Im Gedenken an den Himmelsstrich

 

BETENDER RUF

 

Die Winde scheinen… die gelebten Momente anzumahnen, die als „Vergangene” klassifiziert werden, so als hätten sie nicht existiert. Sie bringen uns auch die Neuigkeiten der Zukunft… in Gegenwart gelebt.

All das scheint so, als ob es beabsichtigen würde, die Zeit aufzulösen… und um so das Bewusstsein von Ewigkeit zu haben. Weil in ihr weder Vergangenheit noch Gegenwart noch Zukunft existiert.

Sie existiert!

 

Diese Ewigkeit, die hat der Mensch beiseitegelegt; er hat sie Göttern oder… oder niemandem zugeschrieben! Und sie hat –diese Menschheit- ihre Zeiten geschaffen und auf die Ewigkeit  verzichtet.

Der aufgezwungene materielle Rhythmus von geboren werden, zu wachsen, sich zu entwickeln, an Stärke zu verlieren und zu verschwinden… wird zur Offensichtlichkeit, ohne es zu sein(!), denn er betrachtet nur eine Perspektive, eine Dimension.

Wenn sich das Wesen im Universum dimensioniert, dann wird jedwede Zeit zeitlos…; jedwedes Ereignis wird „verstreichen“ und es existiert kein Vorher und kein Nachher.

Und so ist es, wie der Betende Sinn uns mit dem Träger der Zeit benachrichtigt, damit wir nicht ins Vergessen verfallen.  Das Gedächtnis ist nicht dafür da, um zu erinnern; es ist da, um dabei zu sein, um zu bleiben.

 

Der Wind mit seinem unsichtbaren Verstreichen und seiner umgehenden Sprache wird zu einem guten Äquivalent. Ohne Hindernisse zu kennen trifft er auf sie, umschleicht sie, umkreist sie, vertont und… zieht weiter.

 

Man hat –wie es nicht anders zu erwarten war- DAS EWIGE von dem Gesichtspunkt der Zeit aus mit dem Stillen, mit dem Unbeweglichen interpretiert, obwohl ES doch genau das Gegenteil ist: mysteriös, überraschend, unsichtbar, erstaunlich...!

 

Der Betende Sinn fordert uns auf…, uns in jedweden Moment des Eindrucks, der Empfindung, der Emotion als eine Gegenart-Zukunft-Vergangenheit ohne Zeit(!) hineinzubegeben... Ohne die Angst, dass es aufhört…!

Unter diesem Gesichtspunkt ist es möglich, ohne Furcht vor… dem Ende(!), unter dem Bewusstsein der ewigen Erinnerung zu leben…, diesem Eindruck der Ewigkeit. Und frei von Vorurteilen zu sein, die kontinuierlich über der Zeitlichkeit der Tatsachen schweben, beladen mit Urteilen, Strafen, Bestrafungen…

 

In einem Versuch der Ewigkeiten erinnern die menschlichen Erinnerungen und feiern –so als ob es ewig wäre- Ereignisse, die das Erleben kennzeichnen: „Und heute vor einem Jahr, wo…” „Und heute vor…”  „Und heute ist der Geburtstag…”

Es ist nicht schwer zu erahnen, dass diese Zelebrierungen ein Faden der Ewigkeit sind. Wenn dem nicht so wäre, welchen Sinn hätte es dann, sie in die Gegenwart zu bringen, wenn sie doch schon Vergangenheit sind?

 

Es ist auch richtig, dass die Erinnerung nach und nach in der heutigen Menschheit zu einem selektiven, konkurrierenden und radikalen Stil wird…, wodurch die Erinnerungzum Vergessen wird und sie verbleibt in der Anekdote, so als wäre nichts geschehen.

 

Und es ist gut sich daran zu erinnern, wie sich der Ruf zum Beten an diesem Ort ewig ergeben hat, sich manifestiert hat… permanent(!) unterschiedlich, anders(!), neuartig(!), überraschend(!), unvorhersehbar…!

Wird das wohl ein Beweis der Ewigkeit sein? Ohne, dass sie deswegen beabsichtigt, wichtiger oder transzendenter sein zu wollen… Nein! Die Ewigkeit versteht nichts von diesen Aspekten. Es ist noch mehr, sie benötigt sie nicht.

Und ja: dieser Ort –an dem der Wind jetzt stürmt- war Zeuge, ist Zeuge, wird Zeuge sein, um die Zeit aufzulösen und um sich EWIG zu machen. Dieser Ort war und ist und wird Echo… des EWIGEN sein.

