23. Wir sind interosmotische Strukturen mit der Umgebung

 

BETENDER RUF

 

 

(6 Minuten der Stille)

 

Und in dem Maße wie sich das Wesen erkennt, sich entdeckt, sich… in seinen Verhaltensweisen, seinen Gedanken, seinen Gesten, seine Gewohnheiten anschaut, in diesem Maße ist es in der Lage, den Einfluss seiner Position in Bezug auf das Außen, in Bezug auf die anderen zu betrachten.

Weil sich der Mensch sehr häufig über die Antwort des anderen beschwert, und die Antwort des anderen ist eine Konsequenz der Handlungsweise oder des Benehmens des anderen. Wenn ich meine Positionen erkenne bin ich in der Lage… über ihnen „zu handeln”, zumindest bin ich in der Lage, die Auswirkungen zu erkennen, die sie auf die Umgebung haben werden.

„Sich erkennen” ist kein Akt… der Bestimmung gemäß dem sich der eine als fröhlich, nachdenklich, obsessiv erkennt und fertig: Es ist etwas Unantastbares.

Nein. Bei diesem sich erkennen kann jeder einzelne –bis zu einem bestimmten Ausmaß- den Ursprung dieses Verhaltens finden. Und wenn man das weiß, kann man innerlich mit seiner Position interagieren und infolgedessen das Verhalten variieren.

Obwohl es im Allgemeinen stimmt, dass –wie das Sprichwort sagt: „Es viel einfacher ist, einen Berg zu bewegen, als den Charakter einer Person zu verändern.“

Aber warum stimmt das gewissermaßen? Weil man von der Basis ausgeht, dass sie (die Person) unveränderlich ist, dass… „ich so bin”. Etwas Statisches, bereits Festgelegtes, Rigides…

„Und man sagte mir eines Tages, dass ich nicht singen könnte und ich leitete ab, dass ich nicht singen könnte, aber ich habe es nicht versucht.“ „Und man sagte mir eines Tages, dass ich nicht schreiben sollte und ich hörte auf, irgendwelche Überlegungen aufzuschreiben.“

Die Wechselwirkung mit der Umgebung ist „enorm”. Und irgendeine Art von Verbindung zeigt, dass sie auf unsere Beschaffenheit unseres Wesens einwirkt. Und wenn man nicht wachsam ist, dann wird man paralysiert und man hat einen Kloß im Hals und man wird „eingerahmt“ in eine Position. Einerseits ist das bequem, klar, weil „man mich bereits kennt… man weiß bereits, wie ich bin…”

Wie langweilig! Und so vergehen 70, 80, 90, 100 Jahre…? Mit denselben Manien, denselben Vorurteilen, mit derselben Wut…?

Ja. Es ist logisch,  dass auch dieses andere Sprichwort passiert –weniger häufig- das sagt: „Ich bin meiner selbst müde.“ Das ist nicht ungewöhnlich.

Sicherlich hat jedes Wesen, das ein Träger und ein äquivalent einer Funktion ist, bestimmte Gaben, aber diese entwickeln sich, sie transformieren sich, sie transfigurieren sich. Wir sind keine markierten Blöcke!

 

Dieselbe Forschung über uns selbst zeigt uns, dass –zum Beispiel- dieser Zellkern, der unantastbar war, also da konnte niemand reinkommen, dieses Genom war makellos… Nein: Es interagiert mit der Umgebung des Zellkerns und mit dem Epigenom –das jetzt wie ein fundamentales Element hervorspringt.

Wir sind interosmotische Strukturen mit der Umgebung, d.h.,… dass… dass wir geben und nehmen und wir Funktionen austauschen.

 

(3:30 Minuten der Stille)

 

Der Betende Ruf ermuntert uns dazu, dass… dass wir unsere Beschaffenheit erkennen, dass wir sie nicht in rigide Positionen verwandeln, dass wir sie wachsen lassen, dass wir sie sich anpassen lassen, sich entwickeln lassen, und dass wir sie  sich innovieren lassen…

Auf dass nicht jeder Tag gleich sei. Erstens, weil er es nicht ist. Und zweitens, weil ich mich verändert habe… in einem Detail, in einer Geste, in einer Meinung…!

Und anstatt zu denken, dass ich aufgehört habe, der oder die zu sein, der oder die ich war, habe ich angefangen, der oder die zu sein, der oder die ich sein muss. „Anstatt zu denken, dass ich aufgehört habe, der oder die zu sein, der oder die ich war, habe ich angefangen, der oder die zu sein, der oder die ich sein muss.“

 

(3 Minuten der Stille)

 

Ich kann mir in dem Verlauf dieser Anerkennung sagen, dass ich binsein. Das bedeutet, dass ich das bin, wie ich mich erkenne, aber… ich werde sofort eine andere kleine Besonderheit sein.

Auf dass ich ein Mensch der… Innovationen sei.

Auf dass ich ein Mensch bin… mit dem man... ohne Einschränkungen rechnen kann.

Ich binauf dass ich sei.

Auf dass es ein Verhalten der Disposition zum Zuhören, zur Aufmerksamkeit, zum Humor sei…; zur Treue gegenüber der Kultivierung der Weisheit… und zur permanenten Neigung zur Güte.

Auf dass man, auf dass man ein Ausdruck der Liebe sei(!)… dass man es versteht, sich zu zeigen, vertraut zu sein, sich zu entwickeln… ohne Angst vor der Unterdrückung.

Ich binauf dass ich sei.

Ich bin unerbittlich, unfähig gegenüber Dingen, die man mir gesagt hat und Dinge, die ich gefolgert habe.

 

Aber ich nehme sehr wohl dieses ich bin-auf dass ich sei als einen Tonartenschlüssel auf, der nicht festgelegt ist, der nicht  bekannt ist, der jeden Tag entdeckt wird…

 

(5 Minuten der Stille)

 

Und wir können das „ich bin-auf dass ich sei“ in seiner Vibration wie etwas aufnehmen, was unserer Beschaffenheit eigen ist.

 

 

SOOYYYYYSEAAAAAAAAA

 

 

(4:30 Minuten der Stille)

 

 

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