10.22 Sind wir wirklich ein Entwurf, um mit diesem Lebensstil zu leben?

 

BETENDER RUF

 

(3 Minuten der Stille)

                                    

Die fatalistischen Ankündigungen beschleunigen sich mit Hast.

Bedrohungen… seitens des Universums selbst.

Katastrophen in unseren eigenen Eingeweiden: die Vulkane spucken, die Meere sind erschüttert, der Erdböden gleiten hinab…

Und die Menschheit geht wie Handtrommelspieler in ihrem Vorbeimarschieren Unheil verkündender Vorschläge…

Und so, so oft wurde es angekündigt(!): „Das Ende ist nah! Bereut! Das Ende ist nah!”

Und permanent befindet man sich in der Mentalität des Abgrunds. Der felsige Abgrund, der schmerzt und blutet.

Und das… „es ist so, es ist so” wird eins ums andere Mal wiederholt, so wie die Peitsche dessen, der die Sklaverei befürwortet, auf dem Rücken des Sklaven, der schließlich aufgibt und sagt: „Ja, Herr.“

 

Zeichen einer verzweifelten Spezies… die sich vergöttlicht fühlt und die erzürnt ist, weil nicht das geschieht, was sie denkt, was sie will und was sie möchte.

Und jeder einzelne macht sich zum König aller Könige… und die Reinigung ist gesichert. Jeder einzelne verteidigt seine Parzelle mit Arroganz, mit „Gerechtigkeit“…

Der Schrecken ist serviert. Es fehlt nur ein bisschen mehr Interesse, damit sich  der Terror einstellt.

Während der Flügel schlägt ohne zu fliegen, versuchen die Vorschläge, die Verbände, die verteidigenden, schützenden Gesellschaften… die große Flut abzuflauen. Aber sie machen das ohne Überzeugung. Sie machen das… ganz offensichtlich in der der Minderheit, aber sie machen das mit Resignation.

Zweifellos sind die Dinge individuell unterschiedlich. Aber dieser „Unterschied” wird auf der Basis einer enormen Disposition erhalten, auf der Basis einer enormen Disponibilität, auf der Basis einer enormen Bescheidenheit. Ohne Forderungen. Mit Diensten gegeben, nicht geliehen.

 

Der Betende Ruf versetzt uns erneut in das globale Bewusstsein. Und es ist „erneut”, aber mit einer Besonderheit, ja: er weist uns auf Bewusstseinszustände hin, die sich… in „befreiter“ Form fühlen, sie glauben, dass sie frei befreit sind und sie handeln so, wo sie doch in Wirklichkeit in einer konditionierten Form erwidern.

Die Macht des Schwindels der Auflösung und der Verzweiflung ist in der Lage… jeden Vorübergehenden zu transfigurieren und ihn in einen idyllischen und fröhlichen Lebemann, eine Lebefrau zu verwandeln… und was er oder sie glauben, wo sie doch in Wirklichkeit ein Spielzeug der Leibeigenschaft sind.

 

 Vernünftige Stille, die uns verzieren muss, bevor wie die Strukturen und die Gesellschaftsschichten replizieren, die uns danach rufen zu triumphieren, zu gewinnen, zu kämpfen, zu konkurrieren, vorzugeben…

Und sind wir…(?) –lässt uns der Betende Ruf fragen- und sind wir wirklich ein Entwurf, um zu leben? Und sind wir wirklich ein Entwurf, um zu leben? So, mit diesem Lebensstil, in dem man lebt?

Entspricht unsere Konfiguration einem verfolgenden, kontrollierenden, speichernden, bestrafenden, permanent plündernden Wesen?

Ist er… –unter anderem- ist er –der Mensch- ein strukturelles Modell, um sich in diesen Arbeiten zu betätigen? Oder ist er vielmehr im Gegenteil ein begrenztes, zerbrechliches, bedürftiges Modell?

Und infolgedessen ist das, dem er sich aussetzt und was er macht, eine… Ungeschicklichkeit! Eine Ungeschicklichkeit, weil seine Konfiguration nicht seinen Handlungen entspricht. Vielleicht sollte man denken, dass es ihm in irgendeinem perversen Moment einfiel, seine Struktur, seine Ressourcen… zu verfluchen und er fing eine rasend schnelle Laufbahn an, weil er Elefant, Tiger, Wind, Regen, Zittern, Hurrikan… ist.

Eine Attacke des Neides, die so riesig war(!), die bewirkte, dass er sich… –ohne Ressourcen, ohne eigene Ressourcen- darin ausübte, darin ausübte zu dominieren, zu kontrollieren und seine wahrhafte Natur gefangen zu nehmen.

Seine wahrhafte Natur: zerbrechlich, bedürftig und auf Wegen der Anpassung.

 

Die Letzten, die angekommen sind –die Menschheit- und die schlimmsten darin sich anzupassen.

 

Aber in unserer zerbrechlichen Instabilität schickten SIE uns mit einer uns natürlich innewohnenden Güte. SIE schickten uns mit Ressourcen der Verse… ohne sie lernen zu müssen.

SIE schickten uns mit kreativen Mitteln… um das Zusammenleben zu erfreuen.

