25. Wir sind das gleichzeitige Zusammenleben einer Wanderschaft

 

BETENDER RUF

 

(2:30 Minuten der Stille)

 

Konditioniert durch die sogenannte „Vergangenheit”, wird die Gegenwart begrenzt und sie begrenzt die Zukunft.

„Sklaven der Zeit.”

Man rechtfertigt die Gegenwart aufgrund dessen, was geschehen ist, und man geht die Zukunft konditioniert an.

In dieser Begleitung der Vergangenheit und der Zukunft, wird die Gegenwart… sehr spröde, sehr zweifelhaft.

 

Die unterschiedlichen „zeitlichen Kategorien” begrenzen uns vom Gesichtspunkt des erweiterten Bewusstseins aus. Und unter ihm –diesem amplifizierten Gesichtspunkt des Betenden Rufs- präsentiert sich uns die Vergangenheit als eine permanente Konditionierung der Gegenwart und eine fast paralysierende Konditionierung der Zukunft. Sie präsentiert sich uns als ewige Gegenwart. Aber eine Gegenwart, die nicht das ist, was wir „Gegenwart” nennen, hier, jetzt, sondern… vielmehr eine Verschmelzung dessen, was wir „Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft” nennen.

Der „Schlüssel” –in Anführungsstrichen- ist, dass das Vergangene nicht vergangen ist, in dem Sinne, dass es dort verblieb und nicht mehr da ist… Nein! Sie ist da…!

Alles ist da, um uns ewig zu machen. Alles ist da, um uns unendlich zu machen.

Wenn wir uns nach dem Schöpfer Mysterium fragen, ohne Anfang noch Ende, dann dauert alles, was geschieht-verläuft, fort.

Wofür –wenn nicht dafür- gibt es das Gedächtnis? Die Erinnerungen? Wenn sie vorbei wären, dann wären sie aus unserem Bewusstsein verschwunden. Umgekehrt dauern sie fort, genauso wie es möglich ist, sich die Zukunft vorzustellen.

 

Wenn unsere betende Referenz zeitlos ist, ohneRaum, weil sich kontinuierlich unerschöpfliche neue Räume bilden, können wir unser alltägliches Dasein nicht unter dem konditionierten Erlegen einer anderen Zeit entschuldigen. Weil es keine… andere Zeit ist.

Wir sind alles, was wir durchlaufen. Und unser Schöpfer Bezugspunkt erlaubt es uns, uns zu verschmelzen.

Es ist keine leichte Aufgabe, denn wir wurden ausgestatten in „Raum-Zeit-Geschwindigkeit“. Wir wurden kulturell in dem Abgelaufenen erzogen: in dem, was auftaucht, was wächst, was abnimmt und verschwindet. Und unser Verhalten entspricht diesem Modell.

Wenn wir umgekehrt das Modell unter den Schöpfer Prämissen ansiedeln –ohne Anfang und Ende-… werden wir keine Konditionierungen in jeder Handlung haben. Wir werden wandernde Pilger sein, die sich in jeder Handlung neu, unterschiedlich, kompetent, kreativ zeigen.

Wir sind nicht die sukzessive Summierung von Ereignissen. Wir sind das gleichzeitige Zusammenleben einer Pilgerschaft.

„Wir sind das gleichzeitige Zusammenleben einer Pilgerschaft.“

 

So können wir es wagen zu sagen, dass wir „nach dem Ebenbild“ des Schöpfer Mysteriums sind.

Und es ist das Verhalten, das wir angesichts der Überraschung eines jeden Tages aufrecht erhalten, und dass wir zum Zeitpunkt zu handeln, zu denken, zu sprechen, zu sagen…, Erlebnisse zurückweisen, die konditionierten(!)… und in Folge dessen –für gewöhnlich- dieselben Reihenfolgen wiederholen!

Und vielmehr das Gegenteil, dass die Antwort neuheitlich ist, auch wenn man          –selbstverständlich- die gleichzeitige Präsenz der Erinnerungen hat.

 

Das Leben ist eine gleichzeitige Verdingung von Prozessen, die sich verschwören, um fortzubestehen.

