35. Noch einmal neu beginnen....

 

BETENDER RUF

 

(2 Min. Der Stille)

 

Von der unendlichen Kleinheit des Wesens im Universum aus, wird es in seiner Residenz groß, wichtig, auffällig, fordernd, plündernd und… übermächtig.

Weiß man wirklich –oder weiß das Wesen- wo es sich befindet? In welches Mysterium man es gestellt hat? In welchem verwobenen Netz an Zufälligkeiten, Glück, Unvorhergesehenem und Unerwartetem… es sich befindet?

 

Und so ist es, dass die Menschheit, der Mensch vorgeht… indem er ignoriert, selbstverständlich ohne zu wissen und gemäß des Spielraums seiner Kleinheit im Universum, welches er in der in der Lage ist zersplittert zu betrachten. Und wenn er das macht, dann beschreibt er das als Heldentat.

Ist das… „wirklich” die richtige Vorgehensweise um zu leben?

Virtuell, da er das mit dem Rücken zum Universum gekehrt, in dem er sich vorfindet, macht.

 Er ist in seinem Wissen über die Sonne und den Mond verankert geblieben, in seinen Regenfällen, in seinen Trockenheiten und Gewittern und in seiner verheerenden, kontrollierenden und beherrschenden Macht… die ihn autark hat werden lassen, ohne es zu sein.

„Virtualität.”

 

Der Betende Ruf versetzt uns heute in die Aussichten, welche das Wesen entwickeln könnte und kann(!), wenn es in die Idee eines Schöpfer Universums eintaucht… das lebendig ist; indem es jenes als „Leben” versteht, was sich ausdrückt, sich bewegt, sich verändert, verweilt…

Wenn er sein Bewusstsein über seine Klagen, seine Versionen und seine eigenen Schwierigkeiten hinaus öffnet, dann würde sich sein Leben unter dem Einfluss des Schöpfer Mysteriums befinden, bis zu dem Punkt…, dass er seine Antwort in seinem alltäglichen Geschehen verändern würde, da er sich seiner unendlichen Kleinheit und der Ausnahme seiner Gegenwart bewusst wäre.

Er würde aufhören, sich… aus jedweder Situation Welten um Welten zu schaffen, welche die Realitäten übergroß werden lassen. Nur indem er ihnen eine minimale Transzendenz gibt würden sie aufhören, Hindernisse zu sein: „Welten.“

Und all diese Welten ereignen sich, weil er in dieser Virtualität lebt. In dieser Kapsel, wo er… sich gestört fühlt zu glauben, wo er sich belästigt fühlt zu vertrauen, wo der Glaube ihn frieren lässt…

Nur bis zu einem gewissen „Punkt“ in seine Version vertrauend, nur sich selbst akzeptierend.

Wenn wir unser Wesen und Dasein mit der transzendenten Vision der Schöpfung betrachten –das heißt, wenn wir uns anpassen, wenn wir den Zoom anpassen und die Situation neu bewerten-, werden wir uns gegenüber Positionen der Seufzer, der Sehnsüchte, der Fantasien… der  Realisierungen und dem Zusammenleben der Wärme, des Trostes, der Vorsicht öffnen.

 

Es ist ein konstanter Hinweis, den uns der Betende Ruf beschert, der uns über unsere unterschiedlichen Haltungen, Verhaltensweisen, Klagen nachdenken lässt...

 

(2 Minuten der Stille)

 

Der Helfershelfer Stille erlaubt uns zu sagen, dass all das, all diese Warnungen und Benachrichtigungen, also der Mensch kennt sie schon(!), er ist sich ihrer schon bewusst! Es scheint so, als wäre es eine wiederholte Mahnung, eine antike Mahnung, die nicht mehr benutzt wird. Ahhhhh! Das ist es! „Die wird nicht mehr benutzt.” Man kennt sie. Na gut…! Zu wissen ist ein so weitgefasstes Konzept, dass man nie weiß.

Und tatsächlich, wenn es darum geht, die Rauheit zu schleifen, die Konzepte zu erweitern, sich mit Ressourcen betender Ideen, mit kreativen Ideen von Problemen zu entsorgen, mit… dem Mysterium da zu sein, mit der Bewertung der Ressourcen, etc., wird die Antwort von dem „was man weiß” nicht… nicht ausgeübt. Sagen wir mal, es gibt keine Position der Erinnerung an: „Es stimmt, ich bin abgesondert, eingekapselt und ich kann meine Kapsel öffnen!”

