11. Sich als ein Geschenk der Schöpfung fühlen

 

BETENDER RUF

 

(5:30 Minuten der Stille)

 

Die Zwischenfälle, mit denen sich die Menschheit entwickelt hat… erzählen uns von sehr unterschiedlichen Perioden –viele von ihnen sind Hypothesen oder Theorien-, in denen Hominiden –Cro-Magnon, Neandertaler, etc.- zusammenlebten und teilten, jagten und Samenkörner und Knollen und Früchte aufsammelten, mit denen sie sich ernährten.

Es scheint so, also würden sie –die Archäologen, die Anthropologen, die Paläontologen- uns Geschichten von Wilden erzählen, also solche sind gemeint „eine Gruppe von Wesen, die wenig verstandes-, wenig logische Kapazität hatten.“

Sie sagen, dass jene Wesen genauso evolutionierten; vor allem die Wurzel, der wir angehören: die der Sapiens. Und von ihr aus erzeugten sich ethische, moralische, religiöse Verhaltensweisen, die Ehre… etwas –oder Pinselstriche sollte man besser sagen- anderer nicht wilder Ebenen des Menschen, welche bedeuteten… –vielleicht nur wegen einer größeren Kapazität des Schädels, größerer Entwicklung des Enzephalons; vielleicht ist es nur aus dem Grund-… aber wie dem auch immer sei, es tauchten, wir könnten sagen, „extra materielle“ Merkmale auf.

Irgendeine Art der Güte, der Zuneigung, der Anziehungskraft, der Zuneigung…

Abhängig von dem Moment, sehen wir, dass sich bestimmte NICHT physische Faktoren zeigen. Und dann tauchen die Künste wie die Gesänge, die Poesien, die Malereien auf… und ein langes et cetera. Ja, die
„Kunst”... ausgehend von der Felsenmalerei, bis zu unseren Tagen.

Es scheint so –es scheint so-, dass diese extra-materielle Aktivität dem Wesen eine animische, spirituelle… inspirierte Natur geben würde.

Und wir sagten „es scheint so”, weil auch, genauso wie sich die Künste und die Kultivierung der Schönheit entwickelte, begann sofort –so wie „für den Fall, dass”- die Produktivität, die industrielle Ära, die Ausbeutung der Ressourcen, der Gewinne, der Possessionen… Und es scheint offensichtlich, dass diese Faktoren, die uns von dem strikt Form angenommenen lösten anfingen, schwächer zu.

 

Die Religionen, welche die Bastionen waren, von denen aus die Verbindungen mit der Gottheit bewahrt wurden, ja, die bestehen weiterhin noch, aber… immer laxer, immer weniger operativ und konfliktiver. Weil sie sich selbst degradieren und auf der Basis verderben, weil sie sich für den Gewinn und den Vorteil entscheiden, mehr als für die Kontemplation, das Gebet oder… oder dafür, sich den Händen der Schöpfung zu überlassen.

 

Es tauchten und es tauchen verschiedene animische Formen auf –nicht „animistische Formen”, die bereits aufgegeben wurden. Aber die Formen des Gemüts (span. ‚animo‘) und des Charakters und der Positionierung wurden immer mit einer rentablen Absicht gemacht.

 

Der Betende Sinn versetzt uns in den aktuellen Zusammenhang des Wesens, in dem erörtert wird, jedwede Positionierung in Zweifel zu ziehen.

Aber es hat nicht den Anschein… –es hat nicht den Anschein, und selbstverständlich geschieht es noch nicht und wir wissen nicht, ob es geschehen wird –es hat nicht den Anschein, dass es eine Katharsis der Reinigung, der Klarheit… eines neuen Tagesanbruchs ist. Nein. Es hat eher den Anschein und es ist offensichtlich, dass die Macht ostentativ wird, dass der Reichtum kontrahierter wird, dass die Armut verbreiteter wird, dass der Krieg ausgedehnter wird… auf jedweder Ebene.

 

In irgendeinem Moment, wenn wir uns auf den Betenden Ruf beziehen, müssen wir uns in den Raum versetzen, den wir gerade beschrieben haben; wir müssen uns in eine Aussicht versetzen, wie sich die Kräfte des Lebens anordnen, damit wir uns so angesichts des Betenden Rufs sensibilisieren können, der uns auffordert, aus unserem Tun, aus unserem Dasein, aus unserem Gehen… eine Aussicht und eine Berufung der Ewigkeit zu machen.

Wenn ich mich unter der Berufung des Ewigen befinde(¡)… dann kann ich mich nur zwischen Ewigkeiten befinden. Ich kann mich nicht zwischen Anfängen und Enden befinden. Ich kann mich an Umstände erinnern, welche die Tür zu bestimmten Erfahrungen öffneten und sogar Türen beobachten, die sich nach der „Umfüllung“ schlossen. Aber in auf jeden Fall ohne Anfang noch Ende: „Verstreichen“… „transzendieren”… „trans”… „uns transportieren”, hin zu anderen Realitäten, die uns unsere animischen Ressourcen ermöglichen, die uns zu einem Gesang fliegen lassen, hin zu einem Tanz, hin… zu diversen Erlebnissen, die nicht rentabel sind, die wohltuend sind, die unseren… Glauben(!) und dieses Bewusstsein von Ewigkeit anwachsen lassen und, ohne Anfang noch Ende(!), mit dem Verlauf, der mit dem Glauben(!)… in unserem Gemüt, in unserem Bewusstsein, in unserer Zuneigung ausgeübt wird.

