26. Die Menschheit ist allem Lebenden gegenüber fremd geworden

 

BETENDER RUF

 

Zart zeigt sich der Tagesanbruch mit seinen Klarheiten, mit seinen neuen Klängen, mit seinen neuen Gesängen. Das Grün leuchtet… und es verändert die Töne. Die sanfte Brise verschiebt sich gemäß neuer Wege.

Während das Wesen der Menschheit erwacht und in seinen Wachzustand eintritt. In den Wachzustand des Lichts.

Und es wacht mit seinen Sorgen, mit seinen Plänen, mit seinen Strategien, mit seinem Humor auf …

Und es scheint so, dass es… ein Tag mehr ist, genauso wie der andere.

Und es scheint, dass alles chronisch ist.

Und alles geht auf die Verzweiflung, die Sorge, das Problem, die Schwierigkeit zu.

Die Menschheit ist allem Lebenden gegenüber fremd geworden, als sie es dominierte, kontrollierte, manipulierte… Und sie sucht Zuflucht in ihrer Spezies, als die kulminierenste Form der Arroganz ihrer Macht.

Und dieser versucht jenen zu überzeugen, jener versucht den anderen zu dominieren, der andere stellt eine Angst auf: die Bühne, die ihn unfähig macht… der Hauptdarsteller zu sein.

Die Variablen sind sehr unterschiedlich und wir würden sagen, fast unendlich,  die sich in einer „Bauchnabel Spezies“, in einer selbstverherrlichenden Spezies, ereignen… Und wenn sich irgendeine Bewegung des Einklangs, der Kommunikation, der Sorge für die Umgebung erzeugt –ja, sie geschieht-, aber in der Mehrheit der Male begleitet von Interesse, vom Gewinn, von der Sicherheit… und einem langen et cetera, das dieses Interesse für die Umgebung konditioniert und es mit Schüchternheit oder mit Angst oder Arroganz oder Triumpf befleckt…

Die ganz enthusiastische Biodiversität des ersten Lichts des Wachzustandes wird durch das Interesse und die Forderung eines jeden Wesens aufgehoben.

Es kann übertrieben erscheinen, ja, aber wenn sich der Mensch innerhalb der Menschheit, in der er wohnt, ehrlich betrachtet, wird es ihm nicht sehr schwerfallen zu entdecken, dass  er das, jenes und das andere will; dass er diese, jenes und das andere zurückweist; dass ihm mehr das oder jenes gefällt; dass er in eine konstante Dualität eintritt.

 

(2:30 Minuten der Stille)

 

Das Wesen –als Bezugnehmendes Leben- hat seine Position in Bezug auf die Schöpfung „abgeschaltet“. Es hat sich als auf der Flucht vor dem Schöpfer Mysterium erklärt.

Es versucht sich selbst zu finden… und das, was es benötigt, was es braucht, zu fordern.

 

Die Unfähigkeiten, das Unnütze, die Schwierigkeiten… und dieses lange et cetera, um zu erreichen, um zu lösen, belasten den Menschen. Aber er belastet sich selbst. Weil er in Wirklichkeit die Welt darum bittet, dass sie nach seinem Ebenbild gemacht wird.

Und er möchte, dass jener grün oder braun ist, und er will, dass jener mehr oder weniger singt, und er will, dass der andere gehorcht, und er will, dass jener keinen Humor hat…

Ist das übertrieben…? Oder ist das Wollen –hey, „wollen”- das Wollen eine konstante Sorge darum, dass die Ereignisse so sind und die Personen so sind… was jeder einzelne denkt, dass sie sein müssen?

 

Und der Mensch wird sich nicht bewusst, dass er mit Ressourcen, Mitteln, Möglichkeiten kreiert wurde, dass er dort hingesetzt wurde, an jenen Ort, in jene Gemeinschaft, in jenes Land, in diese… spezielle und ausnehmende Position. Und „ausnehmend“, weil es keine andere Position gibt, die gleich ist.

Das Entgegenkommen, das die Schöpfung gegenüber dem Geschöpften hat ist… UNÜBERTREFFLICH.

Und in dem Maße, wie der Mensch sich annimmt und sich an seine Ressourcen, an seine Mittel, an seine Fähigkeiten anpasst… und aufhört sich zu vergleichen und aufhört zu fordern, zu bitten und zu Leiden(!)…weil die Dinge nicht so sind, wie er möchte, dass sie sein sollen, und er –infolgedessen- aufhört sich in dem auszuüben, was er ist und für was er kreiert worden ist; in dem Maße, wie er seine Einheit, die Außergewöhnlichkeit, die Besonderheit eines jeden Menschens wiederherstellt, wird sich jeder einzelne in der Fülle fühlen und bevor er „will“, wird er auf der Basis seiner Ressourcen, seiner Gaben geben

Er wird … unter dem Bezugspunkt dieses Mysteriums, unter dem Bezugspunkt geben, dass alles bereit ist, damit das Gleichgewicht, die Harmonie, das Unvorhergesehene, das Unerwartete, das Überraschende, das Glück, die Vorstellungskraft, die Fantasie… ausgeübt werden können.

Das kann sehr gleichnishaft und sehr übertrieben erscheinen, so wie die Position des Anfangs, aber im entgegengesetzten Sinn. Aber das ist da und für Momente stumpfen die Menschen in dem ab, was sie sind… und die Übrigen entdecken ihren Wert und ihre Notwendigkeit.

 

(7 Minuten der Stille)

 

Es ist notwendig, sich in den Fähigkeiten, in den Impulsen und im Enthusiasmus, den jeder Mensch haben mag, zu bemühen.

Es ist notwendig, das mit der notwendigen Bescheidenheit zu leben, um nicht den kontinuierlichen Triumpf oder Erfolg anzustreben, sondern gemäß des Bezugspunktes das kontinuierliche sich geben, sich mittzuteilen, sich zu akzeptieren, sich anzupassen… und um so in der Realisierung zu evolutionieren, ohne Gefühle von „Vorlieben“ mit der Gewissheit, dass der Betende Ruf da sein wird, DA IST, präsent.

Und wenn wir aufgrund von Notwendigkeiten nach ihm rufen, findet er sich augenblicklich ein. Und er orientiert uns, auch wenn es nicht nach unserem Geschmack ist.

 

Dank unserer Fähigkeiten sind wir niemals alleine. Immer ist der vielversprechende Hauch  offensichtlich und anregend.

Aber es geschieht, dass der Mensch besessen ist von sich selbst und von dem, was andere sagen, was er ist; andere sagen Dir wie und andere sagen Dir warum… und nur sehr wenige reservieren sich in dem, was sie sind… und akzeptieren, was der andere ist.

 

(2 Minuten der Stille)

 

Es ist –dringend(!)- Zeit (span. ‚es hora‘) für die Notwendigkeit, unsere Identitäten zu erfüllen, die vom Schöpfer Mysterium aus erzeugt werden.

Es ist Zeit (span. ‚es hora‘), unsere Fähigkeiten anzunehmen und sie zu entwickeln.

Es ist Zeit (span. ‚es hora‘), sich auszusprechen(!)-  ohne Vergleiche.

Es ist Zeit (span. ‚es hora‘), sich in der Einzigartigkeit, in der Außergewöhnlichkeit und in dem Einzigartigen, das jeder Mensch ist, zu entdecken.

 

(2:30 Minuten der Stille)

 

Es ist JETZT (span. ‚ahora’), in der Stunde span. ‚en la hora‘)

Es gibt kein „Später”.

Das ist zu spät.

 

***