BETENDER RUF

 

(6 Minuten der Stille)

 

Von einer Zeit an –wer weiß wann-… veränderte das Wesen der Menschheit seinen Takt (span. ‚compás) seines Rhythmus. Der, der vorher da war, war ein Takt der… Natur, der intimen Beziehung mit der Umgebung, abgesehen von einem Takt der Gemeinschaft, der gemeinschaftlichen Spezies, in der jedes Individuum seine einzigartige Qualität konservierte, aber es bedurfte der anderen, um diese auszuüben.

Ein Takt (span. ‚compás) der Menschheit… in dem sich das Wesen von seiner Identität aus verbunden, übereinstimmend mit seiner Gruppe der Spezies fühlte, mit der Umgebung, in der es lebte und mit den signifikantesten äußeren Ereignissen: angefangen bei der Geburt, bis hin zu den Sternennächten.

 

Aber vielleicht oder vielleicht aufgrund einer unerwarteten Steigerung von jemanden, der sich als Überwinder, als Interpretierender, als Vermittelnder und in Folge dessen als Auferlegender von Regeln, Normen, Verhaltensweisen fühlte, veränderte sich nach und nach der Rhythmus (span. ‚compás)… der Takt (span. ‚compás), der markiert wurde, damit das Wesen lächelt, genießt,  das Leben wahrnimmt.

Davon, ‚zwischenabhängig’ zu sein (span. ‚interpendiente‘)… ging es dazu über, unabhängig (span.: ‚independiente‘) zu sein. Es hob sich von seiner Gruppe ab, es löste sich von seiner Umgebung und ignorierte die Rhythmen seiner Schöpfung.

 

Die Bescheidenheit blieb zurück und die Leistungsfähigkeit ging voraus.

Und es wurde… ein anderer Takt (span. ‚compás) eingeführt.

Ausgehend von dem, der die Individualität innerhalb der Gemeinschaft mit einbezog, von jenem, von jenem, der mit seiner Umwelt übereinstimmte, von jenem, der mit Staunen die Umgebung ansah… ging er über zur Diskussion, zur Unabhängigkeit des Individuums von der Gemeinschaft, von der Umwelt und dabei ignorierte er das Geschöpfte.

Der Takt (span. ‚compás) war bereits ein anderer: der Rhythmus (span. ‚compás) des Schlages!

Es gab dann keine Hände mehr… stumm und einhüllend[1], aus Lorbeerblättern und Rosen. Nein. Jetzt war es der Schlag, der durch die persönliche Wichtigkeit überlappt wurde, die jeder einzelne zur Schau stellte. Auf Wiedersehen Bescheidenheit.

 

Der Glaube… der zu irgendeiner Zeit existierte, dieses glauben… ohne Sinnesorgan, das nicht sieht, das nicht hört, das nicht schmeckt, das nicht berührt, es nimmt keine… keine Gerüche wahr –ähnlich dem Wasser, das geruchlos, ohne Geschmack, fade ist, aber das fundamental ist-…, der Glaube (span. ‚FE‘) wurde zu Eisen[2](FE in der Periodentafel)(!) –so, wie seine beiden Buchstaben ihn beschreiben  (FE). Er wurde Eisen (Fe) der Rigidität(!), des persönlichen Erfolgs, der individuellen Heldentaten.

Und der gemeinschaftliche Sinn, der solidarische Sinn, der Sinn des Zusammenlebens zersetzten sich.

Jetzt war der Rhythmus (span. ‚compás‘) der, der offenen Hand. Des gedämpften Schlages, mit erklärter offener Hand, die befiehlt, die anordnet, die kontrolliert. Die die Geschichte der Kriege, der Belagerungen, der Konfrontationen… schreibt! Die die Erde mitreißt…! Die die Meere vergewaltigt…!

 

Wo ist… der Glaube?

 

Er verwandelte sich in einen Rhythmus (span. ‚compás‘ )des Wartens.

Die Religionen machten ihren Aufkauf und holten ihre Fahnen heraus und kündigten ihre einzigen und wahrhaften Wahrheiten an, indem sie sich… in offenen und geschlossenen Händen aufzwangen, indem sie Gefühle… Anziehungen… Beschäftigungen, Inspirationen, Träume, Phantasien kolonialisierten…

 

Wie wenig blieb von jenem Rhythmus (span.: ‚compás‘)!

Eine weiche Nostalgie, ein Durst… ein Durst des Gebets, in dem man sich vor so vielen Wunden zurückziehen kann… vor so vielen geschlossenen Schlägen und des Zwangs der offenen Hand!

Kaum… manchmal ertönt der alte Rhythmus… Und man hört Funken… die rufen, die um eine Umwandlung, um eine Rebellion, um eine Innovation, um eine hoffnungsvolle Glaubensrichtung im Wesen selbst flehen… das schon geschlagen, verletzt und traumatisiert ist.