Und er wird nicht im physischen Raum ersticken, sondern er wird expansiv sein… wie das Echo, das von Ferne ertönt.

 

Die permanente Innovation des Betenden Rufs, der meditativen Intention, der zeremoniellen Gesänge, der Inspiration… der kreativen Inspiration sind ein Beweis der Ewigkeiten, die verstrichen sind. Sie haben sich von einem Moment an manifestiert, ja, aber sie war schon da!

Es war alles schon da!

 

Aber das Wesen in seiner Herrschaft und Kontrolle versucht, sich als Hauptdarsteller zu fühlen… und versucht das, was da war –ewig- in das, was jetzt ist und in das, was man vergessen muss zu spalten.

 

Und was stimmt ist, dass SIE uns von den Ewigkeiten aus erinnern –Sinn und Betender Ruf heute-, dass sich gegen alle Voraussagen, gegen alle Vorzeichen… –was man nicht vergessen darf, um so die Ewigkeit bewerten zu können-, dieser Ort, dieser Raum manifestierte…

Die Omen und Furcht waren, fast von Anfang an –um einen Bezugspunkt zu geben-, konstant und wuchsen in dem Maße, wie sich der Raum manifestierte.

 

Aber es gab Wesen, die wie angezogen… –wie angezogen- kollaborierten, teilnahmen, halfen…; sie glaubten in anderer Art und Weise an das, was gemacht wurde, was vorgeschlagen wurde, ohne Ewigkeiten noch irgendetwas Ähnliches zu vermuten!

Alles war eingerahmt in das Wort „Verrücktheit“.

Und es ist eigenartig: heute kann das als „Besonnenheit“ (span. ‚cordura‘) erscheinen.

Ganz und gar nicht! Hier gibt es nichts Kluges (span. ‚cuerdo‘)!

 

Das Gebet beabsichtigt nicht zu schnüren (span. ‚encordar’), festzubinden, zu beherrschen, zu vertäuen, festzuhalten, zu verbieten, zu erlauben…

Und in Folge dessen geschieht das als zeitloser Raum-Zeit an diesem Ort auch nicht, obwohl häufig der Wille und… die gute Stimmung(!) –zweifellos(!)- des alltäglichen menschlichen Verstandes versucht zu ordnen, zu klassifizieren, aufzuzwingen …

Das ist logisch!

Aber DAS EWIGE war niemals logisch. Es hat keinerlei Kategorie von Gedanken des Wesens der Menschheit. Das Schöpfer Mysterium ist den logischen Argumentationen nicht unterworfen. Und dieser Ort… auch nicht. Er befindet sich unter der Referenz des Schöpfer Mysteriums.

 

Das ist so sehr so, dass, wenn man nur ein bisschen aromatisiert, ein bisschen schmeckt, ein bisschen sieht… all die Entwicklung, all die  Aktivität, all die Erfahrung           –in Bezug auf Fortdauer-, die in diesen Dimensionen gelebt werden, hat das keine Logik, keine Vernunft, es hat vielmehr die Berufung, Zeugnis eines anderen Bewusstseins der Menschheit zu sein.

Eine andere Position, die nicht beabsichtigt zu konkurrieren, sondern sich als fähig zu zeigen, als nachhaltig, als permanent, als –ohne es zu sagen- unsterblich ewig.

 

Und so, wie man zu sagen pflegt, wenn wir etwas unsterblich machen wollen, dann müssen wir uns vorher verewigen.

Wenn wir etwas unsterblich machen wollen, dann müssen wir uns vorher verewigen.

Und das erlaubt uns einzig die Hilfe des Betens –des Betens(!)-, des Betens, des Betenden Rufs, der es uns erlaubt, in diese anderen Dimensionen einzutreten.

Und um so ein treuer Zeuge eines Ewigen Aktes der Liebe zu sein! Kraftvoll! Präsent! Real! Gekurvt…! So wie der Wind, der vorbeizuziehen scheint, aber der als Hauch fortdauert.

 

Und um… den Wind zu umschreiben rufen wir aus:

 

AAAMÉN… AAAMÉN… AAAMÉN…

AAAMÉN… AAAMÉN… AAAMÉN…

AAAMÉN… AAAMÉN… AAAMÉN…

 

(Wir wiederholen es einige Male)

 

Stille.

 

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