26.22 Das Schöpfer Mysterium ist keine Macht, es ist ein Erzeuger von Mysterien

 

BETENDER RUF

 

 

(3:30 Minuten der Stille)

 

Und die menschlichen Gesellschaften haben sich in der Art und Weise aufgestellt, dass sich unter ihren Charakteristika das Haben befindet… –ja, „haben”- eine göttliche, höhere, transzendente Referenz haben … etc.

Wir können sehen, dass es etwas ist, was sich durch die gesellschaftliche, kulturelle, wirtschaftliche Organisation erzeugt … Es ist nichts, was aus dem Wesen als Teil seiner Natur herausströmt –von Ausnahmen abgesehen.

Es ist klar, dass das Wesen diesen Augenblick des Bewusstseins hat, kreiert worden zu sein, angebunden, angelehnt, verbunden zu sein mit dem Schöpfer Mysterium. Klar, dass das da ist! Ohne ES, würden wir uns nicht im Leben befinden. „Wir wären nicht da.“

Aber es geschieht, dass … diese Instanz –um es sozusagen- fast aufgehoben wurde, und dass sie zunehmend ersetzt wurde durch Totems oder sehr erläuterte Figuren, die sehr mit Verfügungen, Geboten und jeder Kleinigkeit und jedem Detail ausgearbeitet wurden, angefangen dabei… wie wir uns anziehen sollen, wie wir essen sollen und essen …

Es werden nach und nach diese ‚Re-ligionen’ konstruiert, die das Göttliche interpretieren; sie interpretieren es, sie studieren es, sie übersetzen es, als ob es eine Forschungsmaterie mehr wäre von …

Und auf dieser Basis stellen sie ein Programm auf, Rituale, Initiationen, studierte Vorschläge … die sie als aus dem Schöpfer Mysterium ausgeflossen zeigen, aber die in Wirklichkeit da sind … –man muss nicht viel forschen- es gibt durch die unterschiedlichen Gesellschaften Vorschläge, die von Führern gemacht worden sind … von Asketen … von Wanderern … Hexern, Schamanen, etc.; dieses „et cetera”, das versucht, die Ereignisse unter einer anderen Optik „des großen Schöpfers” zu interpretieren, DER uns bewacht, DER uns hütet –na gut, je nachdem welcher Laune ER ist-, DER uns belohnt …

In Wirklichkeit verwandelte sich das ursprüngliche Bewusstsein, uns mit dem Schöpfer Mysterium verbunden zu fühlen, es verwandelte sich in eine weitere Facette des alltäglichen Zusammenlebens. Wir sprechen über große Proportionen. Ein alltägliches Zusammenleben, in dem, na gut(!), in dem du –in unserem Umfeld- getauft wirst, du bekommst deine erste Kommunion … und wahrscheinlich irgendein anderes Sakrament wie die Ehe oder priesterliche Ordnung.

Alles steht geschrieben –es ist eigenartig, nicht(?). Angefangen bei den Gebotstafeln bis hin … zur Ankunft auf dem Friedhof.

Und dieser ganze menschliche Prozess wurde propagiert, dressiert, man wurde daran gewöhnt, er wurde wiederholt …

Und stellen Sie sich mal vor: da das typisch menschlich war und da es typisch menschlich ist, verhält sich die Menschheit, also … in der Art und Weise, wie sie erzogen worden ist: Das Vorrangige ist zu gewinnen, zu haben, zu erreichen, zu schaffen, zu besitzen … All das zwischen ein paar Gebeten und … und irgendeinem Ärger wegen dem, was nicht gut gelaufen ist.

 

Also… hat die menschliche Gemeinschaft Erlebnisse, Bewusstseinszustände und Referenzen von etwas, was sie selbst nach und nach aufgrund der Notwendigkeit einer sozialen, kulturellen, politischen, wirtschaftlichen, religiösen ... Ordnung geschaffen hat.

Aber all das entspricht nicht diesem ursprünglichen Aufenthalt unserer Referenz im Schöpfer Mysterium.

 

In dem Maße, wie wir uns dieser Konditionierung bewusst werden, die uns …         –selbstverständlich- zu den gesellschaftlichen Normen, zum Guten, zum Schlechten, zur Ethik führt, all das im Namen der Schöpfung, von Gott oder von… –das hängt dann schon vom Glaubenstyp ab- …

 

In Folge dessen ruft uns der Betende Ruf, um uns vom dem „Ungeziefer“ strukturierter, kalkulierter, entworfener und aufgestellter Glaubensrichtungen zu befreien”, die der Mensch geschaffen hat, welche nicht die sind, die dem Erleben des Wesens in Bezug auf das Schöpfer Mysterium entsprechen.

