3. Das Wesen muss in diesem Aufenthalt aufmerksam und wachsam bleiben

 

BETENDER RUF

 

Vielleicht, weil die Menschheit hier an diesem Ort des Universums vorbeikommt und nicht speziell „von hier” ist, muss das Wesen der Menschheit in seinem Aufenthalt in diesem Transit mit all seiner Aufmerksamkeit bleiben.

In Bezug auf seine ‚Verrichtungen’: Aufmerksam gegenüber seinen Verrichtungen. Weil in dem Maße, wie es nicht aufmerksam und wachsam gegenüber seinen Positionen ist, werden diese Verrichtungen, diese Realisierungen schnell schwächer, sie ermüden sehr bald.

Vielleicht ist es die Flüchtigkeit der Spezies… vielleicht sind es ihr Größenwahn und der Wahn der Errungenschaft… und vielleicht auch ihr Verfall und ihre vorschnelle Teilnahmslosigkeit –wenn sie nicht erlangt, es nicht schafft, es nicht erreicht oder eine Kontrolle und eine Herrschaft aufstellt-, also wenn das nicht geschieht, dann lässt sie sich durch… „Andere” leiten und nimmt Rollen an, die ihr nicht entsprechen.

Vielleicht, vielleicht gehört die Spezies Menschheit einer Spezies im Transit an, die weiterhin aufmerksam und wachsam in ihrem Aufenthalt bleiben muss, damit sie fruchtbar ist. Und um so ihre Präsenz zu erfüllen.

 

Und in diesem „vielleicht” –was uns in dem „vielleicht ja” oder „vielleicht nein” lässt-… um diesen Ablauf zu verstärken, den uns der Betende Ruf anbietet, ist es wahrscheinlich ausreichend damit, sich in den Verrichtungen, den Projekten, den Ideen, den Einstellungen… die im Laufe der Strecke eines jeden einzelnen unterbrochen, unterlassen werden mussten… und von denen jene geblieben sind, welche die Aufmerksamkeit und die Wachsamkeit empfangen, zu überprüfen (span. ‚repasarse’)        –erneut vorbeizugehen (span. ‚re-pasarse‘)-.

 

Wenn man das macht, ist es leicht zu entdecken, dass Projekte, Intentionen, Verrichtungen zurückgeblieben sind, oder dass sie andauern… dass sie sehr vernachlässigt wurden.

 

Wenn wir diese betende Empfehlung annehmen, dann werden wir in der Bereitschaft sein, einige Vorschläge wiederherzustellen, wir werden uns in der Lage sehen, einige Aufenthalte zu polieren, einige Verhaltensweisen zu klären… und im allgemeinen zu bemerken, ob man sich in dem, worin man sich befindet mit dem  Interesse des Aufenthaltes, mit der ausreichenden Aufmerksamkeit und Wachsamkeit befindet. Weil in dem Maße wie es so nicht geschieht, wird unser Mangel, unsere fehlende Teilhabe in unserer Umgebung dergestalt widerhallen, dass das die Arbeiten anderer behindert.

Und auch wenn es nicht so wichtig ist, gibt es schon die Pflicht, konsequent mit dem zu sein, was man fühlt, was man denkt und was man macht… es ist notwendig, dass es geschieht, weil es so möglich ist, dass die Ehrlichkeit hervorbricht, und damit die Klarheit der Wesen, das gegenseitige Vertrauen und die solidarische Teilhabe auftaucht.

Im gegenteiligen Fall tauchen Sektoren, Tendenzen, Vorurteile, Leugnungen auf… tatsächlich Verfälschungen in unserem Tun und verfälschende Verhaltensweisen, die die Umgebung schädigen.

