26. Das beseelte Bewusstsein kann man nicht einsperren

 

BETEND RUF

 

(5:30 Minuten Stille)

 

Und unser Dasein in diesem Universum transportiert uns zu einem Moment, in dem die Spezies an ihrer Position, ihrem Dasein, in der Art und Weise zweifelt.

Und dieser Zweifel kreiert sehr unterschiedliche Meinungen, angefangen bei finalistischen Katastrophen einer Pandemie nach der anderen –bis die Spezies drastisch reduziert ist-, bis hin zu den Optimistischsten, die  zwischen ein und zwei Jahren der Vorsichtsmaßnahmen und der Sorgfalt voraussagen.

Die Entscheidungen für das Rausgehen aus der Verbannung treffen müssen, die Ideen der Neuheit, der Veränderung stimmt sehr, sehr, sehr wenig in den Menschen überein. Vielmehr wird danach gesucht, alle Elemente wieder aufzunehmen, die uns zu dem aktuellen Moment gebracht haben.

Dieses Verhalten scheint nicht sehr klug zu sein.

Sehen Sie mal. Wenn ein menschliches Wesen im Schoß der menschlichen Gemeinschaft ein Vergehen begeht, dann kommt es vor Gericht und wird ins Gefängnis verbannt. Dort ist die Funktion, es umzuerziehen, es zurechtzuweisen, ihm die Freiheit zu nehmen, es zu lehren und… es anders zu machen: „Es zu rehabilitieren”, damit es, wenn es rauskommt, nicht wieder straffällig wird.

Also gut, dieses Modell ist das, was jetzt die gesamte Spezies lebt. Um exakt zu sein, mehr oder weniger die Hälfte der Spezies –in Bezug auf die Anzahl, ungefähr 4 Milliarden.

Sie als Spezies hat die Straftat begangen… ihre gesamte Umgebung zu beschädigen, zu verachten, zu zwingen, zu domestizieren, zu strafen, ihr weh zu tun, zu verletzen… die ihrer eigenen Spezies mit eingeschlossen. Und der Mensch selbst als Spezies hat sich in einem Gefängnis eingeschlossen, um sich zu rehabilitieren, um sich zu regenerieren, damit dann schon, wenn er seine Strafe abgesessen hat… –manchmal ist es eine Zeit, andere Male eine andere- die Todesstrafe eingestellt hat…

Und… und wann wird er rauskommen? Wird er rückfällig?

Das ist das sehr offensichtliche Beispiel, das uns der Betende Sinn zeigt: wie wir ein Gefängnis errichtet haben. Und unter diesem Gesichtspunkt, gut gemacht. Aber… wer erzieht uns um? Wer bedroht uns…? Oder sperren sie uns vielmehr ein… und anstatt dass es eine rehabilitierende Gefangenschaft ist, ist es ein Manöver der Kontrolle?

Wie dem auch immer sein mag, im Moment ist es offensichtlich, dass die Rehabilitation notwendig ist. Aber es scheint nicht, dass uns die Gefängniswärter unterschiedliche Benehmen oder Verhaltensweisen zu denen vorschlagen, die uns dazu gebracht haben, straffällig zu werden.

„Gefängniswärter”: Regierungen, Autoritäten, Weise, Wissenschaftler...

Wenn wir dieser Stichprobenentnahme folgen könnten wir sagen, dass es in der Haft, in der wir uns befinden, keine ausreichenden Rehabilitationsmittel gibt. Es fehlt die Bibliothek, es fehlt der Psychologe, es fehlt die Turnhalle, es fehlen die Stunden im Hof, es fehlen die Besuche…

- Ach! Die Besuche, klar! Die sind sehr wichtig, weil sie einen animieren. Sie bringen einem das belegte Brötchen, sie können einem sogar eine Feile für die Gitterstäbe bringen…

Die Besuche fehlen…! Es ist möglich, dass man das nicht bemerkt, nicht wahr? Aber es ist extrem wichtig.

Also in unserer Gefangenen-Verbannung ohne Ressourcen noch Führung durch Referenzen, wenn die Strafe (span. ‚pena’)[1]erledigt ist… und man rauskommt, dann werden alle auf Bewährung freikommen.

Ja. Die Bewährung ist die Fortsetzung der Strafe, gemäß der man zwar aus dem Gefängnis draußen bist, aber auf Bewährung, damit man eine Zeitlang ein striktes und äußerst korrektes Verhalten hast. Das bedeutet nicht, dass man danach irgendeinen Unfug machen kann, nein. Es ist eine Maßnahme von „Sicherheit plus“, aber die ängstigt, denn wenn man auf Bewährung ist, dann kann alles Mögliche ausreichend sein, um wieder ins Gefängnis zurückzugehen.

Anerkannte Weise sagen uns voraus, dass das Vergehen, das begangen wurde, das erste sei, dass ein zweites, ein drittes, ein viertes und ein fünftes kommen werden. D.h., dass uns die Bewährung überhaupt nichts nützt. Wir werden rückfällig werden.