Aber das empfangene Erbe ist so groß, das Gewonnene oder der Wunsch es zu schaffen,  es zu haben ist so wichtig –egal was es sei-, dass man in dieser Virtualität schwere Schwierigkeiten durchmacht. Und man macht aus dem Leben ein Lernen im Leid, im Schmerz, im Protest, in der Klage, in dem „es ist so“.

 

In dem Prozess da zu sein und sich zu entwickelnneu zu beginnen ist eine Strategie, die der Betende Ruf anregt, um nicht in den auffordernden und aufgedrängten Momenten, die man selbst oder die Umgebung aufstellt, eingesperrt zu bleiben.

 

Ein Anspruch von Erbarmen ist angebracht…, eine Ankündigung der Klarheit…, eine ehrliche Inszenierung –„Inszenierung”- von dem, was man fühlt, von dem, was man schätzt, von dem, was man verstanden hat. Ohne die Furcht vor Zurückweisung, ohne die Unbequemlichkeit, in einem negativen Licht gesehen zu werden.

Mit der Aussicht dessen neu beginnen, was „bereits gescheitert ist“, dessen, was wirkungslos war, dessen, was unvernünftig oder unangemessen war, bringt eine neue Wahrnehmungsebene mit sich. Und damit eine unterschiedliche Bewertung eines jeden Tages, an dem der Enthusiasmus hervorkommen kann, der Mut(!), die einfache und gefühlte Bescheidenheit mit den transparenten und klaren Worten…, die die Zweideutigkeiten verscheuchen oder die getarnten Täuschungen der Wahrheiten.

 

(3:30 Minuten der Stille)

 

Und es geschieht, dass… wenn eine Mehrheit –gemeint ist die Umgebung- die Flasche „halb leer” sieht, sich eine Ansteckung der Verzweiflung, der Wut erzeugt. Und das Leben beginnt, eine sich wiederholende Klage zu sein, die nicht aufhört, die aber letztlich erschöpft.

Man muss von diesem Ort weggehen, aus dieser Perspektive, weil die Flasche nicht „fast leer” ist. Die Flasche ist voll. Und nicht „halbvoll”. Sie ist voll.

 

Aber die kontinuierliche und evolutive Manipulation der Mächte, der Wünsche, der Possessionen, der Eigentümer, etc., ganz unterschiedlicher Ebenen, befindet sich auf diesem Streifen von „halb leer“ oder „halb voll“. Und sie ist voll. Wir sind voll von Ressourcen! Wir sind voll mit Möglichkeiten, Wahrscheinlichkeiten, Vorschlägen, Anregungen.

Wenn jedes Wesen eine ungewöhnliche, ausnehmende, unvorhergesehene und notwendige Einheit ist, kann es weder halb leer, noch halb voll sein. Es ist… voll! Weil es ein Träger einer Schöpferbotschaft ist, weil es mit einer Fülle von Talenten versehen ist, damit es sich in dieser Position ausübt. Aber es geschieht, dass wenn die Notwendigkeiten der Macht (span. ‚poder‘)… –sich  selbst beweisen zu können (span. ‚poder‘), den anderen beweisen zu können, erreichen zu können, antworten zu können, zu können (span. ‚poder‘)…-, in diesem Fall ist die Flasche fast immer „halb leer”.

Anstatt dem Ewigen Unendlichen zuzuhören, DER uns anmahnt –betend, meditierend, betrachtend-, dass wir unseren Blick auf unsere Befähigungen, unsere Ressourcen, unsere Mittel werfen… damit wir entdecken, welche die Forderung die Schöpfung uns gegenüber hat, für die man uns hierhergebracht hat…

Ohne zu imitieren! „Ohne zu imitieren.” Indem man Referenzen der Universalität sucht, die uns von den obsessiven Zwängen trennen, die sich angesichts von
Forderungen und Forderungen der Umwelt und Forderungen derer erzeugen, von denen sich das Wesen selbst zum Echo macht und sie in sich aufnimmt.

 

 

Die Ideale zeigen sich gehemmt oder verdreht und verborgen, oder umgeben von Ausgelassenheit und unnötigen Verzierungen… Und so sind sie dann wie „Reliquien“.

 

Wenn man nicht träumt, dann lebt man nicht.