SIE schickten uns mit subtilen Geschicklichkeiten… um Farben auszudrücken, um uns im Tanz zu bewegen, um Töne zu erzeugen… und um sie attraktiv zu machen, und dass man sich an sie erinnert…

SIE sandten uns mit Ressourcen, um zu umarmen, um uns anzunähern, um uns zu pflegen, um uns zu dienen und um nützlich zu sein.

SIE sandten uns mit Ressourcen, um zu bewundern(!), um zu staunen, mit Ressourcen, um zu respektieren.

SIE sandten uns mit Ressourcen, um… eine unglaubliche –unglaubliche(!) Schöpfung zu entdecken!

SIE sandten uns mit den Ressourcen zu glauben… zu glauben, dass wir, wenn wir die Sterne anschauen, seufzen würden, um wieder zu ihnen zurückzukehren.

 

SIE sandten „Fäden” des Schöpfer Mysteriums: Menschheiten… Generation für Generation… mit Ressourcen für kontinuierliche und permanente Bewunderungen.

 

Ja. In gewisser Weise wissen wir, was wir sind… aber sich als das auszuüben, scheint schwierig, lästig. Genau das Gegenteil von dem, was es sein sollte.

Sind wir denn etwa bereit für die Kriege, die Ausschreitungen… und diesen permanenten Eifer zu besitzen? Ist es denn etwa nicht verschleißend, abnutzend…? Von einer so kurzlebigen Glorie, dass das Wort „Glorie” überflüssig ist.

 

SIE rufen uns permanent… SIE rufen uns zum Beten, damit wir unsere Natur erkennen und wir uns in unseren Tugenden… mit der Bescheidenheit angesichts der gesamten Umgebung und der Unterwerfung vor der Schöpfung ausüben.

 

Ein Kurswechsel…, denn SIE lenken nicht das Ruder… Auf dass sich jeder auf dem Hohen Meer zu Lieben entdeckt, wie ein Steuermann, der es versteht, die Strömungen wahrzunehmen. Und der infolgedessen sein Ruder hin zu ihnen orientiert.

Es wird weder Irrtum noch Schiffbruch geben.

 

(3 Minuten der Stille)

 

Die Tagesanbrüche scheinen zu warten, einen um den anderen Tag. Sie scheinen zu warten…, dass sich das Wesen entdeckt und seiner Dreistigkeit ein Ende setzt. Und damit es sich in seinen feinen, delikaten Geweben von subtilen Harmonien sieht. Dass es in seinem Tun die Schönheit schätzt. Und damit es permanent das preist, was es inspiriert: Die Route des Wassers, die entzündete Blume, dieser gekurvte Sand, dieser ruhige Flug… verschmolzener Federn.

 

(2 Minuten der Stille)

 

Unsere geleerte Umhüllung war eine Füllung von unendlichen Möglichkeiten. Sie wurde befähigt, um präzise mit ihren Fingern zu sein… und um den Lehm zu bearbeiten. Sie war entschieden in ihren Sinnen, um das Staunen zu sehen, um die Stille zu horchen, oder um den Duft der Schönheit zu riechen, um die Gaben zu schmecken, die uns angeboten werden, um die Haut des Tieres zu streicheln, um mit Vorsicht die Erde zu betasten… ohne ihre kontinuierliche Produktivität zu provozieren.

Sich als eine Immensität der Ozeane in dem Lieben (span.: ‚a-mar‘[1]) einsammeln, ohne den Ertrag zu suchen…

Dort sind die Becken prall mit Blumen und unglaublicher Fauna gefüllt. Dort sind die Böden fest, bereit, um über sie hinwegzugehen und um zu den anderen zu navigieren… mit dem Bewusstsein, nicht zu unterbrechen, mit dem Bewusstsein, nicht rentabel zu machen… offensichtlich wissend, dass uns alles gegeben wird!

 

 

Auf das jeder Tagesanbruch ein würdiger Vorschlag sei… aufrichtig, ohne Ertrag, mit Gewinn, mit Gewinn, weil man eine Vorzüglichkeit ist, weil man ein Dienen ist…

Die Belohnung einsammelnd, ohne sie zu suchen…

Das Schöpfer Mysterium zu huldigen, das uns ermöglicht…, das uns zum Glauben ruft. Und von dem wir wissen –wenn wir die  Teilnahmslosigkeit beiseitelegen-, dass uns dieser Glaube fördert, er uns begeistert, er uns zu… einem Lächeln macht.

Weil SIE auf uns gewettet haben. Ja. Nichts geschieht in der Schöpfung, ohne durch das Tiefe Mysterium verbürgt zu sein. Und das, was sich ereignet ist keine… keine Zerstörung. Es ist eine flexible Anpassung dessen, der sich daran erfreut zu respektieren, zu bewundern, zu lernen, zu suchen, sich finden zu lassen.

 

(2 Minuten der Stille)

 

Wir sind ein Vorschlag der Schönheit, dessen Funktion die ist, das Leben zu schmücken… und entsprechend dem Glanz der Sterne zu sein.

 

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[1] Amar = Lieben, A-mar = Hin zum Meer