30. Das menschliche Wesen ist ein Wanderer im Universum

 

BETENDER SINN

 

(9:30 Minuten der Stille)

 

In dem Maße wie sich die menschliche Spezies aufstellt, kontrolliert und ihre Umgebung dominiert wird sie Gewohnheiten annehmen..., wird sie Routinen entwickeln… wird sie Sicherheiten suchen.

Ihre Sesshaftigkeit bringt sie zur… Bevorratung, in mehr oder weniger Maße. Deswegen muss sie auch ihren Aufenthalt bewachen. In Folge dessen wird sie misstrauisch. Sie bemächtigt sich ihres Ortes und stellt ihre Verteidigung oder Angriffe auf, um das zu erreichen, was sie braucht.

Wenn man dieses ganz kurze und knappe Panorama betrachtet, in einer Zeit, die kosmisch fast inexistent oder verächtlich ist –verächtlich in dem Sinne, dass sie viel zu kurz ist, dass sie scheint nicht in den Rest der Zeiten Einfluss zu haben-, also dann scheint es so, dass die Spezies bereits ihre Evolution kulminiert hat.

Ja, er kreiert sich neu und verbessert und „perfektioniert” –in Anführungsstrichen- was er bereits hat und wie er es hat, aber es scheint so, dass er am Anschlag angekommen ist. „Anschlag”, offensichtlich durch ihn selbst aufgezwungen, aufgrund seines Lebensstils.

 

Angesichts dieser Situation mahnt der Betende Ruf an, das wir uns bewusst werden und antworten, jeder Einzelne mit seiner Antwort, in Bezug darauf, ob er schon erfüllt hat… oder fühlt, dass er erfüllt, kulminiert hat, dass er bereits an seinem Maximum angekommen ist. Das, indem wir denken, dass wir Gauß-Kurven sind, dass wir beim Maximum ankommen und später dann  absinken.

Oder genau umgekehrt –was der Betende Ruf ist: er ermahnt und ruft gleichzeitig-, können wir wahrnehmen, dass es zumindest noch Prozesse zu realisieren gibt, dass noch Echos der Neuheit gefühlt werden können.

 

Es scheint so, dass wenn wir uns an unterschiedliche Zonen der menschlichen Aktivität annähern, dass diese bereits prall gefüllt, übervoll wären. Ganz offensichtlich in den Kreisen, in denen man sich vornehmlich befindet; in anderen strebt man danach zu dieser Vorherrschaft zu kommen.

Die Millionen von Analphabeten, die sich zum Beispiel danach sehnen lesen und schreiben zu können, zum Beispiel, aber sie sehnen sich nicht nach der Klarsichtigkeit, der Intuition oder dem visionären Verhalten…

Das bedeutet, dass eine andere Charakteristik die ist, dass es so scheint, als ob der   Weg bereits markiert wäre. Und da er markiert ist, bleibt nur noch, ihn ‚zur Routine zu machen‘, zu wiederholen…

Die Kontinuität jeder Wiederholung bringt einen kleinen Zerfall im Verlauf mit sich. Das ist so, als würde man sagen: „Ach! So wie meine Oma macht keiner die Krapfen.“ Und es sind zwei Generationen vergangen und: „Wie meine Oma macht keiner die Krapfen.“

Nach und nach verliert man Charakteristika der Krapfen-Oma. Und schließlich –um dem eine Ende zu setzen- macht der Ur-Enkel Plagiat von Krapfen. Es ist schwierig denselben Pfad zu erhalten.

Das bedeutet, dass man, wenn man wiederholt und wiederholt, sieht, dass die Gewohnheit, die Kontinuität, die Route, die Wiederholung irgendeinen Prozess bewirken, dass jedweder Prozess nach und nach seine Natur verliert  –die Krapfen mit eingeschlossen.

Also sollten wir auf etwas sehr Aufmerksamkeit Erregendes schauen: es geht darum, das theoretisch Beste zu tun und zu wiederholen und zu wiederholen oder was man glaubt, was das Angemessenste ist, aber was bereits getan wurde. Ganz zu schweigen davon, so wie das Sprichwort sagt:  „Zweite Gänge sind niemals die besten.“

Und so, zerbröckelt nach und nach das, was in seinem Ursprung danach trachtete, ein Gipfel zu sein und es verwandelt sich nach und nach in einen Anschein.