Oder aber, wenn es so ist, dass nicht dieses das Modell ist, was geschieht und wir geschickt geführt, manipuliert, kontrolliert, ordnungsgemäß durch die Bewährung erschreckt werden, damit wir jedweder Anweisung gehorchen, ohne Mittel noch Ressourcen, um protestieren zu können –oder einfach nur anderer Meinung zu sein-, werden wir uns in einem anderen Panorama befinden.

Vielleicht ist es so, dass sich beide Panoramen gleichzeitig ergeben.

 

Vor kurzem fragten wir einen Experten in Schmerzen, wie man angehen sollte… oder wie er mit seinen Methoden „die Seelenschmerzen“ behandelt. Er machte eine Geste von: „Bah! Esoterik! Das, was existiert ist Leid und fertig.”

 

Also sehen… es ist schwierig, klar… –na gut, das Wort ist schlecht gewählt. Man kann nicht beweisen, dass die Seele nicht existiert. Und noch weniger kann man darüber diskutieren. Aber wir können schon in unserem Bewusstsein damit einverstanden sein. Genauso wie wir uns täuschen, wenn wir sagen, dass es uns hier und dort weh tut und es scheint, dass es hier oder da eine Läsion gibt und dabei gibt es so eine Läsion gar nicht… Aber unser Bewusstsein erzeugt diese Erfahrung des Schmerzes.

Hat er sich geirrt? Muss man ihn rehabilitieren, ihn zurückführen? Und wenn unser Bewusstsein der… Seele entspräche? Zum Beispiel. Um nicht zu diskutieren.

Unter dem Betenden Sinn, hat das eine auffällige Bedeutung. Ja.

Wenn sich unser beseeltes Bewusstsein frei von der Form weiß –„sich frei von der Form weiß“-, das heißt, es gibt keine Läsion, die meinen Schmerz rechtfertigen würde-, wenn wir dieses Kriterium anwenden würden –und ohne die Idee, dass sich unser Bewusstsein irrt- mit der Idee, dass unser beseeltes Bewusstsein kein Hilfsorgan der körperlichen oder materiellen Haft ist, wenn wir also in Gefangenschaft säßen oder verbannt wären oder… –geben Sie dem den Namen, den Sie wollen-, wenn sich unser beseeltes Bewusstsein in dem weiß, was es ist, dann sind die Gitter nicht wichtig, die Mängel auch nicht, die Schwierigkeiten auch nicht. Weil der Betende Sinn zum permanenten Ruf wird, er in dem beseelten Bewusstsein offensichtlich wird und es unser konstanter befreiender Helfer ist.

Und ich kann mich hinter Gittern befinden und ich kann mich hinter Wänden befinden und ich kann mich zwischen Verboten befinden. Aber das, das was verbannt ist… das gehört nicht zu meinem Wesen. Das ist ein Kleid, ein Gewandt. Wichtig, ja, klar! Aber mein beseeltes Bewusstsein befindet sich nicht dort.

Wenn wir sagen „es ist nicht da” wollen wir sagen, dass es dort nicht versklavt ist. Angesichts bestimmter Situationen geht es in sein Reich, zu dem es gehört: zum Schöpfer Mysterium. Und dort hat es den Eden, das Paradies, den Genuss und das Vergnügen, sich geliebt zu fühlen.

Und dort ist es und so ist es, wie sein inkarnierter Körper keinen Schmerz (span. ‚penar‘), keinen Kummer hat. Es wird da sein, ja, weil ihn ein feiner Faden behaucht oder belebt. Aber das beseelte Bewusstsein kann man nicht einsperren, wenn es weiß, wenn es gelebt hat, wenn es das beseelte Bewusstsein zu lieben erfahren hat… und sich geliebt zu fühlen!! Geliebt!

 

Als beseeltes Bewusstsein kann ich in Stille singen, kann ich über die Meere reisen, kann ich mich auf den Bergen niedersetzen, kann ich in den Tälern wohnen …

Ich kann gehen… und meine Haima in der Wüste bauen und dem Wind zuhören, der den Sand mit sich reißt, später dann die Stille hören(!), unter Sternen schlafen… und ganz lange während des Wachzustandes meditieren.

Das ist der Betende Sinn, der uns heute dazu bringt zu wissen, dass unser Wesen… nicht nur nicht von hier ist, sondern dass es sich in einer anderen Dimension befindet.

Es stimmt, dass es… „gleichzeitig” hier entlanggeht.

Wir können wissenschaftlich das Risiko der Gleichzeitigkeit der Prozesse wagen. Aber wenn wir unsere winzigen Komponenten einsammeln, die komplex wurden bis sie unsere „Performance” erzeugten, dann werden wir sehr weit weggehen müssen: bis zu den unendlichen Schöpfer Mysterien.

Und das ist da(!), gleichzeitig in unserem Verstreichen. Deswegen rufen SIE uns, damit wir nicht den Bezugspunkt verlieren.

