29. Das Wesen sieht nicht die Aktivität der Vorsehung durch die anderen

 

BETENDER RUF

 

(5 Minuten der Stille)

 

Die Güte der Vorsehung des Schöpfer Mysteriums ist unendlich.

Im Laufe der Geschichte der Menschheit wurde sie mit Tänzen, Feiern oder Ehrerbietungen… für die Regenfälle, für die Ernte, für die Geburt betrachtet... Es gab eine Verbindung, wir nennen sie „primitiv”, aber wesensgleich mit dem alltäglichen Tun.

In dem Maße wie das Wesen in seiner Art und Weise „vernünftige” Erklärungen der Evolution abgibt, feiert es weder den Regen, noch den Tagesanbruch, noch die Verfinsterung, noch die Geburt, noch die Ernte. Er macht sich zum Protagonisten jedweden Erfolgs.

Nach und nach löst sich die Kommunion mit der Schöpfung auf und es macht aus seinen Fähigkeiten, seinen Ressourcen einen Kult. Und es wird zu einem kolonialen Eigentümer des Planeten.

Und als „menschliche Spezies” bemächtigt es sich nach und nach und… manipuliert seine ganze Umgebung in einer Art der Leistung, des Rentablen, des Siegreichen, in einer Art anzuhäufen.

Und wie es in diesem Prozess zu erwarten war, stellt man die Kontrolle und die Herrschaft der eigenen Spezies in Bezug auf Reproduktion, Ausdehnung, Arten des Zusammenlebens, Formen zu denken, Arten und Weisen zusammenzuleben… auf der Basis eines Pyramidenmodells auf, in dem einige Selbst-Erwählte mit Macht auf allen Ebenen dasselbe Machtmodell in unterschiedlichen Schichten ausschütten, damit sich jeder übermächtig, dominant, selbstgefällig fühlt.

Das Machtmodell mit dem: „Du kannst das” (span. ‚tú puedes’) und Du kannst(span. ‚tú puedes’)… Wollen ist Macht (span.: ‚querer es poder‘).

Und so verwischt die Schöpfer Spur. Es beharrt die Güte der Vorsehung(!), aber… wie das Sprichwort sagt: „Es gibt keinen schlimmeren Blinden als den, der nicht sehen will.“ Das Bewusstsein der Menschheit wird zum Bauchnabel und –wie das Symbol der Schlange- frisst sie sich selber auf.

Weil in dieser Herrschaft über sich selbst, in dieser Herrschaft „des Menschen über den Menschen” –als Menschheit-, wird ein kontinuierliches Missfallen aufgebaut, eine permanente Klage, eine zerfressende Säure, die –noch mehr- bewirkt, dass sie auf die  Egozentrik des Wesens, auf seinen Protagonismus Auswirkung hat.

Abgesehen von „Nachrichten”, martern der Neid, die Lüge und das Vorurteil eins uns andere Mal das Zusammenleben, die Solidarität, die Ideale. Jedwede Facette unterliegt einer grausamen Kritik, ganz typisch für „die Macht” –so wie das erstrangige Modell, das wir zitiert haben. Und sie kommt bis zu den kleinen menschlichen Gemeinschaften: der Schule, der Familie, der Firma… Sie verwandeln sich in einen Intrigenherd der Anzeigen. Man sieht nichts Gutes in den Anderen. Jeder Einzelne mit seiner Hegemonie der Macht sieht sich selbst als gut an. Und der einzige Bezugspunkt ist man selbst, in Bezug auf die Übrigen, also sind die anderen überflüssig: sie müssen übersäuert sein. Nicht eine einzige Tugend wird hervorgehoben. Und wenn das manchmal gemacht wird, dann deswegen, um irgendeine Belohnung zu bekommen.

So bewegt man sich in der zeitgenössischen Welt, der Welt der Zivilisation, der Welt der Selbstgefälligkeit.

 

Wenn die Güte gegenwärtig ist, wenn die Gaben weiterhin ausgeschüttet werden, wie kann es da sein, dass der Mensch sie ausradiert, sie manipuliert, auf das Gesetz des Zufalls, des Glück zurückgreift –ohne zu wissen, was es ist-, man es auf seine Art und Weise erklärt …?

Auf seine Art und Weise… ergibt eine Version. Aber  das Wesen hört auf, die Vorsehung in der Aktivität der anderen zu sehen. Es hört auf, die Tugend zu sehen. Oder wenn es sie sieht, dann notiert und wertet es sie als Feind und greift sie an!

