bedeutet, uns „unabhängig“ zu fühlen, die Zwischenabhängigkeit nicht anzunehmen, nicht zu akzeptieren.

 

Die menschliche Evolution hat uns ganz langsam… mit Angst… beigebracht! Mit Angst! „Mit Angst”. Und das ist nicht die authentische Version unserer Seele, die sie als Seele in der Liebe kultiviert. Und die Liebe… „hat keine Angst”.

Und in dem Maße wie man liebt… grenzenlos, ohne Raum, ohne Zeit(!) mit permanenter Aktualität, hat die Angst keine Gegenwart.

Wenn aber zu lieben bedeutet, Räume miteinander zu teilen, Handlungen  abzugrenzen, Emotionen in Sektoren aufzuteilen –tatsächlich parteilich zu werden und die Emotionen aufzuteilen-, dann werden wir in einen parteiischen Egoismus eintreten, in einen „notwendigen“ Gewinn… und in die Vorsorge der „Sicherheit“, und so wächst die Angst und das wird uns von dem Aufenthalt der Liebe entfernen.

 

(2 Minuten der Stille)

 

Sich zu entfernen, um sich in Prototypen von Lebensstilen dessen zu platzieren, was geschehen wird, was geschieht, was geschehen wird… Wenn wir eine ungewöhnliche, einzigartige und unwiederholbare, unausweichliche und notwendige Wesenheit sind, dann unterliegen wir nicht einem „gewöhnlichen“ Plan.

 

Die kontinuierliche Referenz: „Weil die Mehrheit…; weil in der Mehrheit der Fälle…”, ist es eine Referenz gegenüber Gedanken, gegenüber Handlungen, die überhaupt keinen befreienden Sinn haben(!), die versklavend sind, die durch ihre Ethnie oder durch ihre kulturelle, soziale und religiöse Position bereits verurteilt sind. „Also die Mehrheit”… Jedes Wesen ist ungewöhnlich, unvorhergesehen und unerwartet, unabdingbar und notwendig! Man darf sich weder selbst einrahmen noch andere in diese Strömung von „der Mehrheit“ einrahmen.

 

Die „solidarische Kommunion” mit dem Respekt der Ausnahme eines jeden Wesens, ist die Position der Kraft…, die sich weder durch die Mehrheit noch durch die Minderheiten mitreißen lässt.

 

Flehentlich bitten… ist keine Schwäche.

Inständig bitten… ist kein Defekt.

Flehentlich und inständig die Referenz des Schöpfer Mysteriums erbitten… ist, solange wir kein volles kontemplatives Bewusstsein erreichen, eine Notwendigkeit.

 

Flehen und bitten wir inständig in dem Mantra.

 

 

aAAAAAMEnnnnn

 

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[1] [1] Cultivo: Anbau, Zucht, Pflanzung, Kultur, Züchtung