24. Der Betende Ruf weist uns auf die Selbstversunkenheit hin

 

BETENDER RUF

 

(7 Minuten der Stille)

 

Und mit der „Unruhe” zu erreichen, zu schaffen, zu bekommen… tauchen für gewöhnlich Ungeschicklichkeiten auf und es pflegen sich Schulden zusammenzuziehen.

Ungeschicklichkeiten in der Beziehung, der Kommunikation, der Notwendigkeiten, der Gesichtspunkte…

Schulden der… Zuneigungen, in den Beschäftigungen, Schulden der Intentionen, Schulden der Projekte…

Was im Prinzip… –so  wie beim Spiel- den Abhängigen erzeugt: „Mal sehen, ob ich es zurückgewinne.“ Und man versteift sich auf irgendeine riskante Wette… bei der für gewöhnlich nichts rauskommt. Wodurch die Situation dazu übergeht, ohnmächtig zu machen, unfähig… einen Eindruck von Nutzlosigkeit zu erzeugen. Und stellen sie sich mal vor: alles begann mit Enthusiasmus, mit Unruhe zu erreichen, zu schaffen, zu bekommen…

Und dann die Ungeschicklichkeiten, die Schulden…; dann das Zurückgewinnen… um jeden Preis; dann das Nachlassen…; und dann das sich unnütz, unfähig fühlen.

Das ist ein Kreislauf, der sich mit intensiver Häufigkeit im Lebensstil der Konkurrierenden… ‚der Strebsamen’… der Triumphierenden entwickelt…

 

Und all das zentriert sich auf die Fähigkeit des „Ich”, des „Ego”, der eigenen Ressourcen…; der gesellschaftlichen Ratschläge ganz unterschiedlicher Natur, angefangen bei Freundschaften, bis hin zu intimistischen Möglichkeiten…, die raten und die die Ohren dessen überhäufen, der nur auf sich selbst vertraut.

Der Betende Ruf weist uns auf die Selbstversunkenheit hin.

Sich nur in den Erfolgen betrachten, in dem Erreichten… in allem, was das mit sich bringt, bewirkt, dass das Wesen seinen Mikrokosmos ignoriert und selbstverständlich in Wirklichkeit –auch wenn es das sagt-, „in Wirklichkeit”, keinerlei Möglichkeit diesem permanenten Wunder  zugesteht, das uns ruft, diesem Gebet, das uns überrascht(!) und das uns hinweist und uns orientiert.

 

Das Wesen wird immer radikaler in seinen Positionen… –jedweder Art(!)- und es fühlt sich als Besitzer von „objektiven“ Wahrheiten. Und auch wenn es theoretisch versteht, dass das subjektiv ist, ist in der Praxis die Unnachgiebigkeit und die Kritik die gewöhnliche Verschwörung.

Eine Kritik, die einen Radikalismus benötigt und ein Radikalismus, der eine Kritik benötigt… und eine „Ichbezogenheit“, eine Selbstversunkenheit der Persönlichkeit, des Charakters, der Form, um aufrecht zu erhalten.

Und eigenartiger Weise ist es in dieser Tendenz, in dieser „Ichbezogenheit“, in dieser Übermächtigkeit schwer –um nicht zu sagen, sehr schwer-, dass das Wesen akzeptiert oder annimmt, dass es an Irrtümern, an Schulden, an Verpflichtungen irgendwie teilnimmt… Nein! Sein Radikalismus erhebt  das Wesen über jedwede Situation.

Und es gibt weder Vernunft noch Logik… um diese Haltungen zu modifizieren.

 

Der betende Sinn und der Betende Ruf ist nicht vernünftig, er erklärt nicht, nein…

Er übermittelt…! Er ruft an… Er entdeckt! Er hat keine Ansprüche! Deswegen ist er –zweifellos und ohne Radikalismus- der beste Bezugspunkt, um… sich zu sehen.

Und im Prinzip sollte man sich nicht ereifern, seine Schulden zu lösen. Nein! Sondern sich anstrengen, keine anderen neuen zu bekommen. Und in diesem Maße wird sich das, was noch zu erledigen ist –die Lauheiten- die zurück blieben, lösen.

In der gleichen Weise, müssen sich die Irrtümer… –selbstverständlich sind sie alle subjektiv- auf unsere Fähigkeiten beziehen, wodurch, wenn ich meine Fähigkeiten auf die eigenen und die er Umgebung anpasse, dann ist die Möglichkeit des Irrtums minimal.

 

Die Bezugsmodelle, die für gewöhnlich genommen werden, von jenem, vom anderen oder dem anderen, um dann… –jedes  einzelne in seiner Position, dasselbe tun oder dasselbe zu erreichen… diese Bezugsmodelle sind nicht ehrlich. Sie gehen nicht von der Selbstwertschätzung und der Anerkennung der eigenen Gaben aus, sondern sie neigen oder sie lassen sich übertrieben durch die Meinung der anderen, durch den Gesichtspunkt der anderen neigen… Letztendlich ein wenig „eine Wetterfahne, die jeder bläst und ablenkt.“ Es traut sich nicht, seiner Funktion, seiner Glaubensvorstellung… treu zu bleiben!

 

In dem Maße, wie man das –all das- entdeckt, was uns der Betende Ruf entdecken lässt, müssen wir uns augenblicklich „futurisieren”.

Wenn wir darauf warten, alles Nützliche und Notwendigkeiten zu haben, um den Marsch zu beginnen, dann wird er nie in Gang kommen.

Wenn wir ihn aber jeden Tag neu unter der Schirmherrschaft, unter dem Schatten der Vorsehung beginnen, unter dieser… –wir erlauben zu sagen- bedingungslosen Liebe, die uns das Leben jeden Tag darbietet, dann werden wir uns zu permanenter „Zukunft“ machen, was so ist, als würde man die Zeit auflösen. Es ist so als wollte man sagen: das zu leben, was man noch nicht gelebt hat, was noch nicht gekommen ist.

Uns als Reisende des Lichts anzunehmen und deswegen Wanderer, die ihre  Fehltritte und ihre Schulden erkennen…. und die nicht danach suchen, sich mit einer Glückssträhne zu rehabilitieren, sondern die sich wiederherstellen, weil sie die Hand der Schöpfung akzeptieren, die aufstehen lässt, die fördert, die hilft.

 

(4 Minuten der Stille)

 

In das Neue… der Zukunft eines jeden Tages investieren, unter dem Bezugspunkt des Schöpfer Mysteriums, macht uns zu wahrhaften Vermittlern dieses Mysteriums.

Es stattet uns mit der Kraft aus, um… uns an unsere „realen Notwendigkeiten” anzupassen.

 

(2 Minuten der Stille)

 

Jeder Tagesanbruch (span. ‚Ama-necer’) setzt eine neue Zukunft voraus.

Die Schulden der Ungeschicklichkeiten, die zu erlösen sind… werden sich in dem Maße auflösen, wie diese Zukunft unter anderen Perspektiven verstreicht, nämlich ohne Verlangen anzukommen, zu erreichen, zu schaffen, zu bekommen…

 

(9 Minuten der Stille)

 

Wenn wir in jedem Moment den Schutz „des Namens” annehmen… wenn wir „den Beistand” annehmen, dann werden sich die Initiativen der Zukunft bereit machen, werden sie frisch sein, werden sie sich weder mit den Hindernisse noch den vergangenen Konditionierungen ergeben… sondern mit dem Vertrauen, sich als Vermittler zu fühlen.

 

(4 Minuten der Stille)

 

Amen

 

 

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