 

Der Takt (span.: ‚compás‘) der geschlossenen und geöffneten Hände wurde übermächtig, unanständig wichtig, absichtlich herausfordernd… bei allem! Gegenüber allem!

 

Diese Übereinstimmung der Spezies, des befreienden Bewusstseins… weil es keine aufgedrängten und noch weniger Betrügerische Regeln gab…

 

Einige vermissten „etwas”, ohne richtig zu wissen, was es war.

Aber die aufgezwungene Besessenheit des Befehls, die obsessive Wiederholung, der nötigende Gewinn und das Anhäufen, das permanente Sektierertum…, das sich Zuneigungen anmaßte, um sich individualisieren zu können… –Überheblichkeit der Zuneigungen und des Denkens, Arroganz zu wissen, Gelehrte der Macht-… wurden nach und nach zu Kasten, zerstörerische Pyramiden… in denen der Missbrauch und die Zwänge die Norm sind.

Und die Straflosigkeit herrschte mit immer mehr Kraft.

 „Dort ist die Erde. Dort sind die anderen. Dort sind die Sterne…”

 

Das, was Wert hatte, war das Anhäufen. Das, was aufgezwungen wird, ist der Hochmut.

 

 

Und die Wesen prostituierten sich. Ja. Sie gaben sich, die einen an die anderen, dem Meistbietenden.

Es war normal –und es ist normal- sich für Geld, aus Interesse, aus Zuneigung, aus… Wichtigkeiten zu kaufen und sich zu verkaufen.

Die Treue dem Offenbarten gegenüber ging dazu über, eine Erinnerung in der Geschichte zu sein.

 

Und so verstreicht man in dem Heute eines jeden Tages: in dem Schwindel, in dem hemmungslosen Eifer zu bekommen, abzusichern…! Und dabei vermeidet man jedwedes Risiko, aber in Wirklichkeit produziert man kontinuierlich Risiken.

Nach Sicherheiten suchend. Und in diesem Eifer sie zu suchen, werden neue Unsicherheiten kreiert.

Weil zu leben keine Lebensversicherung ist. Zu leben ist eine Kreativität in einer permanenten Kreation... die betrachtet, die meditiert, die betet. Und darüber… staunt es (das Wesen)…, es entdeckt sich als Gesandter, als Erwählter, um zu tun, als Entdecker seines Ortes… auch wenn das Unbequemlichkeit, Schwierigkeit mit sich bringt, aber dabei wissend, was es (das Wesen) ist.

Ach! Aber da gibt es die Umgebung von Kauf und Verkauf, von dem leichten Vergnügen, von ausweichenden Augenblicken… die sich selbst betrachten.

Es sind die neuen „Wahrheiten”. Es sind die beschädigten und vergangenen Zuneigungen, die nicht dienten… aber sie werden immer wieder modern, um den Schlag und die Wichtigkeit sich „frei” zu fühlen noch mehr zur Gewohnheit werden  zu lassen …

Frei von Was?

Ohne reales Bewusstsein, dass der Ausdruck selbst falsch ist… denn es (das Wesen) weiß nicht zu identifizieren, wer es versklavt, denn es befreit sich nicht davon und er (der Mensch) ist der erste, der versklavt. Jeder einzelne in seiner Position und an seinem Ort.

 

Der Betende Ruf identifiziert sich als der Rhythmus (span. ‚compás‘), sowohl vom Gesichtspunkt der Präzision dieses Zirkels (span. ‚compás‘) aus, der Kreise beschreibt, der Wellen spezifiziert…; der ein Zentrum und eine Ausdehnung hat. Dieser Takt (span. ‚compás‘), der klingt…

 

Und es geht nicht darum, zu einem vergangenen Augenblick zurückzugehen oder zurückzukehren! Nein.

Es geht darum zu erhellen und aus diesem Schlag der wilden Hand herauszukommen… und einen befreiendes Verstreichen zu machen: der, der seine Schritte interpretiert und der ihnen lauscht; der das Grün der Blätter beachtet; der fasziniert ist von der Blume. Der, der einen Vers schreibt und sich für immer verliebt. Der, der sich… geliebt… behütet… erhalten weiß!

Das ist das. Das ist da und wartet… es wartet auf unsere Ankunft.

Das bedarf zweifellos der Anstrengungen, sich dem zu widmen, der Ausdauer, des Vertrauens. Und eine genussvolle Hoffnung, sich… nahe diesem Leben zu fühlen, das nach uns verlangt, das uns erwartet, das auf uns wartet!

 

 

AEEEIIIIIIIIIII

 

 

 


[1] Der Bezug ist hier der Flamenco, bei dem die Hände in einem bestimmten Rhythmus und einer bestimmten Art (stumm und einhüllend) geklatscht werden.

[2] In der Periodentafel wird Eisen „FE“ geschrieben.