25.22 Originalität, universeller Sinn und transzendente Position

 

BETENDER RUF

 

(5:30 Minuten der Stille)

 

Es stimmt, dass sich jedes Wesen als eine unwiederholbare Originalität mit vielen multiplen Ähnlichkeiten zeigt, mit gemeinsamen Zeichen …, aber jedes Wesen hat ein … „besonderes” Gemüt, ein „besonderes“ Fühlen, ein „besonderes“ Tun.

Allerdings trifft es auch zu, dass es einfach ist, Zuflucht in der „Originalität” zu suchen, die jeder einzelne besitzt –und mehr als besitzen, die er ist- und auf dieser Basis eine Antwort zu geben, die zwingt, die aufdrängt, die fordert.

Dort ist es, wo der Betende Ruf heute auf uns Einfluss nimmt, damit wir in der Lage sind, dieser „Originalität” –von der die Schöpfung wollte, dass sie so sei- einen universellen Sinn und eine transzendente Position beizufügen.

„Universeller Sinn” in dem Aspekt des Daseins, sich als Teil einer Spezies zu fühlen, sich als Teil eines Ausdrucks des Lebens zu fühlen, unsere Originalität hin zu … neuen Räumen auszuweiten.

Das Originelle ist nicht statisch. Es wird für gewöhnlich interpretiert, dass „das so ist und fertig” und „diese Person ist so und fertig”. Angesichts dieses Verhaltens werden wir deterministisch. Aber das ist nicht die wahrhafte Natur. Die wahrhafte Natur in der Originalität ist die Evolution, die Amplifikation, die Innovation …

Tatsächlich die Kreativität.

 

Deswegen, sich darauf zu berufen, dass „ich so bin”, hat seinen wahren Anteil, aber auch seinen absolut ungewissen Teil und das ist der, sich im Dasein zu weigern, sich zu erweitern-sich zu ‚kreativieren‘.

Das einerseits. Andererseits erzählt uns der Betende Sinn von der Transzendenz. Das wäre dann der Teil des Wesens, denn das Dasein platzieren wird in dem Kreativen, indem wir von der Originalität, der Außergewöhnlichkeit ausgehen.

Dieses „Dasein” ergibt sich und es hat die Berufung zu transzendieren.

Ja, unsere Vergänglichkeit[1]  durch unterschiedliche Räume… ergibt sich Dank der Transzendenz. Ob wir nun an sie glauben oder nicht, sie ist da, weil sie uns erlaubt aufzuwachen … alarmiert zu sein … uns gegenseitig zu bewundern … zu staunen.

 

 

So verschmilzt (span.: ‚con-funde’) unsere kreative Originalität –im dem Sinn, sich mit einem transzendenten Verhalten zu verschmelzen[2].

Für gewöhnlich übersteigt einen dieses Wort, es ist für uns ‚geräumig‘ und … Aber es gibt ein ganz einfaches Sprichwort, das sagt –also es hängt davon ab, über wen man das sagt, entweder wegen einer Richtlinie oder aus Gewohnheit-, also ein Sprichwort, das uns einen transzendenten Hinweis gibt: Wenn wir diesem oder jenem Tun beifügen, oder wenn wir dieses oder jenes überwinden, also wenn wir dem beifügen: „Gott sei Dank“, so als ob wir uns bewusst würden –bewusst oder unterbewusst oder unbewusst- dass, ohne dieses Plus, rein theoretisch –ich sage dieses „rein theoretische“ Plus, weil es das ist: Unter unserem rationalen Gesichtspunkt wäre es ein Plus, ohne dieses „Plus“ hätten wir nicht dieses oder jenes Ereignis erreicht, geschafft, erworben und ermöglicht.

 

 

Auch vom Gesichtspunkt des „... sei Dank” taucht selbstverständlich auf: „Unglücklicherweise wollte Gott nicht, dass …“, so als ob uns das Schöpfer Mysterium sagen würde, dass es uns Morgen wegnehmen wird, dass es uns Übermorgen aufzwingen wird …

Es ist eine primitive Idee und von Ursache-Wirkung. Aber wenn wir unsere Originalität akzeptieren, dann werden wir unseren Ausdruck in dem Kreativen ausdehnen und so sind wir wie Künstler des Lebens, wir bemerken sofort, dass es etwas mehr als unsere Geschicklichkeiten sind, die gegenwärtig sind und die erreichen und die schaffen.

Sich dessen bewusst zu werden ist es, was uns in der Transzendenz initiiert.

 

Und diese Einführung in die Transzendenz ist es, was uns die Möglichkeit zu tun gibt, die Möglichkeit eines jeden Aktes, jeder Aktion, jedes Verhaltens…. Ein einzigartiger Moment, unwiederbringlich, unvergesslich.

 

Und so müssen wir über uns selbst und selbstverständlich über die gesamte Umgebung staunen. Und wir müssen anfangen, die Außergewöhnlichkeit eines jeden Wesens zu sehen, die Originalität seiner Positionen und transzendent interagieren, weil „das“, „jenes“ oder „das andere“, das mir gefällt oder mir nicht gefällt, eine transzendierte Instanz der Schöpfung ist.