Stimmt es denn etwa nicht… dass unser bewusstes Erwachen einem Schlaf vorangeht… einem Schlaf (span. ‚sueño ‘), in dem wir abgeschaltet, aber gleichzeitig ganz nah an den Wachzustand gebunden sind?

Ohne Schlaf, ohne Träume (span. ‚sueños’) lebt man nicht. Man geht entlang dem Hindernis, dem Schmerz, der Unangemessenheit, in dem Vorurteil…

Die Freude, die Belebtheit wird sehr teuer.

Aber es existiert, vielleicht aufgrund dieser Beharrlichkeit der Mutlosigkeit, der halben Flasche –„halb voll”-, es existiert so etwas wie… –wie soll man es nennen(?)-… wie ein blinder Eifer, in das Härteste, das Schwierigste, das Unbequemste zu verfallen und mit der Fackel des Triumpfes zurückzukehren, es überwunden zu haben.

Was beabsichtigt man damit zu zeigen? Was für eine so unnötige –um nicht irgendeine kleine Beleidigung einzufügen-, virtuelle Realität? Was für eine so unnötige virtuelle Realität?

Aber es ist offensichtlich –nicht, dass es so scheint, es ist offensichtlich-, dass jeder Einzelne, egal wie, versucht zu triumphieren; aber er unterwirft sich –klar- den Schwierigkeiten.

Der Mensch versteht es nicht, den Zustand des fließenden Tuns zu schätzen; er versteht es nicht den Hauch und die Nahrung eines Lebens ohne Widersprüche mit der Illusion eines jeden Tages zu schätzen. Das Leid eines jeden Moments zu wählen, bringt einen Zerfall mit sich. Bringt eine nicht vorzeigbare Dreistigkeit mit sich. Es wäre ganz offensichtlich angebracht zu sagen, dass das Benehmen des Menschen undankbar ist!

Es scheint wie eine unausweichliche Meinung zu sein, dass man sich in leidvollen und zu erleidenden Ereignissen befindet, die andere bereits durchgemacht haben und die auch schon Generationen durchlebt haben, aber man muss sie wiederholen.

Wo befindet sich die entgegenkommende Evolution…?

Nein. Es ist eine „ungenießbare” Involution, von der man später erwartet, dass man aus ihr herauskommt, um… wofür?

 

(2 Minuten der Stille)

 

Es scheint so, als ob man aus einem Gesöff aus Pein, aus Angst und Verzweiflung getrunken hätte. Und dass es die Nahrung ist, um zu schaffen, um zu gewinnen und um zu erreichen. Es ist nutzlos, dass Generationen, Personen… eine vorteilhafte Position gewonnen oder erreicht haben. Nein. Man neigt erneut zu einem anderen Kampf. Man springt nicht von Plattform zu Plattform…, um das Wohlwollen des Teilens des Genusses zu gewinnen und zu erreichen.

Die Menschheit ist gespalten. Jedes Individuum neigt dazu, sich in seiner Position auszuüben und im Allgemeinen sind die anderen ein Hindernis, wo doch das Leben in Wirklichkeit wäre… „wäre“. Und die anderen sind unumgänglich, notwendig, fundamental. Außerdem existiert kein absolutes individuelles ICH und „die anderen“. Wir sind eine verflochtene Einheit, zugeordnet, zusammenpassend in speziellen Konditionen, an einem verlorenen Ort des Universums.

 

Sich zum Echo der Notwendigkeit machen, zu transzendieren, das permanente Erbarmen wahrzunehmen, die Träumerei anzunehmen, den Traum, als transparente Ideale, nicht als Gewinne des Leides, der Schlachten und Kriege jedweden Charakters.

Loszugehen und den Krieg als Referenz für einen Triumpf zu suchen und sich mutig zu fühlen, scheint nicht die beste Ressource zu sein. Man belädt sich mit Lügen, mit falschen Strategien, mit einem Überleben um jeden Preis.

 

Wir sollten zumindest dem Bewusstsein, dass wir leben, dankbar sein, den Dank schenken, da zu sein, denn sicherlich hat man zumindest einen Schluck der Tugend probiert. Nicht nur Bitterkeit der Schärfe.

Dieser Schluck der Tugend ist die Referenz der Transzendenz, der virtuosen Permanenz, die uns von dem Virtuellen absondert.

 

Das Getränk ist da. Es erschöpft sich niemals.

 

ERBARMEN…

 

 

 

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