Und damit, auf diese Aspekte zu beharren –„auf diese Aspekte zu beharren”- und sie gegenwärtig zu haben… lässt uns kreativ werden und erlaubt uns, das kreative Dasein… und das, kreativ zu sein, neuheitlich wie der Klang des Windes(!), enthusiastisch wie die ersten Blumen des Frühlings, hoffnungsvoll wie der entschiedene Tagesanbruch(!)... erleuchtet wie die Sternennacht.

Wenn wir uns zum Zeitpunkt, wenn wir in dem Physischen, in dem Praktischen, in dem Produktiven „schaffen”, das Kleid des „Verstreichens” anlegen, das des „Ewigen”, des Glaubens, dieses Bewusstseins der Zuneigung, dieses „gewidmeten“ Animismus… der sich keine Lösungen überlegt, sondern der verstreicht und sich ausübt…

 

Das könnte verantwortungslos erscheinen, aber wenn die Zuneigung zu einem verliebten Fühlen wird, geliebte Hingabe in die idealistische Phantasie…; wenn jedes Wesen seine Kleinheit erkennt, aber seinen Beitrag; in dem Maße, wie es sich zum Echo macht und in dem verstreicht, was es denkt, in dem, was es fühlt, in dem, was es macht, ist es möglich, die Tatsache sich zurecht zu machen, sich zu säubern, einen Posten einzunehmen, sich zur Verfügung zu stellen, das Aufräumen… ist es möglich dass alles in eine Kunst zu verwandeln…

Ja, eine Kunst, in der uns jeder Verlauf auffordert, uns im Detail anzustrengen, in dem Touch von unterschiedlich sein, in dem Punkt der Güte!

Uns in die Illusion zu versetzen… in die brodelnde Illusion dessen, der erkennt, dass er liebt. Und das ist seine Referenz: die Erkenntnis zu lieben. Das ist sein Bezugspunkt, um jeden Augenblick, jedes Tun, jede Position, jedes Verhalten… in einer subtilen Eleganz mit einem Akzent zu versetzen. In eine subtile Eleganz(!)... Auch wenn der Skandal des Tuns sagt: „Das gehört hier nicht hin.“ Ja, ja, das gehört da hin. Und das gehört so sehr dahin, dass, wenn man es unter der „subtilen Eleganz” ausübt, dann wird das experimentelle Bewusstsein genussvoll, während die Umgebung gleichzeitig genießt.

Indem wir uns als Teilhabende des Genussvollen und des Genusses erkennen, weil wir uns als Ewigkeiten in einem Schöpfermysterium gefühlt haben, und Glauben, das ES uns assistiert und ES uns berührt(!)… öffnet uns das ein Leben… das uns in seinem kreativen Verhalten von dem produktiven, dem Rentablen, der Anhäufung, des sich bequem Machens abheben  lässt.

Und es öffnet uns gegenüber dem Unvorhergesehen, dem Überraschenden… das, auf was man wartet, ohne zu wissen, was es ist!

 

Das Schöpfer Mysterium in seinem unendlichen Lieben… das uns jeden Morgen geboren werden lässt, bringt uns die Überraschungen und die unvorhergesehenen Momente. Und das ist so wie… –und dort kommt ein wichtiger Punkt- das ist so, also würden wir kontinuierlich beschenkt werden, so als würden SIE uns jeden Tag ein Geschenk geben. Mit dem, was dieses Geschenk mit sich bringt: dass ich es nicht kenne, dass ich nicht weiß, welches es ist, dass ich es nach und nach aufmache, um zu finden, dass es sich nur öffnet, um mir zu zeigen; das mir das Gefühl gibt, beschenkt zu sein!

Und gleichzeitig schenke ich mich als solches!

Sich als ein Geschenk der Schöpfung zu fühlen. Und zu fühlen, mit dieser Vibration, in diesen Ebenen, wie SIE Dir schenken: Diese Details, die keinen Grund haben, die nicht von Logik begleitet werden, die keine Vorläufer haben, die aber da auftauchen und da sind. Und dass Du in dem Maße wahrnimmst, wie Dein Glaube und Deine Widmung in dieser Universalität im Einklang ist.

 

(5 Minuten der Stille)

Und es verstreicht auch die Stille, die uns in ihrem Friedlich Sein erlaubt, die Sprache des Windes zu hören, die Prügel des Regens, die Ankündigung eines nebligen Tagesanbruchs…. –vielleicht Vorläufer von anbrechendem Frühling.

Gerade die adäquatesten Momente, um das Entdeckte, das Gelernte, das Neuheitliche, das Idealistische zu zeigen!

 

(3 Minuten der Stille)

 

Und in dem Maße, wie wir uns in diesen Verlauf von Ewigkeiten hineinbegeben, wird uns unser Eifer und unsere Widmung demgegenüber, was in diesem Moment verstreicht(!) und es als ein Geschenk zu empfinden, erlauben, das anscheinend Unbequeme, Unangenehme, Schlechte „zu konvertieren” –ja, als Alchimisten zu konvertieren-… und diese Qualitäten, die uns dazu bringen, unsere Handlungsweisen zurückzuweisen, sie unter dem Umhang dieser Ewigkeiten des Glaubens in das Schöpfer Mysterium zu konvertieren, das in Momente des Geschenks zu konvertieren, des Genusses und des Erfreulichen wegen dem, was man angesichts der Ära des Innmateriellen beiträgt. Was dann später ein materielles Äquivalent hat, ja, aber mit einem Akzent versehen und schattiert –um es so zu sagen- durch die Idee, die das Wesen in seinen Aktionen bewegt hat.

 

Zulassen, dass das Verstreichen, das Verstreichen uns informiert, uns formt, uns in die Hüterschaft des Ewigen versetzt… damit unser Einklang wirklich verliebt(!), hingegeben(!)… ein Seufzer des Hauches ist… VON, DURCH UND HIN ZUM EWIGEN.

 

 

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