 

Das Schöpfer Mysterium von seinem Mysterium aus … strukturiert sich nicht. ES hat keine Rangliste. ES ermangelt IHM an Regeln, an Normen …

 

Und wie man gut sehen kann, haben die Gesetze-Normen, die andere sich angemaßt haben, die das Authentische „parasitiert“ haben, sie haben „kreiert“ –in Anführungsstrichen „kreiert“-… sie haben eine gewalttätige, vorurteilende, neidische, ‚ungebührliche‘ Lebensgemeinschaft gebildet, die sich in permanenter unsolidarischer Konfrontation befindet.

Wenn diese göttlichen Gesetze in irgendeinem Moment mit dem Schöpfer Mysterium verbunden gewesen wären, dann wäre unsere Evolution als Spezies offensichtlich nicht diese gewesen: diese, die wir jetzt haben, diese, die wir jetzt leben; diese, die uns untereinander kontinuierlich bedroht, mit Gesetzen, mit Normen, mit Gewohnheiten, mit Strafen. Mit Belohnungen?

Eine Gesellschaft… oder Gesellschaften, die von sich sagen „gläubig” zu sein und  die sich um ihre Gewinne kümmern, um ihre Verluste, um ihre Steuern, um ihre Steuerprüfungen, um ihre Überprüfungen, um ihre Haltbarkeitsdaten, um …

Schrecklich ...!

Das fließt nicht aus dem Göttlichen heraus.

Das Schöpfer Mysterium von … aaalllenn Seiten …

 

Weil ES nicht dort im Himmel platziert ist, richtig? ES sitzt nicht auf einem Thron. All das sind anthropomorphe[1] Modelle, die geschaffen wurden, die im Prinzip einen Wert haben könnten –„sie könnten einen Wert haben“-, um zu lernen und um zu erziehen, aber später werden sie dann als wahrhafte existentielle Modelle eingeführt.

 

Und es tauchen Höllen auf und es tauchen Fegefeuer auf und es tauchen Himmel auf … und Autoren, die offenbaren, dass sie in diesen Wahrnehmungen, diesen Visionen initiiert worden sind …

Und was wir in Wirklichkeit in all dem sehen ist eine menschliche Rangliste, deren Referenz tatsächlich in der Macht liegt.

Und das ist der Punkt, auf den alle gesellschaftlichen Organigramme Einfluss haben: „Die große Macht des Gottes.“

Also bitte …! Das Schöpfer Mysterium ist keine Macht.

ES ist ein Erzeuger von… Mysterien –unter ihnen das Leben. ES ist ein Hüter der Entwicklungen, der Prozesse. Wir wissen nicht wie, in welcher Form und in welcher Art und Weise. Und im Prinzip ist ES nicht von unserer Sphäre.

Das ist wie bei einer gerade geborenen Kreatur, die sich nach den Qualitäten ihres Vaters fragt, ihrer Mutter oder dem, der sich in ihrer Nähe befindet, der zu ihr spricht. Nein … sie befindet sich nicht in dieser Perspektive. Sie isst, sie schläft und scheidet aus. Sie ist… sie ist ein Rohr …(!), das immer komplexer wird.

 

Wenn man diese Idee auf das unendliche Universum ausweitet … müssen wir dem Schöpfer Mysterium menschliche Qualitäten aberkennen. ES ist nicht Macht! ES übt keine Macht aus! ES dehnt seine Schöpfung aus. ES versieht sie mit Ressourcen. ES interveniert permanent und hinterlässt SEINE Spuren zwischen Zufällen, Glück haben, Zusammenfällen, Unvorhergesehenem und Unerwartetem.

 

ES –um noch mit dieser Bezeichnung weiterzumachen- hat uns ein Universum erzeugt –in dem wir leben-, das ‚be-eindruckend‘ ist.

Und außerhalb dessen wo wir leben können wir erahnen, dass es „einzigartig“, „außergewöhnlich“ ist … Uns gehen die Worte aus.

Jedwedes Attribut unserer menschlichen Worte, die wir dem Schöpfer Mysterium geben, ist … nicht nur eine Beleidigung, sondern eine Ungereimtheit.

Deswegen, wenn ES uns zum Beten ruft, dann veranschaulicht ES uns Aspekte, die uns helfen können –und tatsächlich ist es auch so-, unsere Perspektiven und unsere Visionen von dem zu ändern, was es bedeutet zu leben, was Zusammenleben mit sich bringt, wie man das Fühlen akzeptiert … und in welcher Art und Weise wir SEINE Anwesenheit in unserem alltäglichen Ereignis entdecken können.

