13. SIE rufen uns, damit wir Zeugen eines ewigen Aktes zu lieben sind

 

BETENDER RUF

                   

(4:45 Minuten der Stille)

 

Der Verlust der Bewertung der Vergangenheit gibt uns eine Gegenwart, die uns grün hinter den Ohren sein lässt, ohne Erfahrung, mit einer Improvisation ohne Basis.

Nur die Suche nach dem Gewinn und dem Vorteil –von ganz unterschiedlicher Qualität- ist die, die heute die Dynamik der menschlichen Beziehungen bewegt.

Der Betende Sinn durchtränkt uns und betont, dass jeder Verlauf des großen Verstreichens weiterbestehen muss, dass er eine gesunde Präsenz haben muss, damit das, was kommt, mit Klarheit empfangen wird, mit Vorsicht behandelt wird, mit Würde gelebt wird und mit der Neuheit, derer es bedarf.

Mit diesem Verhalten werden wir uns immer in permanenter ‚Renovierung‘ befinden. Es wird weder gestaute Sesshaftigkeit geben, noch vorschnelle Flucht des Ortsansässigen.

 

(2 Minuten Stille)

 

Die gesamte Geschichte… es wäre besser zu sagen „der Werdegang“ der Menschheit und eines jeden einzelnen Menschen wurde geführt, gefördert und durch das Schöpfer Mysterium gepriesen...

Dieses Ereignis müsste uns berühren, weil es nicht etwas ist, was geschehen ist, sondern was weiterhin geschieht. Und ohne es gäbe es keine Ereignisse.

Die Geschichte –Ereignisse- vom… Wesen ist eine Transzendenz zwischen unserer Natur und dem Schöpfer Mysterium. Und in Folge dessen ist es eine Liebesgeschichte. Aber eine transzendente Liebesgeschichte –wie wir gesagt haben-, die durch die Zeit, den Raum, den Ort transzendiert…

Es ist das Bild eines Trichters, in dem wir der enge Teil sind, jeder einzelne(!), der  sich fortschreitend ausdehnt. In dem Maße, wie wir diese liebevolle Erfahrung leben, dehnt man sich großzügig, bewundernswert(!) hin zu Bewusstseinszuständen des Schöpfer Mysteriums, dem Mystischen aus.

So… sodass, wenn wir in Liebe Erlebnisse des alltäglichen Erlebens fühlen, die von langwierigem Durchlauf oder von mittlerem Durchlauf sind, wenn wir nicht eintreten, ein Teil dieses transzendenten Trichters zu werden, was wir „Liebe” nennen, wird es ein lieb gewinnen, eine Gewohnheit, etwas Übliches sein… , dem es an Innovation, an Überraschung, an dem Neuheitlichen, dem Innigen, dem Mystischen fehlt.

 

Ja. Denn wenn sich die Liebe in ein alltägliches Ziehen und Nachlassen, ein Diskutieren und ein Überprüfen, ein Diskutieren und Genehmigen verwandelt…, und diese –im besten Fall- dialektische Handhabung von Lüge-Wahrheit, Wahrheit-Lüge, dann befinden wir uns in einem Spiel des Intellekts, in einem intellektuellen Spiel. Die Transzendenz ist verdampft. Indem man auf diesen Mechanismus besteht bedeutet das, sich eine Sesshaftigkeit  und eine anhaltende Manie zu sichern.

Ja, „Manie”, weil man nicht wahrhaben will, was geschieht und man Angst hat, einen Schritt auf dieses Mysterium zuzumachen.

 

(3 Minuten der Stille)

 

SIE rufen uns, damit wir Zeugen von diesem Ewigen Akt zu  Lieben sind –erlebend  und offensichtlich. Und unser Zeuge ist das Zeugnis, das wir geben, das wir in unserem alltäglichen „Ama-Necer[1]” machen.

Auf dass wir lebende Trichter sind, die jedem ergriffenen Fühlen, jedem verliebten Moment eine Transzendenz geben.

 

Jedwede Kreatur, jedwede lebende Kreatur, wenn wir genau hinsehen, wird uns aufgrund ihrer Form ein Zeugnis von dieser transzendenten Verbindung geben, wegen ihrer Aktivität, wegen ihrer Wärme, wegen ihrer Entwicklung, wegen ihres Abdrucks… den sie in uns erzeugt: ausgehend von einem Verlauf eines Flusses, übergehend zu der Einfachheit einer Blume an einer Ecke oder… oder der großzügigen Frucht einer Nahrung… oder der Pracht des Windes.