Der Betende Sinn weist uns auf unsere Zerbrechlichkeit hin… und er führt uns dahin, konsequent mit der Position zu sein, die uns entspricht. Und jeder einzelne hat eine, zwei oder drei… Die Zahl ist nicht wichtig: eine Position. In dem Maße, wie er sie mit Aufmerksamkeit und Wachsamkeit erfüllt, dauert diese fort. Und sie wird nicht nur bleiben, sondern sie wird fortdauern, sich erneuern… und es wird eine Referenz für andere Aktivitäten, Umstände, Zukunft sein… etc.

In dem Maße, wie das Wesen seine Position erfüllt, verwandelt es sich in Referenz für andere. Und so können wir uns beziehen und infolgedessen die Verbindung der Kommunion des Lebens bemerken.

 

Und nach den Umständen und unterschiedlichen Tagen, durch Gewohnheiten, Normen, Gesetze motiviert… kehrt man theoretisch –theoretisch- zu dem Vorherigen dieses Interims, was geschehen ist, zurück. Das zu erwägen ist ein Irrtum. Ja, weil… wir nicht dieselben sind.

Das ist das Wichtige, zu fühlen, dass man verstreicht: zu wissen, dass wir jeden Tag anders sind, weil der TAGES-ANBRUCH (span. ‚ama-necer‘[1]) uns neue Charakteristika, neue Einflüsse liefert. Von daher, wenn man zurückkehrt –theoretisch, nicht in Wirklichkeit- zu der theoretischen Routine –die es nicht gibt, wenn wir von dem, aus Liebe neu geboren zu werden (span. ‚ama-necer’) wissen-, müssen wir aufmerksam und wachsam demgegenüber sein, was von unserem Wesen, von unserer Gemeinschaft, von unserem Zusammenleben, von unserem Projekt… gefordert, erbeten wird.

Jedes Mal, wenn ein Wesen sich einschifft –und immer ist es eingeschifft-, aber jedes Mal, wenn es bewusst in ein Projekt einschifft, so wie wir es am Anfang hörten, muss es, um segeln zu können… seinem Tun eine Aufmerksamkeit und eine Wachsamkeit schenken, muss es weitermachen.

Ja, um ohne Irrtum segeln zu können, mit der klaren Führung, mit dem korrekten Ruder.

Das bringt uns –in unserer Aufmerksamkeit, in unserer Wachsamkeit- innerhalb dieses „Segelns“, dieses Segellogbuches, das man hat, zu Vorschlägen, zu Versprechen neuer Koordinaten, wohin man geht.

Und man geht zum vollen Bewusstsein. Und man geht zur betrachtenden Integration. Und man geht zur bewussten Unsterblichkeit. Und man geht zur Befreiung von den Verhaftungen. Und man geht zum permanenten Entdecken. Und man geht zum Bewusstsein der Liebe. Und man geht hin zur Fusion mit dem Ewigen. Das bedeutet, dass man schon weiß wohin man geht.

Und das muss man gegenwärtig haben. Und man geht zu allen diesen Charakteristika und unendlichen mehr. Und man geht… wenn die Aufmerksamkeit und die Wachsamkeit bewusst sind, wenn sie ausgeübt werden.

Was nicht etwas Neues ist, nein. Das ist es, was erlaubt hat, dass die Spezies durch diesen Ort des Universums durchfährt: sie hat ihrer Umgebung Aufmerksamkeit geschenkt, sie hat entdeckt, sie wurde wachsam für die Pros und Kontras… und so verblieb sie und evolutionierte sie, indem sie Ressourcen bildete und Mittel, um ihre Projekte zu machen.

Aber in dieser Evolution hat sie sich auch mit Hochmut, mit Stolz, mit Eitelkeit beladen und sie hat versklavt und sie versklavt sich… mit ihrer Umgebung und mit dem Erreichten.

 

Es ist infolgedessen notwendig, sich in dieser Aufmerksamkeit zu renovieren, da die Virulenz der Bequemlichkeit, die Virulenz der „Sicherheit“ –in Anführungsstrichen-, die Virulenz des Eigentums… lebendig ist. Und sie neigt dazu, uns anzuheften, uns zu Schorf werden lassen und unsere Navigation zu verhindern.