Gleichzeitig, gleichzeitig… indem man versucht und handelt, um das zu erhalten, was man hat, was man fühlt, was man denkt, wiederholt die Person eins ums andere Mal: „Ich bin so, das ist mein Charakter, das ist meine Form, das ist meine Art und Weise…“

Und abgesehen davon, dass sie ihrem Vater, ihrer Mutter, ihrem Opa ähnelt –nicht nur genetisch sondern konzeptuell-, versucht sie ihre eigene Errungenschaften aufrecht zu erhalten; wodurch sie zwei Routinen oder Gewohnheiten aufstellt: die, die sie versucht zu erhalten –wegen des Erbes, der Tradition- Art und Weisen und Gewohnheiten und die, die sie entwickeln muss, um ihre Sicherheit zu haben.

Und klar! Hier können wir –mit dieser Einfachheit- sehen oder uns fragen:

Und wo ist das Original? Welches ist der evolutive, neuartige, unterschiedliche Beitrag? Oder gibt es das in Wirklichkeit nicht, weil alles durch die Kontinuität dessen besetzt wird, was passierte und durch die Erhaltung dessen, was sie (die Person) hat?

 

(2 Minuten der Stille)

 

Man nimmt an, unter dem kreationistischen Kriterium, dass jedes lebende Wesen, dass jedes Wesen der Menschheit einen unterschiedlichen genetischen Code trägt und in Folge dessen eine Information und eine unterschiedliche Befähigung, die es angesichts der Evolution der Spezies beizutragen hat und bei dieser, der Menschheit, ganz konkret.

Und wenn wir sagen, dass die Veränderungen und die Transformationen Hunderte, Millionen, Tausende von Jahren benötigen… können wir uns schon damit schützen!

Das ist in Ordnung, das ist in Ordnung. Aber sich auf etwas Bedeutsames zu fixieren: wenn man sich diese Frage stellt, dann findet dieser Betenden Ruf, diese Betende Forderung deswegen statt, weil die ausreichenden Neuheiten vermisst werden, die eine Evolution mit sich bringen, die eine Neuheit mit sich bringen, die eine Kreativität mit sich bringen, die zum Echo der Reise werden –weil wir uns auf der Reise befinden. Und auch wenn wir teilweise in einer Unendlichkeit –Unendlichkeit(!)- unseres Bewusstsein –wir könnten sagen „in der Kleinheit unseres Bewusstseins”- ‚sesshaft‘ sind, das Universum ist es nicht. Und wir gehören zu diesem Universum.

Das ‚nomadische’ universelle Bewusstsein des Wesens muss in Bezug auf seine Zugehörigkeit, seine Possessionen, seinen Charakter, seine Manien überdenken… Und wenn man sich als Wanderer der Schöpfung weiß ist es unausweichlich, sich an die neuen Konditionen anzupassen –denn das Wesen  hat es schon gelebt und es wiederholt zu viel.

Und dafür muss es sich ‚kreativisieren‘.

Und es wird sagen: „Na gut, also es haben sich bereits viele Veränderungen erzeugt und die Personen haben sich angepasst… ”

Ach ja!? Welche sind die Veränderungen?

Wir wollen mal sehen. Wenn das Wesen darauf besteht –wegen seiner Befähigung- zu kontrollieren, zu dominieren, zu besitzen, aufzubewahren, zu reservieren… und das macht es Generation für Generation, ja, es modifiziert den elektrischen Zaun, es modifiziert das Feuerungssystem, es verbessert die kommunikative Fähigkeit der Mittel… Ja. All das ja. Aber all das auf dasselbe beschränkt: die Macht.

 

Und diese wiederholte Zirkulation in Bezug auf den mächtigen Sinn, der wiederholt und wiederholt, um schlagkräftiger zu werden, scheint sich an seine eigene… Zerstörung anzunähern…

 

Es ist offensichtlich, dass das auftaucht: „Na gut, aber es ist… unausweichlich. Und der Weg, der genommen wurde, muss mit einem globalen Holocaust kulminieren.”

Unter dem Denken der Mächte, ja, das stimmt. Es ist die beste Form zu enden. Und ja: man erzielt die Macht, man erreicht sie und dann… vererbt man sie, übermittelt man sie, man ersetzt sie durch andere Mächte und so nach und nach. Aber der Mensch hat das Ende festgemacht. Er hat standarisiert zu enden. Und das stellt er als Gesetz des Lebens auf.