 

Es ist schwer, bestimmte Verhaltensweisen oder Positionen der einen und der anderen zu akzeptieren. Aber wenn wir unser Dasein ‚kreativieren‘ und unser Wesen transzendieren … und wir uns als ein Ausdruck des Ewigen fühlen –von daher unsere Originalität-, dann kontemplieren wir die anderen, die, die weit weg sind, die Unterschiedlichen, die anders Seienden … wir kontemplieren sie mit Respekt, mit Staunen; vielleicht –oder ohne vielleicht-, weil diese oder jene Handlung, dieses oder jenes Wesens so unverständlich, so inakzeptabel, so fürchterlich für unser Bewusstsein ist.

Aber wenn es uns gelingt … –„Gott sei Dank”- wenn wir es im Verhalten schaffen, diese Position einzunehmen, werden wir uns der Lehre bewusst, die uns jedes Wesen in seiner … strikten Originalität verschafft. Das sind die Stufen und die Schritte, die uns die Expansion, die Evolution, diese Kreativität erlauben.

 

 

Die praktische Umsetzung dieser Richtlinien … –abgesehen davon, dass wir uns universalisieren- erlaubt uns Grenzen auszuheben (span.: ‚des-limitar‘); das bedeutet: die Grenze löschen. Diese Universalität erschöpft sich nicht in unserem Raum-Zeit dieses Ortes des Universums, sondern diese Universalität wird weiter in der Schöpfung.

Und in dieser Schöpfung und in diesem Glauben … treten wir in die Position der Mystik ein, dieses grandiosen Mysteriums, das pocht.

 

Mit einer expansiven Kreativität, mit einer gefühlsbetonten Transzendenz, mit einer schöpferischen Universalität und mit einer mystischen Erfahrung, das ganze Mysterium anzunehmen…, mit all dem haben wir eine Basis, eine Gussform. Aber eine Gussform, die nicht fest ist. Das ist eine „formbare” Form –das Wort ist nützlich-; tatsächlich Koordinaten, die uns zeigen, welche … welche die Dimension unseres Verstreichens ist.

Dass wir nicht einfach nicht nur so vorbeigehen, sondern, dass … wir mit ‚mit Sinn‘ (span.: ‚con-sentido‘) vorbeigehen. „Wir gehen mit ‚mit-Sinn’ vorbei.

 

Und wenn wir uns als Mystiker akzeptiert haben… –ohne uns vergleichen zu wollen, sondern wegen der eigenen Natur, die uns schmückt, aber die wir ausüben müssen-, wenn wir uns also als Mystiker angenommen haben, treten wir in das Unvorhersehbare ein. Aber wir treten mit einem Verhalten des Vertrauens ein, mit einem genussvollen Gehorsam.

Und so werden wir alles, was verstreicht, im Bewusstsein mit einer „Mystik”… inkorporieren, die uns von der intriganten Vernunft des „Warum“ befreit.

 

(6 Minuten der Stille)

 

Unsere Originalität zu kontemplieren bringt ein Verhalten der Ehrlichkeit mit sich… in der wir uns mit der Umgebung referenzieren und wir uns in der „Pflicht“ positionieren, die uns gemäß der Gaben, die wir empfangen haben, entspricht. Und von da an sollten wir anfangen unseren Raum-Zeit-Dasein, unsere Funktion mit Originalität auszustatten.

Im Prinzip muss es einfach sein, denn wenn wir originelle Wesen sind –welches auch immer die Position ist, die uns gemäß Raum-Zeit entspricht- müssen wir originell da sein. Und so wird unser Tun sein … und es wird Charakteristika haben, die wir durch unsere Einzigartigkeit aussteuern.

Und so wird man nach und nach das Kreative ins Spiel bringen und entwickeln.

 

Und wenn wir diese Originalität in das Universelle platzieren, anfänglich in unser kleines Universum und dann in das unergründliche Universum, dann werden wir uns der Notwendigkeit bewusst, die wir realisieren …; für die wir bereit sind. Dort fühlen wir die Transzendenz.

Das bedeutet, dass unsere Originalität weit über Zeit und Raum des Moments hinausgehen.

Sie wird in einer Schöpfung erkannt.

 

Mit dieser Vision, betrachten wir eingehend die gesamte Umgebung und sehen die Transzendenz, die jedes Ereignis hat … ohne irgendeine Position zu verachten.

 

 

Offen für das Mögliche, für das Ermöglichende, fühlen wir uns im Mysterium.

Wir werden zu Mystikern … ohne, dass es weder ein Vorschlag wäre noch eine Intention, die man erreichen muss.

 

(2 Minuten der Stille)

 

Und wir drücken unsere gesamte Disposition im Mantra aus, das uns abholt, das uns in diese befreiende Form einhüllt.

 

iiiIIIIIIIIiiiiiIIIIIIIiiiiiiiIIIIIIII[3]

Stille.

 

(2 Minuten der Stille)

 

 

***

 

 


[1] ‚Transitoriedad‘ (Vergänglichkeit). Damit ist gemeint, dass wir uns in einem Transit befinden, wir durchgehen. In diesem Sinne Vergänglichkeit.

[2] Das Wort ‚confundir‘ bedeutet ‚sich irren‘. Hier wurde es aber so ausgesprochen ‚con-fundir‘, damit ist gemeint ‚verschmelzen mit‘.

[3] Das Mantra wird 16 Mal durchgeführt