Deswegen rufen SIE uns, damit unser gleichzeitiger Transit „hier” nicht… nicht an  Gesetzen der Verbannung festgemacht sind, nicht den Ängsten unterworfen ist, Schmerzen zu erleiden oder zu sterben, nicht „Endlichem”, unterworfen ist, sondern dass es sich in seinem Verstreichen seiner Unbegrenztheit… seiner Ewigkeit erinnert…

Und so, wenn wir uns im Leben mit dieser Entwicklung des beseelten Bewusstseins inkarnieren –oder von beseeltem Bewusstsein-… jedes Mal, wenn unser inkarniertes Verstreichen sich bedroht fühlt, sich verfolgt fühlt, sich überwacht, kontrolliert, verflucht fühlt… und wir Übergewicht geben…, dem beseelten Bewusstsein der Ewigkeit Übergewicht geben –was man niemals aufgeben darf! Es ist unmöglich es aufzugeben(!), weil es unser Erbe ist! Aber es stimmt, dass in dem konkreten Herumstreifen… das beseelte Bewusstsein verhaftet bleiben kann und nicht sieht und aufhört, dieses weit darüber hinaus zu fühlen(!), diesen Schweif des Kometen… der uns zum Ursprung der Manifestation bringt.

 

Die Entwicklung des beseelten Bewusstseins, idyllisch(!), befreit uns von dem Joch derer, die verbannt sind… und sie haben aus ihrem beseelten Bewusstsein eine Vernunft, eine Erklärung und eine Logik gemacht.

 

Verleiht denn etwa… etwa das beseelte, idyllische Bewusstsein, dass sich nicht nur auf das ewige Gebet bezieht, sondern das offensichtlich ‚beseelt’ –wir erlauben das Wort- die konkrete Struktur, unserem Transit mit unseren Mitmenschen, mit unserer Umgebung, mit dem paradiesischen Raum, indem man sich momentan befindet, nicht etwa einen verliebten Flug?

Und so ist es, wie die Furcht keinen Sinn hat. Die Angst wird verscheucht. Sie kann nicht in einem beseelten, verliebten, idyllischen, ewigen Bewusstsein wohnen.

Das ist lediglich Bitterkeit eines Tages.

 

Ich habe keine Furcht davor, eingesperrt zu werden, weil ich mich nicht nur hier befinde. Ich bin viel weiter darüber hinaus da.

Ich fürchte mich nicht davor, dass man mich domestizieren, kontrollieren und dominieren möchte, weil sich mein Bezugspunkt nicht in diesem Transit befindet. Er befindet sich weit darüber hinaus, wo sich die Ewigkeiten verlieren.

Und so ist es, dass meine Lieben hier eine Widerspiegelung der Lieben dort sind. Und sie haben keine Angst davor kritisiert, attackiert, entwürdigt zu werden...

Das „Hier” hat sich um Diktator gemacht. Es ist zum begrenzten Bewusstsein geworden. Es hat Regeln, Normen, Alter, Aktivitäten aufgestellt… Es ist so, als würde man einem Vogel die Flügel stutzen… und wenn es hoch kommt, dann kann er springen.

 

Ja! Unser Wesen ist nicht von hier, auch wenn es hier vorbeikommt. Und um authentisch zu sein, muss es, wenn es hier vorbeikommt, eine offensichtliche Widerspiegelung von dem „Dort” sein, woher es kommt. So wie der Reisende, den wir empfangen, der „kommt aus” und uns Nachrichten, Art und Weisen, Gewohnheiten, Nahrungsmittel, Worte, Sprachen bringt… und uns nährt und unsere Ewigkeiten amplifiziert.

Und so ist es, wie sich… die Angst vor der Angst auflöst …

Und der Flug zum Flug erhöht sich. Und die gestutzten Flügel wachsen wieder! Und du kannst mir Handschellen anlegen, mich einsperren, mich bestrafen… und mich in eine Einzelzelle stecken. Wenn du mich herausholst, um meinen Zerfall zu überprüfen, werde ich dir ein Lächeln schenken… und werde einen jubelnden Gesang anstimmen.

Vielleicht erklärst Du mich für verrückt, aber du wirst bemerken, dass du mich nicht kaputt gemacht hast und dass mein beseeltes Bewusstsein mehr denn je befreit ist, und dass mein umstandsbedingter Transit Wunden und Narben haben kann, aber er wird weiterhin in der Lage sein zu gehen, weiterzumachen, in der Integrität der Materie zu tun. Und vielleicht, wenn du all das nachprüfst, dann wird deine beseelte Seele über deine Strafen nachdenken.

Vielleicht.

Das werden Entscheidungen des EWIGEN sein, DER mich als Zeuge, als Transit, als Vermittler nutzt!

So… so lebt man in dem Mysterium. So, indem man Zeugnis von der Bescheidenheit, dem Zuhören, der inneren Sammlung(!), der Zuneigungen, der Vorsicht, der Sanftheit ablegt, ohne Neid, ohne Eifersucht, ohne Groll, ohne Vorurteile… mit der sanften Luft, die eine Feder einhüllt.

 

„Mit der sanften Luft, die eine Feder einhüllt.“

 

 

***

 

 


[1] ‚Pena‘ wird auch mich Kummer übersetzt