Können wir etwa unter dem Sinn des Betenden Rufs die Ereignisse des Schneiens, der Wasser, des Windes… für „einfache meteorologische Phänomene” halten? Stürme…?

Oder werden wir ihnen eine Transzendenz geben, weil es sich um einen Ausdruck  handelt, der in unserer Umgebung auftaucht… unabhängig von unserer Intention, dass er auftaucht? Auch wenn sich immer Elemente finden, die sagen, dass sie sich aufgrund unserer Aktivität, unserer Industrie, unserer Kontaminierung, et cetera produzieren… -et cetera.

 

[2] Die klingende Botschaft des Windes scheint mit sich nehmen zu wollen… –mit dem Wunsch der Hartnäckigkeit und der Ausdauer des Schöpfer Mysteriums- scheint das, was über ist, das Lästige, das Raue… mit sich nehmen zu wollen… um uns zu Teilnehmenden… des Fluges zu machen.

Und so nehmen wir das Betende, das anscheinend „einfach Meteorologische” in uns auf. Wir negieren nicht, dass… „Winde von nördlicher Komponente einen Sturm erzeugt haben”: diese Sprache des… „zu wissen”. Ja, aber es gibt eine andere Sprache! Eine andere Sprache, welche die ist, die wir gerade angedeutet haben.

Wenn wir nach dem unsichtbaren Bewusstsein permanent zu lieben trachten, das niemals gleich klingt(!), das immer unterschiedlich und anders wird, dann müssen wir die Stufe dieses einhüllenden Windes durchschreiten. Es ist ein Signal…! Damit wir subtil werden und gleichzeitig stark!

Jedweder Vogel, angefangen bei einer Möwe bis zu einem Sperber oder einem Kondor, wenn er sich durch die Strömungen der Luft tragen lässt, fürchtet nicht um seine Fähigkeit. Er fällt nicht und irrt sich(!), weil er sicher ist in seiner Verbindung mit der Schöpfung.

Eine leichte Geste in seiner Feder oder in einem „Querrduder“… modifiziert seinen Aufstieg, seinen Abstieg oder das Gleiten… in einer makellosen Art und Weise!

Wenn wir uns von dem Überflüssigen loslösen, von dem bleiernen Konsumierenden, von der Forderung der Wünsche… werden wir dem Lieben mit allen Sinnen ins Auge sehen … und nichts belastet uns.

 

(5 Minuten, in denen nur der Wind extrem intensiv klingt)

 

In dem Maße, wie wir –zum Beispiel- die Transzendenz des Windes nehmen, der transportiert, der, der uns trägt, der, der uns die Sprache ohne Form gibt, aber ergreifend, in diesem Maße werden wir diese Erfahrung in unsere alltägliche Zuneigung einführen. Was sich dann später in ein sanftes Streicheln, in ein angemessenes Wort, in ein wachsames Verhalten, in eine genaue Geschicklichkeit… oder in einen Seufzer verwandelt; in einen Seufzer des Hauchs: der, der Mut fasst, dem zu folgen, dem Ewigen zuzuhören.

 

(6 weiter Minuten, nur mit der Sprache des Windes)

 

Unsere Stille erlaubt es uns, die Bedeutung zu hören, erlaubt, dass wir uns… mit dieser Sprache imprägnieren, was heute der Wind ist, was einen anderen Tag eine andere Sache sein wird(!) und was alltäglich gegenwärtig ist: dieser verliebte Raub den das Schöpfer Mysterium mit den Kreaturen, mit allen(!), mit jeder im Einzelnen macht!

 

Und so etabliert sich in gleicher Weise, ohne Gefühl von Verlust, noch Zweifeln, noch Unentschiedenheit die Transzendenz eines jeden Wesens in dem zu lieben mit unterschiedlichen Kategorien… mit Prioritäten, die… unser Zeugnis rufen!

Und so wird, unter der klaren Referenz des Schöpfer Mysteriums, indem man davon Zeuge ist, das Vergehen unserer Gegenwart zum Glück (span. ‚ventura‘), es wird zu einem Abenteuer von bewusster Zufriedenheit…, das wie das Wasser keinen Raum verschmäht und sich an ihn anpasst, aber dabei nicht seine Identität verliert.

 

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[1] „Amanecer“, „Tagesanbruch“. „Ama-necer“: Hier ist gemeint, dass man zum Lieben geboren wird.

[2] Der Wind klingt sehr intensiv.