 

(3 Minuten der Stille)

 

Mit dem Modell der Reihenfolge der Ereignisse schaffen wir es, die Geschwindigkeit, das Schwerkraftgesetz… und die Prozesse, in denen wir vom Tagesanbruch bis zur Dämmerung zusammenleben, zu erklären… Und wenn wir einmal genau hinsehen, dann sind das statische Modelle, feste Modelle. Genau das Gegenteil von dem, was wir offensichtlich gemacht haben, dass wir uns in einem Modell fortwährender Bewegung befinden, das sich in kontinuierlicher Expansion, in permanenter Schöpfung neuer Kreationen befindet. Aber unglücklicher Weise verbleibt das in der Spekulation, verbleibt das in… der Phantasie! Und es ist wegen „der Schwerkraft”; nicht nur die Schwerkraft, die uns festhält, sondern wegen der Bedeutung, die wir der Summierung der Effekte geben.

Wir geben dem eine „kumulative” Bedeutung. Und klar, wir verwandeln uns in ein Gefäß, das sich füllt, und wenn es überläuft… dann platz es, es geht kaputt.

Umgekehrt, wenn wir das Ausflussrohr einer Quelle sind, dann haben wir keine Wassermenge inne, sondern wir sind die Wassermenge, die verläuft.

Das Problem ist, wenn wir diese Wassermenge besitzen wollen. Das Problem ist, wenn wir den Damm (span. ‚presa‘) bilden –im wahrsten Sinne des Wortes: Haft (span. ‚preso‘)-; das Einfangen des Wassers und die Wassermenge stauen sich, und die Wassermenge verändert sich und die Wassermenge treibt an… je nach unserem gewinnträchtigen Verhalten.

Die Summierung füllt das Wesen… mit Besitz. „Und ich hatte eine depressive Episode, und ich hatte eine Episode der Beklemmung, und ich hatte Probleme im Zusammenleben, und ich hatte…”

Und so wird die Person „besessen”. Ja. Und das definiert man für gewöhnlich: „Also ich bin eben so!” „Besessener”… als Menschheit gesehen. Die Menschheit ist einem Besitz von Kumulus von Ereignissen unterworfen, die ihre unendlichen Wiederholungen und Irrtümer rechtfertigen.

 

Der Betende Ruf erinnert uns daran, dass die permanente und anhaltende Anhäufung von Irrtümern… zum Schrecken und zum Scheitern wird… und sie wird zum „Verschwinden“.

Das Leben ist etwas… so Unterschiedliches(!) zu dem, was uns konditioniert hat… dass es dringend notwendig ist, das Verhalten und die Disposition  in dem alltäglichen Ereignis zu überdenken, um kein possessiver Speicher von Erinnerungen zu sein… und sich zu versklaven…, sich zum Gefangenen des eigenen Lebens zu machen! Jenes, das sich uns gleichzeitig(!) in einer erstaunlichen Art und Weise präsentiert.

Weil gleichzeitig, wie das Wasser verstreicht…, funkeln die Lebewesen der Ozeane in ihrer Harmonie.

Und gleichzeitig(!)... –und gleichzeitig- wird die Blume neu; das Getreide schwingt im Wind.

Und gleichzeitig wird die Kohle zum Diamanten.

Und alles wird gleichzeitig…; „unwiederholbar”.

Da sie eine Schöpferbewegung sind, können sie „ähnlich“, „gleich“, aber... unwiederholbar sein.

 

Es ist notwendig, unsere Wahrnehmung zu amplifizieren, um uns von den possessiven Mächten zu dekodieren… und uns den kreativen, neuheitlichen, anderen Handlungsweisen öffnen.

 

(2 Minuten der Stille)

 

Unsere eigene Form angenommene Konstitution beherbergt Millionen(!)… von Möglichkeiten…, die in ihrer Beziehung mit der Umgebung unerschöpflich sind.

 

(2 Minuten der Stille)

 

Es ist offensichtlich, dass unser Gedächtnis-Erinnerung uns nicht über alles, was geschieht, sondern repräsentativer Fraktionen unserer Anwesenheit im Leben, unserer Pflichten bewusst werden lässt. Und so viel wir auch anhäufen wollen, sollten wir notwendige Fraktionen anhäufen, um uns nicht zu wiederholen und um kreativ zu sein.

Und so konditioniert diese Vergangenheit nicht die Gegenwart, sondern sie warnt, dass man nicht versuchen kann… noch versuchen darf, die Gegenwart zu wiederholen oder zu konditionierten. Die Vergangenheit ist eine Gegenwart der Warnung… die uns zu einer erneuerten Gegenwart werden lässt, damit sich alles wirklich in ein „ohne Zeit” verwandelt, das wir sehr gut „Zukunft” nennen könnten, denn das, was auf uns in dem Verlauf wartet, ist Mysterium, … „nach dem Ebenbild von“.  

 

(2 Minuten der Stille)

 

Gütiges… Erbarmen…

 

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