Allerdings, wenn wir es verstehen, mit der adäquaten Wachsamkeit und Aufmerksamkeit zu hüten, werden wir jeden Tag eine amplifizierte, neue Vision… konstruieren… welche uns das befreiende Bewusstsein und das makellose alltägliche Bewusstsein geben wird.

 

(3 Minuten der Stille)

 

Wenn der Aufenthalt zur Kruste wird, dann wir das Verstreichen fast unmöglich.

Die Beklemmung der Sicherheit und der Verhaftung erscheinen vorherrschend.

Die Angst flüstert Lügen, um sich zu beruhigen…

 

Und in diesem Maße gibt es keine Renovierung. Die Aussichten bleiben weit weg. Sie hören auf, Projekt von „heute“ zu sein.

 

Und so ist es leicht, die regierenden Verschlimmerungen zu sehen, jene, an die sich –eigenartiger Weise- nach und nach die Mehrheit gewöhnt, sich daran anpasst, im Abfall zu leben.

Und es ist leicht, in die Rückstände zu verfallen… und quasi die Erstmaterie zu vergessen: jene, die uns in irgendeinem Moment  träumen, phantasieren ließ…

Und dass viele dieser Träumereien und Phantasien einfache Propaganda der Umgebung waren, um uns zu manipulieren. Und andere, die es nicht waren, diejenigen, die plötzlich und unverhofft aufwachten, die ganz schnell durch das Stabile, durch das Geordnete, durch das vulgäre und alltäglich Ausgeübte abgeschafft wurden.

Ja. „Die Ausdauer –aufmerksam und wachsam- bringt Glück.“

Aber wenn man sie nicht hütet, wenn man sie vernachlässigt, wenn man sie durch… Rechtfertigungen und Rechtfertigungen und mehr Rechtfertigungen stört… dann rechtfertigt man mit ihnen, im Abfall zu sein, indem man versucht, irgendeine Spur zu finden.

 

(2 Minuten der Stille)

 

Positionen zu erkennen, zu lernen, zu verändern… befähigen uns, um diese Aufmerksamkeit und Wachsamkeit zu fördern. Sie trennen uns von Radikalismen, von Zwängen, von Missverständnissen…(!)… und sie öffnen uns die Räume der Bewunderungen, dem Solidarischen, dem Teilenden. Ohne Vergleiche!

 

(2 Minuten der Stille)

 

Uns durch die Offensichtlichkeiten formen lassen, die Ehrlichkeiten annehmen, die eigene Entwicklung und die der anderen zu fördern, ohne Angriffe, ohne Forderungen(!), mit Hilfen, mit Pflege und mit Engagement(!)..., all das ist eingerahmt in eine spirituelle Revolution.

 

In eine Revolution unseres Glaubens gegenüber des Schöpfer Mysteriums.

In eine Revolution hin zu unserem Pochen der Liebe.

In einer neuen Herrichtung in Bezug auf unsere Gemeinschaft unter den Wesen, unserer Solidarität.

Und in einer Anpassung unseres spirituellen sensiblen Hauchs, an die Anpassungen, die sich in jedem Fall erzeugen, mit dem klaren Ziel –egal in welcher Position- dass uns diese subtile Energie dazu führt, unsere Fähigkeit zu lieben, unsere Fähigkeit des Engagements anzuheben und zu erweitern. Aus unseren Sinnen transzendente Gefühle zu machen… die nicht in dem Possessiven verbleiben, die das Dampfende beleben.

 

 

Die Schöpfung strotzt vor Erbarmen… über dem Leben.

Es zu verstehen es einzusammeln… bedeutet unser Dasein zu vergrößern… und es in ein glänzendes, ehrenvolles, schönes, künstlerisches Verstreichen zu versetzen.

 

 

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[1] Aus Liebe geboren werden