 

 

Das Erleben/die Erfahrung, dass wir uns von Klängen, Formen, Farben angezogen fühlen …

Die Anziehung, die wir gegenüber geschaffenen Wesen und gegenüber denen unserer eigenen Spezies erfahren können, die müsste uns eine Denkhilfe geben, nicht wahr? Mehr als eine Denkhilfe ist sie ein großer Ort der Landung.

Weil sobald wir unsere Anziehungen bemerken, dass wir uns vom Meer angezogen fühlen, von der Kälte, von der Feuchtigkeit, von den Grillen, von den Schmetterlingen, vom Berg, vom Tal, vom…

Wir befinden uns in einer permanenten Anziehung.

Und dank dieser Anziehung verstreichen wir in unserem Leben.

Gibt es irgendeinen Ort in unserem Körper, der sich um die Anziehungen kümmert …(?) –vom materiellen Gesichtspunkt aus, klar.

Wir werden ihn nicht finden.

Weil er sich nicht in berührbarer Art und Weise verdichtet.

Sie drückt sich in attraktiver Art und Weise aus –„attraktiver”: was uns anzieht (span.: ‚que nos atrae‘).

Definitiv (span.: ‚definitivo’) –ohne endlich zu sein-, ist unser Fühlen, welches ein Erwachen einer Anziehung ist, die Anziehung, welche das Schöpfer Mysterium über uns ausübt.

Weil wir in IHM sind, wir befinden uns in IHM … und wir sind SEIN Ausdruck –so wie andere Kreaturen.

 

Egal welche Position wir auch einnehmen, wir fühlen uns von dieser Position angezogen. Und so sehen wir, wie jedes Wesen unterschiedliche Anziehungen hat.

Sie ist ein Beweis der Unendlichen Anwesenheit.

 

Und diese Anziehung… was erzeugt die in unserem sensiblen Bewusstsein?

Sie erzeugt Vergnügen, Zufriedenheit, Freude…

Sie erzeugt einen Zustand zu erhalten, zu hüten und diese Anziehung zu erhalten. Später sehen wir dann, dass es viele sind! Sie beschränken sich nicht nur auf ein Element, auf eine Person oder auf eine Situation, sondern auf vielzählige Details.

In allen diesen „attraktiven” Details … spiegelt sich uns das Schöpfer Mysterium wieder.

 

Natürlich nimmt uns das einen gewissen … –na gut, „einen gewissen”…- einen totalen Protagonismus.

Aber… wir waren eigentlich nie Protagonisten. Wir haben uns –als virtuelle Menschheit- mit diesem Sprichwort von „dem freien Willen“ betrogen; in diesem Lager, das uns erlaubt grausam(!) zu sein, das uns jedwede Unmenschlichkeit erlaubt. Da wir „frei“ sind…

Was für eine Form die Freiheit zu interpretieren!

 

Wenn ich mich für ein Wesen des Ausdrucks eines Schöpfer Mysteriums halte … und ich mich infolgedessen mit IHM verbunden, durch ES in seinen unendlichen Manifestationen angezogen fühle, dann benötige ich keine Freiheiten, weder Erfolge noch Zielerreichungen.

Wenn ich sage „ich benötige nicht”, dann versteht man darunter, dass es nicht meine Priorität ist.

Ja, selbstverständlich werde ich den Brunnen suchen, der mir Wasser gibt … und ich werde die Frucht suchen, die mich nährt. Aber jedes Mal, wenn ich auf eine Quelle stoße, jedes Mal, angezogen durch den Hunger, wenn ich eine Frucht, eine Knolle oder die Blätter zum Essen finde, werde ich in diesem Ereignis den Ausdruck sehen, den … das Schöpfer Mysterium mir … in verliebter Weise … zeigt.

Ja! Ja, wenn wir irgendein Wort suchen sollten, dann müssten wir sagen, dass dieses Schöpfer Mysterium zutiefst verliebt in das Leben ist. Intensiv und ganz speziell in jedes Wesen. Es ist ein Mysterium, klar, ja. Aber das fühlt man, wenn man zulässt, dass die Referenz des Daseins, des Seins, des Verstreichens dieses Mysterium ist.

Wenn ich in der Lage bin im Gesicht, im Klang, in den Beispielen der anderen die Anwesenheit des Mysteriums zu sehen, das mich durch andere anzieht.

 

(2:30 Minuten der Stille)

 

InnnnnnnMiiiiiiiirrrr…

 

 

***

 


[1] Bedeutet das Zuschreiben menschlicher Eigenschaften gegenüber Tieren, Göttern, Naturgewalten und Ähnlichem (Vermenschlichung)