 

Das ist nicht das, was uns der Betende Sinn zeigt. Der Betende Sinn zeigt den Menschen als einen Wanderer im Universum; dass er selbst entdeckt hat, dass er sich bewegt, dass SIE ihn bewegen! Und dass kleine und unbedeutende Veränderungen der Umgebung ankündigen… nicht das Ende, sondern dass SIE Mutationen ankündigen, dass SIE Revolutionen ankündigen, dass SIE unvorhergesehene Veränderungen… von Positionen, von Gedanken, von Verhaltensweisen ankündigen.

 

Das Universum in seiner Ewigkeit übermittelt nur Ewigkeiten.

Es ist ewig. Und in seiner unmöglich zu messenden Expansion zeigt es uns die Notwendigkeit, dieses Nomadendasein des Universums wiederherzustellen, das uns alltäglich neu macht, das die Gelegenheit bringt, uns in anderer Art und Weise zu entwickeln, die nicht die ist zu wiederholen und zu wiederholen und zu wiederholen. Um später diese Wiederholung einzusetzen, um zu sagen: „Siehst Du? Die Dinge sind so und so und so.”

Klar, angesichts der Konditionen und unter dem Bezugspunkt zu erzielen, zu erreichen, der Macht, der Kontrolle, der Machenschaften, etc., ja, da sind die Dinge tatsächlich so. Seine ‚possessionsmäßige’ Sesshaftigkeit erlaubt ihm nichts anderes.

Aber der Betende Sinn ruft dieses Wesen, damit es seine Fähigkeit der Wahrnehmung amplifiziert. Er ruft es dazu auf, aufzuhören das zu sein, was es jeden Tag ist, um eine Neuigkeit zu sein, die sich kontinuierlich erzeugt.

Das ist zweifellos –oder diese Haltung- erzeugt in dem Festgelegten Unbequemlichkeiten; für das Bestehende und für den, der sich auf dem Terrain des Wanderers des Universums bewegt.

 

Aber Lassen Sie uns auf etwas Signifikantes schauen: wenn das Bewusstsein des Wesens das ist, im Universum zu wandern und sich in Folge dessen kontinuierlich zu ‚kreativieren’, dann bringt das keine Gefahr für das Bestehende mit sich; weil der, der das bewegt, keine Macht ist, er ist ein Glaube, er ist eine Empfindung, er ist eine Emotion, ein Traum, eine Phantasie, eine Liebe… der, der das projiziert.

Der wiederholte Eifer der „Bestehenden” sieht sich nicht berührt; er fühlt sich für Momente unbehaglich, aber… bewegt? Er hat bereits alles gewonnen und gleichzeitig verloren.

Deswegen, wenn sich das Wesen als ein Wanderer des Universums deklariert und wenn er eine permanente Kreativierung ist, und er dabei zweifellos die große Macht respektiert, die das menschliche Wesen für seine eigene Spezies und gegen die anderen        –„gegen die anderen”- erworben hat, dann wird vielleicht in diesem Moment der Kreativierung zu viel der Anstoß der Gewohnheit, der Norm, des Zwangs bewertet. Und das Wesen bemerkt nicht, dass der, der normatisiert’[1]‘ und der, der aufzwingt verwurzelt ist und dass der Wanderer des Universums fliegt.

 

Ja, in irgendeiner Art und Weise wird er versuchen… diesen Flug zu seiner Kontrolle zu bringen. Aber auch… –da er sich seines Besitzes sicher ist-… wird er ihm nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken. Er muss sich große Sorgen darum machen, seine Sicherheiten zu konservieren, seine Rente, seine Gewinne, seine Traditionen.

Und da das Ziel des Wanderers des Universums nicht „diese Welt“ ist, sondern die Welten, die kommen, müssen diejenigen, die bereits da sind und an denen wir teilhaben haben… weder die einen noch die anderen fürchten: noch die, die in der Ausübung der Macht und der Kontrolle verblieben sind, noch die, die entschieden haben zu nehmen und ihr Bewusstsein zu amplifizieren, um von den Winden der Schöpfung zu trinken!

Einige werden ihre Durchläufe auf den Friedhöfen kulminieren und die unterirdische Lebendmaterie neu kreieren…

Und andere… werden sich mit den Winden verschmelzen. Sie werden zu unantastbarer Nahrung. Sie werden zu ewigen Seufzern…

 

ANAANNMMMMAAAAAAAMMMMM

 

 

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[1] „Der, der Normen aufstellt”. Von der Übersetzung interpretiert.

30. Das menschliche Wesen ist ein Wanderer im Universum