Wer… wer –abgesehen von seinen Tugenden-… wer hat nicht eine „dunkle“ Version seiner eigenen Aktivitäten? Nicht durch ihn selbst –obwohl das manchmal auch so ist, klar-, sondern wegen seiner Umgebung. Er wird irgendeinen Defekt haben. Irgendein Raum wird so sein, wie er nicht sein sollte.

Sie verhalten sich wie Schurken, indem sie diesen Defekt, diesen Irrtum suchen. Und so wird das Zusammenleben zu einem Konkurrenzkampf, zu einem Spiel zwischen Wertschätzung und Missachtung, mit der Vorherrschaft der konstanten Klage, der Unbequemlichkeit…

Und das wird –wir erlauben das unangebrachte Wort- „universell”, sodass es schwierig ist umzukehren. Sehr schwer! Es ist sehr schwer, jemanden darauf hinzuweisen:

- Hör mal, aber der/die hat auch das Gute.

- Ja, ja, ja, aber… es stimmt, dass das andere nicht in Ordnung, nicht korrekt, nicht angemessen ist.

- Ja, schon, aber wir sollten auch unser Augenmerk auf das Warum legen, wir sollten… ein Minimum an Güte suche!

- Nein, nein, nein… Na gut, ja, aber… nein, nein, nein.

 

Es ist offensichtlich, dass angesichts dieser Koordinaten, die „Kondensstreifen“           –nicht mehr Spuren-…, dass die „Kondensstreifen“ des Schöpfer Mysteriums für das menschliche Bewusstsein dort bleiben, obwohl die Güte der Vorsehung andauert, unendlich weitermacht. Aber für das der Bewusstsein der Aktualität ist es ein feiner Dunst, der vergeht… vielleicht(!), manchmal, bestenfalls!

Wenn ES in anderen Zeiten einen integrierten Teil des alltäglichen Lebens bildete, dann ist das heute eine Anekdote.

 

Der Betende Ruf lädt uns ein, unsere Positionen in Bezug auf das alltägliche Leben zu überdenken, in Bezug auf unser Bewusstsein der Hegemonie, der Wehleidigkeit und… der Zerstörung!

Der Betende Sinn lädt uns ein, andere ‚Aufnahmen‘ von diesem „Dasein” zu machen, den Zoom dieser Vision zu öffnen, damit Sie –als Betende-, die Sie sich zum Beten einfinden, dem treu dieser Beschwörung, die die Schöpfung kontinuierlich macht, zuhören.

 

Mit der kontinuierlichen Verbitterung(!) wird eine Gardine eingeführt, die verhindert, dass wir… das Leuchtende der Schöpfung, die verbreitete Güte wahrnehmen fühlen können. Und aufgrund seiner Herrschaft und seiner Macht zieht das Wesen es vor, sich zu quälen… indem es aus Gewohnheit  die Brille der Zerfalls, die Brille „ohne Mittel“ anzieht.

Und wenn man… wenn man das Kleid wechselt? Auch wenn das Kleid nicht den Mönch macht, aber es hilft.

Weil sich außerdem in diesem Prozess der permanenten Klage und Kritik –die jedwede tugendhafte Vision benebelt-, dieses Verhalten gegen das Wesen selbst wendet und es geißelt sich selbst, so als wollte es sagen, dass das seine „Qualitätskontrolle“ ist, dass es sich und seine Defekte gut kennt; es nimmt sie als „natürlich“ an, auch wenn diese die anderen schädigen. Einige halten sich bis dahin zurück. Andere sind so deprimiert, dass sie sich an den Rand der Selbstzerstörung bringen.

Ihr eigener „Krieg”, ihre eigene „Vision” zerstört sie. Und die menschliche Umgebung hilft dabei, damit das geschieht.

 

Der Betende Ruf regt an, dass wir ein Verhalten des… Erbarmens(!)… haben, ein Verhalten des Mitleids(!), für uns selbst und für die anderen. Eine tapfere(!) Position, die auf Projekte, auf Ideen, auf Vorstellungen, auf Realisierungen baut…, die nicht auf den Triumpf unserer Meinung oder unseres Rechts baut, sondern die auf eine Kommunion baut.  

Nicht in den vulgären Aufenthalt der vernünftigen Egozentrik „meiner Wahrheit“ verfallen! „Nicht in die vernünftige Egozentrik meiner Wahrheit verfallen.” Herrje!

Das kommt einem grotesk vor! Das kommt einem… vulgär vor!

Aber klar, wenn sich die Mehrheit in diesem Hin und Her  bewegt…, dann ist es schwer, sich mit einem anderen Glanz zu sehen.

Zweifellos”, hat dieser Weg hin zum Aussterben viel mit dieser Haltung, mit dieser Position des „Herabwürdigens” zu tun, welche in der Menschheit die einen über die anderen, die einen gegen die anderen aufstellen: Mobbing, Stress, Taktlosigkeiten,  dass einem das Leben schwer gemacht wird, Fallen…

All das kann einem übertrieben erscheinen. Es kann sein. Gesegnet sei es, wenn es so ist.

Aber „Ihr werdet sie an ihren Taten und Worten erkennen”, scheint nicht sehr übertrieben. Manchmal scheint es, dass die Personen, wenn sie sprechen, schon den Säbel gezogen haben, um verletzend… zu antworten.

Und dabei ist es so… und es ist so, dass wir nicht so sind. Unsere Natur ist nicht der Weg der Zerstörung. Unsere Gegenwart im Universum ist nicht der Weg der Explosion, der Privilegierten, derer, die sich in erster Linie präsentieren und andere zerstören…

Unsere Natur schlägt oder pocht in der Transzendenz des Kleinen, in der Bescheidenheit des Alltäglichen, in der Gemütsbewegung der Tugenden, ¡in dem gegenseitigen Erbarmen und dem permanenten Mitleid!

Und jeder, der in Ehrlichkeit handelt und bei dem man sieht, dass er Mut hat, wird sich in dieser Beschaffenheit, dieser Natur entdecken. Klar, es ist nicht die, ‚die man trägt‘, es ist nicht die, die triumphiert, es ist nicht die, die erreicht, es ist nicht die, die das Gesetz und die Ordnung, die Strafe aufstellt…. Nein, die ist es nicht.

Aber diese Beschaffenheit sich selbst und anderen permanent zu schaden, ist ein Produkt eines Wahnsinns(!)…; eines Wahnsinns, die Schöpfung zu imitierenden. Ein Ersatz… ähnlich oder genauso wie das berühmte goldene Kalb von Moses: jetzt ist es die Statue, jetzt ist es die Siegessicherheit, jetzt ist es die Entdeckung, die Wissenschaft, die Technologie…; die permanente Abhängigkeit, die uns unnütz macht und uns –ganz offensichtlich jeden einzelnen- in einen Nährboden verwandelt, damit wir uns dann angreifen.

 

Der Betende Ruf mahnt die Aussichten an, die das Wesen schmücken. Der Moment, der angebracht scheint, um sich nicht in den Abgrund zu stürzen, sondern sich ins Licht zu stürzen, sich über die Tugenden der anderen zu freuen…, mit „anderen“ eins zu werden.

Ich höre nicht auf zu sein, wenn ich von „uns“ spreche. Ich höre nicht auf zu sein wer ich bin, wenn ich von „allen“ rede. Ich gebe die Führung der Schöpfung nicht auf           –ganz und gar nicht-, wegen der ich mich im Universum und im Leben befinde, sondern vielmehr ist dann, wenn wir „wir” sind, wann sich wirklich läutert und präzisiert, wer ich wirklich bin, wofür ich gekommen bin.

 

Zu lieben, die Wertschätzung gegenüber dem, was uns umgibt ist keine Schwäche.

Die Umgebung zu respektieren, die uns ein Feedback gibt, ist kein Verlust von Macht.

Weil das Wesen außerdem in diesem permanenten Urteilen befürchtet, in die Anonymität überzugehen oder nicht berücksichtigt zu werden… Und so greift es auf irgendwelche übertriebenen Gefühlsäußerungen zurück, damit es geschätzt wird. Die Egozentrik des Selbstwertgefühls benötigt Verstärkung von außen. Sie ist nicht in der Lage, sich durch das alltägliche Dasein zu nähren, weil sie nicht sieht! Sie ist nicht in der Lage, sich von den Geschicklichkeiten, die ihr die Schöpfung verschafft, zeigt, zu nähren.

 

Unser Aufenthalt ist der Befreiung gewidmet; er ist der Ewigkeit entworfen…, hin zu einem Unendlichen an Ressourcen.

 

Das Erbarmen wird über… unseren Missionen ausgeschüttet. Das Erbarmen wird über unseren Missionen ausgeschüttet, damit die Intentionen klarsichtig, großzügig, zuvorkommend werden!

 

 

***